Journalismus in Zeiten des Analphabetismus

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Seid gegrüßt, Ihr im Land des Gauckismo [1] und der Dame Elizabeth, die – in der Hand von Irren – sich mit Will Arnett, Toms Hanks und Halle Berry in der Kunst der professionellen Größe eiserner Selbstbeherrschung übt… [2]
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Journalismus in Zeiten des Analphabetismus.

Wieviel Mühe es doch macht, einen Artikel zu schreiben. Besser, man läßt ihn sich mundgerecht servieren. Natürlich kostenlos, als “user-generated content”. Wie früher schon – und heute immer noch – für viele Zeitungen galt und gilt: “Ohne die Leserbriefe stünde überhaupt nichts drin”.

Eben dies nun als alleiniges Trägermaterial für Reklame – und das Internet als Vervielfältigungsmaschine, das ist professionelles “social media”.

Keine Lautsprecher auf den Straßen, keine Moritatensänger, kein Papier, kein Druck, keine Austräger. Und keine Redaktion. “Peer-reviewed content” – wie in der höchsten Wissenschaft – Gleiche unter Gleichen übernehmen die Rollen von Moderatoren und Lektoren. Und die Verwaltungsfunktionen. Human resources machiavellists.

Journalismus in Zeiten des Analphabetismus.

“Instagram will Nachrichtenmedium werden” [3]. Twitter, mit seinen lächerlichen 140-Zeichen Text pro Meldung (und das in Zeiten der TeraBytes!), fiel dermaßen auf die Frontplatte, daß es irgendwann begann, ja, beginnen MUSSTE, Bilder einzublenden in seine user-generated Brown’s Particles.

Twitter hatte ganz sicher BILDER im Sinn, doch die Technikgeknechteten entdeckten die Hintertür: die Darstellung von Text als Muster farbiger Punkte auf dem Bildschirm:


https://pbs.twimg.com/media/BwcdmqzIMAA7QGm.png
(https://twitter.com/BHAhumanists/status/506406034412699648/photo/1 )

Und nun: “Instagram will Nachrichtenmedium werden”. Instagram als Twitter-Kopie, weil man sowieso schon Bilder handlet? Dummheit oder fehlende Größe? Doch nur wieder Bilder?

Jein. Der Analphabetismus betrifft ja auch die nun-nicht-mehr-Schreibenden. Auf den Knopf der Kamera zu drücken ist leichter als Schreiben.

Klick! – und fertig!

Klick! – und hochladen!

Klick! – ein neues Trägersubstrat zur Reklameverteilung ist produziert.

Wozu brauchen wir noch Wissenschaft? Wozu noch Autoren? Das Deutsche Fernsehen ersetzt seine Teletubbies [4] durch Sprechblasenkleckse [5].
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Grüße aus der Gutenberg-Galaxis

[1] http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ndr_aktuell/Queen-Besuch-Wirbel-um-geschenkte-Bild,ndraktuell27250.html
[2] http://www.newrepublic.com/article/120105/wetten-das-german-talk-show-american-celebrities-fear
[3] http://www.spiegel.de/netzwelt/apps/instagram-will-nachrichtenmedium-werden-a-1040383.html
[4] http://www.dwdl.de/files/offenerbrief_buhrow.pdf
[5] http://ariplex.com/folia/archives/1049.htm
[6] “heute+”, die Sendung,die noch blöder ist als der Bundestag, ist auf dem Weg, auf der Ekelskala sogar die Merkel zu überholen

—–
das ultimativ krasseste jugendgerechte Buch
https://twitter.com/stporombka/status/560814607078789121

Post Title: Journalismus in Zeiten des Analphabetismus
Author: Putnam Groove
Posted: 25th June 2015
Filed As: Hochkultur, Medienmafia, tief unterhalb der mentalen Nulllinie...
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