01.08.2005
Bremerhaven, 1.8.2005
Sehr geehrte Frau Wöhrl,
ich freue mich, von Ihnen zu lesen. Besonders Ihre "wöhrls words" in Ihrer Web-Site haben es mir angetan. Da finde ich kluge Sätze wie:
------------------------------------------------------------------------------- Mit 96,3% Zustimmung hat mich die Delegiertenversammlung in Nürnberg als Kandidatin für den Wahlkreis Nürnberg-Nord nominiert -------------------------------------------------------------------------------Na gut, das steht nicht da. Es SOLLTE da stehen. Lesen tue ich dies:
------------------------------------------------------------------------------- Mit 96,3% Zustimmung hat mich die Delegiertenversammlung in NA¬rnberg als Kandidatin fA¬r den Wahlkreis NA¬rnberg-Nord nominiert -------------------------------------------------------------------------------
Der Web-Designer ist sichtbar geprägt von PISA und der SPD-Bildungspolitik...
Aber alles kann man ja nicht selber machen. Man muß auch delegieren können. Es gibt wichtigere Dinge. Zum Beispiel die furchtbare Lage am Arbeitsmarkt:
------------------------------------------------------------------------------- Rot-GrA¬n hinterlAsst unserem Land damit nach sieben Regierungsjahren eine katastrophale Hypothek 28. Juli 2005 Dammbruch am Arbeitsmarkt setzt sich unvermindert fort Bundesregierung ist am Arbeitsmarkt vollkommen gescheitert Die Regierung ist am Arbeitsmarkt vollkommen gescheitert. Der zustAndige Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement hat versagt. Kein Versprechen und keine Prognose von Rot-GrA¬n ist eingetreten, alle haben sich als haltlose Luftbuchungen herausgestellt Zur VerAffentlichung der Arbeitslosenzahlen fA¬r den Juli 2005 durch die Bundesagentur fA¬r Arbeit erklArt der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ronald Pofalla MdB: Der Dammbruch am Arbeitsmarkt setzt sich mit unverminderter Wucht fort. Diese Bundesregierung ist am Arbeitsmarkt vollkommen gescheitert. Der zustAndige Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement hat versagt. Kein Versprechen und keine Prognose von Rot-GrA¬n ist eingetreten, alle haben sich als haltlose Luftbuchungen herausgestellt. Seit vier Jahren geht die Zahl der sozialversicherungspflichtigen ArbeitsplAtze dramatisch zurA¬ck. Allein in den vergangenen zwAlf Monaten gab es ein Minus von A¬ber 350.000. Seit VerkA¬ndung der Hartz-Gesetze sind sogar 1,5 Millionen regulAre Jobs weg gebrochen. Einen solchen Aderlass hat es am deutschen Arbeitsmarkt seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht gegeben. Gleichzeitig erleben wir die hAchste Sommerarbeitslosigkeit seit 60 Jahren. In keinem Juli seit 1945 gab es so viele Arbeitslose auf den deutschen Strassen. Rot-GrA¬n hinterlAsst unserem Land damit nach sieben Regierungsjahren eine katastrophale Hypothek. Wenn es nicht gelingt, eine Kehrtwende am Arbeitsmarkt zu schaffen, sind Rente, Gesundheit und unser gesamtes Sozialsystem in Gefahr. Die Erosion am Arbeitsmarkt gefAhrdet das Fundament unserer Gesellschaft. Wir brauchen daher eine Politik, die die erforderlichen VerAnderungen mit Kompetenz und Entschlossenheit anpackt und durchsetzt. Dabei dA¬rfen die einzelnen MaAŸnahmen der Union nicht isoliert, sondern es muss der Gesamt-Mix betrachtet werden. Steuerreform, GesundheitsprAmie, Senkung der Lohnzusatzkosten und weniger BA¬rokratie greifen ineinander und fA¬hren dazu, dass sich die RAder der Sozialen Marktwirtschaft nicht weiter blockieren, sondern zu mehr Wachstum, mehr Dynamik und mehr Schwung am Arbeitsmarkt fA¬hren. Die Union ist damit gut gerA¬stet fA¬r den Wechsel zum Besseren. Es ist hAchste Zeit, das Ruder herumzuwerfen. Weiterführende Links: Kampeter: NA¬rnberg plA¬ndert Berlin WAhrl: Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt endlich wieder eine Chance geben -------------------------------------------------------------------------------
Ein kluger Kopf, der das geschrieben hat. Es sind keine "Lohnnebenkosten", es sind "Lohnzusatzkosten". Man muß die Dinge beim richtigen Namen nennen, damit fängt es doch schon an. So wird Politik gemacht!
Dann wird auch etwas daraus. Das sieht man an Ihrer Biographie:
------------------------------------------------------------------------------- Dagmar WAhrl MdB Wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Deutschen Bundestag Geboren am 5. Mai 1954 in Stein bei NA¬rnberg; evangelisch; verheiratet, zwei SAhne. 1973 Abitur am Sigena-Gymnasium. Studium der Rechtswissenschaften an der Friedrich-Alexander-UniversitAt Erlangen-NA¬rnberg, groAŸes jur. Staatsexamen 1987. Seit 1987 RechtsanwAltin und Unternehmerin. Stv. Bezirksvorsitzende des CSU-Bezirksverbands NA¬rnberg FA¬rth Schwabach, 1990 bis 1994 StadtrAtin, wohnungspolitische Sprecherin, Schwerpunkte: Wirtschaft, Recht, Stadtplanung und Stadtentwicklung. In der 14. WP wirtschaftspolitische Sprecherin und Vorsitzende des Arbeitskreises Wirtschaft und Technologie der CSU-Landesgruppe. PrAsidiumsmitglied der CSU, stellv. Landesvorsitzende der CSU-Mittelstandsunion, PrAsidentin des Tierschutzvereins NA¬rnberg-FA¬rth, Kuratoriumsmitglied Bayerische Aids-Stiftung, stellv. Vorsitzende der Schwesternschaft NA¬rnberg d. BRK e.V. Seit Okt. 2002 wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Mitglied des Bundestages seit 1994. Mitgliedschaft in Gremien Ordentliches Mitglied Ausschuss fA¬r Wirtschaft und Arbeit Unterausschuss ERP-WirtschaftsplAne Stellvertretendes Mitglied Finanzausschuss Stellv. Vorsitzende des ERP-Unterausschusses -------------------------------------------------------------------------------
Daß Sie evangelisch sind, sehen die Bayern Ihnen großzügig nach. Wir sind ja nicht so... Wir achten auf Leistung, und die honorieren wir auch. Als Frau wird man schließlich nicht ganz so einfach die "Wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Deutschen Bundestag".
Dahinter steht Wissen, dahinter steht Engagement, vor allem auch soziales: "Präsidentin des Tierschutzvereins Nürnberg-Fürth, Kuratoriumsmitglied Bayerische Aids-Stiftung, stellv. Vorsitzende der Schwesternschaft Nürnberg d. BRK e.V.".
In Ihrem "Steckbrief" kommt das gut durch. Ich finde da so wichtige Punkte wie
------------------------------------------------------------------------------- Steckbrief Was regt Sie auf? - Unehrlichkeit, Unzuverlässigkeit, Neid, Missgunst Was ist Ihre Stärke? - Durchsetzungskraft, Entschlussfreude, Ausdauer, Gradlinigkeit (sagen meine Freunde). Ohne was kommt ein Politiker nicht aus? - Durchsetzungskraft, Entschlussfreude, Ausdauer, Gradlinigkeit Wo liegen Ihre Fehler? - Manchmal erwarte und fordere ich zuviel, bin zu kritisch und zu genau. Das Wichtigste in der Politik? - Eine Politik für die Menschen machen, nicht eine für die Wähler... -------------------------------------------------------------------------------
Die Schwesterparteien CDU und CSU haben das "C" in ihrem Namen, das CHRISTLICHE ELEMENT, und die CSU das SOZIALE.
Das prägt und das macht diese Parteien so menschlich und ihre Politiker so nah.
Für CDU und CSU steht die Familie als Zentrum des Lebens im Mittelpunkt. Die Familie muß geschützt werden. Dafür steht der Staat ein und dafür stehen die Politiker der CDU und CSU ein.
Eine starke Justiz ist das Rückgrat des Staates. Auch das ist eine Grundlage von CDU/CSU. Gegen Verbrechen muß hart durchgegriffen werden, besonders wenn sie die Schwachen im Staat treffen und wenn sie die Familie, die Keimzelle des Staates, treffen.
Leider gibt es in unserem Staat Dinge wie diese:
------------------------------------------------------------------------------- Erfahrungsbericht: Hepatitis C Bei meinem Vater konnte nach drei Monaten Trinkkur von Aloe Vera Saft (ca. 80 ml/Tag) eine chronische Hepatitis C völlig ausgeheilt werden.
-------------------------------------------------------------------------------
Das ist gesundheitsbezogene Werbung. Frau Wöhrl, Sie als engagierte Fachfrau kennen die Sterberate von Hepatitis C und wissen, daß da (siehe Beispiel) Schwerstkranke und Totkranke betrogen werden.
In anderen Fällen sind Krebskranke die Opfer. Aber nicht nur das! Die Verkäufer sind auch noch in der eigenen Familie. Nicht einmal vor der eigenen Familie macht dieses Verbrechen Halt. Sogar Handbücher gibt es, wie man selbst die allerengsten Familienmitglieder "wertfrei" auf ihre Ausbeutbarkeit untersucht. Ich zitiere aus einem dieser Handbücher, geschrieben von einer Führungskraft einer anderen Firma:
------------------------------------------------------------------------------- Die Namensliste [...] Der erfolgreichste und einfachste Weg ist der "Warme Markt-! Diese Menschen kennen Sie gut und sind vertraut. [...] Absolut WICHTIG: Vereinen Sie WERTFREI Ihr gesamtes Umfeld auf einer Namensliste und qualifizieren diese laut vorgegebenen Kriterien. Denken Sie bitte nicht darüber nach, wie diese Menschen Sie ansehen und über Sie denken,... [...] Die drei Märkte: 1. Warmer Markt = Verwandte + Freunde (bester Markt) 2. Lauwarmer Markt = Arbeitskollegen + Bekannte 3. Kalter Markt = Menschen die Sie noch nicht kennen -------------------------------------------------------------------------------
Zu den Schwachen im Staat gehören auch die Arbeitslosen. Arbeitslose werden gelockt mit Arbeitsangeboten, die gar keine sind. Oder mit Angeboten, die darauf hinauslaufen, mit gesundheitsbezogener Werbung im engsten Umfeld die eigene Familie und Freunde zu plündern - siehe meine beiden Beispiele.
Frau Wöhrl, Sie als Fachfrau kennen diese Dinge natürlich. Sie wissen selbstverständlich, daß es in Berlin das LKA 327 gibt gegen Wirtschaftskriminalität. Daß Ihre Heimat, Bayern, keine solche Spezialabteilung der Polizei hat, wundert mich allerdings. In Bayern gibt es diese Art Kriminalität nämlich auch... Aber ich bin mir sicher, daß Sie daran arbeiten, hier die Justiz voranzubringen. Wir wollen dabei nicht vergessen, daß dies Arbeitsplätze schafft - in der Justiz. Und das ist gut so!
Organisierte Kriminalität ist eine ernste Gefahr für den Staat und für den Einzelnen in diesem Staat. Organisierte Kriminalität muß bekämpft werden. Niemand weiß das besser als ein engagierter Rechtsanwalt und Anwalt der Schwachen wie Sie.
Deswegen freue ich mich über Ihre Aphorismen, die "wöhrls words", wovon einer lautet:
Als so ein "eigenes Beispiel", Frau Wöhrl, sehe ich diese Meldung - sie ist von heute, vom 1.8.2005 [2] :
------------------------------------------------------------------------------- Dagmar Wöhrl [...] am 01.08.2005 [...] "Der Ansatz dieser Brancheninitiative ist vorbildlich und unterstützenswert. Dass 100.000 Menschen bei ihrem Weg aus der Arbeitslosigkeit in die Selbständigkeit unterstützt werden, begrüße ich außerordentlich. Hier wird der richtige Weg aufgezeigt. Eigeninitiative ist nötig, um der Arbeitslosigkeit entkommen zu können. Für besonders neuartig und wichtig halte ich die Tatsache, dass sich "100.000 Jobs für Deutschland" unter anderem auch an Frauen mit Kindern und die Generation 50 plus wendet. Diese beiden Gruppen geraten leider viel zu oft in das Schicksal der Arbeitslosigkeit. Diese außerstaatliche Initiative beweist für mich, dass viele Menschen in unserem Land bereit sind, die Verantwortung für eine selbständige Tätigkeit auf sich zu nehmen. Sie bekommen unsere volle Unterstützung!" -------------------------------------------------------------------------------
Sie als "Wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Deutschen Bundestag" sind selbstverständlich über Fakten und Hintergründe dieser Aktion voll informiert. Denn, wie Sie selbst schreiben:
Und niemals würde es Ihnen in den Sinn kommen, eine Sache zu unterstützen, die den Schwachen im Staat schadet: den Arbeitslosen, den Kranken oder den Familien. Das würden Sie niemals tun, denn das widerspricht Ihrem innersten christlichen Anliegen.
Es gibt da nun einen Punkt, bei dem Sie vielleicht ein bißchen zur Aufklärung beitragen können, als Rechtsanwältin, als Wirtschaftsexpertin und als Christin in der CSU. Dieses Beispiel, das ich bereits genannt habe:
------------------------------------------------------------------------------- Erfahrungsbericht: Hepatitis C Bei meinem Vater konnte nach drei Monaten Trinkkur von Aloe Vera Saft (ca. 80 ml/Tag) eine chronische Hepatitis C völlig ausgeheilt werden.
-------------------------------------------------------------------------------
dieses Beispiel stammt aus einer öffentlichen Web-Site einer Firma in Deutschland. Diese Firma ist einer der Auftraggeber jener Aktion, der Sie angeblich Ihre "volle Unterstützung!" zugesagt haben. Auch die Vertriebsstrukturen anderer Auftraggeber sind mit gesundheitsbezogener Werbung aufgefallen. Außerdem ist herausgekommen, daß diese Auftraggeber und diese Aktion gar keine 100.000 Jobs bieten können... [3]
Ich bin mir sicher, daß Sie als erfolgreiche Politikerin, noch dazu einer Partei, die für die christlichen Werte nicht nur mit dem Mund, sondern auch mit entschlossenem Handeln eintritt, niemals eine solche Aktion unterstützen würden. Da muß Ihnen jemand einen Streich gespielt haben. Anders kann ich mir nicht erklären, daß da Ihr Name genannt wird - und dann auch noch in einem Atemzug mit Ihrem Erzfeind Gerhard Schröder, dem nachgesagt wird, er sei Bundeskanzler und er sei bei der SPD.
Wie Sie richtig sagen:
Mit freundlichem Gruß
Aribert Deckers
Anmerkungen
[1] http://www.dagmar-woehrl.de/index_woehrl.aspx?navid=150&template=31&detailid=2&owner=36 [2] http://www.network-karriere.de/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=2132&mode=thread&order=0&thold=0 [3] [ Die "100.000-Jobs"-Aktion im freien Fall ]
Jegliche Weiterverwendung der Texte von "Wehrhafte Medizin!" ist verboten.
Verlage dürfen sich wegen der Nachdruckrechte per Email an mich wenden.
Aribert Deckers