Mit sanftem Druck … verkaufen

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Liebe Freunde der … wie nennt man das noch? … Medien,

sind nicht die Medien die 4. Gewalt im Staat? Sind nicht, so sie es denn sind, die Medien zur Neutralität verpflichtet? Sind nicht, so sie es denn wahrlich wollen, die Medien nicht zur Wahrheit über ihre Motive verpflichtet?

Welches Motiv kann ein per Zwangsgeld bezahlter Fernsehsender haben, für eine mehr als nur dubiose “Heilmethode” eine Lobeshymne zu veröffentlichen? Eine positive Darstellung unter Auslassung auch nur des Hinweises auf Kritik kann man doch wohl als Lob bezeichnen, mindestens aber als eine PR-Darstellung … oder etwa nicht?

Eine der Wahnvorstellungen des Journalismus ist die “Ausgewogenheit”: immer einen “PRO” und einen “CONTRA” etwas sagen lassen, und schon ist die Welt in Ordnung. Diese Wahnvorstellung scheitert schon daran, daß es eben NICHT ausgewogen (im Sinne von neutral) ist, wenn auf der einen Seite ein Wissenschaftler antritt und auf der anderen Seite ein Demagoge, der lässig locker TAUSENDE Menschen über die Klingen springen lassen will (pro Jahr, wohlgemerkt!). Beide sind eben NICHT ausgewogen im Sinne von ebenbürtig, und schon gar nicht sind sie es im Hinblick auf rhetorische Redlichkeit. GENAU HIER wird die “Ausgewogenheit” zur praktizierten Unredlichkeit der Journalisten.

Da praktizieren Journalisten also Unredlichkeit – und fühlen sich dabei sooooooo supermäßig ethisch einwandfrei und sooooooo supermäßig edelsuperluxusklasse allerfeinste Sahne und crème de la crème.

Und nun, in besagtem Zwangsfernsehen, eine Hymne, die selbst nach dem “ausgewogen”-Wahn alles andere als ausgewogen ist. Nicht einmal ein Hinweis auf Kritik.

Das corpus delicti (online-Text zur Sendung):

http://www.zdf.de/Volle-Kanne/Osteopathie-für-Babys-26344314.html

    [*quote*]
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    PRAXIS täglich
    | 15.03.2013
    Osteopathie für Babys
    Mit sanftem Druck heilen

    Die Osteopathie versucht generell, an die Wurzel des Problems vorzustoßen und nicht nur die Symptome zu behandeln. Osteopathen können die Sprache des Körpers lesen. Sie verstehen das äußere Bild, machen sich aber über das Ertasten mit den Händen auch ein Bild des inneren Zustands.

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    Osteopathie bei Babys
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    Osteopathie für Babys

    Osteopathie bei Babys
    Immer häufiger nutzen Eltern auch alternative Heilmethoden bei ihren Kindern, wie die Osteopathie. Dabei werden mit sanftem Druck die Wurzeln des Problems behandelt – und nicht nur die Symptome. (15.03.2013)

    Was von außen nach bloßem Hände auflegen aussieht, ist eine Kunst, die gleichzeitig ein großes Können verlangt. Der Osteopath braucht ein solides Grundwissen über die Anatomie, Physiologie und Pathologie des Körpers. Gerade für Babys ist die Osteopathie gut geeignet, denn Nebenwirkungen oder der Einsatz von Medikamenten, die bei Säuglingen immer schwer dosierbar sind, fehlen völlig. Häufige Symptome, bei denen Osteopathen gut helfen können, sind Blähungen, schlechtes Schlafen, Reizbarkeit, spuckende, schreiende oder das Trinken verweigernde Kinder.

    Folgen des Geburtsvorgangs

    Durch den starken Druck im Geburtskanal kann beispielsweise der Nacken des Kindes in Mitleidenschaft gezogen werden, dadurch wird ein Nerv gereizt, der das Verdauungssystem versorgt. Die Folge: Blähungen. Die Osteopathie hilft aber nicht nur bei deutlichen Krankheitszeichen. Vor allem bei Kindern wirkt sie auch vorbeugend. Leichte Unruhe, schlechtes Schlafen oder häufiges Weinen werden oft durch kleine Spannungen hervorgerufen, die schulmedizinisch überhaupt nicht auffällig sind. Osteopathen empfehlen, mit jedem Kind einmal in einer osteopathischen Praxis vorbeizuschauen, – je direkter nach der Geburt, desto besser.

    Aber auch später können prophylaktische halbjährliche Besuche Sinn machen. So können Fehlstellungen beispielsweise der Hüfte bereits frühzeitig verhindert werden. Eine osteopathische Sitzung dauert zwischen einer halben und einer Stunde. Die Kosten belaufen sich auf 70 bis 120 Euro pro Sitzung. Private Versicherungen übernehmen die Kosten häufig, gesetzlich Versicherte müssen die Kosten meist noch selbst übernehmen, häufig lohnt es sich aber, nachzufragen. Wer mit einem Säugling oder Kind Hilfe von einem Osteopathen in Anspruch nehmen will, sollte darauf achten, dass dieser qualifiziert ist. Ein Hinweis ist eine Ausbildungszeit von fünf Jahren, für die Behandlung von Kindern sollte er eine Zusatzausbildung absolviert haben.

    Wichtiges Einführungsgespräch

    Gerade bei Säuglingen, aber auch bei Kindern ist es oft schwierig, die Wurzel des Unwohlseins zu finden, da sie sich nicht äußern können. Der Osteopath fragt in einem Gespräch zunächst nach dem Verlauf der Schwangerschaft und der Geburt. Gab es Komplikationen? Wurde die Geburt eingeleitet? Musste eine Saugglocke verwendet werden? All diese physischen Komponenten können im Gewebe und im Kopfbereich des Kindes Spuren hinterlassen. Außerdem betrachtet er den Säugling eingehend äußerlich. Das wichtigste Diagnosemittel: das sensible Abtasten des Körpers mit seinen Händen. Hier kann er feinste Spannungen im Bindegewebe oder Elastizitätsverluste der Muskeln oder Organe spüren. Durch die Reaktion des Gewebes auf den sanften Druck seiner Hände kann der Osteopath herauslesen, ob die Nerven beispielsweise richtig funktionieren oder ob es Probleme gibt.

    Sanfter Druck

    Nachdem der Osteopath die richtige Stellen gefunden hat, übt er mit seinen Händen sanften Druck aus. So wird die Durchblutung angeregt, das Nervensystem bekommt eine Pause, der Körper entspannt sich und das Gewebe kann seine richtige Position wieder einnehmen. Oft können Beschwerden bei Neugeborenen oder Babys vollkommen beseitigt werden. Aber auch bei Kindern, die richtige Krankheiten oder Behinderungen haben, können Osteopathen helfen und vieles zum Positiven verbessern.

    15.03.2013
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    [*/quote*]

Bei der Homöopathie wissen wir, daß die Medien im Dienst der Industrie stehen. Wir wissen, daß zwischen Darstellung und Realität eine klare Diskrepanz besteht. Wir wissen, daß es gerade die Darstellung in den Medien ist (die als treibende Kraft PRO Homöopathie auftreten und die als aktive PR-Agenten unwahre Behauptungen verbreiten), die im Sinne der Industrie die Verkäufe pusht.

Jawohl, WIR WISSEN ES! Wir wissen es einerseits dank der hin und wieder herausgesickerten Zahlen und Fakten über (mindestens) einige der Medien und ihre Auftraggeber, wir wissen es anhand der von den Medien produzierten Reklame (eben mit unwahren Tatsachenbehauptungen!) und wir wissen es dank der offiziellen Zahlen des “Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V.”. In der Analyse “Folge der Spur des Geldes!”

ist explizit nachgewiesen, daß es eine klare und unwiderlegbare Diskrepanz gibt zwischen der Darstellung und der Realität. Die Wirtschaftmedien sind auf diesem (und nicht nur diesem) Gebiet blind. Sind sie nur dumm oder sind sie gekauft? Hier haben wir einen der größten Industrie- und Medienskandale – und die Medien schweigen. Ein Skandal.

Aber, in einem am Dienstag (wie bitte!? kein exaktes Datum, nicht einmal das Jahrhundert ist angegeben?) Text (was denn!? Artikel, Gastartikel? Blog-Gastbeitrag) in der ehemals seriöseren “Neue Zürcher Zeitung” (heute mit Werbung gestopft) heißt es:

    Medien
    Dienstag, 06:00
    Kommerzielle Kommunikation
    Es braucht Schrotflinten und Zielfernrohre
    http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/medien/es-braucht-schrotflinten-und-zielfernrohre-1.18139596

    [*quote*]
    ————————————————–
    […] Dadurch erhalten Medien, insbesondere solche mit einer relevanten Reichweite, in den Augen der Werbekunden eine neue Bedeutung, wie sich immer klarer herauskristallisiert. Manche sprechen heute explizit von Medien als «Infrastruktur-Partnern»: «Die Medien sind nicht mehr nur Träger der Marketingbotschaft, sie sind Teil des Geschäftsablaufs.» Dies übrigens im doppelten Sinne. Einerseits rückt die Kette von der ersten Ansprache bis zum abgeschlossenen Kauf zeitlich zusammen; anderseits spielen die vielen interaktiven Kontakte wertvolle Daten und interessante Anhaltspunkte zurück.
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    [*/quote*]

“Die Medien sind nicht mehr nur Träger der Marketingbotschaft, sie sind Teil des Geschäftsablaufs.”

Die Medien sind Teil des Geschäftsablaufs. Klarer kann man es nicht sagen. Insofern ist das ZDF eine zwangsgeldfinanzierte Industriemaschine zur Steuerung des Konsumverhaltens (und, selbstverständlich, auch der sonstigen Manipulation).

Okay, auch ohne den Artikel (?) in der NZZ wußten wir es. Es ist klar und deutlich zu sehen (außer, natürlich, für Journalisten, denn DIE sehen nichts…), und nun haben wir die Wahrheit auch noch schriftlich.

Wie wäre es denn, wenn sich die Medien zur Bezeichnung “4. Gewalt” auch zum Herrn und Gebieter dieser 4. Gewalt bekennen würden?: der Industrie! Wobei, auch das ist kein Geheimnis, die anderen 3 Gewalten ebenfalls … in Lohn und Abhängigkeit stehen.

Vor rund 40 Jahren habe ich eine Science-Fiction-Geschichte gelesen, die aus einer Zeit stammt, die weit vor den heutigen Verhältnissen liegt, in der aber (als Element der Story) sehr hellsichtig eine Welt beschrieben wird (unsere Welt, die Erde!), wo die Staaten flächenmäßig aufgeteilt sind, wie im Mittelalter, nur daß die Besitzer der Parzellen keine Adelsfürsten, sondern Industriefirmen und Konzerne sind, Besitzer alles lebenden und toten Inventars, Herren über Leben und Tod.

Willkommen zurück im Reich der Leibeigenschaft!

Post Title: Mit sanftem Druck … verkaufen
Author: Putnam Groove
Posted: 30th August 2013
Filed As: Hochkultur, Medienmafia, Scharlatanerie
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