Social Media = die verrottete Gesellschaft

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Social Media = die verrottete Gesellschaft

Über Social Media kann man lesen, kann man sagen, was man will. Aber eines liest man nicht: die Wahrheit.

Was sind “Social Media”?

Was gab es vor dem Internet? Bücher, Zeitschriften, Zeitungen. Und Wandzeitungen und Plakate.

Bücher, Zeitschriften und Zeitungen, also Druckwerke, gedruckte Texte und Bilder, sind IMMER an das physische Vorhandensein eines Exemplars eines Druckstücks gebunden. Es kann auch etwas anderes als Träger sein, aber nahezu ausschließlich ist es Papier.

Wandzeitungen und Plakate auf Papier? Meist. Aber auch textile Grundlagen, zum Beispiel für Transparente, sind möglich.

Alle diese Dinge sind Gegenstände, gebunden an eine körperliche Existenz, und damit gibt es 2 maßgebliche Eigenschaften: Einer stellt diese Dinge her, einzelne oder in großer Stückzahl, und der Leser muß sie körperlich vor sich haben, ist also an die räumliche Nähe gebunden.

Außer den sichtbaren Dingen gibt es auch eine andere Gruppe: akustische. Dazu gehören Schallplatten. Sie waren eine der größen Errungenschaften aller Zeiten.

Mit ihnen war es möglich, in einem Land Sprache und Musik aufzunehmen, mitzunehmen, und woanders anzuhören. Entartete Musik, wie hätte man in der Hitler’schen Nazizeit Negermusik anders hören können? Gar nicht. Für die Besitzer einer solchen Scheibe bedeutete der Besitz, wie auch immer sie an den Gegenstand gekommen waren, daß sie sich den Inhalt anhören konnten.

Heute ist das nicht mehr so. Heute bestimmen in den Wiedergabegeräten eingebaute Zensurfilter, ob man die Sprache, die Musik, die Reden, die gesprochenen Bücher, die Schauspiele, die wissenschaftlichen Abhandlungen, die gespeichert sind in dem “Datenträger”, überhaupt hören DARF.

Die Zensurfilter, angeblich wegen der Urheberrechte, sind in Wahrheit Mechanismen zur wirtschaftlichen Bereicherung der Verkaufsfirmen. Die Urheber selbst, die Künstler, die Autoren, die Musiker, die Redner, die Schreiber und Sänger, sie alle haben nichts mehr zu melden. In den USA gibt ein Urheber alle Rechte an den Verlag ab. Dann ist er rechtelos. So ist das da geregelt, und von dort wird die Welt regiert. Wer etwas anderes glaubt, lebt in einer Illusion.

Heute Negermusik in Deutschland anhören? Vielleicht von Scott Joplin, einem wunderbaren Musiker und Komponisten? Ein “Datenträger”, persönlich gekauft und bezahlt in den USA, vielleicht sogar direkt vom kleinen Underground-Presser im Hinterzimmer einer Kaschemme in einem Slum? Hand-signiert. Keine Chance. Der Geo-Code blockiert alles. Hitler wäre stolz auf seine Schüler.

Man hat das Ding gekauft. Man hat es bezahlt. Aber anhören darf man es nicht. Weil man in einem anderen Land ist. Der eiserne Vorhang, er ist zu. Wozu braucht man eine Sowjetunion, wozu Grenzen aus Eisen und Beton (durch die alles mögliche auf Schleichwegen hindurchdiffundieren kann), wenn es doch viel einfacher geht? Die Technik macht es möglich. Und sie ist da! Eingeführt durch die Hintertür und von der blöden Masse in ihrer Blödheit gekauft. Und etwas Anderes gibt es (fast) nicht mehr, weil die Industrie etwas anderes nicht baut. Die Falle ist zugeschnappt.

An einer anderen Stelle ist die Falle ebenfalls zugeschnappt. Mit aller Härte. Brutal, verbrecherisch – und ohne Chance für die Opfer. Es wurden Fälle bekannt, in denen Amazon von den Käufern gekaufte und bezahlte Bücher im Nachhinein auf den Lesegeräten gelöscht hat. Wie soll man ein Buch lesen, das verschwunden ist? Ja, Hitler wäre stolz auf seinen Schüler Jeff Bezos.

All die geheimen Schriften des politischen Untergrunds der Sowjetunion, “Samisdat” hießen sie, getippt auf Schreibpapier und unter Lebensgefahr außer Landes gebracht in den Westen – werden heute mit einem einfachen Befehl an die Lesegeräte vernichtet. Nikita Sergejewitsch Chruschtschow, Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, und seine Kameraden würden der IT-Branche die Füße küssen für diese Errungenschaft der totalen Zensur. Zu spät. Und wer zu spät kommt, den bestraft das Leben…

Man braucht dabei noch nicht einmal mehr einen Länder-Code. Länder-Code ist antique. Er wird zwar noch benutzt, aber die Intelligenz der Zensoren ist heute so viel weiter. Wußten Sie, daß man mit den neuen Kopiergeräten keine Geldscheine mehr kopieren kann? Die Geräte haben eine Erkennungslogik, die erkennt die grafischen Muster der Geldscheine, und verweigert – schnipp! – einfach die Wiedergabe. Wird zum Betrieb eines Gerätes die permanente Anbindung an das Internet erzwungen, kann diese sich Erkennung jederzeit, in wirklich jeder Sekunde, ändern und immer neue Dinge für die Kopie blockieren. Ein Text des Herrn Wallenstein, zu Hitlers Lebzeit bekannt unter dem Pseudonym Frederic W. Nielsen, – PUFF! – weg ist er. Und wenn man ihn tausendmal auf Papier hat, der Kopierer würde ihn nicht kopieren. Oder, was natürlich auch sehr raffiniert ist, durch eine Fälschung ersetzen.

Das ist die Welt, in der wir leben. Sogar jedes Blatt Papier ist heute erkennbar.

Oh, falls Sie es noch nicht wußten: das alles ist nichts neues. Vor fast auf den Tag genau vor 18 Jahren habe ich die Gefahren durch “Silicon Dust” beschrieben:

    http://ariplex.com/petra/petracom.htm

    [*quote*]
    ———————————————
    17.7.2001
    Die aktuelle Meldung:
    Staub, überall Staub…

    Es gibt schon eine ganze Weile einen Begriff, der nicht an die Öffentlichkeit gelangt ist: “Silicon Dust”. Das sind winzige ICs, die überall eingesetzt werden können. In diese Rubrik fällt auch ein neuer Chip von Hitachi: “MEU”. Seine wesentliche Funktion besteht darin, durch Energie von außen aktiviert zu werden und dann eine interne Nummer nach außen zu funken. Ein System, das schon über 10 Jahre bekannt ist, verwendet beispielsweise in Form von subkutanen Transpondern zur Identifizierung von Zootieren. Doch diesmal sieht die Sache anders aus.

    Hitachi selbst schreibt dazu: http://www.hitachi.com/about/pressroom/a-2001-Jul-5-ZZZM9WXNSOC.html

    Die Pressemeldungen von Hitachi: http://www.hitachi.com/about/pressroom/index.html

    Der MEU-Chip ist wirklich gefährlich!

    Wegen seiner geringen Abmessungen kann er problemlos in jedes Textil oder Papier eingefügt werden. Durch die von außen zugeführte Energie benötigt er kein so aufwendiges Innenleben wie eine Chip-Karte. Als einzige Verbindung zur Außenwelt ist ein Draht nötig: als Antenne. Aber selbst den muß man nicht aus Metall herstellen: leitfähige Paste genügt. In Textitilen können Metallfäden eingezogen werden. Fällt überhaupt nicht auf.

    Ein Blatt Papier kann sogar mit mehreren solcher MEU-Chips versehen werden (Redundanz als höherer Schutz gegen Ausfall).

    Jeder Fotokpierer kann mit der Erkennung ausgestattet werden. Wird eine Fotokopie gemacht, weiß der Kopierer (und damit die hausinterne Sicherheitsdatenbank), was die Vorlage ist.

    Jedes Blatt Papier in der Firma ist sogar nach Zimmer, Schrank und Fach identifizierbar.

    Bei Geldscheinen kann der Kopierer sofort die Banknote erkennen und den Kopiervorgang melden.

    Wird ein Blatt von jemand anderem als der in der Datenbank als Besitzer oder einer anderen, als autorisiert eingetragenen Person kopiert, wird automatisch Alarm ausgelöst und der Kopierer gesperrt.

    Das Fotopapier für Ausweise kann mit den Chips versehen und die Identnummern zusätzlich gespeichert werden. Ein Austauschen eines Fotos ist damit nicht mehr möglich, denn die Identnummern in Foto und Ausweis müssen zusammengehören.

    Teile beliebiger Form und beliebigen Materials können mit dem Chip versehen werden, auch Keramik und Metalle. Hierbei werden die Chips unter Lack eingesiegelt.

    Wichtig ist hierbei die nachträgliche Änderung. Waren bislang Schlüssel nur sehr aufwendig mit Identchips zu versehen, kann dies jetzt jederzeit geschehen: Staubkorn mit Antennenfaden auftragen, einsiegeln, fertig.

    Zur Warenauszeichnung kann sogar jede Tüte Vanillepudding im Papier einen dieser Identchips tragen. Die Bar-Codes werden zur Nebensache.

    Jedes Stück Ware wird einzeln identifizierbar über seine gesamte Lebensdauer. Und auch danach! Wann welche Batterie gekauft und von welchem Konto sie bezahlt wurde, läßt sich aus der Datenbank ablesen, auch wenn die Batterie längst verbraucht ist und auf dem Acker liegt. Alles läßt sich zurückverfolgen bis zum Käufer.

    Der Weg der Geldscheine durch die Hände seiner Besitzer wird erkennbar. Jede Mark, jeder Gulden, jeder Dollar, den eine Person ausgibt, kann zu ihrem finanziellen Geldfluß notiert werden. Auf Knopfdruck sind sämtliche finanziellen Transaktionen einer Person sichtbar. Jederzeit.

    Bücher und Zeitungen sind einzeln identifizier- und indizierbar.

    Lebende Bücher, wie in Fahrenheit 451, werden notwendige Realität.

    Doch sogar jeder Schuh, der des Weges geht, hinterläßt eine Spur. Im Computer.

    Noch nie waren wir so nackt wie heute.
    ———————————————
    [*/quote*]

.
So ist das. Aber irgendwie ist Hitler’s neuzeitlichen Kumpanen bei Bänkern, Industrie und Handel ein Faux-pas unterlaufen. Das Internet, eine Kriegsmaschine der Vereinigten Staaten von Amerika, ist ihnen entglitten. Es kam, es war da, es siegte.

Aber das kann man ja ändern. Man MUSS es ändern! Man MUSS. Sonst könnte doch Jeder…

Sonst könnte Jeder was? Seine Meinung sagen! Kritik üben. Wahrheiten über die Verbrecher in Politik und Industrie und Handel veröffentlichen.

Man sieht: es besteht “Handlungsbedarf”…

Was gab es vor dem Internet? Bücher, Zeitschriften, Zeitungen. Und Wandzeitungen und Plakate. Alle gebunden an die körperliche Existenz einer Kopie, die dem Leser räumlich, greifbar zur Verfügung stand.

Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, Wandzeitungen und Plakate haben aber noch eine Eigenschaft: EINER hat sie gemacht. Sie wurden verteilt. Sie wurden gelesen. Aber es gab keine Rückmeldung.

Kritik an einem Buch? Wie denn? Dazu müßte man zum Autor fahren und ihm die Leviten lesen. Ein Artikel in der Zeitung? Wie denn? Dazu müßte man in den Verlag, sich den Redakteur schnappen und ihm seinen Schund Wort für Wort um die Ohren hauen. Wie denn? Man ist weit weg, und die Macher, die Urheber, sind in Sicherheit. Und vor allem: selbst wenn man sie sich greifen und ihnen die Wahrheit einprügeln könnte, der Rest der Menschheit erfährt nichts davon.

So mancher Hausbesuch war also, außer, daß er der persönlichen Befriedigung diente, für den Rest der Welt relativ wirkungslos.

Das ist das Problem: Die Information, die Texte, die Daten, die Bilder, all das wird “von oben herunter” verteilt wie die Mao-Bibel. Aber die öffentlich sichtbare Rückmeldung, mit der gleichen Verbreitung und der gleichen Intensität, die gibt es nicht.

Genau hier setzt das Internet ein. Und dagegen MUSS etwas getan werden. Sonst könnte doch Jeder!

Sonst könnte Jeder Wikileaks machen, ohne den Flaschenhals einer Zeitungsredaktion Panama-Papers veröffentlichen, oder auch mal, es ist schon länger her, ein Buch eines Staatspräsidenten verbreiten (Herr Mitterand war darob nicht glücklich, nehme ich an)…

Aber…

Außer der Verteiler-Struktur “von oben nach unten” ist eine Parallelwelt aufgetaucht, in der JEDER etwas schreiben kann auf einer auf der ganzen Erde lesbaren Wandzeitung, dem “Internet”.

Jeder kann schreiben. Jeder kann es lesen.

Verdammt!

Man muß sich das einmal vorstellen: statt brav die Artikel der Zeitungsredaktion zu konsumieren, statt brav und folgsam die Anweisungen der KPdSU oder des Großen Vorsitzenden Mao mental zu inkorporieren, käme auf einem Rückkanal eine Flut, ja, eine Flut von Lawinen, Lawinen von Tsunamis, und fegen die Bonzen einfach weg, decken ihre Lügen auf, und schenken den Bürgern reinen Wein ein.

Wenn es denn rein wäre, wenn es die Wahrheit wäre. Wenn.

Ist es aber nicht. Der verlogene Pöbel, angeführt durch blöde oder verlogene oder gekaufte Rädelsführer, hat sich aufgeschwungen, und gibt in der Parallelwelt den Ton an.

Social Media, wo sich JEDER beteiligen und Jeder mitreden und mitlügen und Rotten von Anhängern anführen kann, in Nazi-Organisationen wie Facebook, Twitter, Bezos-Amazon, Microsoft oder Google, und wie sie alle noch heißen mögen, ist nichts anderes als ein globaler Sumpf des Pöbels, “Influencer” sei Dank.

Herr Hitler und Herr Göbbels waren übrigens auch welche.

Influencer.

Social Media, “one man – millions of votes”, ist in Wahrheit eine Zusammenrottung von Zusammenrottungen von dubiosen und dubiosesten Existenzen.

Social Media ist, im wahrsten Sinn des Wortes, die verrottete Gesellschaft.

Vae victis!

Post Title: Social Media = die verrottete Gesellschaft
Author: Putnam Groove
Posted: 11th July 2019
Filed As: Hochkultur, Medienfaschismus, Nazi-Scheiße im Internet
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