Seitz Mitglied
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erstellt am: 09. Mai 2001 12:59
Ärzte Zeitung, 09.05.2001 Das Märchen von der Ärzteschwemme Von Helmut Laschet Jahrelang sind es die Körperschaften und Verbände der Ärzteschaft gewesen, die ein Märchen erzählt haben: das von der Ärzteschwemme. Natürlich enthalten Märchen ein bißchen Wahrheit. So ist es ja auch richtig, daß allzu scharfer Wettbewerb unter den Medizinern nicht gerade die Kollegialität fördert, daß die Versuchung, dem Patienten mehr als notwendig angedeihen zu lassen, groß sein kann, vor allem wenn Gebührenordnungen dafür eine Chance bieten. Märchen, vor allem wenn sie für bare Münze genommen werden, können jedoch auch eine gefährliche Wirkung entfalten. Und eben dies gilt für das Märchen von der Ärzteschwemme. Es hat nämlich eine ganze Weile gedauert, bis den Ärzten dieses Märchen geglaubt worden ist. Als etwa in der Mitte der 70er Jahre die ersten Mediziner-Funktionäre vor zu vielen Ärzten warnten, wurde nämlich zunächst einmal vermutet, die beati possidentes wollten den Nachwuchs nicht an die Freßnäpfe lassen. Es hat Jahre gedauert, bis diese Vermutung zumindest relativiert worden ist. Nun liegen aber Daten und Fakten vor, die allen Anlaß dazu geben, das Märchen neu zu schreiben. Zu diesen Tatsachen gehört, daß die Zahl der nicht mehr berufstätigen Ärzte doppelt bis dreimal so stark steigt wie die Zahl der berufstätigen Mediziner (3,4 zu 1,2 Prozent). Die Zahl der sehr jungen Ärzte, vor allem der Ärzte im Praktikum, sinkt um immerhin 6,1 Prozent. Die Zahl der Ärzte ohne Gebietsbezeichnung - überwiegend Ärzte in der Weiterbildung - steigt insgesamt nur noch um 1,1 Prozent; und das heißt, daß das Facharztpotential an Dynamik verloren hat. In einigen Facharztgruppen hat bereits die Talfahrt begonnen: Die Zahl der Radiologen nimmt mit 13,2 Prozent rasant ab, auch die Zahl der Nervenärzte und Neurologen schwindet. In anderen Fachgruppen ist die Überalterung absehbar - und so schließlich auch die Schwindsucht in der Versorgung. Ganz ausgeprägt gilt dies inzwischen für die Pädiater, von denen fast zwei Drittel über 50 sind. Absurd: Kinder- und Jugendärzte dürften die älteste ärztliche Berufsgruppe stellen. Ähnliches steht den Allgemeinärzten noch bevor: Immerhin gut die Hälfte haben das 50. Lebensjahr überschritten. Was ist daran dramatisch? Im Moment gar nichts! Man muß aber wissen, daß die Planung von Kapazitäten im Gesundheitswesen sehr langsam wirkt. Die Kassen glauben immer noch das Märchen von der Ärzteschwemme. Oder sie wissen es inzwischen besser, hoffen aber darauf, daß eine Verknappung von Kapazitäten finanzielle Ressourcen schont. Das wäre eine zynische Politik, deren Opfer die Patienten von morgen wären. Die politische Verantwortung von Ärzten ist es, dies zu verhindern.Von der Ärzteschwemme zur Ärzteknappheit - Wendepunkt? Die aktuelle Arztzahl-Statistik der Bundesärztekammer KÖLN (HL). Insgesamt gab es am Jahresende 2000 in Deutschland 369 310 Ärzte - ein neuer Rekord. Aber: In einigen Fachgruppen sinken die Arztzahlen, es gibt weniger AiPs, und die Zahl der nicht berufstätigen Ärzte steigt überproportional. Berufstätig waren Ende 2000 knapp 295 000 Ärzte, ein Plus von 1,2 Prozent. Die Zahl der nicht mehr berufstätigen Ärzte hat aber um 3,4 Prozent auf 74 643 zugenommen. Damit könnte sich eine Wende in Zahl und Struktur der Ärzte andeuten. Kennzeichnend dafür sind folgende Daten: Die Zahl der Ärzte im Praktikum nimmt um 6,1 Prozent auf 14 284 ab. 2671 AiP sind ohne Arbeit oder nicht ärztlich berufstätig. Die Zahl der Praktischen Ärzte sinkt um 2,4 auf 6802. Das wird auch nicht durch den leichten Anstieg der niedergelassenen Ärzte für Allgemeinmedizin (plus 1,7 Prozent) kompensiert. Zweistellige Rückgänge gibt es bei Neurologen und Radiologen. In Instutionen Körperschaften arbeiten weniger Ärzte als im Vorjahr. Copyright © 1997-2001 by Ärzte Zeitung
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Hygienebeauftragte BK Mitglied
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erstellt am: 09. Mai 2001 19:04
Wir haben herbe Probleme in der nervenärztlichen Versorgung von Pflegeheimbewohnern. Momentan werden wir durch die Ambulanz am BKH betreut. Aber auch hier sollen Gelder gestrichen werden. Besonders problematisch für Einrichtungen, die auch über geschlossene Abteilungen für psychisch kranke, ältere Menschen verfügen. Wenn das so weiter geht werden wir die Leute für eine annährend erträgliche, nervenärztliche Betreuung wohl wieder wie früher ins BKH einweisen lassen müssen. Es geht weit über die Möglichkeiten einer Pflegeeinrichtung hinaus die Bewohner einzeln ins Auto zu packen 50 km weit zu fahren und 2 Stunden im Wartezimmer eines entnervten und überlasteten Nervenarztes auf eine dringend erforderliche Behandlung zu warten. Von Ärtzeschwemme kann bei uns in der finsteren Oberpfalz wohl kaum die Rede sein. Gruß Birgit Kannengießer |
Alexander Mitglied
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erstellt am: 09. Mai 2001 19:14
Die Ärzte "schwemmen" in den Orkus und sind bald nirgends mehr zu sehen. Vergebens werdet ihr die Green-Card wedeln und elendig zu Grunde gehen !Ist der Arzt erst ruiniert, wird die Krankheit budgetiert. Auf den Index jeden Keim, der noch sucht Patienten heim. Wer budgetgerecht wird krank, muß dann nicht zu seiner Bank. Alle Koryphäen rieten, laßt uns Krankheit streng verbieten. In Regress genommen werden, alle Ärzte hier auf Erden. Wird dann trotzdem jemand krank, muß der Arzt zu seiner Bank. Den Kopf haben viele geschüttelt, wurden sie wachgerüttelt ? BUDGET und REGRESS sind UNRECHT müssen weg !! BUDGET : "(B)asta" (U)nser (D)eutsches (G)esundheitswesen (E)ndet (T)ödlich ! REGRESS : (R)egelt (E)uer (G)esundheits (R)echt (E)ndlich (S)ine (S)GB:V ! UNRECHT : (U)nsere (N)eue (R)egierung (E)ndet (C)haotisch (H)ier (T)ödlich !
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Dr. Matthias Solga Mitglied
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erstellt am: 09. Mai 2001 22:55
Behrmann: bei uns ist das im ganzen Ärztehaus exakt genau so! Unsere Termine liegen im Bereich von 6-8 Wochen für technische Diagnostik, Sprechstundentermine im Augenblick bei 6 Wochen, Diskussion über Wartezeiten sind bei uns erst ab 1 Stunde möglich. Und wir arbeiten exakt nach den wissenschaftlichen Vrorgaben, wir bestellen z.B. die Pat. nicht alle viertel Jahre zur Prostatavorsorge, sondern alle Jahre, Kontrolluntersuchungen liegen an der Grenze des Verantwortbaren bei nicht bösartigen Erkrankungen wie Steinleiden, chron. Infekte usw. Die Nachbarurologen haben ihre Praxen genauso knackvoll. Ärzteschwemme? |