Instant Karma … ‘Wissenschaftlich bewiesen’

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‘Schreibwerkstatt @HubertaWeigl’ (https://twitter.com/HubertaWeigl/with_replies) hat mir ein schönes Fundstück präsentiert:

https://www.woerterfall.com/wissenschaftlich-bewiesen-was-heisst-das-eigentlich/

von

    “wörterfall – die kommunikationswerkstatt, Michaela Albrecht”

Der “Artikel” ist mit Sicherheit in gewerblicher Absicht geschrieben und veröffentlicht worden, wie auch andere in der klar ersichtlich gewerblichen Web-Site.

Der Artikel beginnt mit diesen Worten:

    [*quote*]
    ————————————–
    Wissenschaftlich bewiesen – was heißt das eigentlich?

    Wissenschaftlich bewiesen – das klingt so gut, aber was bedeutet das? Und umgekehrt, was bedeutet es, wenn etwas wissenschaftlich nicht bewiesen ist? In meiner Arbeit habe ich ständig mit Heilpraktikern zu tun, die mit unwissenschaftlichen Methoden arbeiten. Und geht es Ihnen nicht auch so, dass man bei dem Begriff „unwissenschaftlich“ automatisch Bilder von mittelalterlichen Jahrmärkten im Kopf hat, wo marktschreierische Quacksalber einem getrocknete Krähenfüße gegen Rheuma angedreht haben?
    Als ich dem Begriff „wissenschaftlich bewiesen“ auf den Grund gehen wollte, stieß ich auf einen hervorragenden Artikel von Prof. Harald Walach, von dem ich vieles übernommen habe. Andere Teile stammen von mir oder von Wikipedia.
    […]
    ————————————–
    [*/quote*]

Bei der Erwähnung von Harald Walach dürfte den meisten Lesern ein Entsetzensschrei über die Lippen gekommen sein. Harald Walach und Wissenschaft, das verträgt sich nicht.

Wer mehr über Harald Walach wissen will: oben rechts im Suchfenster in

http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php

    walach

eingeben und die Suche starten. Besonders die “Studie” zum Stichwort “Kozyrev” hat es in sich…

Zurück zum “Artikel” von Michaela Albrecht, in dem es einige Absätze weiter heißt:

    [*quote*]
    ————————————–
    Auftauchende Schwierigkeiten bei der Replikation von Studien

    In der Physik gelten sehr strenge Richtlinien, bis experimentelle Ergebnisse ernstgenommen werden.
    ————————————–
    [*/quote*]

Das Stichwort hier ist “Replikation”. Bezogen auf den “Artikel” ist das mindeste, was man erwarten darf, daß man diesen Artikel zitieren kann und ihn zur näheren Untersuchung und Beweisführung auf die eigene Festplatte sichern kann. Zur Beweismittelsicherung.

Doch weder kann man den “Artikel” sichern noch kann man aus ihm zitieren, denn es erscheint eine Warnmeldung eines vorsätzlich eingebauten Blockers, der elementare Funktionen des Browsers blockiert:

“ALERT! You are not allowed to copy content or view source”
.

Der Screenshot zeigt die Warnmeldung:

Das ist der klare, eindeutige und unwiderlegbare Beweis, daß dieser Artikel ganz unter gar nicht die Kriterien der Wissenschaft erfüllt.

Doch Wissenschaft kann mehr als nur staunen machen. Wissenschaft kann Beweisstücke sichern.

Hier der Beweis:


(http://archive.is/LJdul/image)

Sogar die ganze Seite ist inhaltlich gesichert:

http://archive.is/LJdul

Instant Karma.

Instant Karma kann aber noch mehr.

In ihrer gewerblichen Web-Site hat Michaela Albrecht noch mehr Seiten, darunter diese, und die – auch das ist evident – in gewerblicher Absicht:

https://www.woerterfall.com/abmahnung-heilpraktiker/

Die Seite beginnt mit diesen Worten:

    [*quote*]
    ————————————–
    Abmahnung Heilpraktiker – So reduzieren Sie die Gefahr!

    Abmahnung Heilpraktiker – Welche Formulierungen sind gefährlich?

    Abmahnung Heilpraktiker: Um den Kontakt mit dem Verband Sozialer Wettbewerb bzw. mit dem Gericht zu vermeiden, dürfen Sie viele Formulierungen nicht verwenden.
    […]
    ————————————–
    [*/quote*]

.
Am Ende der Seite ist die gewerbliche Absicht gerichtsfest veröffentlicht:

    [*quote*]
    ————————————–
    “Was darf ich denn überhaupt noch sagen? Irgendwie muss ich doch werben?”

    Ja, es ist unerquicklich. Die Rechtsprechung wird immer absurder, denn langfristig soll der Beruf des Heilpraktikers ausgetrocknet werden, ähnlich wie der Beruf der Hebamme. Wenn Sie Ärger vermeiden wollen, sollten Sie vorsichtig und sehr erfinderisch sein. Und am besten sollten Sie mich anrufen. Denn es ist billiger, mit mir und Frau Dr. Oberhauser zu arbeiten, anstatt eine Vertragsstrafe vom € 5.100,- pro falscher Formulierung an den Verband Sozialer Wettbewerb zu zahlen.
    ————————————–
    [*/quote*]

(Instant Karma: http://archive.is/qmTUr)

Instant Karma.
Quod erat demonstrandum.

.
.
PS:

Vielleicht – man sollte das doch fragen dürfen, und man darf – ist auch die erstgenannte Seite in einer mehr als nur unilateralen gewerblichen Absicht entstanden?

Denn in der zweiten Seite ist eine werbliche Absicht zu erkennen im Hinblick auf Rechtsberatung durch eine dort genannte Anwältin. Ob die davon weiß, sollte doch zu eruieren sein.

Die Anwaltskammer, denke ich, wird das bestimmt können.

Und die erste Seite wiederum erwähnt einen Harald Walach, der Mitglied der “Kommission D” des BfArm ist, die unter anderem zuständig ist für die Zulassung homöopathischer Komplexmittel, die wiederum, auch das wird so gerne verschwiegen (vor allem von den “Skeptikern”), den deutschen Herstellern homöopathischer Mittel mehr als die Hälfte des Umsatzes bringen.

2012 betrug für die deutschen Hersteller der Gesamtumsatz für homöopathische Mittel 453 Millionen Euro, woraus man für die Komplexmittel auf mehr als 250 Millionen Euro schließen darf – und das alleine für 2012. 2018 dürfte der Anteil bei weit mehr als 350 Millionen Euro liegen.

Wobei, um auch das zu erwähnen, homöopathische Komplexmittel aus mehr als einer Grundsubstanz bestehen UND diese Grundsubstanzen sogar in unverdünnter und unpotenzierter Rohtinktur beigemischt werden dürfen und werden. Es ist mitnichten so, daß da “gar nichts drin ist”. Solche als homöopathisch verkauften Mittel haben durchaus pharmazeutische Wirkung.

Schon vor mehr als 2 Jahren habe ich am 22.11.2015 in

über die Bestandteile von Komplexmitteln geschrieben. Ich zitiere das von mir nachgeprüfte Beispiel:

2014 habe ich folgende Salbe entdeckt, welche die Urtinktur in unverdünntem und nicht geschlagenem Zustand enthält in 5 Gramm auf 100 Gamm, also 5 Prozent NICHTDYNAMISIERTE Urtinktur. Ich halte das für Betrug, weil diese Salbe als homöopathisches Arzneimittel verkauft wird, obwohl ein klarer Bruch der Grundregeln der Homöopathie besteht. In der Liste der Bestandteile sind sogar weitere unverdünnte Anteile:

    http://www.medpex.de/antimas-selz-salbe-p5560838
    (Hervorhebungen von mir)
    [*quote*]
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    homöopathische Arzneimittel

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    Unter der Behandlung mit Antimas-Selz Salbe gehen Lymphdrüsenschwellungen
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    fördern die Funktion der Schleimhäute, zugleich haben sie eine
    gefäßstärkende Wirkung. Thuja zeigt eine deutliche Affinität zu
    proliferativen (zellwuchernden) Prozessen unterstützt von Condurango und
    wirkt diesen durch Steigerung der körpereigenen Abwehrkräfte entgegen.
    Agnus castus hat sich besonders bei hormonabhängigen Beschwerden, wie sie
    insbesondere während des weiblichen Zyklus oder den Wechseljahren
    auftreten, bewährt.

    Indikationen:
    – imakterische Mastophatie
    – prämenstruelle Mastodynie
    – prämenstruelles Syndrom
    – Mastophatie
    – Mastitis

    Zusammensetzung:
    100 g Salbe enthalten:
    5,0 g Condurango ø;
    1,0 g Agnus castus ø;
    1,0 g Hydrastis D4;
    0,5 g Pulsatilla D4;
    0,5 g Lilium tigrinum ø,
    Konservierung:
    100 mg Parabene
    E214,
    E216,
    E218 mit Phenoxyethanol

    Menge:
    Salbe 100 ml
    ——————————————————–
    [*/quote*]

.
.

Würden Sie jetzt noch immer behaupten wollen “in Homöopathika ist nichts drin”…?

Damit sind wir wieder bei Harald Walach, dem Mitglied der “Kommission D” des BfArm, das über solche Komplexmittel entscheidet. Eine der Fragen, die man zu Harald Walach stellen MUSS:

Wieso ist Harald Walach Mitglied der “Kommission D”?

Die Antwort: Weil ihn das Gesundheitsministerium dorthin DELEGIERT hat. Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums, und damit in der Verantwortung des Gesundheitsministers, haben – man muß fragen: WARUM!? – Harald Walach in die “Kommission D” delegiert, OBWOHL bereits bekannt war, daß die “Universität” Viadrina in Frankfurt an der Oder ausgerechnet wegen Harald Walach sehr ernste Schwierigkeiten hatte.


(Bild aus http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=6486

Die GWUP, ein von Harald Walach allzeit geschätzter Freundeskreis (ich bitte vermerken zu wollen, daß dies tiefrabenschwarzer Humor ist…) schrieb am 9.6.2012 über die Eskapaden an der Viadrina und über deren Bewertung durch die Hochschulstrukturkommission des Landes Brandenburg:

    https://blog.gwup.net/2012/06/09/hogwarts-an-der-oder-vernichtendes-urteil-der-hochschulkommission/

    [*quote*]
    ————————————–
    Hogwarts an der Oder: Vernichtendes Urteil der Hochschulkommission

    9. Juni 2012 von Bernd Harder

    Die Hochschulstrukturkommission des Landes Brandenburg hat gestern ihren Abschlussbericht vorgelegt.

    Dieser war mit Spannung erwartet worden, weil der Präsident der Europa-Universität Viadrina („Hogwarts an der Oder“) sich erst danach zu den esoterischen Abwegen des „Instituts für transkulturelle Gesundheitswissenschaften“ (INTRAG) äußern wollte.

    In dem Bericht der Strukturkommission heißt es nun unter anderem:

    [**quote**]
    ————————————–
    Gegen das Institut für Transkulturelle Gesundheitswissenschaften an der EUV bestehen seitens der Kommission durchgreifende strukturelle Bedenken. Das Institut besitzt nur in begrenztem Umfang Bezüge zu den fachlichen Schwerpunkten der Universität.

    Zugleich besteht in seiner Aufstellung und der Konzeption des über das Institut angebotenen weiterbildenden MA-Studienganges „Kulturwissenschaften – Komplementäre Medizin“ dabei aus Sicht der Kommission eine qualitative Problematik.

    Eine in der Zielsetzung des Instituts formulierte geisteswissenschaftliche Reflexion an den Rändern der naturwissenschaftlichen Medizin ist zwar grundsätzlich wünschenswert. Auch in den medizinischen Fakultäten deutscher Universitäten finden sich (zweifellos nicht in dem wünschenswerten Ausmaß) Reflexionen medizinischen Handelns und Entscheidens. Es erscheint jedoch äußerst zweifelhaft, dass diese Reflexion im Rahmen des Instituts in geeigneter Weise erfolgen kann.

    Denn die Befassung mit komplementärer Medizin erfordert zwingend die enge Verbindung mit der naturwissenschaftlichen Seite, der Medizin, da sie nicht alleine als kulturwissenschaftliches Thema wissenschaftlich und praktisch bearbeitet werden kann. Komplementarität bedarf notwendigerweise des Zusammenwirkens von zwei sich gleichwertig einbringenden Komponenten. Die personellen Voraussetzungen hierfür sind allerdings an der EUV nicht gegeben.

    Die personelle Ausstattung des Studienganges findet auf der Seite der naturwissenschaftlichen Medizin nahezu ausschließlich über Lehrbeauftragte, überwiegend aus niedergelassenen Praxen, statt. Ein wissenschaftlicher Hintergrund vom Range universitärer Medizin lässt sich dabei nicht in ausreichendem Maße feststellen.

    Die Zielgruppe der Ärzte, Apotheker und Psychotherapeuten, an die sich das Studienangebot „Komplementäre Medizin“ des Instituts besonders richtet, wird insgesamt von einem Lehrkörper betreut, dem überwiegend medizinische Kenntnisse fehlen. Dies gilt besonders für die Forschung, die der Lehre zugrunde liegen sollte.

    Insgesamt ist die für eine der Themenstellung adäquate Forschung im universitären Rahmen erforderliche personelle wie sachliche Ausstattung des Instituts aus Sicht der Kommission nicht erkennbar. Auch erschließt sich der Wert des seitens des Instituts formulierten „Praktika-basierten Forschungszweckes“ nicht.

    Mit Blick auf das Gesamtprofil der EUV erscheint schließlich auch die Feststellung angezeigt, dass keine Hinweise auf eine Internationalisierung des MA-Studienganges erkennbar sind. Insbesondere liegt auch keine sichtbare internationale Anbindung an die naturwissenschaftliche Medizin vor.

    Die Hochschulstrukturkommission empfiehlt der EUV dementsprechend nachdrücklich den künftigen Verzicht auf das Angebot des MA-Studienganges „Kulturwissenschaften – Komplementäre Medizin“.

    Eine Fortführung des Instituts für transkulturelle Gesundheitswissenschaften ist weder wie bisher als In-Institut noch als An-Institut zu befürworten. Vertretbar erscheint allenfalls, das Institut privatwirtschaftlich außerhalb der Hochschule weiter zu betreiben.“
    ————————————–
    [**quote**]

Vernichtender kann ein Urteil kaum ausfallen.
[…]
————————————–
[*quote*]

“Vernichtender kann ein Urteil kaum ausfallen.”.

Warum, das MUSS man fragen, wird Harald Walach TROTZDEM vom Gesundheitsministerium in die “Kommission D” des BfArm delegiert?

Und WARUM wird Harald Walach von Michaela Albrecht als Experte zu – ausgerechnet! – Wissenschaft und Wissenschaftlichkeit zitiert?

Wobei, auch das darf man nicht vergessen, Monika Albrecht ihre Web-Site gewerblich produziert und veröffentlicht. Wer sind ihre Auftraggeber – und warum?

Post Title: Instant Karma … ‘Wissenschaftlich bewiesen’
Author: Putnam Groove
Posted: 18th April 2018
Filed As: Hochkultur, Medienmafia, Pharmamafia
Tags:
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