Kampf den Scharlatanen!

Unterschied zwischen Scharlatanen und der Wissenschaft


23.1.2003

Ich danke Ulrike S. für die freundliche Genehmigung zur Wiedergabe ihres Textes in meiner Web-Site.

Aribert Deckers


Unterschied zwischen Scharlatanen und der Wissenschaft

Mir fiel soeben noch ein Gleichnis ein, das den Unterschied zwischen Scharlatanen und Wissenschaftlern veranschaulichen soll.

Nehmen wir mal an, auf uns kommen zwei Leute zu. Beide tragen einen Bassgeigenkasten.

Wir gehen also auf den ersten zu und fragen ihn, ob er uns seine Bassgeige vorfuehrt. Ohne zu zoegern macht er den Kasten auf, holt die Bassgeige heraus und spielt darauf.

Dann gehen wir zum anderen und bitten auch ihn, uns etwas auf seiner Bassgeige vorzufuehren. Er weigert sich, den Kasten zu oeffnen. Wir werden stutzig. Warum weigert er sich? Was ist in dem Kasten tatsaechlich? Es koennte ja alles Moegliche drin sein, angefangen von Schmutzwaesche bis zu geschmuggelten Zigaretten.

Wir fragen ihn, warum er uns nicht hineinschauen laesst und sagen, dass wir uns gerne persoenlich davon ueberzeugen moechten, dass da wirklich eine Bassgeige drin ist. Er wird ungehalten, schimpft uns, weil wir ihm nicht vertrauen, bestaetigt, dass da wirklich eine Bassgeige drinnen ist, dass er aber keinen Grund sieht, uns "Unglaeubigen" einen Beweis dafuer zu bringen, wir sollen ihm aufs Wort glauben.

Wir werden daraufhin immer misstrauischer und denken uns: "Der hat doch was zu verbergen, sonst wuerde er ja den Kasten oeffnen" und bestehen weiterhin darauf, dass er uns den Beweis erbringt, indem wir als Beispiel den ersten Mann erwaehnen, der ohne zu zoegern seine Bassgeige herausgeholt und uns sogar etwas darauf vorgespielt hat.

Er sagt, dass das gar nichts heissen will, und dass seine Bassgeige viel besser ist, als die des anderen, dass er uns das ja ein andermal gerne vorfuehren wird, aber im Moment koenne er es eben aus bestimmten Gruenden nicht, die uns gar nichts angingen. Die Zeit sei nicht reif dafuer.

Wir fragen, ob wir den Bassgeigenkasten mal hochheben duerfen, er willigt ein. Der Kasten wiegt so wenig, dass unmoeglich eine Geige drin sein kann und wir sagen es ihm. Er wird fuchsteufelswild.

Andere Leute kommen zu unserer Gruppe dazu, und glauben ihm aufs Wort, da er sehr ueberzeugend reden kann. Sie glauben, dass da eine weit bessere Bassgeige drinnen ist, als im Kasten des anderen. Sie beschimpfen uns, weil wir nur das glauben, was wir mit eigenen Augen sehen. Wir seien wissenschaftsglaeubig, heisst es. Wir wuerden schon noch sehen, wie sehr wir im Unrecht sind, wenn der Moment gekommen ist, an dem der Mann die Bassgeige herausholt.

Der Mann kassiert bei ihnen eine schoene Stange Geld, fuer das Konzert, das er ihnen fuer die darauffolgende Woche verspricht.

Von uns bekommt er natuerlich nichts, wir glauben ja nicht jeden Senf und die physikalischen Gesetze sagen uns, dass der Kasten keine Geige enthalten kann, weil er viel zu leicht dazu ist. Wir koennten uns hoechstens vorstellen, dass der GEIST einer Bassgeige drin ist, aber wie kann man mit dem GEIST einer Bassgeige ein Konzert geben? Das fragen wir die Bassgeigenglaeubigen. Die regen sich furchtbar ueber unser Argument auf und sagen, das koennen wir nicht verstehen, weil wir viel zu engstirnig sind.

Auch Galileo wurde damals nicht geglaubt, sagen sie. Im Uebrigen liessen sie sich nicht auf so ein niedriges Diskussionsnivau nieder, und gehen mit ihren leichter gewordenen Geldbeuteln weg.

(Ulrike S., 21.9.2002)

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