Synergetik-Therapie


19.09.2006

Dank der freundlichen Erlaubnis des Autors, Dr. Michael Utsch, darf ich seinen Artikel über die "Synergetik-Therapie" hier wiedergeben.

Eine Kurzfassung des Artikels ist in der Web-Site der EZW (Evangelische Zentralstelle für Weltanschaungsfragen): http://www.ekd.de/ezw/42773.html

Der vollständige Artikel ist im Heft 4/2006 des "Materialdienst" der EZW, p141-143. Das Heft ist zum Preis von 2,50 Euro zuzüglich Porto erhältlich und in der Web-Site der EZW online bestellbar.

Aribert Deckers

(Hervorhebungen von mir, A.D.)

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Michael Utsch

Synergetik-Therapie

Selbstheilung durch Innenweltreisen?


Geschichte

Der Physik-Ingenieur und ehemalige BKA-Mitarbeiter Bernd Joschko, Jg. 1951, hat nach seinem Ausstieg aus der bürgerlichen Berufswelt eine beachtliche Karriere vorgelegt. Angeregt durch zahlreiche Erfahrungen in Selbsterfahrungsgruppen, mit der Osho-Bewegung und ganzheitlichen Therapiegruppen entwickelte er 1988 eine sog. Synergetik-Therapie. Seit 1992 bietet er Ausbildungen zum Synergetik-Therapeut/in an. Im Jahr 2001 kreierte er darüber hinaus den Beruf des/der "Synergetik Profilers/in".

Nach Joschkos Überzeugung entsteht eine Krankheit in der Regel aus fünf bis acht Faktoren. Dieses Profil in der Innenwelt des Klienten herauszufinden sei die Kunst des "Profilers". Hier soll in einer Art "Rasterfahndung" die Seele durchforstet werden, um die Krankheitsursachen aufzuspüren und aufzulösen. Ein Synergetik-Profiler unternimmt laut Prospekt eine "gezielte Hintergrundaufarbeitung von Krankheitsstrukturen in der Neurowelt".

Hierbei werden psychosomatische und neurobiologische Faktoren auf abenteuerliche Weise vermischt und beliebig verknüpft - mehr dazu später. Zum konkreten Vorgehen heißt es:

Joschkos Anspruch ist gewaltig: "Die Medizin der Zukunft wird synergetisch sein".
[Vgl. www.synergetik-therapie.de.]

Durch mehrere geschickte Gerichtsgutachten gelang es Joschko im letzten Jahr, sein Verfahren den Behandlungen durch Heilpraktiker und Psychotherapeuten gleichzustellen. Die Begründung: Seine Methoden setzten auf Selbsterkenntnis, Selbstveränderung und die darauf beruhende Selbstheilung und würden sich somit "von einer psychiatrischen, psychotherapeutischen oder von Heilpraktikern durchgeführten psychischen Behandlung nicht grundsätzlich, sondern nur graduell unterscheiden". Vorausgegangen waren Prozesse in Niedersachsen und Bayern, wo Synergetik-Therapeuten ihre Tätigkeit mit dem Verweis auf die fehlende Heilpraktikerzulassung zunächst verboten wurde.

Nachdem Joschko bei 130 Anwälten um Rechtsbeistand gebeten hatte, fand er schließlich einen Fachanwalt für Arbeitsrecht, der erfolgreich darstellen konnte, dass die Synergetik-Therapie keine Heilbehandlung ist - und dennoch mit Heilwirkungen werben darf.
[Vgl. http://www.heilpraktikergesetz.de/pressemitteilung-ovg.html]

Von diesen Erfolgen beflügelt, definierte Joschko im Herbst 2005 die neue Heilmethode "Bionisches Heilen". Mit diesem Verfahren soll eine gezielte Krankheitsauflösung in fast allen Fällen möglich sein - auch bei chronischen und bisher unbehandelbaren Krankheiten wie Krebs.

Darstellung

Die Synergetik-Therapie verbindet Elemente der Chaostheorie, einfache Entspannungsübungen unter Verwendung von Musik und Geräuschen mit Visualiserungs-Techniken und Denk-Strategien. Das Motto der Behandlung lautet "Selbstheilung durch Innenweltreisen". In geleiteten Phantasiereisen sollen innere Konflikte aufgespürt werden. In der Auseinanderstzung damit und "zur Unterstützung bzw. Provokation" kann der Synergetik-Therapeut auch selber eingreifen, um z.B. einen "inneren Helfer" auftauchen zu lassen. Durch diese "Konfrontation, die in manchen Fällen auch mit Hilfe eines Dhyandos (Schlagstock) erfolgt, lassen sich Symbolbilder (...) verändern." [Bernd Joschko, Synergetik-Therapie, in: Reiner Böning, Bernhard Nauwald (Hg.), Handbuch für ganzheitliche Therapie und Lebenshilfe, Gschwend 1999, 559]

Aus der Sicht ihrer Vertreter beruht die Synetetik-Therapie auf Prinzipien der Selbstorganisation. Als Grundlage dient die "Synergetik", d.h. die Lehre vom Zusammenwirken , die von dem Physiker und Mathematiker Hermann Haken begründet wurde. In Forschungen zum Laserlicht entdeckte Haken ein Selbstorganisationsprinzip, das er in mathematischen Formeln erfaßte. Mit seinem Konzept der Selbstorganisation will Haken das Zusammenwirken von Einzelteilen in den unterschiedlichsten komplexen Systemen mathematisch erklären. In einigen Bereichen der Astronomie und Gehirnforschung wurden Hakens Anregungen aufgenommen, ohne bisher nennenswerte Resultate hervorgebracht zu haben.

In Hinblick auf die Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentfaltung entwickelte Joschko daraus die sog. "Psychobionik" und das "bionische Heilen". In einer eigenwiligen Erklärungskombination von neuronaler Informationsverarbeitung und psyhologischen Spekulationen wird erwartet, dass durch diese Behandlungsform ein mentaler Selbstorganisationsprozess mit Selbstheilungseffekten einsetzt.

Nach eigenen Angaben absolvierten bisher über 400 Personen die Ausbildung in Joschkos Ausbildungsinstitut "Kamala" in der Rhön, das auch Lizenzen zur Eröffnung einer Praxis für Synergetik-Therapie ausstellt.
[Vgl. www.synergetik-therapie.de]

Die Wirkungsweise der Synergetik-Therapie erklärt Joschko wie folgt: Seelisches erleben wird im Gehirn in neuronalen "Energiebildern" abgespeichert. Alle Krankheiten "sind in den 'neuronalen Energiebildern' als 'innere Krankheitsstruktur' repäsentiert und auch dort aufzufinden. Sie sind daher in dieser Ebene vom Träger dieser Informationen selbst synergetisch abänderbar."
[Synergetisches Heilen, Nr. 4 (2004), 25]

Aufgabe des Therapeuten sei es lediglich, mit Hilfe von Tiefenentspannung Innenweltreisen anzuleiten, um es dem Patienten zu ermöglichen, falsche und kranke Muster zu identifizieren. Dadurch würden "automatisch" regenerative Selbstorganisationsprozesse in Gang gesetzt.

Kritik

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