Offener Brief an Dagmar Wöhrl


01.08.2005

Bremerhaven, 1.8.2005

Sehr geehrte Frau Wöhrl,

ich freue mich, von Ihnen zu lesen. Besonders Ihre "wöhrls words" in Ihrer Web-Site haben es mir angetan. Da finde ich kluge Sätze wie:

In Ihrer Homepage http://www.dagmar-woehrl.de begrüßt mich eine sonst nur aus dem Ostblock bekannte Prozentzahl: Na gut, das steht nicht da. Es SOLLTE da stehen. Lesen tue ich dies:

Der Web-Designer ist sichtbar geprägt von PISA und der SPD-Bildungspolitik...

Aber alles kann man ja nicht selber machen. Man muß auch delegieren können. Es gibt wichtigere Dinge. Zum Beispiel die furchtbare Lage am Arbeitsmarkt:

Ein kluger Kopf, der das geschrieben hat. Es sind keine "Lohnnebenkosten", es sind "Lohnzusatzkosten". Man muß die Dinge beim richtigen Namen nennen, damit fängt es doch schon an. So wird Politik gemacht!

Dann wird auch etwas daraus. Das sieht man an Ihrer Biographie:

Daß Sie evangelisch sind, sehen die Bayern Ihnen großzügig nach. Wir sind ja nicht so... Wir achten auf Leistung, und die honorieren wir auch. Als Frau wird man schließlich nicht ganz so einfach die "Wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Deutschen Bundestag".

Dahinter steht Wissen, dahinter steht Engagement, vor allem auch soziales: "Präsidentin des Tierschutzvereins Nürnberg-Fürth, Kuratoriumsmitglied Bayerische Aids-Stiftung, stellv. Vorsitzende der Schwesternschaft Nürnberg d. BRK e.V.".

In Ihrem "Steckbrief" kommt das gut durch. Ich finde da so wichtige Punkte wie

Die Schwesterparteien CDU und CSU haben das "C" in ihrem Namen, das CHRISTLICHE ELEMENT, und die CSU das SOZIALE.

Das prägt und das macht diese Parteien so menschlich und ihre Politiker so nah.

Für CDU und CSU steht die Familie als Zentrum des Lebens im Mittelpunkt. Die Familie muß geschützt werden. Dafür steht der Staat ein und dafür stehen die Politiker der CDU und CSU ein.

Eine starke Justiz ist das Rückgrat des Staates. Auch das ist eine Grundlage von CDU/CSU. Gegen Verbrechen muß hart durchgegriffen werden, besonders wenn sie die Schwachen im Staat treffen und wenn sie die Familie, die Keimzelle des Staates, treffen.

Leider gibt es in unserem Staat Dinge wie diese:

Das ist gesundheitsbezogene Werbung. Frau Wöhrl, Sie als engagierte Fachfrau kennen die Sterberate von Hepatitis C und wissen, daß da (siehe Beispiel) Schwerstkranke und Totkranke betrogen werden.

In anderen Fällen sind Krebskranke die Opfer. Aber nicht nur das! Die Verkäufer sind auch noch in der eigenen Familie. Nicht einmal vor der eigenen Familie macht dieses Verbrechen Halt. Sogar Handbücher gibt es, wie man selbst die allerengsten Familienmitglieder "wertfrei" auf ihre Ausbeutbarkeit untersucht. Ich zitiere aus einem dieser Handbücher, geschrieben von einer Führungskraft einer anderen Firma:

Zu den Schwachen im Staat gehören auch die Arbeitslosen. Arbeitslose werden gelockt mit Arbeitsangeboten, die gar keine sind. Oder mit Angeboten, die darauf hinauslaufen, mit gesundheitsbezogener Werbung im engsten Umfeld die eigene Familie und Freunde zu plündern - siehe meine beiden Beispiele.

Frau Wöhrl, Sie als Fachfrau kennen diese Dinge natürlich. Sie wissen selbstverständlich, daß es in Berlin das LKA 327 gibt gegen Wirtschaftskriminalität. Daß Ihre Heimat, Bayern, keine solche Spezialabteilung der Polizei hat, wundert mich allerdings. In Bayern gibt es diese Art Kriminalität nämlich auch... Aber ich bin mir sicher, daß Sie daran arbeiten, hier die Justiz voranzubringen. Wir wollen dabei nicht vergessen, daß dies Arbeitsplätze schafft - in der Justiz. Und das ist gut so!

Organisierte Kriminalität ist eine ernste Gefahr für den Staat und für den Einzelnen in diesem Staat. Organisierte Kriminalität muß bekämpft werden. Niemand weiß das besser als ein engagierter Rechtsanwalt und Anwalt der Schwachen wie Sie.

Deswegen freue ich mich über Ihre Aphorismen, die "wöhrls words", wovon einer lautet:

Als so ein "eigenes Beispiel", Frau Wöhrl, sehe ich diese Meldung - sie ist von heute, vom 1.8.2005 [2] :

Sie als "Wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Deutschen Bundestag" sind selbstverständlich über Fakten und Hintergründe dieser Aktion voll informiert. Denn, wie Sie selbst schreiben:

Und niemals würde es Ihnen in den Sinn kommen, eine Sache zu unterstützen, die den Schwachen im Staat schadet: den Arbeitslosen, den Kranken oder den Familien. Das würden Sie niemals tun, denn das widerspricht Ihrem innersten christlichen Anliegen.

Es gibt da nun einen Punkt, bei dem Sie vielleicht ein bißchen zur Aufklärung beitragen können, als Rechtsanwältin, als Wirtschaftsexpertin und als Christin in der CSU. Dieses Beispiel, das ich bereits genannt habe:

dieses Beispiel stammt aus einer öffentlichen Web-Site einer Firma in Deutschland. Diese Firma ist einer der Auftraggeber jener Aktion, der Sie angeblich Ihre "volle Unterstützung!" zugesagt haben. Auch die Vertriebsstrukturen anderer Auftraggeber sind mit gesundheitsbezogener Werbung aufgefallen. Außerdem ist herausgekommen, daß diese Auftraggeber und diese Aktion gar keine 100.000 Jobs bieten können... [3]

Ich bin mir sicher, daß Sie als erfolgreiche Politikerin, noch dazu einer Partei, die für die christlichen Werte nicht nur mit dem Mund, sondern auch mit entschlossenem Handeln eintritt, niemals eine solche Aktion unterstützen würden. Da muß Ihnen jemand einen Streich gespielt haben. Anders kann ich mir nicht erklären, daß da Ihr Name genannt wird - und dann auch noch in einem Atemzug mit Ihrem Erzfeind Gerhard Schröder, dem nachgesagt wird, er sei Bundeskanzler und er sei bei der SPD.

Wie Sie richtig sagen:

Mit freundlichem Gruß

Aribert Deckers


Anmerkungen

[1] http://www.dagmar-woehrl.de/index_woehrl.aspx?navid=150&template=31&detailid=2&owner=36

[2] http://www.network-karriere.de/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=2132&mode=thread&order=0&thold=0

[3] [ Die "100.000-Jobs"-Aktion im freien Fall ]

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