Wie Algen wachsen

Eine besondere "Blüte"


18.3.2003

Wieder geht eine Welle der Vermarktung von Algen über das Land. Wieder sind die Algen gut zur "Entgiftung" (gegen alles, angefangen bei Amalgam bis zu Umweltgiften aller Art), zur "Reinigung", zur "gesunden Ernährung" ... bis hin zur "Wellness" (dem Modedumpfwort dieser Jahre).

Dabei kann schon ein Erstklässler beweisen, welche Fußangeln die Werbung enthält.

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Nehmen wir ein aktuelles Beispiel:

Im Forum von http://www.mlm-news.de (http://www.mlm-news.de/cgi-bin/ubb/ultimatebb.cgi) wirbt seit Monaten ein Rainer Bünning für Algen: im "Schamlosen" (http://www.mlm-news.de/ubb/ultimatebb.php?ubb=forum;f=9) , dem Subforum für Reklame:

(gezippte Beweisstücke: ama_alg4.zip)

Die Algen sind, so behauptet Rainer Bünning, "mit frischem Quellwasser genährt".

Aber ist das die ganze Wahrheit?

Algen werden nicht aus irgendwelchen Bächen gefischt, sondern industriell gezüchtet. Dabei benötigt man Wasser.

Wasser ist jedoch nur einer der vielen Rohstoffe, die man für die Algenzucht braucht. Das werde ich gleich noch zeigen.

Bleiben wir aber erst einmal bei der Behauptung "mit frischem Quellwasser genährt". Welchen Eindruck erweckt diese Behauptung? Doch sicher den, die Algen würden auf natürlichem Weg und ausschließlich mit "Quellwasser" ernährt, wobei durch das Wort "genährt" diese Ausschließlichkeit unterstrichen wird.

Die Bezeichnung "frisches Quellwasser" (Zitat Rainer Bünning!) suggeriert die Vorstellung sauberen, reinen Wassers.

Bleiben wir bei dieser Vorstellung, wie sie auch in vielen Naturfilmen gezeigt wird. Was finden wir dann in den derart reinen Quellen? Fast nichts!

Der Grund dafür ist sehr einfach: Das reine (!) Quellwasser enthält kaum Nährstoffe. Folglich enthält es auch kaum Algen!

Algenblüte

Algen brauchen für ihr Wachstum Nährstoffe. Berüchtigt sind die "Algenblüten", bei denen durch zu viel Nährstoffe (zum Beispiel Phosphate aus Waschmitteln) die Algenpopulationen "explodieren" und die (ohne die Algen klaren) Wässer zu einer trüben Brühe machen.

Das weiß ein Erstklässler aus Radio und Fernsehen.

Könnte er lesen, wüßte er aus den Büchern in der Bibliothek oder aus dem Internet, wie Algen gezüchtet werden.

Industrielle Algenzucht ist eine Aufgabe der Verfahrenstechnik: reiner (Groß)anlagenbau. Algen züchtet man in Bioreaktoren. Man kann es auch in Außenbecken tun, muß dann aber bestimmte Randbedingungen beachten.

Um die Algen wirtschaftlich möglichst ergiebig zu züchten, muß man sie in den Bioreaktoren optimal versorgen. Temperatur, ph-Wert, Nährstoffe, Licht - all das muß sauber eingestellt werden. Die Werte dieser Parameter ermittelt man in Versuchsreihen. In Asien forscht man seit Jahrzehnten an der Algenzucht. Eine klare Erkenntnis, wiedergegeben in einem Forschungsbericht aus dem Jahr 1993, lautet:

Das Wachstum von Algen beruht auf 2 Grundlagen:

Bei einzelligen Algen ist ganz besonders die Reproduktion wichtig. Aber Algen sind störrisch: Überschreitet ihre Dichte ("PCV") eine gewisse Menge Algenrohmasse pro Liter, geht die Reproduktion fast auf Null.

Bei der in diesen Experimenten untersuchten Alge "chlorella pyrenoidosa" ist die magische Grenze 1 Kubikzentimeter Algenmasse pro Liter Nährlösung. Von den Versuchen wird berichtet über eine Steigerung auf mehr als das 80-fache!

Zu den wichtigen Randbedingungen gehören erhebliche Mengen an Dünger, Licht und Säure!

Die Daten entnehmen Sie bitte http://www.cili-bao.co.za/Research/Research_Factors%20Affecting%20the%20Mixotrophic%20Maximum%20Growth%20of%20chlorelia%20purenoidosa.htm

(Für den Fall, daß diese Web-Seite aus "unerklärlichen Gründen" plötzlich verschwindet (wie so manche...):
gezipptes Beweisstück: ama_alg5.zip)

"chlorella pyrenoidosa" ist übrigens jene Alge, die seit Jahren von Dietrich Klinghardt und inzwischen auch von der PR-Firma Kaske beworben - und von Klinghardt's Firmen verkauft wird.

Industrielle Massenproduktion in Asien

Die industrielle Massenproduktion von Algen läuft in Asien in großem Stil. Der größte Hersteller für "chlorella pyrenoidosa" ist Taiwan-Chlorella: (http://www.taiwanchlorella.com) mit einer Produktion von mehreren Hundert Tonnen getrockneter Chlorella-Algen pro Jahr.

Es kann nichts geerntet werden, was nicht auf die eine oder andere Weise in die Produktionstanks gekommen ist. Die in den chemischen Analysen der Algen angegebenen Spurenelemente (die ja so wichtig sind), sind unmöglich in diesen Mengen im "frischen Quellwasser" enthalten.

Es bedarf großer Mengen Kunstdünger, vielleicht aber auch Gülle, um die Produktionsmengen zu erreichen. Von "natürlich" kann also keine Rede sein.

Algenzucht ist und bleibt eine großtechnische, industrielle Massenproduktion. Diese Massenzucht und ihre die großtechnische Weiterverarbeitung haben selbstverständlich Folgen: Die Algen unterscheiden sich deutlich von denen in wirklich natürlichem Milieu aufgewachsenen Exemplaren, was bei chemischen Analysen und Aufnahmen mit dem Elektronenmikroskop deutlich sichtbar wird, siehe:

Aribert Deckers

 


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