erstellt am: 28. April 2001 23:24
Frau Bundesministerin
Andrea FischerHerrn Staatssekretär
Dr.Schulte-Sasse
17.7.99
von:Ralf Behrmann,Kinderarzt,
Sehr geehrte Frau Ministerin,sehr geehrter Herr Staatssekretär;
Ich habe mich durch all das Papier der sogenannten Gesundheitsreform hindurchgearbeitet,
wobei mir schon immer rätselhaft war,wie jemand eigentlich Gesundheit reformieren will.
Nun,Sie scheinen ja zumindest ein "gesundes" Selbstbewußtsein zu haben.
Der Entwurf ist demagogisch in dem Sinne,als daß Sie auf jeder dritten Seite von Einsparungsmöglichkeiten und Fehlausgaben bei den Medizinern reden und mit KEINEM Wort
auf die Einnahmen- und Ausgabenseite der Krankenversicherer (GKV und PKV) eingehen,auf der
sich Dinge darstellen,die einen DRINGENDEN ERKLÄRUNGSBEDARF haben.
Um diese Erklärung möchte ich Sie heute sehr bitten.
Das ist das Mindeste,was Sie uns Ärzten schuldig sind.
Bitte korrigieren Sie meine Zahlen,falls erforderlich (das Material ist allerdings höchstoffiziell aus
Ihrem Ministerium).
Wenn ich mir also diese Zahlen anschaue,so erscheinen die Ausgaben für unsere ambulante Medizin
schon fast marginal gegenüber dem,was die Versicherer für sich selbst entnehmen.
Mir ist das völlig unverständlich und kein versicherter Wähler wird dafür auch nur das geringste Verständnis haben.Es kann Ihnen auch nicht entgangen sein,daß das Bundesversicherungsamt das
"Geschäftsgebahren" der Krankenkasse in schöner Regelmäßigkeit für rechtswidrig erklärt.
Warum interessiert Sie das nicht?
Hier die Daten (Details siehe Anhang):
GKV:
Ausgaben für die gesamte Praxismedizin(nicht Ärzte): 40,76 Milliarden
Einnahmen der Krankenkassen 269,01 Milliarden
Ausgaben der Krankenkassen 267,93 Milliarden
LEISTUNGSAUSGABEN der K. 231,90 Milliarden
Unklarer Differenzbetrag 37,66 Milliarden
VERWALTUNGSKOSTEN nur der K.(ohne KV;die zahlen wir) 13,31 Milliarden ! ! !
Nach Abzug der horrenden Verwaltungskosten(1/3 d.amb.Medizin)
verbleibt ein mir völlig unklarer Betrag von 25,03 Milliarden ! ! !
auch sehr eindrucksvoll sieht es bei den privaten Versicherern aus:
PKV:
Einnahmen 1998 37,8Milliarden
Ausgaben für ambulante ärztliche Behandlung(Praxen) 5,5 Milliarden
Ausgaben für Verwaltung und Vertreterprämien 4,8 Milliarden
Dazu sollten Sie Stellung nehmen UND zu der bisher unwidersprochenen Gegebenheit,daß
wir hierzulande genausoviele oder gar mehr Krankenkassenmitarbeiter(nur GKV;die von den Privatversicherungen kommen noch dazu!) als Ärzte mit ihren Praxen haben.
In Anbetracht,der ständig von der Presse und auch von Ihnen vorgetragenen Verdächtigungen,
wir Ärzte arbeiteten unökonomisch und verdienten zu viel,sind die oben genannten Zahlen
UNERTRÄGLICH.
So wie die m.E.grundgesezteswidrige In-Haftung-Nahme der Ärzte für die Medikamentenkosten,
die von uns nur zu einem Teil steuerbar sind.Daß die Kassen per Gesetz von der Verpflichtung befreit
wurden,uns Anhaltszahlen zu liefern,ist der Gipfel der Geringschätzung unseres Berufes und basiert auf
dem völligen Fehlen logischen Denkens dessen,der sich das ausgedacht hat
In diese Kategorie fällt auch die Einführung des ICD-10.
Eine völlig überflüssige und sinnlose Maßnahme.
Ein Prestigeobjekt von Politikern und Kassenchefs,das rein gar nichts bringt und für uns nur ein weiteres Quäl-Instrument bedeutet.Unter Budgetbedingungen ist eine abrechnungsbegründende Diagnose sinnlos geworden und deren Codierung erst recht.
Wir brauchen für unsere Arbeit eine richtige Diagnose und keine Zahl.
Wer für sich und seine fragwürdigen Zwecke eine Codierung braucht,soll sie sich selbst machen.
Und das müßte doch ein wunderbares arbeitsplatzerhaltendes Unterfangen für die o.g.gigantische Zahl der
Krankenkassenmitarbeiter werden.
WIE KANN VERWALTUNG IM ZEITALTER DES COMPUTERS SO TEUER SEIN ?
Werte Frau Ministerin und werter Herr Staatssekretär: Da liegen Sie,die unnachvollziehbaren
Ausgaben,die der Kürzung und Umlenkung in den medizinischen Bereich bedürfen.
Es scheint,daß Sie sich damit noch nicht befaßt haben.
Mit freundlichen Grüßen
Ralf Behrmann
P.S: Bitte machen Sie sich die Mühe einer Antwort.-Ich schreibe für eine große Zahl
von ungerecht behandelten Kolleginnen und Kollegen.
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Frau Chefredakteurin
M.von Haaren,WDR
von: Ralf Behrmann,Kinderarzt,Hostatostr.20,65929 Frankfurt
2.10.99
Sehr geehrte Frau von Haaren;
Vielen Dank für die Übersendung Ihres Tagesthemenkommentars vom 22.9.99.
Ich muß schon sagen: mit der Machart hätte ich vor 34 Jahren in unserer Schülerzeitung Veröffentlichungsprobleme gehabt.
"Liebe Ärztefunktionäre",sagten Sie.Das finde ich unpassend.Weiter:
"Wie hätten Sie es denn gerne?Dass die Krankenkassenbeiträge von 13 auf 20 Prozent und die Ausgaben von 250 auf 500 Mrd.wachsen?
Sicher bei diesen Beitragssätzen wären Sie heute nicht auf die Straße gegangen...."
Aus Irrealitäten ein hingeworfenes Totschlagargument zu fabrizieren,
ist doch wohl nicht gerade allererste journalistische Sahne.
Doch Halt !.So unrecht haben Sie wiederum gar nicht mit den 20 %;
nur in einem anderen Bereich: den Krankenkassenverwalterkosten.
Die könnten nämlich demnächst leicht auf diese Höhe ansteigen,wenn man die Ministerin mit ihren Bürokratie-Plänen ungestört walten ließe
(von 6% auf 18% aller Krankenkassenausgaben).Aber in diesem Bereich sehen Sie ja keine Gefahr,weil Sie darüber nichts wissen oder nichts wissen wollen.Saubere Arbeit.
Sie sehen nur "riesige Sparpotentiale im Gesundheitswesen" natürlich bei den Ärzten,wo denn sonst(ich habe Ihnen ja schon Daten geschickt.aus denen hervorgeht wie es sich mit dem Verhältnis von KK-Verwalterausgaben zu Praxisumsätzen verhält,nämlich1:3;und bezogen auf die gesamte Krankenhausmedizin 1:6).
Und was ich unbedingt wissen muß,ist Ihre Quelle für die "riesigen Sparpotentiale" in der Medizin(bei den Kassen sind sie veritabel,aber das ist ja uninteressant).Ich bin zum Thema ganz gut belesen,aber habe diesbezüglich noch nichts Valides gefunden.Bitte;ich brauche unbedingt diese Informationen,die Sie zu haben vorgeben.
Ich werde nämlich das Gefühl nicht los,daß Sie da schlicht und einfach etwas nachgeplappert haben.
Die Ärzte hätten einen Verteilungskampf (das ist richtig) und schöben
den Schwarzen Peter auf die Politik (das ist absurd).
Abrechnungsbetrügereien als Selbstverständlichkeit machen Sie mit Ihrer Art journalistischen Gespürs aus;allein: Sie mal wieder nicht informiert. Abrechnungsbetrügereien sind in der derzeitigen Systematik mit Budgets,Mengenbegrenzungen,Honorarverteilungsmaßstäben und Fachgruppentöpfen nur noch unter den Ärzten möglich,aber nicht gegenüber den Kassen,die ja einen festen Betrag zahlen.
Das muß man halt wissen als Journalist.
Daß wir "weniger Ärzte,weniger Krankenhäuser(vielleicht),weniger
Arzneimittel (sicher) und weniger Geld" bräuchten,ist Ihre ganz persönliche Meinung,vor der meine vorbestehende Achtung doch momentan kräftig angeschlagen ist: Sie haben nichts weiter als Vorurteile transportiert.
Das ist nicht fair !
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Ralf Behrmann,Insider
P.S.: Vielen Dank auch an Frau Schmitz für Ihren Brief
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Herrn
Vorstandsvorsitzenden
Rolf Stuppardt
IKK-Bundesverband
Bergisch-Gladbach
20.8.99
von: Ralf Behrmann,Kinderarzt,Hostatostr.20,65929 Frankfurt
Sehr geehrter Herr Stuppardt;
Anfang dieser Woche hat sich die Presse mit der Höhe der Krankenkassen-Verwaltungskosten befaßt.
In der Tagesschau vom 16.8.;20 Uhr 15 kamen auch Sie zu Wort
mit einem Statement,dessen Wahrheitsgehalt mir völlig rätselhaft
ist.Wenn ich das richtig verstanden habe,behaupteten Sie die Kassen würden das viele Geld brauchen,um ärztliche Abrechnungsbetrügerei-
en aufzudecken oder/und hätten dadurch schon soviel Geld hereingeholt,daß sich die so entstandenen hohen Verwaltungskosten
gegenrechneten,ausglichen.
Vertreter der EK haben im Morgenmagazin genauso argumentiert.
Auch weil Ihre Bemerkung nach der sehr sachlichen und dezenten
Darstellung von Herrn Krimmel,KBV folgte und als Letztes im Bericht im Raume ohne Gegenrede stehenblieb,war sie als ungeheuerliche Behauptung sehr "effektiv".
Ihr Statement ist zunächst mal eine intellektuelle Zumutung,da
jeder auch nur halbwegs Informierte natürlich weiß,daß ein Betrug
der Kassen nahezu unmöglich geworden ist - unter den heutigen
Budget-,HVM- und Fachgruppentopf- und Mengenbegrenzungsregelungen.Betrug kann praktisch nur innerhalb
der Ärzteschaft stattfinden.
Ich kann mir nicht vorstellen,daß Sie das bei Ihrem Amt nicht wissen.
Die Kassen sind doch weitestgehend durch das Budget gegen betrügerische Unbill abgeschottet.Gegen die Kosten,die durch versicherungslose Chipkartenbesitzer entstehen - im Übrigen auch.
Auch das ist unser Risiko.
Daß Ihren Argumenten auch unter quantitativen Gesichtspunkten
jede Wahrheitsgrundlage fehlt,zeigt die Auskunft unseres Honorar-
ausschuß-Vorsitzenden,der darlegt(anbei) wie und wohin aus Betrügereien zurückgeforderte Gelder fließen(nämlich dahin wo sie
hingehören: in die Kven) und um welche Betragshöhen es dabei ging.
Das ganze ist lächerlich,wenn man bedenkt,daß es bei der jetzt endlich
aufgekommenen Diskussion um Milliardenbeträge geht.
Sagen wir mal lieber: es wäre lächerlich,wenn durch Ihre Worte nicht
wieder eine unglaubliche Diffamierung der Ärzteschaft in den Raum gestellt worden wäre.
Ich frage mich wirklich,warum Sie das nötig hatten ("getroffener Hund bellt"???).
Dabei sind die Krankenkassen doch bei der Pressediskussion wirklich "gut weggekommen"(ich habe hier eine Übersicht aus den wichtigsten
Zeitungen: alles ganz fair).
Die Diskussion ist m.E. auch gerade mal eröffnet,insofern als nur von
der absoluten Höhe der Verwaltungskosten (13 Mrd.) und von der
Steigerungsrate im letzten Jahr(5%) die Rede ist.
Fatal für uns war,daß die Presse nicht und selbst die KBV nicht auf
die wesentlich relevanteren Punkte eingegangen ist,nämlich z.B.
die Relation von Verwaltungkosten zu den Ausgaben für die gesamte ambulante/Praxismedizin.
Es muß Ihnen bekannt sein,daß die Kassen für ihre Verwaltung ca. 1/3 dessen ausgeben,was die Praxen (nicht ihre Inhaber wohlgemerkt)
einnehmen bzw.an U.M.S.A.T.Z. machen.
Das hätte die Leute interessiert !............und sie werden es auch noch erfahren;ebenso interessant ist die Zahl der Krankenkassen-
angestellten.
Bitte korrigieren Sie mich,falls ich falsch liege;aber nach meinen
Informationen ist die Mitarbeiterzahl bei Ihnen so hoch wie die Zahl der Praxen.Das hieße: 1 Kassenangestellter pro Praxis !
Dies und die Höhe Ihrer Verwaltungsausgaben ist gerade im Zeitalter des Computers nicht nachvollziebar.
Das gleiche gilt für weitere Begründungen für die Kosten seitens der Kassen,die ich der Presse entnehme:
1.) die Einführung der Chipkarte (das ist ja wohl schon eine Weile her)
2.) der Risikostrukturausgleich (ach du lieber Himmel!Das soll doch ein Ausgleich sein,also eine Maßnahme,die sich zu Null rechnet)
3.) der neu hinzugekommene und staatlich verordnete Wettbewerb
(ich habe mal irgendwo gelesen,daß vermehrter Wettbewerb zur
Kostensenkung führt.Bei Ihnen gehen die Uhren anders)
4.) die dadurch notwendige Verbesserung des Service(siehe oben:
wenn es nur durch 3.) bedingt ist und zu solchen Kosten führt,
dann tun Sie einfach zuviel des Guten.Wir unterliegen einem
sehr strengen Wirtschaftlichkeitsgebot.Treffen die Bestimmun-
den der Sozialgesetzgebung auf die Kassen nicht zu?)
5.) die Erfordernis der Verbesserung des Datenaustausches mit den
Leistungserbringern(das hat z.B. bezüglich der Verordnungskosten
noch nie geklappt und außerdem sind Sie unlängst per Gesetz von
der Verpflichtung befreit worden,uns die entsprechenden Daten
zu liefern, die wir dringend zur Einhaltung des Medika-
mentenbudgets,für das wir auch noch persönlich haften,bräuchten.
Das sind doch alles üble Schildbürgerstreiche!)
6.) Und das ist der Clou : die Umstellung auf den Euro (wir sprechen
hier von Kosten im zweistelligen Milliardenbereich und nicht von
solchen Peanuts.
Die Argumentation ist schon erbärmlich.
Und auf die zwei bis drei plausiblen,aber marginalen Argumente,die
aufgeführt werden ,gehe ich jetzt nicht ein - weil ich auch mal unfair
sein will.
Apropos unfair : etliche Zeitungen haben das Ganze schon etwas mehr hinterfragt als Ihnen lieb sein könnte und kommen zu dem Schluß,daß
nicht das Aufdecken von ärztlichen Betrügereien Ihre hohen Kosten verursacht,sondern den hohen verwaltungstechnischen- und Daten-Aufwand
zur Risikoselektion bei den Versicherten.
Sie sehen,man interessiert sich doch sehr lebhaft für Ihr Tun und Lassen.
Mein Facit: Sie haben ein Statement abgegeben,das nicht stimmen
kann und die Ärzteschaft ,die im Gegensatz zu Ihnen unter allergrößtem Kontroll- und Budgetdruck steht,diffamiert.
Daher möchte ich Sie sehr eindringlich bitten,uns ,der Presse und
den Versicherten gegenüber,die Dinge ins rechte Licht zu rücken.
SO KANN DAS NICHT STEHENBLEIBEN !
WIR sind sehr an einer guten Zusammenarbeit mit den Kassen
interessiert.
Mit freundlichen und kooperativen Grüßen
Ralf Behrmann,Kinderarzt
P.S.: Was ist denn nun eigentlich bei dem Spitzengespräch mit
der Ministerin,Schorre und Ihnen herausgekommen.Ich habe die Pressekonferenz im TV mindestens 6x gesehen.Ich kam mir vor wie im Märchen von des Kaisers neuen Kleidern;man sagte,es sei eine Lösung gefunden.Aber niemand teilte mit,wie sie aussieht.
P.S.: ich erlaube mir,diesen Brief ans interessierte Umfeld weiterzuleiten.
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An die Redaktion
Des Spiegel
An die Autoren von "Der ausgeplünderte Patient" im Spiegel vor einigen Wochen
21-11.99
von:Ralf Behrmann,Kinderarzt,
Sehr geehrter Herr Fleischhauer,
sehr geehrter Herr Jung,
sehr geehrter Herr Albrecht;
Ich fange mal an mit dem 3.Artikel "Tee und Keks im Wartezimmer",
mit dem Sie,Herr Albrecht,gewisse Sympathie für das englische Gesundheitssystem nicht verhehlen können.Da Sie wohl gesund sind und nicht in England,relativiert sich Ihr Artikel gewaltig.
Herzinfarkt,Aufnahmestation.......diese Situation haben Sie plastisch für
Großbritannien und für ein Schweizer Hospital beschrieben und konzidieren journalistisch flott sogar die Möglichkeit eines 2.Herzanfalls für die chaotische englische Notfallversorgungssituation.Ihr Artikel hat schon etwas Absurdes,denn ich wette,daß SIE im Falle des Überlebens Ihres Herzinfarktes
in einem GB-Krankenhaus zu denen gehören würden,die hinterher aufjaulen ob der Unmenschlichkeit und der fehlerhaften Behandlung,obwohl Sie wahrscheinlich medizinisch so korrekt therapiert wurden wie hierzulande oder in der luxuriösen Schweiz.
Sehen Sie,das sind halt unsere unterschiedlichen Sichtweisen -meine als Arzt,der Notfallsituationen in seinem Leben reichlich hatte und Ihre,die dessen,der sich das alles wohlmeinend vorzustellen versucht(die Kliniksserien
im TV sind schon ein ganz vernünftiges Training).
Also: ich finde Ihren Artikel ein wenig "abgehoben",aber nett.
"System ohne Steuerung" ist der Hauptartikel von Jan Fleischhauer und Alexander Jung überschrieben.Das ist natürlich Unfug.
Gesteuert wird jedes Fitzelchen des Gesundheitssystems - fragt sich nur : wozu ?
Der Artikel ist im Heft 11 Seiten lang unter Anderem durch so informative Bilder wie die von Säuglingen auf der Entbindungsstation oder das des
immer noch unbrauchbaren Seehofer,das ja schließlich noch keiner kennt.
Von den Krankenkassenpalästen haben Sie sich-nur die Scheunen ausgesucht.
unsolidarisch wie Sie sind.
Aber: gemessen an dem,was wir sonst vom Spiegel an Diffamierungen gewohnt sind,ist der Artikel schon beachtlich gut und versucht Sachlichkeit(ich habe mich beim Lesen von Spiegel-Artikeln über Medizin in den letzten 25 Jahren immer gefragt : "wenn die so über dein Fach schreiben....wie geht's dann den Juristen und den Ingenieuren,wenn die über deren Fachgebiete lesen?).
Und ......als ob ich es geahnt hätte.......habe ich schon Wochen vor Ihrem
Artikel selbst einen geschrieben :"Vom Umgang(Umspringen)mit(den)
Ärzten"(anbei),in dem alles drin steht,was Sie in Ihrem Artikel vergessen haben
bzw. nicht schreiben wollten oder sollten.(ich sah das wohl so kommen)
Drucken Sie meinen Artikel ab...und der Ihre ist vollständig.
So einfach ist das.
Es ist ein bißchen peinlich;aber Sie haben einfach nicht bemerkt,daß unter den heutigen Regelungsbedingungen ein Betrug der Ärzte an den Krankenkassen nicht mehr möglich ist .Es können sich die Doctores wirklich nur noch gegenseitig betrügen.............und das tun Sie auch mit Wolllust
Wir haben ein Verteilungsproblem (und die Kinderärzte sind dabei ziemlich
verulkt worden).Wissen Sie eigentlich,daß die Praxismedizin 90% aller Patientenprobleme löst,aber nur 16% (früher 22%) aus dem Gesundheitskostenaufkommen bekommt(derzeit ca. 240 Mrd).
Von den Krankenkassen wird immer wieder gesagt,daß sie "nur 6%"
für Ihre Verwaltung (ohne Werbungskosten und Publicitymaßnahmen
,die eine wahnsinnige Staatsverordnung durch einen Pseudowettbewerb bei gleichzeitigem Risikostruktur-Ausgleich verordnet hat;verpulvertes Geld,
das in der Patientenversorgung fehlt)ausgibt.
Diese "nur 6%" bedeuten: die Krankenkassen verbrauchen für ihre Art der Verwaltung ein Drittel dessen was die gesamte Praxismedizin an U.M.S.A.T.Z.
bekommt (keine Arzteinkommen,sondern Praxisumsätze mit allen Kosten,die sich im Allgemeinen um 59% bewegen.........das hat auch der Spiegel noch nie geschrieben).
Ich habe der Redaktion alle diese Dinge im Laufe des letzten Jahres gefaxt.
Und meine Zahlen basieren auf den höchstoffiziellen Statistiken des feindlichen Gesundheitsministeriums.Meine Berichte haben nun wirklich viele kompetente Leute gelesen - ohne Beanstandung (ich schicke Sie Ihnen gerne auch nochmal,da sie beim Spiegel offensichtlich im Papierkorb sind).
Jetzt geben Sie Ihrem infarktfreien Herzen mal einen Stoß..und berichten
Sie ergänzend über meine o.g.Geheimnisse.
Mit freundlichen Grüßen
Ralf Behrmann,Kinderarzt