erstellt am: 26. Mai 2001 00:00
Wie man sie erkennt: 25 Tips
Stephen Barrett, M.D.
Victor Herbert, M.D., J.D.
Übersetzung durch Neurologen & Psychiater des Saarlandes, Berufsverband der Niedergelassenen e.V.Wie kann man Ernährungs-Quacksalber und andere Vitaminpillen-Verkäufer erkennen? Wir zeigen ihnen hier 25 Merkmale auf, die sie
mißtrauisch machen sollten.
1. Wenn sie über Nährstoffe sprechen, sagen sie nur die halbe Wahrheit.
Quacksalber erzählen ihnen von den wundersamen Auswirkungen, die Vitamine und Mineralstoffe auf den Körper haben, und von all den
schrecklichen Folgen, die eine Unterversorgung mit diesen Stoffen nach sich zieht. Leider versäumen sie dabei, ihnen zu sagen, daß eine
ausgewogene Ernährung den Körper mit all dem versorgt, was er braucht, und daß die Richtlinien des amerikanischen
Ernährungswissenschaftlerverbandes einfache Anleitungen dafü;r geben, wie eine ausgewogene Ernährung aussehen sollte.
2. Sie behaupten, daß die meisten Amerikaner mangelernährt sind.
Diese Behauptung ist Panikmache, die nicht nur unwahr ist, sondern auch die Tatsache außer acht läßt, daß die am weitesten verbreitete
Erscheinung der Fehlernährung unter den US-Bürgern allgemein Übergewicht ist, wobei die Armen besonders stark betroffen sind.
Unterernährung ist bei den Notleidenden anzutreffen. Arme Leute können es sich kaum leisten, Geld fü;r unnötige Vitaminpillen zu
verschwenden. Das Geld, das ihnen für die Ernährung zur Verfügung steht, sollte lieber für nahrhaftes Essen ausgegeben werden.
Die Annahme, daß Amerikaner "süchtig" nach minderwertigem Essen sind und eine vernünftige Ernährungsweise deshalb eine seltene
Ausnahme darstellt, ist falsch. Es stimmt zwar, daß Schnellimbiß-Produkte oft nur "leere Kalorien" enthalten (Zucker und/oder Fett, und
keine weiteren Nährstoffe), allerdings ist es nicht notwendig, mit jedem Bissen eine Menge von Nährstoffen aufzunehmen. Ein
durchschnittlicher Mensch ist in keiner Weise von Vitaminmangel bedroht, wenn er sich an die Richtlinen des amerikanischen
Ernährungswissenschaftlerverbandes hält.
3. Sie empfehlen ausnahmslos jedem Menschen, seine Ernährung "abzusichern".
Die meisten Vitaminpillen-Verkäufer reden den Menschen ein, daß Vitaminmangel ein Risiko ist, das jeder trägt, und daß sie deshalb
"zur Sicherheit" Ergänzungsprodukte einnehmen sollten. Manche behaupten, daß es schwierig sei, seine Vitaminversorgung durch
gewöhnliche Nahrungsmittel sicherzustellen, andere wiederum erklären das für unmöglich. Ihre Argumentation ähnelt der von
Hausierern, die ihnen beispielsweise einreden wollen, daß ihr voll funktionsfähiger Ofen jederzeit explodieren kann und sie ihn deshalb
durch sein Produkt ersetzen sollten. Vitaminpillen-Verkäufer werden niemals sagen, wer ihre Produkte nicht braucht.
4. Sie behaupten, daß die meisten Krankheiten Folgen falscher Ernährung sind und deshalb durch "Ernährungs"-Kuren geheilt
werden können.
Das ist ganz einfach falsch. Ziehen sie ihren Arzt oder jedes beliebige Lehrbuch der Medizin zu Rate. Sie werden erfahren, daß die
Ernährung zwar bei manchen Krankheiten eine Rolle spielt (besonders bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße), die meisten Krankheiten
jedoch mit Ernährung wenig oder gar nichts zu tun haben. Weit verbreitete Symptome wie Unwohlsein, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, alle
möglichen Schmerzen (einschl. Kopfschmerzen), Schlaflosigkeit und ähnliche Beschwerden sind für gewöhnlich eineReaktion des Körpers
auf psychischen Streß. Wenn solche Symptome lange anhalten, sollten sie einen Arzt aufsuchen, um ich auf eine mögliche physische
Krankheit hin untersuchen zu lassen. Es besteht aber kein Grund dafür, Vitamimpillen einzunehmen.
5. Sie behaupten, daß moderne Methoden der Verarbeitung und Haltbarmachung von Nahrungsmitteln die Qualität unserer
Nahrung herabsetzen.
Es stimmt, daß die Nahrungsmittelverarbeitung den Nährstoffgehalt der Produkte verändert. Diese Veränderungen sind allerdings nicht
so drastisch, wie der Quacksalber, der ihnen Nahrungsergänzungsmittel verkaufen möchte, sie glauben machen will. Während manche
Verarbeitungsmethoden bestimmte Nährstoffe zerstören, fügen andere sie hinzu. Eine ausgewogene, vielseitige Ernährung enthält
garantiert alle Nährstoffe, die ihr Körper braucht.
Quacksalber verdrehen und vereinfachen Tatsachen. Wenn sie von sich geben, daß B-Vitamine durch Mahlen zerstört werden, denken
sie nicht daran zu erwähnen, daß diese durch Anreicherung wieder hinzugefügt werden. Wenn sie ihnen sagen, daß Vitamine beim
Kochen zerstört werden, verschweigen sie die Tatsache,daß nur ein paar wenige Vitamine hitzeempfindlich sind. Sie sagen ihnen auch
nicht, daß man diese Vitamine ganz einfach mit einer Portion frisches rohes Obst oder Gemüse oder frischen bzw. tiefgefrorenen
Fruchtsaft täglich zu sich nehmen kann. Die Behauptung, daßMineralstoffe durch Zubereitung oder Kochen zerstört werden, ist eine
glatte Lüge. Mineralstoffe werden durch Hitze nicht zerstört.
6. Sie behaupten, daß die Ernährung großen Einfluß auf das Verhalten hat.
Ernährungs-Quacksalber bringen nicht nur Krankheiten, sondern auch das Verhalten mit der Ernährung in Verbindung. Manche
behaupten, daß negative Reaktionen auf Nahrungsmittelzusätze und/oder gewöhnliche Nahrungsmittel bei Kindern Hyperaktivität und
bei heranwachsenden Jugendlichen und Erwachsenen sogar kriminelles Verhalten verursachen. Die Basis für solche Behauptungen ist
eine Mischung aus Illusion, anekdotenhaften Erfahrungsberichten und schlecht durchgeführten Untersuchungen.
7. Sie behaupten, daß Fluorisierung gefährlich sei.
Seltsamerweise sind Quacksalber nicht an allen echten Mangelerscheinungen interessiert. Fluorid ist notwendig für den Aufbau gegen
Karies resistenter Zähne und kräftiger Knochen. Die beste Methode, die ausreichende Versorgung mit diesem wichtigen
Stoffsicherzustellen, ist die Anreicherung von Leitungswasser, so daß die Fluoridkonzentration ungefähr 1:1 000 000 beträgt. Die
meisten Quacksalber lehnen jedoch die Fluorisierung von Wasser ab, manche von ihnen bieten Filter an, die Fluorid aus dem Wasser
beseitigen. Es scheintso, als ob sie, wenn sie aus einer Sache keinen Profit schlagen können, versuchen, durch eine Antihaltung auf ihre
Kosten zu kommen.
8. Sie behaupten, daß Bodenerschöpfungsowie Pestizide und "chemische" Düngemittel Nahrungsmittel weniger gesund und
nahrhaft machen.
Mit dieser Behauptung wird gewöhnlich für sogenannte Nahrungsmittel "aus biologischem Anbau" geworben. Wenn demBoden ein
essentieller Nährstoff fehlt, dann wächst eine Pflanze ganz einfach nicht. Chemischer Dünger wirkt den Folgen der Bodenerschöpfung
entgegen. Es ist auch eine Lüge, wenn Quacksalber behaupten, daß Pflanzen, die natürlich gedüngt werden (beispielsw. mit Dung), für
die Ernährung hochwertiger sind als chemisch gedüngte. Pflanzen wandeln natürlichen Dünger in die gleichen chemischen Bestandteile
um, die in Kunstdünger enthalten sind, um ihn überhaupt verwerten zu können. Der Vitamingehalt eines Nahrungsmittels ist durch seinen
genetischen Aufbau festgelegt. Dü;ngemittel können den Gehalt an bestimmten Mineralstoffen in Pflanzen beeinflussen, dieser Faktor ist
jedoch für die Ernährung der amerikanischen Bevölkerung nicht von signifikanter Bedeutung. Die Pestizidrückstände in unseren
Nahrungsmitteln sind extrem gering und stellen für unsere Ernährung keine Bedrohung dar. Nahrungsmittel, die das "Zertifikat"
"biologisch" tragen, sind nicht gesünderoder nahrhafter als andere. Tatsächlich ist es so, daß sie sich außer durch ihren höheren Preis in
nichts wesentlich von gewöhnlichen Nahrungsmitteln unterscheiden.
9. Sie behaupten, daß sie Gefahr laufen, sich mit den gängigen Nahrungsmittelzusätzen und Konservierungsstoffen zu
"vergiften".
Das ist eine weitere Art der Panikmache, um ihr Vertrauen sowohl in die Ernährungswissenschaft und staatliche Kontrolle als auch die
Nahrungsmittelversorgung an sich zu unterminieren. Quacksalber wollen sie glauben machen, daß sie sie beschützen. Sie hoffen, daß sie,
wenn sie ihnen vertrauen, ihre "biologischen" Nahrungsmittel kaufen. Tatsache ist, daß die winzige Mengen an Zusatzstoffen, die in
Nahrungsmitteln enthalten sind, die Gesundheit in keiner Weise gefährden. Manche davon schützen uns sogar, indem sie verhindern, daß
Nahrungsmittel verderben, ranzig werden oder schimmeln.
10. Sie behaupten, daß die für den täglichen Bedarf empfohlene Menge an Nährstoffen zu niedrig angesetzt ist.
Die empfohlenen Ernährungsrichtlinien werden seit 1943 ca. alle fünf Jahre von der Nationalen Forschungsgemeinschaft der USA
herausgegeben. Sie sind als "Richtlinie für die Aufnahme essentieller Närhstoffe, die nach dem Stand der Wissenschaft von der
Kommission für Nahrung und Ernährung empfohlen wird, um denermittelten Nährstoffbedarf eines gesunden Menschen zu decken"
definiert. Weder diese Richtlinien noch der Tagesbedarf an Nährstoffen, der auf Nahrungsmitteln vermerkt ist, sind "Mindestmaß" oder
"unbedingt erforderlich". Diese Werte sind bewußt über dem tatsä;chlichen Bedarf der meisten Menschen angesetzt. Warum
Quacksalber behaupten, die Richtlinien lägen unter dem Bedarf, ist offensichtlich: wenn sie die Menschen davon überzeugen, daß sie
mehr brauchen, als sie durch gewöhnliche Ernährung zu sich nehmen können, sind sie eher dazu bereit, Nahrungsergänzungsmittel zu
kaufen.
11. Sie behaupten, daß der Nährstoffbedarf in Streßsituationen und bei gewissen Krankheiten höher ist.
Viele Hersteller von Vitaminpräparaten werben damit, daß "Streß ihrem Körper Vitamine entzieht". Eine Firma erklärt: "Bei Rauchen,
Diät oder Krankheit besteht dieGefahr, daß der Körper zuviele Vitamine verliert". Eine andere Firma warnt, daß "Streß die körpereigenen
Vorrätean wasserlöslichen Vitaminen erschöpft, ... und diese deshalb täglich zugeführt werden müssen". Von anderen Produkten wird
gesagt, daß sie "den erhöhten Bedarf von Sportlern" decken.
Es ist zwar wahr, daß der Vitaminbedarf unter Streß und bei bestimmten Krankheiten etwas höher sein kann, aber diese Art von
Werbung ist glatter Betrug. Der Durchschnittsamerikaner - gestreßt oder nicht gestreßt - ist in keiner Weise von Vitaminmangel
bedroht. Der erhöhte Bedarf, auf den sich die Werbung von Quacksalbern bezieht, ist nicht so hoch, daß er nicht durch vernünftige
Ernährung gedeckt werden könnte. Jemand, der wirklichaufgrund einer Krankheit von Mangelerscheinungen bedroht ist, wäre sehr krank
und müßte ärztlich behandelt werden, wahrscheinlich im Krankenhaus. Die Werbung zielt jedoch auf den Durchschnittsamerikaner ab, der
ganz bestimmt keine zusätzlichen Vitamine braucht, um eine gewöhnliche Erkältung, eine Runde Golf oder einen Sprint um den
Häuserblock zu überstehen! Sportler decken ihren erhö;hten Vitaminbedarf mehr als ausreichend durch eine ihrem Kalorienbedarf
entsprechende Ernährung.
Viele Vitaminpillen-Verkäufer weisen darauf hin, daß Raucher besonders viel Vitamin C benötigen. Obwohl der Gehalt dieses Vitamins
im Blut der nordamerikanischen Raucher tatsächlich etwas niedriger ist, liegt er noch weit über der Grenze einer Mangelerscheinung.
Das Zigarettenrauchen ist die in Amerika häufigstedurch Selbstdisziplin vermeidbare Todesursache. Anstatt sich durch die Einnahme
von Vitamin C zu beruhigen, sollten Raucher, die um ihre Gesundheit besorgt sind, das Rauchen aufgeben. Behauptungen wie
"Anti-Streß-Vitamine helfen bei psychischem Streß" sind ebenfalls Betrug.
12. Sie empfehlen "Nahrungsergänzungsmittel"und "gesunde Nahrungsmittel" für jedermann.
Ernährungs-Quacksalber setzen gewöhnliche Nahrungsmittel herab und spotten über die für eine vernünftige Ernährung empfohlenen
Richtlinien. Vielleicht verschweigen sie dabei, daß sie mit solchen Äußerungen ihren Lebensunterhalt verdienen - durch Eintrittsgelder,
Produktkennzeichnung, den Verkauf von Schriften oder finanzielle Beteiligung an Vitaminherstellerfirmen, Bioläden und Reformhäusern
oder biologischen landwirtschaftlichen Betrieben.
Der Ausdruck "gesunde Nahrungsmittel" ist schon an sich trügerisch. Bei der Beurteilung einzelner Nahrungsmittel muß; man
berücksichtigen, welche Rolle sie für die ausgewogene Ernährung einer bestimmten Person spielen. Jedes Nahrungsmittel ist inMaßen
genossen gesund, und ebenso ist jedes Nahrungsmittel im übermaß ungesund. Haben sie jemals daran gezweifelt, daß ihrGemüsehändler
um die Ecke, ihr Obsthänder, Fleischer oderSupermarkt gesunde Nahrungsmittel verkauft? Natürlich tut er das - und er verlangt in der
Regel weniger dafür, als Geschäfte, die dies als Aushängeschild verwenden.
Übrigens, haben sie sich schon einmal gefragt, warum diejenigen, die "gesunde Nahrungsmittel" zu sich nehmen trotzdem denken, sie
müßten jede Menge Vitaminpräparate schlucken? Oder warum so viele Kunden von Bioläden und Reformhäusern über eine schwache
Gesundheit klagen?
13. Sie behaupten, daß "natürliche Vitamine" besser sind als "synthetische".
Diese Behauptung ist ganz einfach eine Lüge. Jedes Vitamin ist eine zu einem Molekül verbundene Kette von Atomen. Moleküle, die in
der "Fabrik" der Natur hergestellt werden, sind mit denen, die in den Fabriken der chemischen Industrie hergestellt werden, vollkommen
identisch. Macht es denn Sinn, für aus Nahrungsmitteln gewonnene Vitamine extra zu bezahlen, wenn man die nötigen Vitamine mit den
Nahrungsmitteln selbst aufnehmen kann?
14. Sie behaupten, mit Hilfe eines Fragebogens feststellen zu können, ob sie Nahrungsergänzungsmittel benötigen.
Diese Aufgabe kann kein Fragebogen erfüllen. Ein paar Unternehmen haben per Computer umfangreiche Fragebögen ausgearbeitet, die
Fragen über Symptome beinhalten, die auf Vitaminmangel hinweisen können. Solche Symptome treten jedoch meist in Zusammenhängen
in Erscheinung, die mit der Ernährung nichts zu tun haben. Selbst wenn tatsächlich ein Mangel besteht, reichen solche Tests nicht aus,
um die Ursache herauszufinden und die geeignete Gegenmaß;nahme zu ermitteln. Dazu sind physische Untersuchung und
entsprechendeLabortests notwendig. Viele seiöse Ernährungswissenschaftler ermitteln die für einen Klienten passende Diät mit Hilfe
des Computers. Das Ziel ist hierbei jedoch, Empfehlungen für eine Diätzu geben, wie z.B. weniger Fett oder mehr Ballaststoffe zu sich
zu nehmen. Nahrungsergänzunsmittel sind nur selten sinnvoll, es sei denn derBetroffene ist nicht dazu in der Lage (oder nicht willens),
eine entsprechende Diät einzuhalten.
Hüten sie sich auch vor Fragebögen, die vorgeben zu ermitteln, ob sie Nahrungsergänzungsmittel brauchen, um "Nährstoffmangel" oder
"Unzulänglichkeiten in der Ernährung" auszugleichen. Derartige Fragebögen sind so gestaltet, daß jedem, der sich einem solchen Test
unterzieht, ein Mangel bescheinigt wird.Seriöse Analysen vergleichen den individuellen täglichen Nahrungsmittelkonsum mit der
empfohlenen Menge der verschiedenen Nährstoffgruppen. Die gesündeste und beste Methode, die Nährstoffversorgung zu sichern, ist
die Einnahme von Nahrungsmitteln, und nicht von Pillen. Selbst wenn eine Ernährungsweise mangelhaft ist, ist es vernünftiger, die
Ernährung umzustellen, als Pillen zu schlucken.
15. Sie behaupten, daß abnehmen leicht ist.
Ernährungs-Quacksalber wollen sie glauben machen, daß sie durch spezielle Pillen oder speziell zusammengestellte Ernährung
"mühelos" abnehmen können. Die einzige Möglichkeit, Gewicht zu verlieren, besteht jedoch darin, weniger Kalorien zu sich zu nehmen,
als der Körper verbrennt. Das erfordert viel Selbstdisziplin: weniger essen, sich mehr bewegen, oder im Idealfall beides. Ein Pfund
Körpergewicht enthält ca. 3.500 Kalorien. Um ein Pfund pro Woche zu verlieren (ein Maß, das gewährleistet, daß; nicht nur Wasser
reduziert wird), muß man täglich ca. 500 Kalorien weniger zu sich nehmen, als der Körper verbraucht. Die vernünftigste Diät zur
Gewichtsabnahme ist eine ausgewogene Zusammenstellung von Kohlehydraten, Fett und Proteinen. Die meisten Modediäten bewirken
eine vorübergehende Gewichtsabnahme aufgrund von Kalorienreduzierung. Sie sind jedoch ausnahmslos zu eintönig und oft auch
zugefährlich, um sie über längere Zeit einzuhalten. Solange Eß- und Bewegungsgewohnheiten nicht verändert werden, wird das durch
eine Diät verlorene Gewicht schnell wieder erreicht sein.
Die Bezeichnung "Zellulitis" wird manchmal gebraucht, um die Fettgrübchen an den Hüften und Oberschenkeln vieler Frauen zu
beschreiben. Obwohl es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür gibt, gilt Zellulitis als eine spezielle Art von Fett, die gegen Diät und
Bewegung resistent ist. Zu den todsicheren Mitteln gegen Zellulitis zählen Cremes (um sie "aufzulösen"), Bürsten, Rollen,
Luffaschwämme, Gummihosen und Vitamin-Mineralstoffpräparate mit oder ohne Kräuter. Die Preise für die verschiedenen
Behandlungsmethoden reichen von ein paar Dollar für ein Fläschchen Vitamine bis zu einigen Hundert Dollar für Salons, die
Wärmebehandlung, Massage, Enzyminjektionen und/oder Behandlung mit diversen Gerätenanbieten. Die simple Wahrheit über
"Zellulitis" ist die, daß sie aus gewöhnlichem Fett besteht, das man nur durch allgemeine Einschränkung der Lebensweise loswerden
kann.
16. Sie versprechen schnelle, drastische und wundersame Erfolge.
Solche Versprechungen werden oft nur angedeutet oder in schwammigen Formulierungen verpackt, so daß sie die Illusion eines
Versprechens erzeugen; auf diese Weise können die Urheber leugnen, überhaupt irgendwelche Versprechungen abgegeben zu haben,
wenn Beamte von Kontrollbehörden bei ihnen auftauchen. Falsche Heilungsversprechen sind die unmoralischste Quacksalber-Taktik. Es
scheint sie nicht im geringsten zu interessieren, wieviele Menschen sie finanziell oderpsychisch ruinieren - durch die Vorfreude auf das
erwartete Glück und die anschließende tiefe Depression, wenn die "Behandlung" versagt. Quacksalber zählen - während sie ihre
Bankkonten füllen- auch nicht die Menschen, die sie von wirkungsvoller medizinischer Behandlung abbringen und in Behinderung oder
Tod führen.
Quacksalber erzählen ihnen vielleicht, daß; "Megavitamine" (hohe Dosen von Vitaminen) viele verschiedene Leiden verhindern oder
heilen können, v.a. psychische. Sie verschweigen dabei allerdings, daß der "Beweis", der solche Behauptungen stützt, unzuverlässig ist,
weil er auf unzureichenden Untersuchungen, Anekdoten oder Erfahrungsberichten basiert. Quacksalber verschweigen auch, daß; extrem
hohe Dosen schädlich sein können. "Megavitamin-Therapie" ist Ernährungs-Roulette, bei dem nur die Bank gewinnt.
17. Der Verkauf von Vitaminen und "Nahrungsergänzungsmitteln" ist ein fester Bestandteil ihrer Behandlung.
Vitamine sind zwar sinnvolle Hilfsmittel bei derTherapie diverser Gesundheitsprobleme, die Anzahl derartiger Leiden ist jedoch sehr
gering. Praktizierende, die Nahrungsergänzungsmittel verkaufen, empfehlen diese ausnahmslos falsch. Darüber hinaus sind ihre Produkte
wesentlich teurer als entsprechende in Drogerien, oder sogar in Bioläden und Reformhäusern. Sie sollten auch Zeitschriften oder
Rundschreiben, deren Herausgeber mit Vitaminpräparaten handeln, ignorieren.
18. Ihre angedeuteten Versprechungen sind in pseudomedizinischer Sprache verpackt.
Manche Quacksalber versprechen nicht, ihre Krankheit zu heilen, sondern ihren Körper zu "entgiften", zu "reinigen" oder "wieder in
Schwung zu bringen", ihren Körper "ins chemische Gleichgewicht" oder "in Harmonie mit der Natur zu bringen", ihr Immunsystem
"anzuregen" oder zu "stärken", verschiedene Organe ihres Körperszu "unterstützen" oder zu "verjüngen", oder die Selbstheilungskraft
ihres Körpers anzuregen. Natürlich erläutern sie nie, wie ein solcher Prozeß vor sich geht, oder präsentieren glaubwürdige
Vorher-Nachher Vergleiche. Solche Formulierungen dienen zwei Zwecken: Erstens, da es unmöglich ist, diese Vorgänge zu überprüfen,
kann es schwierig sein, ihre Nutzlosigkeit zu beweisen.Zudem ist der Gebrauch von nichtmedizinischer Terminologie für einen
Quacksalber, der kein Arzt ist, ein Schutz vor Verfolgung wegen Praktizierens ohne ärztliche Zulassung - auch wenn dies nicht so sein
sollte.
Manche "Entgiftungs-" Theorien basieren auf der Vorstellung, daß Darmträgheit dazu führt, daß der Darminhalt sich zersetzt und sich
dabei Giftstoffe bilden und vom Körper aufgenommen werden, die eine chronische Vergiftung des Körpers zur Folge haben. Diese
"Autointoxikations-" Theorie war um die Jahrhundertwende populär, wurde aber in den 30er Jahren von der Wissenschaftlergemeinschaft
verworfen. Keiner von diesen "Giftstoffen" wurde jemals nachgewiesen, und sorgfältige Beobachtungen haben gezeigt, daß die Vorgänge
im Darm bei gesunden Menschen sehr verschieden sein können. Quacksalber vertreten auch die Theorie, daß sich Fäkalmaterial auf der
Darmschleimhaut ansammelt und Beschwerden verursacht, wenn esnicht durch Abführmittel, Darmspülung, spezielle Ernährung und/oder
diverse den Körper reinigende Kräuter oder Nahrungsergänzungsmittel entfernt wird. Daß diese Annahme falsch ist, ist für jeden Arzt,
der chirurgische Eingriffe am Darm vornimmt oder den Dickdarm mit speziellen Instrumenten gründlich untersucht, klar.Fäkalmaterial
setzt sich nicht an der Darmschleimhaut fest. Bei Darmspülungen wird ein Schlauch 30 cm weit oder mehr in den Mastdarm eingeführt,
dann werden bis zu 80 l warmen Wassers rein- und rausgepumpt. Diese Art von Einlauf hat nicht nur keinen therapeutischen Wert,
sondern kann auch zu fatalem Elektrolyt-Ungleichgewicht führen. Es sind Fälle bekannt, in denen Patienten durch Darmperforation oder
Infektionen (durch verunreinigte Geräte) zu Tode gekommen sind.
19. Sie stützen ihre Behauptungen durch Anekdoten und Erfahrungsberichte.
Wir neigen alle dazu, die persönlichen Erfahrungen anderer zu glauben. Manchmal ist es jedoch schwer, zwischen Ursache-Wirkung und
Zufall zu unterscheiden. Seien sie kritisch, wenn ihnen jemand erzählt, daß das Produkt X ihn von Krebs, Arthrose oder welcher
Krankheit auch immer geheilt hat. Vielleicht hatte der Betroffene diese Krankheit gar nicht. Und wenn er sie hatte, dann wäre er
höchstwahrscheinlich auch ohne das Produkt X gesund geworden. Die meisteneinmalig auftretenden, nicht chronischen Krankheiten
vergehen im Laufe der Zeit von selbst, und die meisten chronischen Krankheiten weisen symptomfreie Phasen auf. Das Aufstellen
medizinischer Grundsätze erfordertsorgfältige und wiederholte Untersuchungen mittels gut durchdachterExperimente, und nicht
Beobachtungen von Zufällen, die als Ursache und Wirkung fehlinterpretiert werden. Aus diesem Grund sind Erfahrungsberichte als
Belege in wissenschaftlichen Aufsätzen verboten, vor Gericht meist nicht zulässig und nicht geeignet um festzustellen, ob ein
Medikament für den Markt freigegeben werden sollte. (Stellen sie sich vor was passieren würde, wenn die amerikanische
Bundesbehördefür die Zulassung von Medikamenten und Überwachung des Medikamentenmarktes FDA zu dem Schluß käme, daß
klinische Arzneimitteltests zu teuer sind und die Zulassung von Medikamenten deshalb vonErfahrungsberichten und Befragung einiger
weniger Patienten abhängig machen würde.)
Unterschätzen sie nie, wie sehr man Menschen mit nutzlosen Behandlungsmethoden täsuchen kann. In den frühen 40er Jahren ließen sich
Tausende von Menschen davon überzeugen, daß "Glyoxylid" Krebs heilen kann. Inzwischen haben Analysen ergeben, daß dieses Mittel
ganz einfach destilliertes Wasser war! Und lange Zeit vorher, als Arsen als "Tonikum" verwendet wurde, schwörten unzählige
Menschen auf seine Wirkung, obwohl sie sich langsam damit vergifteten.
Psychosomatische Symptome (körperliche Reaktionen auf psychische Anspannung) werden oft durch die Einnahme jedes beliebigen
Mittels mit der Vorstellung, daß es wirkt, gelindert. Müdigkeit und andere geringfügige Schmerzen und Beschwerden können durch
jedwedes enthusiastisch angepriesene Patentrezept beseitigt werden.Bei Problemen dieser Art verschreiben selbst Ärzte manchmal
Placebos. Ein Placebo ist eine Substanz, die auf die Beschwerden, gegen die sie eingenommen wird, keinerlei pharmazeutische Wirkung
hat, und verabreicht wird, um dem Patienten das befriedigende Gefühl zu geben, Medizin einzunehmen. Vitamine (wie z.B. B12) werden
für gewöhnlich auf diese Weise verwendet.
Placebos wirken durch Einbildung. Leider fallen manche Ärzte auf die Werbung herein oder lassen sich durch ihre eigenen Beobachtungen
verwirren und fangen an, "an Vitamine zu glauben", die zusätzlich zu den mit der Nahrung aufgenommenen verabreicht werden. Wer
diesen falschen Glauben teilt, verwechselt Zufall oder Placebo-Effekt mitUrsache und Wirkung. Die Anhänger der Homöopathie begehen
den gleichen Fehler.
20. Sie behaupten, daß Zucker ein tödliches Gift ist.
Viele Vitaminpillen-Verkäufer wollen uns glauben machen, daß Zucker "der Killer auf dem Frühstückstisch" sei, und machen ihn für
sämtliche Leiden, von Herzkrankheiten bis hin zu erhöhtem Zuckergehalt im Blut, verantwortlich. Tatsache ist jedoch, daß Zucker, in
Maßen genossen, als Teil einer vernünftigen, ausgewogenen Ernährung ein vollkommen ungefährlicher und schmackhafter
Kalorienlieferant ist. Wenn sie gänzlich auf Zucker verzichten würden, dann würde die Leber ihn aus Proteinen und Fett selbst bilden,
weil das Gehirn ihn braucht. Zucker spielt eine Rolle bei der Kariesbildung, hierbei kommt es jedoch nicht nur auf den Zuckergehalt in der
Nahrung an, sondern auch darauf, wie lange ein verdauliches Kohlehydrat mit den Zähnen in Berührung bleibt. Dies wiederum hängt von
solchen Faktoren ab wie der "Klebrigkeit" des Essens, der Art der Bakterien auf den Zähnen sowie der Mundhygiene.
21. Sie präsentieren Referenzen, die von seriösen Wissenschaftlern oder Ausbildern nicht anerkannt werden.
Das Rückgrat der pädagogischen Redlichkeit bildet in Amerika das System der Anerkennung von Zeugnissen und Zertifikaten von
Bildungseinrichtungen durch das US-Bildungsministerium oderdie Kommission für die Anerkennung von Hochschulabschlüssen.
"Zertifikate" von nicht anerkannten Schulen sind kaum das Papier wert, aufdem sie geschrieben sind. So etwas wie eine seriöse, nicht
arnerkannte Schule gibt es im Gesundheitsbereich nicht.
Leider ist ein anerkanntes Zertifikat keine Garantiefür Seriosität. Manche Schulen, die unwissenschaftliche Methoden unterrichten (wie
z.B. Chiropraktik, Naturheilkunde, Akupunktur und selbst quacksalberische Ernährungstheorien) sind anerkannt worden. Noch schlimmer
ist, daß ein kleiner Prozentsatz von Absolventen von Instituten mit gutem Ruf (wie z.B. Schulen für Medizin oder Zahnmedizin, oder
anerkannte Universitäten) der Wissenschaft den Rücken gekehrt haben.
Da Quacksalber außerhalb der Wissenschaftlergemeinschaft operieren, sind sie darum bemüht, ihre eigenen "Berufsverbände" zu
gründen. Um aufgenommen zu werden genügt es manchmal, eine Gebühr zu entrichten. Wir selbst und andere, die wir kennen, besitzen
kuriose "Mitglieds-" Zertifikate für Haustiere, fü;r die wir lediglich den Namen des Tieres, die Adresse und einen Scheck in Höhe von $
50 vorlegen mußten. Erliegen sie nicht dem Irrglauben, daß alle Gruppierungen mit wissenschaftlich klingenden Namen ehrenwert sind.
Forschen sie nach, ob deren Ansichten wissenschaftlich fundiert sind.
Manche Quacksalber preisen sich mit Superlativen wie"der weltbeste Ernährungsfachmann" oder "Amerikas führender Experte für
Ernährung" an. Es gibt kein Gesetz, um gegen diese Taktik vorzugehen, so wie es auch keines gibt, das es verbietet, sich als "den
besten Liebhaber der Welt" zu bezeichnen. Die Wissenschaftlergemeinschaft erkennt solche Titel allerdings nicht an.
22. Sie bieten an, die ernährungsbedingte Verfassung ihres Körpers durch einen Labortest oder einen Fragebogen
festzustellen.
Zahlreiche Vertreter der Nahrungsmittelindustrieund unwissenschaftlich Praktizierende machen von Tests gebrauch, die angeblich die
ernährungsbedingte Verfassung des Körpers ermitteln und - selbstverständlich - feststellen können, welche ihrer Produkte sie kaufen
sollten. Eine weit verbreitete Methode ist die Haaranalyse. Für $ 25 - 50 und eine Haarlocke erhalten sie einen umfangreichen
Computerausdruck mit Vitaminen und Mineralstoffen, die sie angeblich benötigen. Die Haaranalyse hat eine bestimmte Bedeutung (vor
allem in der Gerichtsmedizin) bei der Diagnose von Schwermetallvergiftungen, ist jedoch als Anzeiger für ernährungsbedingte
gesundheitliche Probleme wertlos. Wenn ihnen ein Haaranalyse-Labor Nahrungsergänzungsmittel empfiehlt, können sie davon
ausgehen, daß seine Computer darauf programmiert sind, diese jedermann zu empfehlen. Andere Tests, die darauf abzielen, ihnen
Nahrungsergänzungsmittel anzudrehen, umfassen die Analyse des Aminosäuregehalts im Urin, Muskeltests (angewandte Kinesiologie),
Iridologie, Blutgruppenzugehörigkeit, Fragebögen über "Nährstoffmangelerscheinungen" und "elektrodiagnostische" Geräte.
23. Sie behaupten, daß die orthodoxe Medizin sie verfolgt und ihre Methoden unterdrückt, weil sie der Wissenschaft
widersprechen.
Mit dieser "Verschwörungstheorie" zielen Quacksalber darauf ab, Sympathien zu gewinnen, indem sie sich als von der Gesellschaft
benachteiligt darstellen. Quacksalber pflegen zu behaupten, daß der amerikanische Ärzteverband gegen sie ist, weil ihre Therapien das
Einkommen der Ärzte, die ihre Patienten absichtlich nichtgesund werden lassen, schmälern würden. Fallen sie nicht auf solchen Unsinn
herein! Angesehene Ärzte geben sich alle Mühe. Darüber hinaus bekommen Ärzte, die mit Krankenversicherungen zusammenarbeiten
oder an Gemeinschaftspraxen beteiligt sind, Vollzeitunterricht geben oder im Staatsdienst angestellt sind sowieseo ein festes Gehalt,
egal ob ihre Patienten krank sind oder nicht. Die Patienten gesund werden zu lassen reduziert also nur ihre Arbeitslast, nicht aber ihr
Einkommen.
Quacksalber behaupten ebenfalls, daß zwischen ihnen selbst und "den Bürokraten", der organisierten Medizin oder den "etablierten
Strukturen" ein "Widerspruch der Fakten" besteht. Sie schreien nach medizinischer Überprüfung ihrer Behauptungen, ignorieren jedoch
jeden Beweis, der ihre Methoden widerlegt. Der Gesprächsaufhänger "glauben sie an Vitamine?" ist eine weitere Verwirrungstaktik.
Jedermann weiß, daß der menschliche Körper Vitamine benötigt. Die eigentliche Frage lautet, "brauchen sie über die in einer
ausgewogenen Ernährung enthaltenen Vitamine hinaus noch zusätzliche?" Für die meisten Menschen lautet die Antwort nein. Ernährung
ist eine Wissenschaft, keine Religion. Sie beruht auf nüchternen Tatsachen und ist keine Frage des Glaubens.
Ein Wissenschaftler, der ein Vitamin oder ein anderes Präparat entdecken würde, das Sterilität, Herzkrankheiten, Arthrose, Krebs oder
ähnliches heilt, würde damit ein Vermögen machen. Einem solchen Arzt würden die Patienten in Scharen zulaufen (wie sie es jetzt bei
denen tun, die fälschlicherweise behaupten, solche Leiden heilen zu können), und die Kollegen würden diesen Arzt mit Auszeichnungen
überhäufen - einschließlich dem Nobelpreis! Und, nicht zu vergessen, Ärzte werden ebenfalls krank. Glauben sie etwa, daß sich Ärzte
gegen Heilmethoden für Krankheiten, unter denen auch sie selbst und ihre Angehörigen leiden, verschwören würden? Als die
Kinderlähmung besiegt war, wurde die eiserne Lunge überflüssig, aber niemand stellte sich gegen diesen Fortschritt, weil er den
Krankenhäusern Veränderungen aufzwang. Und genausowenig würden Ärzte dem Krebs nachtrauern, wenn er besiegt wäre.
24. Sie warnen sie davor, ihrem Arzt zu vertrauen.
Quacksalber, die sie davon überzeugen wollen, ihnen Vertrauen zu schenken, reden ihnen ein, daß die meisten ärzte "Metzger" und
"Giftmischer" sind. Sie übertreiben die Unzulänglichkeiten unseres Gesundheitsfürsorgesystems, lassen aber ihre eigenen und die ihrer
Quacksalber-Kollegen vollkommen außer acht. Aus dem gleichen Grund behaupten Quacksalber, daß Ärzte vonErnährung keine Ahnung
haben. Das ist ebenfalls unwahr. Die Prinzipien der Ernährung sind Teil der Biochemie und Physiologie des Menschen, das sind Kurse,
die zum Pflichtprogramm jeder medizinischen Ausbildung gehören. Manche medizinischen Schulen bieten keinen separaten
"Ernährungs-" Kurs an, weil dieses Thema in seinen wesentlichen Zügen Bestandteil anderer Kurse ist. Die Bedeutung der Ernährung
fü;r Wachstum und Entwicklung gehört beispielsweise zur Kinderheilkunde, die Bedeutung der Ernährung für die Wundheilung wird in der
Chirurgie unterrichtet, und Ernährung in der Schwangerschaft ist durch die Geburtshilfe abgedeckt. Darüber hinaus bieten viele
medizinsiche Schulen Zusatzkurse über Ernährung an.
Die Ausbildung eines Arztes endet natürlich nicht an dem Tag, an dem er das Zertifikat der medizinischen Schule oder eines
Fortbildungskurses erhält. Der Beruf des Mediziners erfordert lebenslanges Lernen, und manche US-Staaten fordern regelmäßige
Fortbildung für die Verlängerung der Lizenz. Ärzte können sich auf dem Gebiet der Ernährung durch die Lektüre von Fachzeitschriften,
Lehrbüchern oder Gespräche mit Kollegen weiterbilden, und durch die Teilnahme an dementsprechenden Lehrgängen. Die meisten Ärzte
wissen, was Nährstoffe bewirken können und was nicht, und wissen zwischen einer wirklichen Neuentdeckung auf diesem Gebiet und
Quacksalber-Unsinn zu unterscheiden. Ärzte, die Fragen über Ernährungslehre (Ernährungspläne) nicht selbst beantworten können,
verweisen den Patienten an jemanden, der dazu in der Lage ist, für gewöhnlich an einen anerkannten Diätisten.
Wie alle Menschen machen auch Ärzte manchmal Fehler. Was Quacksalber zu bieten haben ist jedoch meistens wirkungslos und falsch.
25. Sie rufen ihre Patienten dazu auf, ihre Behandlungsmethoden politisch zu unterstützen.
Vor einem Jahrhundert, als die wissenschaftlicheVorgehensweise noch nicht allgemein akzeptiert war, war es schwer, die Brauchbarkeit
neuer Ideen festzustellen, deshalb wurden solche Ideen oft von der Medizinergemeinschaft abgelehnt, um später doch bestätigt zu
werden. Heutzutage werden effektive Behandlungsmethoden von Wissenschaftlern willkommen geheißen, ohne daß eine Gruppe von
Menschen für sie zu Felde ziehen müßte. Quacksalber bemühen sich um politische Unterstützung, weil sie die Wirksamkeit ihrer
Methoden nicht beweisen können. Stattdessen sind sie daran interessiert, ihre Behandlungsmethoden zu legalisieren und
Versicherungen dazu zu zwingen, für sie zu zahlen. Einer der sichersten Hinweise darauf, daß; eine Behandlungsmethode wirkungslos
ist, ist eine politische Kampagne für ihre Legalisierung.