Politik: angewandte Menschenverachtung


11.11.1999

Ein Hoffnungsschimmer?

Ein Hoffnungsschimmer? Auch zur Zeit des Gesundheitsministers Seehofer hatte man Hoffnung. Doch diese wurde durch das "Konsenspapier" ("Brief des Bundesministers für Gesundheit, Horst Seehofer MdB, vom 10. Juli 1997 an den Vorsitzenden der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Karl Horst Schirbort, sowie gemeinsames Konsenspapier zu Restaurationsmaterialien in der Zahnheilkunde") zerstört: Das Amalgam wurde nicht verboten, sondern indirekt weiterhin festgeschrieben!

Zu Beweiszwecken archivierte Kopie des "Konsenspapiers" sowie Original-URL des "Konsenspapiers"

 

Angeblich ist Gamma-2-Amalgam in Deutschland verboten. Dennoch gibt es heute sogar Kupferamalgam wie dieses :

Hintergrund ist die EU-Gesetzgebung, wonach Material, das in einem EU-Land zertifiziert ist, auch in Deutschland (oder anderen EU-Ländern) benutzt werden darf. Das ist schon keine Hintertür mehr, sondern ein weit offenes Tor, durch das giftiges Material in jeder Menge in Deutschland sogar in der Medizin ungehindert angewendet werden darf, ohne daß man die Täter juristisch zur Verantwortung ziehen kann.

Ein Skandal ohnegleichen!

Sehen wir uns das im Detail an. Im Konsenspapier stehen diese folgenschweren Sätze:

1. "Die Verantwortlichkeit für den Einsatz des jeweiligen Restaurationsmaterials liegt beim Zahnarzt vor."

Die Politik stiehlt sich aus der Verantwortung und schiebt alles dem behandelnden Zahnarzt zu - nicht nur die Verantwortung, sondern auch die Entscheidungsgewalt!

2. "Für die mit CE-Kennzeichnung versehenen Produkte nach dem Medizinproduktegesetz beschränkt sich die Zuständigkeit des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte auf die Erfassung. Auswertung und Bewertung von Risiken aus diesen Medizinprodukten."

Damit ist auch das "Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte" (BfArM) aus dem Schneider und frei von jeglicher Verantwortung.

3. "Der Einsatz von zugelassenen Arzneimitteln bzw. von mit CE-Kennzeichnung versehenen Medizinprodukten ist im Rahmen der zugelassenen Indikation bzw. angegebenen Zweckbestimmung Sache des behandelnden Zahnarztes."

Damit hat der behandelnde Arzt die volle Auswahl der CE-zertifizierten Produkte! Und damit darf er unbesorgt in Deutschland bislang verbotenes Material benutzen, denn das EU-Recht überwiegt nationales Recht.

4. "Die Standesorganisationen der Zahnärzte (BZÄK, KZBV) werden nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten ggf. mit Emfpehlungen oder ähnlichem die Zahnärzteschaft auf Punkte, die von den Zahnärzten bei der Behandlung besonders zu berücksichtigen sind und die Ausübung des Zahnarztberufes betreffen, hinweisen, wie z.B.
[...] Wahl des Materials (z.B. gamma-2-freies Amalgam)."

Die Standesorganisationen haben die angenehme Aufgabe, ebenfalls keine bindenden Regeln vorschreiben zu dürfen, denn das EU-Recht ist stärker...

Ein Skandal ohnegleichen.

Nun könnte man ja annehmen, daß die Zahnärzte verantwortungsbewußt handeln und trotz EU-Zertifizierung Material wie Gamma-2-Amalgam nicht benutzen. Weit gefehlt! Nicht nur, daß Gamma-2-Amalgam wieder im Gebrauch ist, nein, auch bislang geltende Regeln der Kunst ("lege artis") werden plötzlich ausgehebelt und mit dem Hinweis auf das Konsenspapier vom Tisch gewischt.

Seit den 60-er Jahren wurde es als Kunstfehler betrachtet, Amalgam- und Edelmetallfüllungen nebeneinander zu plazieren. Mit dem Konsenspapier jedoch erdreisten sich gewisse Ärzte jedoch, sogar in aller Öffentlichkeit, diese Regel für null und nicht zu erklären..!

Ein Skandal ohnegleichen.


22.6.1999

Ärzte - und besonders Ärztefunktionäre - haben eine geradezu perverse Neigung, sich in Inkompetenz gegenseitig übertreffen zu wollen. Wenn sich diese Inkompetenz auf Dinge wie Golfspielen beschränken würde, könnte man als Patient dezent zur Seite sehen. Jedoch üben sich die Ärzte nicht in ihren Fähigkeiten, sondern gerade in ihren Unfähigkeiten - ausgerechnet in der Medizin -- zum Schaden der Kranken.

Ein Beispiel für derartige Berufs- und Gesundheitsinkompatibilität ist diese Web-Seite: http://www.bzaek.de/wichtig/facharti/fach001.htm * Bundeszahnärztekammer: "Wichtiges im Original"

Was der Autor, ein gewisser Professor Dr. Dr. Dres.h.c. Heinz Häfner, vom "Zentralinstitut für Seelische Gesundheit", Mannheim, da zum Schlechtesten gibt, spottet jeder Beschreibung - und widerspricht wissenschaftlichen Studienergebnissen, zu denen sich selbst das Bundesgesundheitsministerium hat bekennen müssen, und dies nicht erst jetzt, sondern schon vor Jahren!

Zu Beweiszwecken archivierte Kopie der Web-Seite, sowie detaillierte Kritik

 


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