Auf dem Misthaufen Twitter wurde ein Misthaufen entdeckt

Posted by

Einer der Tricks bei Twitter besteht darin, sich bei existierenden Accounts anzuklemmen (ihnen zu “folgen”), um – alleine durch die Anwesenheit – Surfer zu verleiten, sich den Account und die Tweets desjenigen anzusehen, der da “folgt”.

Für diese parasitische Methode braucht man parasitische Technik. Das erledigen Bots.

Man braucht aber noch etwas: Rohmaterial für die Füllstoff-Tweets. Das wird zusammengeklaut aus anderen, gut laufenden Accounts oder zB aus Foto-Datenbanken.

Die Größe sollte man nicht unterschätzen. Ein Fotodieb kann in kürzester Zeit 100.000 geklaute Fotos bei Twitter gepostet haben. Von der Sorte gibt es nicht nur einen!

Rohmaterial für Texte beschafft man sich aus Zitat-Sammlungen, von Gandhi bis Einstein. Viele benützen auch blöde Sprüche, die – mal hier, mal da – aufgeklaubt werden. Und mit “blöde Sprüche” meine ich blöde Sprüche, insbesondere solche mit sexuellen Anspielungen. Früher oder später tauchen die Links zu Sex-Sites auf – dann ist die Verbindung eindeutig.

Sieht man sich die neuen Follower an, die Einem am Account hängen, erkennt man mit der Zeit die Methoden, entweder an den schon bekannten Fotos, die recycelt werden, an den schon bekannten Sprüchen, oder bereits am Verhaltensmuster.

Seit ich aktiv bei Twitter experimentiere, habe ich mit extremer Härte alles an Followern herausgeschmissen, was mir seltsam vorkam. Heute habe ich knapp 500 Follower, aber TAUSENDE habe ich hinausgeworfen. Wobei ich die nicht nur geblockt, sondern fast immer auch bei Twitter als Spammer gemeldet habe. Twitter hat zwar die “Report”-Möglichkeit, aber die hat einen schwerwiegenden Fehler:

    “O I’m not interested in this account
    O They are posting spam
    O Their account may be hacked
    O They’re being abusive or harmful”

Anklammernde Parasiten-Bots kann man noch immer nicht gezielt melden.

Heute morgen kam eine Meldung, die überrascht sowohl von der Zahl als auch von der Tatsache, daß endlich und überhaupt etwas unternommen wurde:

“750,000 Twitter Accounts Used by One Man for Spam Peddling
Spammer mimics real-life Twitter account structure”

http://news.softpedia.com/news/750-000-Twitter-Accounts-Used-by-One-Man-for-Spam-Peddling-476764.shtml

Der Spammer hat eine mehrstufige Struktur aufgebaut. Davor warne ich schon länger.

Bei Twitter’s mehreren hundert Millionen Accounts ist rund 1 Mio eine geringe Menge. Trotzdem wird es interessant sein zu beobachten, wie sich die Strukturen bei Twitter ändern werden. Ich kann Jedem nur raten, seine Follower einer genauen Prüfung zu unterziehen und suspekte Fälle sowohl rauszuwerfen ALS AUCH bei Twitter zu melden. Vor allem, wenn man seine eigenen Texte und Fotos nicht als Spammerfutter wiederfinden möchte. Die Diebe staffieren nämlich auch ihre Web-Farmen damit aus. Insbesondere gute Fotos sind begehrte Beute.

Post Title: Auf dem Misthaufen Twitter wurde ein Misthaufen entdeckt
Author: Putnam Groove
Posted: 25th March 2015
Filed As: DreiNull, Medienmafia
Tags:
You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

Comments are closed.

Videos, Slideshows and Podcasts by Cincopa Wordpress Plugin