Archive for the ‘Pharmamafia’ Category

Eine Organisation für Fremdwerbung in der Arztpraxis

Monday, July 9th, 2018

Im Wartezimmer des Arztes

Auf dem gar nicht so kleinen Tisch in der Mitte des Zimmers sind viele Zeitschriften ausgelegt – manche alt, manche neu – keine vom Lesezirkel, sondern Yellow-Press-Frauenzeitschriften und noch so einiges mehr. Erstaunlich, was ein Arzt für seine Patienten so alles bereit hält. Manche hat man vorher noch nie gesehen.

An der Wand hängt ein Regal, kein normales für Bücher, sondern eines jener Schau-Regale mit vorne hochstehenden Blenden, damit die Titelseiten der dahinter eingestellten Broschüren und Werbeblätter von vorne gesehen werden können.

Das Regal hängt dort schon seit längerem und ist immer gut gefüllt. Vieles ist reine Reklame, als “Information” getarnte Schriften von Pharmaherstellern.

Im Juni 2018 sind wieder neue Hefte gekommen. Auf dem Tisch liegen die druckfrischen Exemplare der “ORTHOpress”. Von der kommen immer mehrere Exemplare und die Arzthelferinnen legen den Stapel dort aus.

Groß:
http://ariplex.com/carlixon/pix/WARTEZIMMER_JUNI_2018_003.jpg

Im Regal fallen diese beiden Hefte auf, sowohl wegen des großen Formats als auch wegen ihrer Titelseiten:

Groß.:
http://ariplex.com/carlixon/pix/WARTEZIMMER_JUNI_2018_002.jpg

Groß.:
http://ariplex.com/carlixon/pix/WARTEZIMMER_JUNI_2018_001.jpg

“Den Mondeinfluß zur Gesundheitspflege nutzen” und “Louise Hay – Gesundheit für Körper und Seele” heißt es bei “Deine Gesundheit – natürliche und effektive Heilmethoden”, Heft September/Oktober 2017. Auch andere, geistig ähnlich unterbelichtete Esoterik gab es – zum Beispiel Hefte mit Astrologie. Dabei tut der Arzt sehr wissenschaftlich und überhaupt nicht der Esoterik zugeneigt. Warum ist dann so etwas in seinem Wartezimmer?

“Health – Naturheilkunde, Ernährung, Bewußtes Leben” ist ein ganz besonderes Kaliber. Gemacht ist das Heft, man sieht es am Logo oben rechts, für das “Zentrum der Gesundheit”, eine Firma, deren Angebot noch schlechter ist als ihr Ruf.

Die Verbraucherzentrale Hamburg über “Zentrum der Gesundheit”:

“ErnährungstrendsErnährungsportale: Verkauf statt Aufklärung”
https://www.vzhh.de/themen/lebensmittel-ernaehrung/ernaehrungstrends/ernaehrungsportale-verkauf-statt-aufklaerung

https://www.vzhh.de/sites/default/files/medien/166/dokumente/13-06_vzhh_Untersuchungsergebnisse_Check_Ernaehrungsportale.pdf

Groß:
http://ariplex.com/carlixon/pix/VZHH_ZDG_WEBSITE_CHECK_1_800.jpg

“Zentrum der Gesundheit” ist indiskutabel. Und dann auch noch in einer Arztpraxis…

“Zentrum der Gesundheit” geht gar nicht!

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Das Regal ist nicht sehr dick, sein Zweck ist die Schau nach vorne. Wer achtet da schon auf den Aufkleber an der Seite, sehr dezent so angebracht, daß er zur Wand hin zeigt, neben den Stuhl in der Ecke? Die Schrift ist so klein, daß man sie auch nur aus der Nähe entziffern kann. Man hält den Aufkleber, wie in der Möbelbranche üblich, für Angaben des Herstellers.

Der Aufkleber:

Groß:
http://ariplex.com/carlixon/pix/IDS_WANDREGAL_AUFKLEBER_JUNI2018_1.png

Der Text:

[*quote*]
——————————————
Dieses Display ist Eigentum der IDS Deutschland.

Das Einlegen von Fremdbroschüren ist untersagt.

IDS Deutschland
Klostergut Fremersberg
D-76530 Baden-Baden
T 07221 39 39 639
F 07221 39 39 666

Informationen zum IDS Service
info@medi-service.de
www.medi-service.de
——————————————
[*/quote*]

.

Das Regal gehört gar nicht dem Arzt, sondern einer Firma, die es dort aufgehängt hat und über ihr Eigentum wacht!

.

Wer ist “IDS Deutschland”? Wer ist “medi-service.de”?
.

    http://medi-service.de
    [*quote*]
    ——————————————
    Servicegesellschaft für Informationen im Gesundheitswesen

    Medi-Service

    Mehrere zehntausende Ärztinnen und Ärzte lassen sich in Deutschland kostenfrei ihre Praxen mit dem Service an Gesundheitsinformationen beliefern und betreuen.

    Der Vorteil: alles kostenfrei, informativ und Ihre Räume werden inhaltlich gepflegt und geordnet.

    Ihr Servicenutzen als Arzt für Ihre Patienten wird weiter bereichert.

    Ihre Patienten danken es Ihnen.

    Sie freuen sich über Warenproben, lesenswerte Zeitschriften und Einzelinformationen zu Gesundheitsthemen.

    Eine Arztumfrage ergab für den Service die ?-Note 1.6.

    Die Qualität der Informationen und Programmthemen wurde mit der Note 1.8 bewertet.

    So einfach gehts:

    IDS montiert das Display in ca. 30 min und bestückt es in regelmäßigen Abständen mit interessanten

    Arztinformationen, Zeitschriften, Ratgeber, Broschüren zu den unterschiedlichsten Gesundheitsthemen, die das Umfeld Ihrer ärztlichen Fachrichtung tangieren.

    Dazu gibt es Muster- und Warenproben für Sie und Ihre Patienten.

    Mediposter ergänzen die angesprochenen Themen.

    IDS bietet durch eine fünfstellige Zahl angeschlossener Ärzte den Verbrauchern Zugang zu gesundheitlichen Verbraucher- und Ratgeberthemen.

    IDS sorgt so für aktiv angenommene Gesundheitsinformtionen bei der Bundesbevölkerung, bei Ärzten, Apothekern und tariert divergierende Informationsbedürfnisse zwischen den medizinischen Experten und den Vermarktungsintentionen der Pharma- und Konsumgüter -Industrie und institutionellen Partnern aus.

    mediservice A

    IDS – Information-Display-Service

    IDS bietet durch eine fünstellige Zahl angeschlossener Ärzte den Verbrauchern Zugang zu gesundheitlichen Verbraucher- und Ratgeberthemen.

    Dies koordinert und distribuiert IDS als Koordinierungsstelle und Exekutivorganisation.

    IDS sorgt so für aktiv angenommene Gesundheitsinformtionen bei der Bundesbevölkerung, bei Ärtzen, Apothekern und tariert divergierende Informatinosbedürfnisse
    zwischen den medizinischen Experten und den Vermarktungsintentionen der Pharma- und Konsumgüter -Industrie und institutionellen Partnern aus.

    mediserviceB

    Impulskontakt
    Contact us
    dc881

    Wir sind gerne für Sie da. Montag bis Freitag 8.00 bis 17.00 Uhr.

    Klostergut Fremersberg
    76530 Baden-Baden
    Telefon: 49 (0)7221 39 39 639
    Email: impuls@ids-deutschland.de

    impuls@IDS-Deutschland.de

    Medi-Service
    Klostergut Fremersberg
    76530 Baden-Baden
    http://www.hauckautoren.de

    Impressum

    Verantwortlich für den Inhalt:

    IDS Information -Display -Services GmbH Deutschland
    Klostergut Fremersberg
    D-76530 Baden-Baden
    Tel. 49 (0)7221 39 39 639
    Fax 49 (0)7221 39 39 666

    eMail: impuls@ids-deutschland.de

    Geschäftsführung Deutschland / D:
    Peter Wolf, Dipl.-Betriebswirt (BA) Hon. Doz. (DH)
    Mitgl. Prüf.-Kom. (DH)

    Geschäftsführung / Holding / NL – Niederlande:
    Dr. Paul J. C. Smulders
    Hans C. W. de Cler

    Handelsregister: Amtsgericht Mannheim
    HRB 711 244, USt.-IdNr.: DE 157030423

    Grafik, Script & Realisation:

    Movision Design
    Agentur für online & Print Medien
    Schlosserstr. 16

    76437 Rastatt

    Internet: www.movisiondesign.de
    eMail: info@movisiondesign.de

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    Für externe Links wird keine Haftung Übernommen.
    Copyright © 2016. IDS-Deutschland. All rights reserved. Design by movisiondesign.de
    ——————————————
    [*/quote*]

Aber das ist noch nicht alles! So richtig interessant wird es, wenn man vor Ort nachhakt – und dabei unter anderem erfährt:

Wer eine Arztpraxis hat, kann an dem Segen der Information teilhaben und muß dazu lediglich einen Vertrag unterschreiben. Das Regal stellt die Firma, und sie befüllt es auch. 4x im Jahr.

Die Regalauffüller kommen unangemeldet und machen alles selbst. Weder Arzt noch Arzthelferinnen müssen sich um etwas kümmern. Wie angenehm.

Möchte man den Servicevertrag kündigen, ist auch das kein Problem: In 6-8 Wochen kommt Jemand vorbei und das Regal wird abgebaut.

Nun gibt es bei der Angelegenheit ZWEI Seiten: den Arzt, der sein Wartezimmer zur Verfügung stellt, und dann diejenigen, die den Inhalt liefern.

Die Firma ist nur der Vermittler und Organisator. Der eigentliche Inhalt kommt von Firmen, die ihre Werbung in die Arztpraxis bringen wollen. Eines ist ja klar: Es geht um Werbung. Nur um Werbung. Umsonst ist der Tod, und der kostet das Leben. Wie passend: in der Arztpraxis beides so nahe bei einander…

Aus der Sicht eines Händlers oder Diensteanbieters sieht die Sache so aus:

Die Firma verteilt 4x im Jahr und besucht dazu die vertragsgebundenen Ärzte. Je nach Materie kann sich der Anbieter Bereiche heraussuchen, zum Beispiel geographisch oder nach Praxisausrichtung, zum Beispiel “Allgemeinmediziner”. Davon gibt es 8000, sagte man mir.

Ein Auszug aus dem Angebot, wie es mir mitgeteilt wurde:

8000 Allgemeinmediziner
5400 Gynäkologen
4500 Kinderärzte
1500 Urologen
3000 Dermatologen
2000 Orthopäden
4500 Zahnärzte
1000 Kardiologen

Das ist beachtlich. Wer als Patient hätte davon etwas geahnt?

Auch Mütter sind ahnungslos darüber, daß es im Angebot gibt

7000 Hebammen

Da wundern

300 Kliniken

kein bißchen. Ganz überraschend für Alle dürfte sein:

10000 Kindergärten

Eine Welt für sich. Reklame in der Arztpraxis und in Kliniken, bei Hebammen und sogar im Kindergarten.

Orthopäden, um auch das zu erwähnen, werden nicht so oft besucht. Es hängt eben alles von der medizinischen Fachrichtung ab.

Die Kosten sind dagegen wohl ungefähr gleich: 2,40 Euro pro Besuch. Dabei ist es weniger wichtig, ob es sich um große und schwere Magazine handelt oder um Reklameflyer wie diesen:

Vorderseite eines Flyers für ein homöopathisches Mittel

Groß:
http://ariplex.com/carlixon/pix/WARTEZIMMER_JUNI_2018_HOMEO_ORTHIM_1.jpg

Innenseite des Flyers für ein homöopathisches Mittel

Groß:
http://ariplex.com/carlixon/pix/WARTEZIMMER_JUNI_2018_HOMEO_ORTHIM_1.jpg

.
Dieser Flyer ist gezielte Reklame für ein Medikament. Als Fremdreklame ist diese Reklame für Ärzte eindeutig verboten. Aber sie findet statt. Wer ist dafür verantwortlich?

Zunachst einmal der Hersteller und der Händler, die den Werbeauftrag zum Verteilen erteilen. Und natürlich der Arzt, in dessen Praxis all das abläuft. Er ist der Hausherr und er ist haftbar.

Damit kommen wir zu der FÜR JEDEN wichtigen Frage:

Kann ein Arzt sich aussuchen, was in dem Regal ausgestellt wird?

Die Antwort ist: NEIN!

Hier gerät man in Bereiche des Staunens, des fassungslosen Staunens … und der erschütternden Erkenntnis, daß der Arzt, dem man vertraut, wohl doch nicht so ganz der Wahre ist, für den man ihn immer gehalten hat.
.

Zurück zum Geld, das ist doch für die Firma und ihre Auftraggeber das Wichtigste. Pro Praxisbesuch 2,40 Euro pro Flyer oder Magazin. Will der Hersteller den gezeigten Flyer in die 8000 Praxen “Allgemeinarzt” auslegen lassen, kostet ihn das rund 19.000 Euro.

Dafür liegen die Flyer dort bis zum nächsten Besuch – 3 Monate.

Üblicherweise – das scheint ein Erfahrungswert zu sein – werden 10 Exemplare ausgelegt. Abgesehen von den Kosten für Entwurf und Druck der 80.000 Flyer sind das 19.000 Euro für 80.000 Stück. Das Auslegen eines einzelnen Exemplars kostet also rund 24 Cent. Das ist ein beachtlicher Betrag. Auch das hätte ein Patient ganz bestimmt nicht gedacht, wenn er so einen Flyer im Wartezimmer findet.

Der Arzt stellt sein Wartezimmer zur Verfügung, bekommt dafür allerdings kein Geld bezahlt! Nein, das viele Geld wandert in die Kasse der Firma…!

Mit einer Tabelle der Daten der Kassenärzlichen Bundesvereinigung (
http://gesundheitsdaten.kbv.de/cms/html/17077.php) habe ich in 2 Spalten die Zahlen verglichen:

Links die Zahlen der in Deutschland insgesamt tätigen Ärzte in Praxen und rechts habe ich die Zahlen der mit IDS vertragsgebundenen Ärzte eingetragen [1]:

Tabelle:
[*quote*]
——————————————–
AMBULANT TÄTIGE ÄRZTE in 2016 mit IDS-Vertrag
———————————————————
insgesamt ………………….151.989 18.900
Allgemeinärzte …………….. 41.032 8.000
Anästhesisten ……………… 3.930
Augenärzte ………………… 6.097
Chirurgen …………………. 4.656
Frauenärzte ……………….. 11.500 5.400
HNO ………………………. 4.413
Haut ……………………… 4.443 3.000
Internisten ……………….. 25.289
Kardiologen ……………….. ?.??? 1.000
Kinderärzte ……………….. 7.244 4.500
Kind.-Jug.-Psychiater ………. 1.127
MKG-Chirurgen ……………… 1.212
Nervenärzte ……………….. 7.821
Orthopäden ………………… 7.222 2.000
Radiologen ………………… 3.787
Urologen ………………….. 3.094 1.500
ärztl. Psychotherapeuten ……. 3.041
gesonderte fachärztl. Versorgung 4.916
sonstige Fachgebiete ……….. 619
ohne Facharztbezeichnung ……. 10.546

Hebammen ………………….. 7.000
Kliniken ………………….. 300
Zahnärzte …………………. 4.500
Kindergärten ………………. 10.000
——————————————
[*/quote*]

Laut http://www.ids-deutschland.de/cms/#copartner sind es 18.900 Vertragsärzte. Die Summe der mir genannten Zahlen ist jedoch 27.900. Ist IDS in der Web-Seite zurückhaltender oder ist diese nur nicht auf dem neuesten Stand? Nachprüfen kann man das als Außenstehender leider nicht.

Aber schauen wir doch einmal, wie die Verteilung grob aussieht:

Selbst bei der zurückhaltenden Zahl von 18.900 Vertragsärzten wäre das jeder achte Arzt in Deutschland.

Bei den Allgemeinärzten wäre es rund jeder fünfte.

Bei den Frauenärzten wäre es rund die Hälfte und bei den Hautärzten mehr als 2/3!

Bei den Kinderärzten wären es 62 Prozent und bei den Urologen 48 Prozent.

Das alles ist alles andere als eine Kleinigkeit. Und all das, diese gesamte Hintergrundinformation, geht an der Bevölkerung vorbei. Aber das nicht: die geballte Reklamedusche, die Einen in der Arztpraxis heimsucht.

Was schreibt http://medi-service.de in ihrer Web-Site?:

[*quote*]
——————————————
Medi-Service

Mehrere zehntausende Ärztinnen und Ärzte lassen sich in Deutschland kostenfrei ihre Praxen mit dem Service an Gesundheitsinformationen beliefern und betreuen.
——————————————
[*/quote*]

Mehrere zigtausend Ärzte überlassen ihr Wartezimmer einer Firma, die autonom entscheidet, was sie dort an Reklame verteilt.

Warum tun sie das?

Warum sollten Ärzte ein Interesse daran haben, in ihrer Praxis Reklame auszulegen OHNE dafür bezahlt zu werden? Noch dazu, wo sie über Art und Umfang der Reklame nicht mitbestimmen können…

In

“Das Wartezimmer als Spiegel der Arztpraxis”
http://ariplex.com/folia/archives/2115.htm

habe ich das schon angedeutet: “Kommerzielle Interessen” kann es in zwei Richtungen geben:

1. Geld einnehmen

2. Ausgaben einsparen

Während es leicht ersichtlich ist, daß Werbung in einer Arztpraxis Geld einspielt, ist das Gegenstück schwerer zu durchschauen.

Bei Werbung in einer Arztpraxis denkt man Leistungen, die dem Arzt Geld BRINGEN. Also zum Beispiel IgeL-Leistungen, für die der Arzt bei Durchführung bezahlt wird.

Der Betrieb einer Arzt-Praxis bedeutet jedoch auch Ausgaben. Wenn für eine bestimmte Sache weniger oder gar kein Geld bezahlt werden muß, ist dies für den Arzt ein geldwerter Vorteil. Der kann sich dadurch einstellen, daß zum Beispiel Leistungen für den Arzt kostenlos erbracht werden oder durch kostenlose Leistungen ersetzt werden. Wobei die Frage ist, was für Leistungen das überhaupt sind. Denn: Wer gewerblich in einem harten gewerblichen Umfeld eine Leistung kostenlos erbringt, tut dies nicht altruistisch, sondern aus wirtschaftlichem und oder politischem Kalkül.

Wer erbringt die Leistung für den Arzt kostenlos? Der Reklameverteiler. Nicht altruistisch, sondern von seinen Auftraggebern gut bezahlt.

Welchen Vorteil hat dann der Arzt? Sehr einfach: Er muß seine Patienten bei Laune halten, während sie im Wartezimmer “in der Pipeline” sind und darauf warten zu ihm ins Untersuchungs- bzw Behandlungszimmer zu kommen. Was im Wartezimmer ausliegt, dient der Unterhaltung, ist Beschäftigungstherapie. Dafür werden normalerweise Zeitschriften von Lesezirkeln benutzt. Lesezirkel kosten Geld. Ich hatte grob geschätzt einen Betrag von monatlich 50 Euro angenommen für das, was so an Lesezirkel-Zeitschriften in einem normalen Wartezimmer ausliegt. Zur Probe habe ich mir ein Angebot machen lassen.

Das Angebot des Leserkreises DAHEIM

Wenn ich mich nicht verrechnet habe und auch das Kleingedruckte richtig verstanden habe, war meine Vermutung richtig: ca 53 Euro pro Monat kostet ein Abonnement mit 20 Zeitschriften, ein Sonderpreis mit erheblicher Vergünstigung.

Die 53 Euro gelten für NEUE Hefte. Nimmt man solche mit 2-3 Wochen nach Erscheinungstermin, wird es noch einmal deutlich billiger.

Das heißt: “53 Euro ausgeben” auf der einen Seite versus “nichts ausgeben und mittels Regalfüller die Patienten verkaufen” auf der anderen Seite.

Ein Arzt, der sich ein Regal ins Wartezimmer hängen läßt, spart damit im Monat rund 50 Euro. Das ist alles. 50 Euro. Dafür verkauft er, ein Mitglied der Gruppe der Gut- und Bestverdienenden in Deutschland, seine Patienten an eine Reklameverteilerfirma und deren Auftraggeber.
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Das Angebot des Leserkreises DAHEIM:
ca 18 MB
http://ariplex.com/carlixon/pix/ANGEBOT_LESERKREIS_DAHEIM_JUNI_2018.zip

Lesen Sie das Angebot. Vielleicht ist auch für Sie etwas dabei. Als Gewerbetreibender muß man etwas für seine Kunden tun. Aber auch als Großfamilie oder auch nur Jemand, der mit seinen alten Eltern zusammenlebt: gedruckte Neuigkeiten sind Dinge aus einer alten Welt, die es immer noch gibt. Bedenken Sie dabei: Das sind Dinge, die man schwarz auf weiß in der Hand hat. Dinge, die Einem nicht wie im Internet “ganz individuell” untergejubelt werden.

Jeder, der eine gedruckte Zeitschrift liest, hat die gleiche Zeitschrift wie alle Anderen. Das ist in der heutigen Welt der Lügen eine immer wichtigere Eigenschaft.
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Wie seriös ist “Zentrum der Gesundheit”?

Kommen wir zurück zum eingangs genannten Magazin “Health – Naturheilkunde, Ernährung, Bewußtes Leben” vom “Zentrum der Gesundheit”. Im März 2017 hat “Pflanzenhunger” bei Youtube zur Frage der Seriosität ein Video hochgeladen:

“Wie seriös ist “Zentrum der Gesundheit”?”
https://www.youtube.com/watch?v=IjXF8hozyVI

[*quote*]
——————————————
Pflanzenhunger
Published on Mar 19, 2017

Ihr habt mich gefragt – ich hab recherchiert!
Wer steckt hinter dem Portal “Zentrum der Gesundheit”? Sind die Informationen dort verlässlich oder ist die Seite unseriös?
Und was hat es mit dem angegliederten Shop auf sich?
——————————————
[*/quote*]

“Pflanzenhunger” hat mehrere Web-Seiten ausgegraben:

“Zum weiter lesen”

Verbraucherzentrale Hamburg
“Ernährungstrends
Ernährungsportale: Verkauf statt Aufklärung”
https://www.vzhh.de/themen/lebensmittel-ernaehrung/ernaehrungstrends/ernaehrungsportale-verkauf-statt-aufklaerung
https://www.vzhh.de/media/396

“Stellungnahme” vom ZdG:
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/verbraucherschutz-hamburg-ia.html
.

Erwähnte Artikel vom “Zentrum der Gesundheit”:

“Krebs und Natron”::
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/backpulver-gegen-krebs.html
http://web.archive.org/web/*/https://www.zentrum-der-gesundheit.de/backpulver-gegen-krebs.html
http://web.archive.org/web/20100807150419/https://www.zentrum-der-gesundheit.de/backpulver-gegen-krebs.html
http://archive.is/YURc4

“Natürliches AIDS-Medikament”::
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/aids-medikament-ia.html
http://web.archive.org/web/20130606190212/http://www.zentrum-der-gesundheit.de/aids-medikament-ia.html
http://archive.is/6XLL7

“Brustkrebs-Selbstheilung”:
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/brustkrebs-selbstheilung-16080462.html
http://web.archive.org/web/20170226064735/http://www.zentrum-der-gesundheit.de/brustkrebs-selbstheilung-16080462.html
http://archive.is/ujpSp

“Über uns”-Seite im Web Archive:
https://web.archive.org/web/*/https://www.zentrum-der-gesundheit.de/wer-wir-sind.html
https://web.archive.org/web/20110304225735/https://www.zentrum-der-gesundheit.de/wer-wir-sind.html
http://archive.is/Yt3mA
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Ein gutes Beispiel dafür, wie Web-Seiten entweder ganz verschwinden können oder im Lauf der Zeit immer wieder inhaltlich geändert werden. Was ist da noch sicher? GAR NICHTS!

Auf der anderen Seite ist es allerdings nicht so, daß bedrucktes Papier immer die Wahrheit bringt. Gerade bei “Zentrum der Gesundheit” ist höchste Vorsicht geboten! Das wichtige Detail dabei ist: daß man so ein gedrucktes Etwas als Beweismittel hat. Und das habe ich. Aus dem Wartezimmer des Arztes.
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Die archivierten Web-Seiten des “Zentrum für Gesundheit” beweisen, daß man vor dem “Zentrum der Gesundheit” warnen muß. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat es bereits getan. Und sie sollte es wieder und wieder tun. Solche Dinge wie die des “Zentrum für Gesundheit” gehören nicht in eine Arztpraxis. Auch nicht ins Internet. Die sind außerhalb JEGLICHER Diskussion.

Die gehören nicht in eine Arztpraxis. Und doch sind sie da. In einem Regal der Firma IDS. Wer ist dafür verantwortlich?

Das ist auch kein Einzelfall. Immer wieder und wieder sind höchst zweifelhafte Hefte höchst zweifelhaften Inhalts im Wartezimmer. In wieviel tausend Praxen in Deutschland?

Es geht nicht um das eine Heft von “Zentrum der Gesundheit”, denn das ist nur EIN Beispiel. Es geht um das gesamte System, bei dem geltende Gesetze eiskalt gebrochen werden. Es geht um ein System, das dieses Beispiel durchgezogen hat. Es geht um ein System, bei dem Millionen Patienten systematisch hintergangen, indoktriniert und ausgebeutet werden.

Wer ist IDS? Wer steckt dahinter? Warum hat noch niemand etwas gegen diese Organisation getan? “Mehrere zehntausende Ärztinnen und Ärzte lassen sich in Deutschland kostenfrei ihre Praxen mit dem Service an Gesundheitsinformationen beliefern und betreuen.” heißt es.

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Ich frage nicht, ob wir in einer Bananenrepublik leben, denn die Antwort kennen wir schon. Ich hätte lediglich gerne eine Revolution.

Was tun? Man gibt das Thema einem Journalisten…

Friday, July 6th, 2018

Hin und wieder gibt es Themen, für die ist ein kleiner Blog viel zu klein. Handfeste Skandale gehören vor ein großes Publikum. Was tun? Man gibt das Thema einem Journalisten.

Man gibt das Thema einem Journalisten. Leichter gesagt als getan. Zuerst muß man nämlich einen finden, der etwas mit dem Thema machen könnte. Dann muß man einen finden, der Einem zuhört. Und das Schlimmste: Man muß einen finden, der die Sache auch begreift. Das sind große Hürden – und oft habe ich hinterher festgestellt, daß es einfacher gewesen wäre, doch selbst über das Thema zu schreiben. Einfacher und schneller, denn bis man dem Journalisten etwas erklärt und er es begriffen hat, hätte man die Sache längst dreimal selbst geschrieben. Gespräche mit Journalisten kosten Zeit und Nerven…

Im Laufe der Jahre habe ich mit Zeitungsredaktionen und Fernsehredaktionen zusammengearbeitet, von der Hamburger Morgenpost über TV2 in Norwegen über RAI 3 in Italien bis Radio Canada. Nicht oft. Aber es hat gereicht.

Es ist ja nicht so, daß jedes Thema sofort aufgegriffen und verarbeitet wird. Nein, das ist die extrem seltene Ausnahme. In der Regel werden Themen beschnuppert, liegen gelassen und vergessen. Das erfährt man natürlich erst, wenn es längst zu spät und das Thema wie Gemüse auf dem Wochenmarkt verwelkt ist. Viele Themen haben nur eine sehr begrenzte Haltbarkeit.

Meine erste größere Zusammenarbeit mit einem Sender war 2005 – und sie kostete Nerven. Ich hatte mehrere Texte bereits fertig und konnte sie auf den Server laden, aber das hätte die Recherchen der Redaktion beeinträchtigt. Deswegen hielt ich die Web-Seiten zurück. Mehr als 1/2 Jahr. Es kostete Nerven.

Das Thema kam durch, es wurde gesendet und es war ein Erfolg. Die meisten anderen Themen, auch große Skandale, gingen jedoch ein wie Primeln.

2006 hatte ich einen Buchtext über Impfgegner fertig, eine sehr, sehr umfangreiche Recherche- und Schreibarbeit – und der Verlag wollte sich nach dem Papstbesuch wieder bei mir melden. Man war jedoch so faul, daß man mir nicht einmal eine Absage schickte.

Ich habe den Text dann als eigenständige Domain veröffentlicht, auf

“Impfkritiker
Was man über sie wissen sollte,
wenn man überleben will”
http://www.pharmamafia.com
http://www.impfkritiker.de und
http://www.pharmamafia.de

Es ist der größte und umfangreichste Text, der je über Impfkritiker und deren Hintergründe gemacht wurde. Von mir stammt nur ein Teil des Materials, denn mehrere Autoren haben mir freundlicherweise Teile ihrer Arbeit kostenlos zur Verfügung gestellt.

2009 gab es den Rigividerm-Skandal. Mein fertiger Text gefiel nicht. Also habe ich ihn erweitert und selbst veröffentlicht:

“Der Regividerm-Skandal
Der größte deutsche Medienskandal seit dem 2. Weltkrieg”
http://www.kindersprechstunde.at

Der eigentliche Skandal waren nicht die Vorgänge im WDR selbst, sondern das bundesweite Totschweigen des Skandals. Ein ganz bewußtes Versagen der Medien, die in Nibelungentreue einen der ihren vor der Kritik schützten. Daß die Medien die 4. Macht im Staate sein sollten, daß sie objektiv berichten sollten, oh je, eine schöne Mär. Die Realität ist eine Wagenburg, und wehe dem, der sich ihr nähert…

2010 wurde ein großer Ring von Hamer-Praktizierern entdeckt. Mehr als 1000 Beteiligte. Nichts geschah.

2016 wurde dieser Ring wiederentdeckt mit inzwischen rund 2000 Beteiligten. Nichts geschah.

2017 und 2018 wurden wieder Journalisten informiert. Nichts geschah. Da ist ein riesiger, vermutlich sogar Europa-weiter Skandal, aber die Journalisten schweigen.

“Rückgrad”
http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?board=432.0

“2010: Meldung an den ORF”
http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=9657.0

Rund 2000 “Ausgebildete” in einer sogenannten “Dorn-Therapie”, bei der jedoch außer Dieter Dorn (ein einfacher Mann aus dem Volk, der Medizin macht, indem er den Leuten auf dem Rücken herumdrückt), der die bekannte Zentralfigur ist, eine weitere Person mitspielt: der kriminelle Psychopath Ryke Geerd Hamer, beziehungsweise dessen “Germanische Neue Medizin”, die beim Unterricht nicht nur unterrichtet wurde, sondern ein ganz zentraler Teil der “Ausbildung” ist, wo in großen Postern zu den Knochen usw. die jeweiligen Hamer’schen Erklärungen eingetragen sind.

Ob Hamer davon wußte, ist unerheblich. Der war sowieso wütend auf die Nachahmer und Raubkopierer, die mit “seiner” “Germanischen Neuen Medizin” Geld machen. Viel wichtiger ist die Frage, ob Dieter Dorn wußte, was dort geschah. Leider starb er 2011, so daß man ihn nicht mehr fragen kann. Aber vor seinem Tod war er im Trainingszentrum und muß deswegen die Schulungsmaterialien gesehen haben. Es sei denn, man hat sie ihm ganz bewußt verschwiegen, was ich aber nicht glaube, denn bei 2000 Personen wird die eine oder andere früher oder später doch den Kontakt mit dem Meister gesucht und mit ihm gesprochen haben über die Ausbildung.

Man muß sich die Tragweite einmal vorstellen: Da gibt es rund 2000 Menschen, die als “Heiler” (oder mit welcher Bezeichnung auch immer) Menschen behandeln, und die mit der Germanischen Neuen Medizin nach Ryke Geerd Hamer indoktriniert wurden. Alle Welt denkt, daß die Dorn-Therapie eine rein manuelle Therapie ist – und in Wahrheit ist ein 2000 Mann starkes internationales Netzwerk von Hamer-Anhängern unter diesem Tarnmantel aktiv, außer in Deutschland auch in mehreren anderen europäischen Ländern. Es wird sogar staatlich gefördert. Es gibt einen Bundesverband. Es gibt Landesverbände. Und so weiter. Ein Skandal, der zum Himmel stinkt.

Und Niemand ahnt etwas davon.

Und die Journalisten … schweigen.

In Gelsenkirchen gibt es eine Kinderklinik, die nach Ryke Geerd Hamer’s Germanischer Neuer Medizin behandelt.

“Hamer-Anhänger in der Kinderklinik”
http://www.klinikskandal.com

Und die Journalisten schweigen.

Eigentlich sollten Journalisten sehr beredt sein und ausgiebig über Skandale und Verbrechen berichten.

Eigentlich…

Eigentlich sollten Journalisten lesen und verstehen, sie sollten zuhören und schreiben können.

Eigentlich.

2014 habe ich den Betrug Homöopathie geknackt. Haben Journalisten darüber berichtet? Nein, kein einziger.

Hier sind einige meiner Texte zum Thema:

“Homöopathie: Das Rätsel der “Erstverschlimmerung” gelöst”
http://ariplex.com/folia/archives/565.htm

“Homöopathie: Die “Potenzierung” ist entlarvt als ein Hütchenspielertrick”
http://ariplex.com/folia/archives/570.htm

“Homöopathie ist nichts anderes als Trickbetrug und organisierte
Kriminalität und Korruption”
http://ariplex.com/folia/archives/585.htm

“Beweisstück der Anklage: Auszug aus dem Homöopathischen Arzneibuch”
http://ariplex.com/folia/archives/643.htm

“Beweisstück der Anklage: das Homöopathische Arzneibuch”
http://ariplex.com/folia/archives/647.htm

“Wenn Journalisten pfuschen”
http://ariplex.com/folia/archives/406.htm

Ich will das natürlich nicht überbewerten. Jeder 4.- oder 5.-Klässler hätte das auch gekonnt! Homöopathie ist wirklich ganz einfach. Man muß nur verstehen, wie sie funktioniert. Dazu muß man lesen – und man muß genau hingucken. Zugegeben, ich habe 12 Jahre gebraucht, bis ich darauf gekommen bin. Aber ich habe es geschafft. Ich habe das geschafft, was Millionen Menschen in 220 Jahren nicht geschafft haben. Aber wenn ich mir ansehe, was Journalisten so alles NICHT schaffen, wundert mich gar nichts mehr. Es ist ein Wunder, daß überhaupt etwas funktioniert…
.

2015, ein Jahr später, begann mit Material aus den USA eine sehr aufwendige Recherche über den Betrüger Dewayne Lee Smith und seine Komplizen, die von Saltlake City bzw Herriman in Utah aus ein Wundermittel “BX Protocol” vermarkten (sie tun es immer noch), und die Verbindungen bis in die Schweiz und Großbritannien haben.

“The Dewayne Lee Smith files, BX Protocol, Delta Institute, Utah”
http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?board=427.0

Deutsche Journalisten? Fehlanzeige. Nichts. Niemand. Kein einziger Artikel. Gründe wurden keine genannt.

In den USA gibt es einen Paul van Osdol, der bei einem TV-Sender ist, der (unbeabsichtigt) für die Betrügerbande Reklame gemacht hatte. Das reizt natürlich, die Scharte auszuwetzen. Doch er versagte auf der ganzen Linie. Die wirklich riesige Masse an Material (fast 200 MegaByte) wurde kein bißchen berücksichtigt. Statt dessen glänzte er mit einem Hinweis auf die journalistische Ethik.

Einen solchen Hinweis kannte ich schon – von einer Journalistin, die ich seinerzeit als einer der ersten in Deutschland auf Material zum Bombenbau hinwies, das im Netz kursierte. Ich bot ihr damals an, ihren Artikel vor Veröffentlichung kurz zu prüfen, um sicherzustellen, daß inhaltlich alles einwandfrei ist. Sie lehnte erbost ab – mit dem wütendem Hinweis auf “journalistische Ethik”. Der Artikel war denn auch …

Die Fehler wären zu vermeiden gewesen. Aber das widersprach ja ihrer journalistischen Ethik – oder was sie dafür hielt.

Über Paul van Osdol habe ich hier berichtet:

“Paul van Osdol and ‘BX Protocol’ – or: how badly can a ‘journalist’ mess up?”
http://ariplex.com/folia/archives/1555.htm

Merke: Wenn jemand auf “journalistische Ethik” pocht, ist Gefahr im Verzug. Am besten, man schreibt den Artikel selbst, dann stimmt er auch.
.

Es gibt noch weitere Fälle totalen Versagens. Nicht nur bei Journalisten, auch bei anderen Berufsgruppen. So bei weltberühmten Filmschauspielern wie Geena Davis, Tommy Lee Jones, und noch rund 20 anderen. Bei meinen Recherchen über die Hamer-Szene und einen ihrer Ableger, die “Meta-Medizin”, bzw “Meta-Health”, wie man dann umfirmierte, war ich 2007 darauf gestoßen.

“Meta-Health is murder”
“Meta-Medizin ist Mord”
http://www.healbreastcancerawards.org

Ich habe seinerzeit sogar mit dem Büro von Arnold Schwarzenegger, damals noch Gouverneur von Kalifornien, Kontakt aufgenommen. Keine Chance. Nichts.

Und die Journalisten? Schweigen.

Über die Meta-Mediziner hat erst TV2 in Norwegen berichtet. Dort hatte es durch die Meta-Mediziner mehrere Todesfälle gegeben.

.

Hin und wieder gibt es Themen, für die ist ein kleiner Blog viel zu klein. Handfeste Skandale gehören vor ein großes Publikum. Was tun? Man gibt das Thema einem Journalisten.

Wie wäre es mit einem bundesweiten Skandal, bei dem 20.000 Ärzte beteiligt sind? Wäre das kein Thema?

Ein Thema schon. Aber für Journalisten?

Im Juni 2018 bekam ich Material, das ich an mehrere Journalisten weitergab. Gibt man es EINEM Journalisten, wird nichts draus. Und mehreren?

Nachdem ich die Journalisten informiert hatte, geschah … nichts. Nichts. Und nichts.

Weil ich den Drang gewisser Kreise kenne, sich groß in Szene zu setzen mit Themen, die SIE angeblich entdeckt und recherchiert haben, habe ich mir das Vergnügen gemacht, beizeiten eine Boje auszusetzen, scheinbar ganz unverfänglich und ohne Hinweis auf den eigentlichen Kern des Skandals:

“Das Wartezimmer als Spiegel der Arztpraxis”
http://ariplex.com/folia/archives/2115.htm
.
Faites vos yeux!

Das Wartezimmer als Spiegel der Arztpraxis

Wednesday, June 20th, 2018

Die Bundesärztekammer veröffentlicht online in einem mit Datum März 2017 versehenen PDF eine Bekanntmachung:

.
Darin heißt es unter anderem:

    [*quote*]
    ———————————————–
    1.1. Berufsbezogen, sachlich, angemessen

    § 27 Abs. 1 MBO-Ä definiert den Patientenschutz als Regelungs-
    zweck der berufsordnungsrechtlichen Vorschriften für ärztliche
    Information und Werbung. Eine dem Selbstverständnis der Ärz-
    teschaft zuwiderlaufende Kommerzialisierung des Arztberufes
    durch Werbung soll vermieden werden.

    Der Wortlaut der MBO-Ä knüpft unmittelbar an die Recht-
    sprechung des Bundesverfassungsgerichts an. Danach liegt der
    Schutz des Vertrauens der Patienten in die Integrität der Ärzte-
    schaft im Interesse der Allgemeinheit. Patienten sollen darauf
    vertrauen können, dass sich Ärzte nicht von kommerziellen In-
    teressen leiten lassen. Dementsprechend könne Verhaltenswei-
    sen entgegengewirkt werden, die den Eindruck vermitteln, der
    Arzt stelle die Erzielung von Gewinn über das Wohl seiner Pa-
    tienten und deren ordnungsgemäße Behandlung.

    ———————————————–
    [*/quote*]

“Kommerzielle Interessen” kann es in zwei Richtungen geben:

1. Geld einnehmen

2. Ausgaben einsparen

Während es leicht ersichtlich ist, daß Werbung in einer Arztpraxis Geld einspielt, ist das Gegenstück schwerer zu durchschauen.

Bei Werbung in einer Arztpraxis denkt man Leistungen, die dem Arzt Geld BRINGEN. Also zum Beispiel IgeL-Leistungen, für die der Arzt bei Durchführung bezahlt wird.

Der Betrieb einer Arzt-Praxis bedeutet jedoch auch Ausgaben. Wenn für eine bestimmte Sache weniger oder gar kein Geld bezahlt werden muß, ist dies für den Arzt ein geldwerter Vorteil. Der kann sich dadurch einstellen, daß zum Beispiel Leistungen für den Arzt kostenlos erbracht werden oder durch kostenlose Leistungen ersetzt werden. Wobei die Frage ist, was für Leistungen das überhaupt sind. Denn: Wer gewerblich in einem harten gewerblichen Umfeld eine Leistung kostenlos erbringt, tut dies nicht altruistisch, sondern aus wirtschaftlichem und oder politischen Kalkül.

.

Die Ärztekammer Nordrhein stellt am 24.5.2017 klar und mißverständlich fest:

    https://www.aekno.de/page.asp?pageId=17135&noredir=True

    [*quote*]
    ———————————————–
    Kein generelles Werbeverbot für Ärzte

    Es ist wichtig, klar zwischen Eigenwerbung des Arztes und (gewerblicher) Produktwerbung zu unterscheiden.

    Information und Werbung für die freiberufliche Tätigkeit von Ärzten sind durch das Grundrecht auf freie Berufsausübung in Artikel 12 Abs. 1 GG geschützt. Ärzte dürfen danach die Öffentlichkeit über ihre Berufstätigkeit informieren und für ihr Leistungsangebot gegenüber Patienten werben. Wie die anderen Bereiche ärztlicher Berufsausübung unterliegt aber auch Werbung gewissen Regularien. Gesetzliche Einschränkungen ärztlicher Information und Werbung sind dann mit dem Grundgesetz vereinbar, wenn man Zwecke des Gemeinwohls verfolgt. Während die Berufsordnung berufsbezogene und sachlich angemessene Werbung für die eigene ärztliche Berufstätigkeit zulässt, ist Ärzten die sogenannte Fremdwerbung nicht erlaubt.

    Ausführliche aktuelle Informationen zum Thema „ Arzt – Werbung – Öffentlichkeit“ finden sich auf der Homepage der Bundesärztekammer
    http://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/Recht/Arzt-Werbung-Oeffentlichkeit.pdf

    letzte Änderung am: 24.05.2017
    ———————————————–
    [*/quote*]

.

Die Ärztekammer Bremen stellt in ihrem PDF vom 1.7.2011 fest:

    https://www.aekhb.de/data/mediapool/AE_RE_BR_MERKBLATT_ARZTPRAXIS.pdf

    [*quote*]
    ———————————————–
    Ankündigungs- und Informationsmöglichkeiten

    Lange Zeit war Werbung für Ärztinnen und Ärzte tabu. Seit der Liberalisierung der Berufsordnung vor gut 10 Jahren dürfen auch Ärzte in gewissen Grenzen für ihr Tätigkeitsspektrum werben. Den Rahmen dafür gibt § 27 Berufsordnung für Ärztinnen und Ärzte im Land Bre-
    men.

    Dieser lautet:
    § 27 Erlaubte Information und berufswidrige Werbung
    […]

    Unzulässige Fremdwerbung

    Unzulässig sind zudem Hinweise auf Hersteller pharmazeutischer Erzeugnisse, Medizinprodukte und andere Waren der Gesundheitsindustrie.
    ———————————————–
    [*/quote*]

.

Das zum Beispiel ist so eine unzulässige Reklame:

Vorderseite eines Flyers für ein homöopathisches Mittel

Groß:
http://ariplex.com/carlixon/pix/WARTEZIMMER_JUNI_2018_HOMEO_ORTHIM_1.jpg

Innenseite des Flyers für ein homöopathisches Mittel

Groß:
http://ariplex.com/carlixon/pix/WARTEZIMMER_JUNI_2018_HOMEO_ORTHIM_1.jpg

.

Ich denke, daß Fremdreklame ganz sicher verboten ist für Medikamente.

Dieses Medikament ist “homöopathisch”. Es ist ein “Komplexmittel”, also ein Gemisch aus mehreren Grundbestandteilen.

Achten Sie auf die Dosierungsangaben. Meiner Meinung nach alles im pharmazeutisch wirksamen Bereich.
.

Da wird im Wartezimmer mittels ausgelegter Reklame-Flyer ein Medikament beworben, das auf den Markt kommen kann ohne die in der Pharmazie üblichen Studien zur Wirksamkeit, zu Nebenwirkungen, und so weiter. Homöopathische Komplexmittel müssen lediglich von der “Kommission D” des BfArm abgenickt werden.

Auf der einen Seite ohne Studien auf den Markt gehen und auf der anderen Seite unzulässige Reklame machen – mit Hilfe von Ärzten, die ihre Patienten für 30 Silberlinge verkaufen. Die Welt der Homöopathie überrascht immer wieder durch ihre Integrität.

Instant Karma … ‘Wissenschaftlich bewiesen’

Wednesday, April 18th, 2018

‘Schreibwerkstatt @HubertaWeigl’ (https://twitter.com/HubertaWeigl/with_replies) hat mir ein schönes Fundstück präsentiert:

https://www.woerterfall.com/wissenschaftlich-bewiesen-was-heisst-das-eigentlich/

von

    “wörterfall – die kommunikationswerkstatt, Michaela Albrecht”

Der “Artikel” ist mit Sicherheit in gewerblicher Absicht geschrieben und veröffentlicht worden, wie auch andere in der klar ersichtlich gewerblichen Web-Site.

Der Artikel beginnt mit diesen Worten:

    [*quote*]
    ————————————–
    Wissenschaftlich bewiesen – was heißt das eigentlich?

    Wissenschaftlich bewiesen – das klingt so gut, aber was bedeutet das? Und umgekehrt, was bedeutet es, wenn etwas wissenschaftlich nicht bewiesen ist? In meiner Arbeit habe ich ständig mit Heilpraktikern zu tun, die mit unwissenschaftlichen Methoden arbeiten. Und geht es Ihnen nicht auch so, dass man bei dem Begriff „unwissenschaftlich“ automatisch Bilder von mittelalterlichen Jahrmärkten im Kopf hat, wo marktschreierische Quacksalber einem getrocknete Krähenfüße gegen Rheuma angedreht haben?
    Als ich dem Begriff „wissenschaftlich bewiesen“ auf den Grund gehen wollte, stieß ich auf einen hervorragenden Artikel von Prof. Harald Walach, von dem ich vieles übernommen habe. Andere Teile stammen von mir oder von Wikipedia.
    […]
    ————————————–
    [*/quote*]

Bei der Erwähnung von Harald Walach dürfte den meisten Lesern ein Entsetzensschrei über die Lippen gekommen sein. Harald Walach und Wissenschaft, das verträgt sich nicht.

Wer mehr über Harald Walach wissen will: oben rechts im Suchfenster in

http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php

    walach

eingeben und die Suche starten. Besonders die “Studie” zum Stichwort “Kozyrev” hat es in sich…

Zurück zum “Artikel” von Michaela Albrecht, in dem es einige Absätze weiter heißt:

    [*quote*]
    ————————————–
    Auftauchende Schwierigkeiten bei der Replikation von Studien

    In der Physik gelten sehr strenge Richtlinien, bis experimentelle Ergebnisse ernstgenommen werden.
    ————————————–
    [*/quote*]

Das Stichwort hier ist “Replikation”. Bezogen auf den “Artikel” ist das mindeste, was man erwarten darf, daß man diesen Artikel zitieren kann und ihn zur näheren Untersuchung und Beweisführung auf die eigene Festplatte sichern kann. Zur Beweismittelsicherung.

Doch weder kann man den “Artikel” sichern noch kann man aus ihm zitieren, denn es erscheint eine Warnmeldung eines vorsätzlich eingebauten Blockers, der elementare Funktionen des Browsers blockiert:

“ALERT! You are not allowed to copy content or view source”
.

Der Screenshot zeigt die Warnmeldung:

Das ist der klare, eindeutige und unwiderlegbare Beweis, daß dieser Artikel ganz unter gar nicht die Kriterien der Wissenschaft erfüllt.

Doch Wissenschaft kann mehr als nur staunen machen. Wissenschaft kann Beweisstücke sichern.

Hier der Beweis:


(http://archive.is/LJdul/image)

Sogar die ganze Seite ist inhaltlich gesichert:

http://archive.is/LJdul

Instant Karma.

Instant Karma kann aber noch mehr.

In ihrer gewerblichen Web-Site hat Michaela Albrecht noch mehr Seiten, darunter diese, und die – auch das ist evident – in gewerblicher Absicht:

https://www.woerterfall.com/abmahnung-heilpraktiker/

Die Seite beginnt mit diesen Worten:

    [*quote*]
    ————————————–
    Abmahnung Heilpraktiker – So reduzieren Sie die Gefahr!

    Abmahnung Heilpraktiker – Welche Formulierungen sind gefährlich?

    Abmahnung Heilpraktiker: Um den Kontakt mit dem Verband Sozialer Wettbewerb bzw. mit dem Gericht zu vermeiden, dürfen Sie viele Formulierungen nicht verwenden.
    […]
    ————————————–
    [*/quote*]

.
Am Ende der Seite ist die gewerbliche Absicht gerichtsfest veröffentlicht:

    [*quote*]
    ————————————–
    “Was darf ich denn überhaupt noch sagen? Irgendwie muss ich doch werben?”

    Ja, es ist unerquicklich. Die Rechtsprechung wird immer absurder, denn langfristig soll der Beruf des Heilpraktikers ausgetrocknet werden, ähnlich wie der Beruf der Hebamme. Wenn Sie Ärger vermeiden wollen, sollten Sie vorsichtig und sehr erfinderisch sein. Und am besten sollten Sie mich anrufen. Denn es ist billiger, mit mir und Frau Dr. Oberhauser zu arbeiten, anstatt eine Vertragsstrafe vom € 5.100,- pro falscher Formulierung an den Verband Sozialer Wettbewerb zu zahlen.
    ————————————–
    [*/quote*]

(Instant Karma: http://archive.is/qmTUr)

Instant Karma.
Quod erat demonstrandum.

.
.
PS:

Vielleicht – man sollte das doch fragen dürfen, und man darf – ist auch die erstgenannte Seite in einer mehr als nur unilateralen gewerblichen Absicht entstanden?

Denn in der zweiten Seite ist eine werbliche Absicht zu erkennen im Hinblick auf Rechtsberatung durch eine dort genannte Anwältin. Ob die davon weiß, sollte doch zu eruieren sein.

Die Anwaltskammer, denke ich, wird das bestimmt können.

Und die erste Seite wiederum erwähnt einen Harald Walach, der Mitglied der “Kommission D” des BfArm ist, die unter anderem zuständig ist für die Zulassung homöopathischer Komplexmittel, die wiederum, auch das wird so gerne verschwiegen (vor allem von den “Skeptikern”), den deutschen Herstellern homöopathischer Mittel mehr als die Hälfte des Umsatzes bringen.

2012 betrug für die deutschen Hersteller der Gesamtumsatz für homöopathische Mittel 453 Millionen Euro, woraus man für die Komplexmittel auf mehr als 250 Millionen Euro schließen darf – und das alleine für 2012. 2018 dürfte der Anteil bei weit mehr als 350 Millionen Euro liegen.

Wobei, um auch das zu erwähnen, homöopathische Komplexmittel aus mehr als einer Grundsubstanz bestehen UND diese Grundsubstanzen sogar in unverdünnter und unpotenzierter Rohtinktur beigemischt werden dürfen und werden. Es ist mitnichten so, daß da “gar nichts drin ist”. Solche als homöopathisch verkauften Mittel haben durchaus pharmazeutische Wirkung.

Schon vor mehr als 2 Jahren habe ich am 22.11.2015 in

über die Bestandteile von Komplexmitteln geschrieben. Ich zitiere das von mir nachgeprüfte Beispiel:

2014 habe ich folgende Salbe entdeckt, welche die Urtinktur in unverdünntem und nicht geschlagenem Zustand enthält in 5 Gramm auf 100 Gamm, also 5 Prozent NICHTDYNAMISIERTE Urtinktur. Ich halte das für Betrug, weil diese Salbe als homöopathisches Arzneimittel verkauft wird, obwohl ein klarer Bruch der Grundregeln der Homöopathie besteht. In der Liste der Bestandteile sind sogar weitere unverdünnte Anteile:

    http://www.medpex.de/antimas-selz-salbe-p5560838
    (Hervorhebungen von mir)
    [*quote*]
    ——————————————————–
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    Anbieter: pharmarissano Arzneimittel GmbH
    Darreichungsform: Salbe
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    Beschreibung

    ANTIMAS SELZ Salbe
    homöopathische Arzneimittel

    Creme und Mischung – Ein Produkt auf natürlicher Basis
    Antimas Selz Creme und Antimast Selz TN sind homöophatische Arzneimittel
    zur Anwendung bei Erwachsenen. Sanft, gut verträglich und phytologisch
    wirksam.
    Unter der Behandlung mit Antimas-Selz Salbe gehen Lymphdrüsenschwellungen
    und -verhärtungen zurück. Pulsatilla und Hydrastis normalisieren und
    fördern die Funktion der Schleimhäute, zugleich haben sie eine
    gefäßstärkende Wirkung. Thuja zeigt eine deutliche Affinität zu
    proliferativen (zellwuchernden) Prozessen unterstützt von Condurango und
    wirkt diesen durch Steigerung der körpereigenen Abwehrkräfte entgegen.
    Agnus castus hat sich besonders bei hormonabhängigen Beschwerden, wie sie
    insbesondere während des weiblichen Zyklus oder den Wechseljahren
    auftreten, bewährt.

    Indikationen:
    – imakterische Mastophatie
    – prämenstruelle Mastodynie
    – prämenstruelles Syndrom
    – Mastophatie
    – Mastitis

    Zusammensetzung:
    100 g Salbe enthalten:
    5,0 g Condurango ø;
    1,0 g Agnus castus ø;
    1,0 g Hydrastis D4;
    0,5 g Pulsatilla D4;
    0,5 g Lilium tigrinum ø,
    Konservierung:
    100 mg Parabene
    E214,
    E216,
    E218 mit Phenoxyethanol

    Menge:
    Salbe 100 ml
    ——————————————————–
    [*/quote*]

.
.

Würden Sie jetzt noch immer behaupten wollen “in Homöopathika ist nichts drin”…?

Damit sind wir wieder bei Harald Walach, dem Mitglied der “Kommission D” des BfArm, das über solche Komplexmittel entscheidet. Eine der Fragen, die man zu Harald Walach stellen MUSS:

Wieso ist Harald Walach Mitglied der “Kommission D”?

Die Antwort: Weil ihn das Gesundheitsministerium dorthin DELEGIERT hat. Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums, und damit in der Verantwortung des Gesundheitsministers, haben – man muß fragen: WARUM!? – Harald Walach in die “Kommission D” delegiert, OBWOHL bereits bekannt war, daß die “Universität” Viadrina in Frankfurt an der Oder ausgerechnet wegen Harald Walach sehr ernste Schwierigkeiten hatte.


(Bild aus http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=6486

Die GWUP, ein von Harald Walach allzeit geschätzter Freundeskreis (ich bitte vermerken zu wollen, daß dies tiefrabenschwarzer Humor ist…) schrieb am 9.6.2012 über die Eskapaden an der Viadrina und über deren Bewertung durch die Hochschulstrukturkommission des Landes Brandenburg:

    https://blog.gwup.net/2012/06/09/hogwarts-an-der-oder-vernichtendes-urteil-der-hochschulkommission/

    [*quote*]
    ————————————–
    Hogwarts an der Oder: Vernichtendes Urteil der Hochschulkommission

    9. Juni 2012 von Bernd Harder

    Die Hochschulstrukturkommission des Landes Brandenburg hat gestern ihren Abschlussbericht vorgelegt.

    Dieser war mit Spannung erwartet worden, weil der Präsident der Europa-Universität Viadrina („Hogwarts an der Oder“) sich erst danach zu den esoterischen Abwegen des „Instituts für transkulturelle Gesundheitswissenschaften“ (INTRAG) äußern wollte.

    In dem Bericht der Strukturkommission heißt es nun unter anderem:

    [**quote**]
    ————————————–
    Gegen das Institut für Transkulturelle Gesundheitswissenschaften an der EUV bestehen seitens der Kommission durchgreifende strukturelle Bedenken. Das Institut besitzt nur in begrenztem Umfang Bezüge zu den fachlichen Schwerpunkten der Universität.

    Zugleich besteht in seiner Aufstellung und der Konzeption des über das Institut angebotenen weiterbildenden MA-Studienganges „Kulturwissenschaften – Komplementäre Medizin“ dabei aus Sicht der Kommission eine qualitative Problematik.

    Eine in der Zielsetzung des Instituts formulierte geisteswissenschaftliche Reflexion an den Rändern der naturwissenschaftlichen Medizin ist zwar grundsätzlich wünschenswert. Auch in den medizinischen Fakultäten deutscher Universitäten finden sich (zweifellos nicht in dem wünschenswerten Ausmaß) Reflexionen medizinischen Handelns und Entscheidens. Es erscheint jedoch äußerst zweifelhaft, dass diese Reflexion im Rahmen des Instituts in geeigneter Weise erfolgen kann.

    Denn die Befassung mit komplementärer Medizin erfordert zwingend die enge Verbindung mit der naturwissenschaftlichen Seite, der Medizin, da sie nicht alleine als kulturwissenschaftliches Thema wissenschaftlich und praktisch bearbeitet werden kann. Komplementarität bedarf notwendigerweise des Zusammenwirkens von zwei sich gleichwertig einbringenden Komponenten. Die personellen Voraussetzungen hierfür sind allerdings an der EUV nicht gegeben.

    Die personelle Ausstattung des Studienganges findet auf der Seite der naturwissenschaftlichen Medizin nahezu ausschließlich über Lehrbeauftragte, überwiegend aus niedergelassenen Praxen, statt. Ein wissenschaftlicher Hintergrund vom Range universitärer Medizin lässt sich dabei nicht in ausreichendem Maße feststellen.

    Die Zielgruppe der Ärzte, Apotheker und Psychotherapeuten, an die sich das Studienangebot „Komplementäre Medizin“ des Instituts besonders richtet, wird insgesamt von einem Lehrkörper betreut, dem überwiegend medizinische Kenntnisse fehlen. Dies gilt besonders für die Forschung, die der Lehre zugrunde liegen sollte.

    Insgesamt ist die für eine der Themenstellung adäquate Forschung im universitären Rahmen erforderliche personelle wie sachliche Ausstattung des Instituts aus Sicht der Kommission nicht erkennbar. Auch erschließt sich der Wert des seitens des Instituts formulierten „Praktika-basierten Forschungszweckes“ nicht.

    Mit Blick auf das Gesamtprofil der EUV erscheint schließlich auch die Feststellung angezeigt, dass keine Hinweise auf eine Internationalisierung des MA-Studienganges erkennbar sind. Insbesondere liegt auch keine sichtbare internationale Anbindung an die naturwissenschaftliche Medizin vor.

    Die Hochschulstrukturkommission empfiehlt der EUV dementsprechend nachdrücklich den künftigen Verzicht auf das Angebot des MA-Studienganges „Kulturwissenschaften – Komplementäre Medizin“.

    Eine Fortführung des Instituts für transkulturelle Gesundheitswissenschaften ist weder wie bisher als In-Institut noch als An-Institut zu befürworten. Vertretbar erscheint allenfalls, das Institut privatwirtschaftlich außerhalb der Hochschule weiter zu betreiben.“
    ————————————–
    [**quote**]

Vernichtender kann ein Urteil kaum ausfallen.
[…]
————————————–
[*quote*]

“Vernichtender kann ein Urteil kaum ausfallen.”.

Warum, das MUSS man fragen, wird Harald Walach TROTZDEM vom Gesundheitsministerium in die “Kommission D” des BfArm delegiert?

Und WARUM wird Harald Walach von Michaela Albrecht als Experte zu – ausgerechnet! – Wissenschaft und Wissenschaftlichkeit zitiert?

Wobei, auch das darf man nicht vergessen, Monika Albrecht ihre Web-Site gewerblich produziert und veröffentlicht. Wer sind ihre Auftraggeber – und warum?

Die Arzt-Reklame in der Provinz wird immer unverschämter. Die Wahrheit über Dr. med. Marcus Oggenthür.

Sunday, January 7th, 2018

Die Arzt-Reklame in der Provinz wird immer unverschämter.

Eine mehrere Meter hohe Reklame, nachts mit Beleuchtung.

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groß:
http://ariplex.com/carlixon/pix/MARCUS_OGGENTHUER_INTERNIST_1_1431.jpg

.

Die Tafel im Detail:

http://ariplex.com/carlixon/pix/MARCUS_OGGENTHUER_INTERNIST_2_1431.jpg

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    Dr. med. Marcus Oggenthür
    Internist
    alle Kassen

.
Als ich vor einigen Monaten bei Twitter längere Zeit und unübersehbar auf diese Reklame hinwies, war das Echo schlecht. Es gab keine einzige Reaktion, nicht einmal, wenn ich den Leuten diese Reklame “direkt vor die Nase” setzte.

Bis auf einen, ein “Skeptiker”, der mich ganz einfach blockte. Sehr beeindruckend. Dabei ist er sogar Arzt, und das mindeste, was er hätte tun können, wäre nachzufragen, wo diese Reklame steht. Oder er hätte fragen können, wer dieser seltsame “Dr. Marcus Oggenthür” sein soll.

So ist das bei den Skeptikern, den Ärzten – und überhaupt – bei den Weißkitteln. Wenn es um die eigenen Kittel geht, herrscht Funkstille.

Dabei hätte man allen Grund gehabt, zu fragen, wer der “Dr. Marcus Oggenthür” ist.

Zugegeben, ich hätte es mit einem einfacher zu durchschauenden Namen versuchen können. Zum Beispiel mit

    Doktor Roggentüth
    staatlich approbierter Kusentrekker

Dann wäre der Groschen vielleicht gefallen. Vielleicht. Aber nur vielleicht. Sicher bin ich mir da nicht. Denn das Foto ist echt.

Das Foto ist echt. Die Aufschrift

    Dr. med. Marcus Oggenthür
    Internist
    alle Kassen

habe ich allerdings selbst ins Bild montiert. Vorher – und überhaupt – sieht die Szene so aus:

[Beweisstück]


groß:
http://ariplex.com/carlixon/pix/HEILPRAKTIKER_REKLAME_P9290041_FULLSIZE.jpg

[Beweisstück]


groß:
http://ariplex.com/carlixon/pix/HEILPRAKTIKER_REKLAME_P9290042_FULLSIZE.jpg

.

Ein Blick auf die Reklame am Haus:

[Beweisstück]


groß:
http://ariplex.com/carlixon/pix/HEILPRAKTIKER_REKLAME_P9290043_FULLSIZE.jpg

.

Bei Dunkelheit leuchtet die Reklame weithin sichtbar:

[Beweisstück]


groß:
http://ariplex.com/carlixon/pix/HEILPRAKTIKER_REKLAME_P4090178_FULLSIZE.jpg

.

Bei Dunkelheit die Szene von der anderen Straßenseite aus betrachtet:

[Beweisstück]


groß:
http://ariplex.com/carlixon/pix/HEILPRAKTIKER_REKLAME_P4090192_FULLSIZE.jpg

.
Die Wahrheit über Dr. med. Marcus Oggenthür
.

Es gibt keinen “Dr. med. Marcus Oggenthür”, denn diese dreiste Reklame ist in Wahrheit die einer Heilpraktikerin. Wie man an den Reklametafeln am Haus sieht, macht sie sogar Krebsbehandlungen.

Als ich auf die Reklame hinwies, geschah dies zu einer Zeit, als die Angriffe auf die Heilpraktiker – zu recht! – besonders heftig geworden waren. Nachwirkungen der 4 Todesfälle des Heilpraktikers Klaus Ross in Bracht:

Und Nachwirkungen einer Affaire in Handeloh:

Und Nachwirkungen extremer geistiger Verfinsterung im Homöopathen-Milieu:

.

Es gibt Grenzen

Was wir im Heilpraktiker-Milieu erleben, sprengt alle Grenzen. Es kann und darf nicht sein, daß mit Billigung von Staat, Politik und Justiz charakterlich und fachlich völlig unqualifizierte Personen mit und ohne Heilpraktikerschein “Heilungen”, “Coaching” und ähnliches betreiben und damit Gesunde und Kranke direkt oder indirekt in ernste Gefahr bringen, sie teilweise lebenslang schädigen oder sogar töten.

Staat, Politik und Justiz haben die Pflicht, die Bürger vor solchen Dingen zu schützen. Dieser Pflicht kommen sie vorsätzlich nicht nach. Vorsätzlich! Denn es ist nicht so, daß Staatsorgane, Politiker und Justiz nicht um die Gefährlichkeit der “Heiler” wüßten!

Um das zu verdeutlichen: Die “Germanische Neue Medizin” des kriminellen Psychopathen Ryke Geerd Hamer hat hunderte Menschen auf grausamste Weise in den Tod gebracht. Viele dieser Kranken könnten heute noch leben, wenn man die Betrüger gestoppt und die Kranken mit wissenschaftlicher Medizin behandelt hätte.

In Erinnerung an Michaela Jakubczyk-Eckert; sie ist eines von Hamer’s Opfern:

.
Hamer ist inzwischen tot. Doch auch in den Jahren vor seinem Tod hat Hamer schon lange keine bedeutende Rolle mehr gespielt, denn er war nur noch einer von Vielen, die – in welcher Spielart auch immer – die “Germanische Neue Medizin” – praktizieren.

Es gibt sogar internationale Organisationen, die – mit vollem Wissen der Staaten, der Politiken und der Justizen – in aller Öffentlichkeit “Germanische Neue Medizin” betreiben. Doch es geschicht den Täter nichts.

Über den tödlichen Betrug mit “Metamedizin” bzw “Meta-Health”:

Im Gegenteil! Wenn sogar Bundestagsabgeordnete, die selbst Krebs haben, und als Juristen sogar in der Justiz bewandert sind, aus dem Recht der Kranken auf Wahl ihrer Behandlung das Recht der Täter machen, jeden Betrug anzubieten, dann weiß man, wo wir leben: in Deutschland, dem Täterland. Hier darf man alles.

Die BKK Melitta Plus hat den Homöopathievertrag zum 31.12.2017 gekündigt.

Friday, November 24th, 2017

Am 24.11.2017 erhielt ich den vollen, wenn auch kurzen Text der Pressemitteilung der BKK Melitta Plus vom 23.11.2017 zum Ende des Vertrags.

Zu beachten ist, daß die Aussage “Diese Ziele wurden nicht erreicht.” sich sibyllinisch auf 3 Dinge bezieht:

1. “dass die Behandlung der Versicherten qualitativ verbessert [wird]”

2. “die Wirtschaftlichkeit der ärztlichen Versorgung gestärkt und erhöht wird”

3. “ob Versicherte die Homöopathie mit einem ganzheitlichen Therapieansatz wahrnehmen und nutzen”

Man erfährt also nicht,

ob das Lockangebot nicht genug neue Mitglieder hereingelockt hat

ODER ob die Behandlung verbessert wurde

ODER ob der von Homöopathen so vollmundig versprochene wirtschaftliche Vorteil geringerer Ausgaben ein faules Versprechen war und, im Gegenteil, die homöopathischen Verzögerungsmimiken wegen ihrer Verschleppung oder vollständigen Unterlassung WIRKSAMER Behandlungen Schäden und Folgeschäden verursachten, die die Krankenversicherung ERHEBLICH geschädigt haben.

(Letzteres soll bei der Technikerkasse festgestellt worden sein. Zahlen dazu liegen allerdings anscheinend noch immer unter Verschluß.)

Es kann natürlich auch sein, daß die Aussage überhaupt nicht sibyllinisch ist, und daß alle 3 Ziele nicht erreicht wurden. Dann wäre die Homöopathie ein noch größerer Schiffbruch für die Krankenversicherungen, wobei die nur aus rein wirtschaftlichen Gründen operieren. Das Leid der Versicherten interessiert Versicherungen nicht. Denn: Hätte es sie interessiert, wären sie nie und nimmer diesen Vertrag eingegangen, denn Homöopathie ist nachweisbar Betrug an den Kranken und verursacht erheblichen gesundheitlichen Schaden.

Ich betrachte das Ende des Vertrages als Folge einer Innenrevision. Wie schnell die anderen Krrankenversicherungen folgen werden, wird sich zeigen. Intelligenz ist bekanntlich dünn gesät auf der Erde.
.

Zu beachten ist auch dies: “Eine Erstattung von apothekenpflichtigen alternativen Arzneimitteln von maximal 100 Euro pro Kalenderjahr je Versicherten ist weiterhin möglich. Es handelt sich hierbei um eine BKK-Satzungsleistung. Hierzu erfolgt jedoch aktuell eine Bewertung, die noch nicht abgeschlossen ist.”

Die Erstattung der homöopathischen Mittel, von verdünntem Kochsalz über Hundescheiße bis zu Venuslicht, steht also ebenfalls zur Disposition.

Diese 3 homöopathischen Mittel habe ich nicht aus Zufall genannt. So haben Ralf Behrmann, Bernd Kassler und ich 2002 den Betrug “Hundescheiße als Medikament” aufgedeckt und ich habe darüber berichtet:

“Hundescheiße als Arzneimittel”
http://www.ariplex.com/ama/ama_hund.htm”

Das Thema wurde später im Forum TG-1 (Transgallaxys 1) weiter unter die Lupe genommen, unter anderem hier:

“Homöopathie = Hundescheiße und vergammeltes Fleisch”
http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=1312

“Es wird Zeit, mehr Homöopathen zu übersetzen.”
http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=6390

.

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Die speziellen Homöopathie-Verträge der Krankenkassen begannen nach meinem Wissen teilweise erst nach 2007, also 5 Jahre und mehr NACH der Aufdeckung des Skandals mit der Hundescheiße. Bei der Betrachtung der Ethik der Krankenversicherungen bedarf es eines sehr starken Magens…
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Der Text der Pressemitteilung:

    [*quote*]
    ————————————————–
    PresseStatement
    Minden, 23. November 2017

    Homöopathievertrag

    Die BKK Melitta Plus hat den Homöopathievertrag zum 31.12.2017 gekündigt.

    Die wesentlichen Ziele des Vertrages sind, dass die Behandlung der Versicherten qualitativ verbessert sowie die Wirtschaftlichkeit der ärztlichen Versorgung gestärkt und erhöht wird. Die BKK hat bei der Vertragsbewertung besonders interessiert, ob Versicherte die Homöopathie mit einem ganzheitlichen Therapieansatz wahrnehmen und nutzen. Diese Ziele wurden nicht erreicht.

    Die am Vertrag teilnehmenden Versicherten werden überwiegend von Hausärzten bzw. Allgemeinmedizinern mit der Zusatzbezeichnung Homöopathie oder Homöopathie-Diplom des DZVhÄ betreut und können sich weiterhin von Ihrem Arzt behandeln lassen. Lediglich die zusätzlichen Kosten der homöopathischen Behandlung werden durch die BKK Melitta Plus nicht mehr übernommen. D. h. auf die „reguläre“ ärztliche Behandlung hat diese Vertragskündigung keinen Einfluss. Eine Erstattung von apothekenpflichtigen alternativen Arzneimitteln von maximal 100 Euro pro Kalenderjahr je Versicherten ist weiterhin möglich. Es handelt sich hierbei um eine BKK-Satzungsleistung. Hierzu erfolgt jedoch aktuell eine Bewertung, die noch nicht abgeschlossen ist.

    Kontakt:
    Holger Kuhlmann
    BKK Melitta Plus
    Pressesprecher
    Tel: 04731/ 9334-120
    holger.kuhlmann[at]bkk-melitta.de

    ServiceCenter der BKK Melitta Plus
    Marienstr. 122, Minden
    Fr.-Ebert-Str. 86, Nordenham
    Bahnhofstr. 8, Bünde
    Breslauer Str.22, Espelkamp – seit 1.3.2017
    http://www.bkk-melitta-plus.de
    ————————————————–
    [*/quote*]

Homöopathie kennt keine Wissenschaft. Homöopathie ist Betrug.

Saturday, February 20th, 2016

Homöopathie ist ein zweiteiliger Betrug:

Im ersten Teil wird so getan als ob die Kranken eine richtige Diagnose bekämen.

Im zweiten Teil wird so getan als ob die Kranken ein wirksames Medikament bekämen.

Im ersten Teil wird so getan als ob die Kranken eine richtige Diagnose bekämen. Dabei steht die Diagnose” schon von Anfang an fest: “Verstimmung der Lebenskraft”. Warum? Weil es in der Homöopathie nur diese eine, die einzige “Diagnose” gibt. Ebensogut könnte man auch sagen: “Der Kranke ist krank.” Aber dann würde er Schwindel auffliegen.

Im zweiten Teil wird so getan als ob die Kranken ein wirksames Medikament bekämen. Statt dessen bekommen sie wirkungslosen Unfug.

In dem Moment, wo Jemand, gleichgütig, was für Titel er hat und wieviel Wissenschaftlichkeit er vor dem Kranken zelebriert hat, dem Kranken Homöopathie verabreicht, bricht seine “Wissenschaftlichkeit” in nichts zusammen.

Die ganze Homöopathie ist nichts als Blendwerk und Täuschung. Es gibt “Ärzte”, die damit glänzen, wahre Wunderwerke an Wissenschaft zu zitieren. Ihre Web-Sites sind voll davon. Aber in dem Moment, wo sie Globuli verteilen, ist es aus. Da sieht man, was ihre “Wissenschaftlichkeit” wert ist: gar nichts. Sie haben von Wissenschaft keinen blassen Schimmer. Denn hätten sie Ahnung von Wissenschaft, würden sie keine Homöopathie betreiben.

Homöopathie ist kein Placebo!

Sunday, November 22nd, 2015

Homöopathie ist Betrug. Leider ist dieser Betrug wirtschaftlich sehr erfolgreich. Alleine im Jahr 2012 betrug der Umsatz für die Homöopathika-Hersteller in Deutschland 453 Millionen Euro.

Einer der Gründe für das Florieren der Homöopathie ist, daß Gegner der Homöopathie die Homöopathen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützen anstatt sie zu bekämpfen. Natürlich fragt man sich, wie das sein kann – und die Antwort ist sehr einfach: die Gegner fallen mit Pauken und Trompeten auf die Tricks der Homöopathen rein, selbst auf die allerallerallerdümmsten und primitivsten.

Was sind die Haupt”argumente” der Gegner der Homöopathie? Ich greife mir 2 der bekanntesten heraus.

1. “in Homöopathika ist nichts drin”

2. “Homöopathika sind Placebos”
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“In Homöopathika ist nichts drin” ist falsch.

“Homöopathika sind Placebos” ist falsch.
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“In Homöopathika ist nichts drin” ist falsch.

Die Gegner der Homöopathie werden nicht müde, immer und immer wieder, wie eine Schallplatte mit Sprung, zu behaupten “in Homöopathika ist nichts drin”. Ein schöneres Geschenk könnten sie den Homöopathen kaum machen. Jedesmal, wenn ein Homöopath diesen Satz “In Homöopathika ist nichts drin” hört, wird er vor Freude strahlen, denn wieder ist Jemand den Homöopathen dermaßen auf den Leim gegangen, daß es kracht. Wieder macht sich jemand zum Gespött, wieder werden die “Wissenden” der Homöopathie fröhlich glucksen, denn SIE “wissen es besser”.

Ja, in der Tat, die Homöopathen wissen es besser. Und ja, wieder hat jemand bewiesen, daß er von Homöopathie keinen blassen Schimmer hat.

Warum? Warum ist das so?

Einer der Gründe, und mit der allereinfachste, ist, daß die Gegner der Homöopathie schlicht und einfach illiterat sind, daß sie weder das Organon gelesen haben noch, daß sie lernen und begreifen wollen, was die Homöopathen überhaupt tun.

Würden die Gegner der Homöopathie sich die angebotenen Homöopathika GENAU ansehen, würden sie feststellen können (so sie es denn überhaupt wollen…), daß Homöopathika EBEN NICHT nur in sehr hoher Verdünnung in den Verkauf gelangen, sondern auch in sehr schwacher Verdünnung. Und das selbst bei hochgiftigen Substanzen, wie ich bereits 2001 (also schon vor 14 Jahren!) gezeigt habe:

Ein Beispiel daraus:

    [*quote*]
    Salbe 100 ml
    ——————————————————–
    Mercurius bijodatus
    (Seite 202)
    Mercurius jodatus ruber
    Hydrargyrum bijodatum rubrum
    Quecksilberjodid

    HgJ2

    Verschreibungspflichtig bis einschließlich D3

    Vorschrift 6: Verreibung = D1
    SV Lösung = D3

    Gebräuchliche Tabletten (Dil): D4, D6, D3
    Gebräuchliche Ampullen : D6, D8, D15
    Salbe 100 ml
    ——————————————————–
    [*/quote*]

Besonders kriminell ist, daß gerade die schwachen Verdünnungen als “OTC”-Produkte (“over the counter” = freiverkäuflich über die Ladentheke) den Kranken als harmlose Mittel empfohlen werden.

Wenn also Gegner der Homöopathie behaupten, daß “in Homöopathika nicht drin ist”, dann erzählen sie gefährlichen Unsinn.

Mit diesem Unsinn treiben sie Kranke und Gesunde den Homöopathen in die Arme, denn sie machen die Menschen glauben, daß die homöopathischen Mittel im besten Fall wirkungslos, also völlig harmlos sind. Stimmt aber nicht!, denn man kann sich mit Homöopathika durchaus vergiften und daran sterben. Inzwischen wird das von einigen Homöopathen, wie zB dem Österreicher Michael Frass, sogar zugegeben, siehe hier:

Schauen Sie auf das Datum: dieser Text ist nicht neu, er erschien im Februar 2011, vor nahezu FÜNF Jahren.

Und? Und trotzdem wird auch heute noch von den Gegnern der Homöopathie steif und fest behauptet: “in homöopathischen Mitteln ist nichts drin”.

Natürlich ist es für die Homöopathen ungünstig, wenn die Menschen erfahren, daß Homöopathika durchaus gefährlich sein können. Also schweigen sie. Also sind sie überaus zufrieden, wenn es immer wieder heißt: “in homöopathischen Mitteln ist nichts drin”. Etwas Besseres kann den Homöopathen gar nicht passieren.

Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte ist, daß selbst dann, wenn KEINE chemische Wirksubstanz mehr in einem Homöopathikum enthalten ist, der Satz “in Homöopathika ist nichts drin” falsch ist. Ich muß diesen Sachverhalt AUS ZWEI GRÜNDEN betonen. Zum einen wegen der Sache an sich und zum anderen, weil selbst dort (im Ausland), wo es nur “Hochpotenzen” (also extremst hochverdünnte Mittel) gibt und wo es keine “Komplex-Mittel” gibt, dieser Punkt wichtig ist.

Warum?

Weil Homöopathen seit Hahnemann behaupten, daß in ihren Mitteln eine magische Kraft sei (die sie durch das “Potenzieren” verstärken). Mit anderen Worten: auch wenn es nicht einmal ein einziges Molekül einer chemischen Wirksubstanz in einem homöopathischen Mittel gibt, dann gibt es doch immer noch (und erst recht!) die magische Kraft. Und DIE ist in dem Mittel drin. Also IST da etwas drin! Und die Behauptung “in homöopathischen Mitteln ist nichts drin” ist somit falsch.

Die “Wissenden” der Homöopathie wissen das natürlich und die von ihnen “eingeweihten” Laien “wissen” das natürlich auch. Bloß die Gegner der Homöopathie, die wissen es nicht. Also sind das Ungebildete, Ungläubige, die von nichts eine Ahnung haben. Und die “Wissenden” und ihre Anhänger, mit verklärtem Blick und Leuchten in den Augen, “wissen” natürlich alles, und alles besser. Und wieder sind die Gegner der Homöopathie mit Vollgas gegen die Betonwand gekracht.

2012 wurden von den deutschen Homöopathika-Herstellern 453 Millionen Euro umgesetzt. Über die Hälfte des Umsatzes wurde aber nicht mit einfachen Mitteln gemacht (Mitteln, worin nur EINE Substanz verarbeitet ist), sondern mit sogenannten “Komplexmitteln”. Das sind Gemische aus verschiedenen homöopathischen Grundsubstanzen, wobei DER RICHTIG GROSSE BETRUG darin besteht, daß teilweise sogar unverdünnte und unpotenzierte Ursubstanzen eingemischt werden.

Mit anderen Worten: da ist in der Tat, “und nicht ohne!”, eine erhebliche Menge pharmazeutisch wirksamer Dosen enthalten. Das Zeug wirkt, und zwar eindeutig, nachweisbar, und mit pharmazeutisch wirksamen Substanzen. Der Witz dabei: diese homöopathischen Mittel werden zwar nicht “einfach so” als homöopathische Mittel registriert und schon sind sie im Markt, sondern sie müssen von der “Kommission D” beim BfarM abgenickt werden, und das werden sie meist völlig problemlos, so daß die Hersteller im Gegensatz zur wissenschaftlich arbeitenden Pharmazie weder Nachweise über Wirksamkeit noch sonst etwas erbringen müssen. Es ist ein gigantischer Betrug, und das ist von der Politik so gewollt.

Der größte Teil der “Komplexmittel” enthält pharmazeutisch wirksame Substanzen in pharmazeutisch wirksamen Dosen – und die Behauptung “in Homöopathika ist nichts drin” ist so ungefähr die größte Dummheit, die es gibt. Noch ein Grund mehr für die Homöopathen – als die großen “Wissenden – über die Dummheit ihrer Gegner zu lachen. Und hier geht es so richtig ans Eingemachte: in Deutschland um mehr als 230 Millionen Euro pro Jahr.
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2014 habe ich folgende Salbe entdeckt, welche die Urtinktur in unverdünntem und nicht geschlagenem Zustand enthält in 5 Gramm auf 100 Gamm, also 5 Prozent NICHTDYNAMISIERTE Urtinktur. Ich halte das für Betrug, weil diese Salbe als homöopathisches Arzneimittel verkauft wird, obwohl ein klarer Bruch der Grundregeln der Homöopathie besteht. In der Liste der Bestandteile sind sogar weitere unverdünnte Anteile:

    http://www.medpex.de/antimas-selz-salbe-p5560838
    (Hervorhebungen von mir)
    [*quote*]
    ——————————————————–
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    Anbieter: pharmarissano Arzneimittel GmbH
    Darreichungsform: Salbe
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    Beschreibung

    ANTIMAS SELZ Salbe
    homöopathische Arzneimittel

    Creme und Mischung – Ein Produkt auf natürlicher Basis
    Antimas Selz Creme und Antimast Selz TN sind homöophatische Arzneimittel
    zur Anwendung bei Erwachsenen. Sanft, gut verträglich und phytologisch
    wirksam.
    Unter der Behandlung mit Antimas-Selz Salbe gehen Lymphdrüsenschwellungen
    und -verhärtungen zurück. Pulsatilla und Hydrastis normalisieren und
    fördern die Funktion der Schleimhäute, zugleich haben sie eine
    gefäßstärkende Wirkung. Thuja zeigt eine deutliche Affinität zu
    proliferativen (zellwuchernden) Prozessen unterstützt von Condurango und
    wirkt diesen durch Steigerung der körpereigenen Abwehrkräfte entgegen.
    Agnus castus hat sich besonders bei hormonabhängigen Beschwerden, wie sie
    insbesondere während des weiblichen Zyklus oder den Wechseljahren
    auftreten, bewährt.

    Indikationen:
    – imakterische Mastophatie
    – prämenstruelle Mastodynie
    – prämenstruelles Syndrom
    – Mastophatie
    – Mastitis

    Zusammensetzung:
    100 g Salbe enthalten:
    5,0 g Condurango ø;
    1,0 g Agnus castus ø;
    1,0 g Hydrastis D4;
    0,5 g Pulsatilla D4;
    0,5 g Lilium tigrinum ø,
    Konservierung:
    100 mg Parabene
    E214,
    E216,
    E218 mit Phenoxyethanol

    Menge:
    Salbe 100 ml
    ——————————————————–
    [*/quote*]

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Würden Sie jetzt noch immer behaupten wollen “in Homöopathika ist nichts drin”…?
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“Homöopathika sind Placebos” ist falsch.

Während das “in Homöopathika ist nichts drin” überall zu hören ist, ist die Behauptung “Homöopathika sind Placebos” eher ein Thema für “Fachkreise”. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Einer ist, daß medizinische Laien in den seltensten Fällen ahnen, was ein Placebo ist, wie es wirkt, und was ein Placebo so alles mit einem Menschen anstellen kann.

Ein ander Grund ist, und das ist schon sehr gefährlich, daß Viele, auch Gegner der Homöopathie, es für harmlos halten, es sogar für durchaus legitim halten, homöopathische Mittel als Placebos einzusetzen.

Ich will jetzt nicht die komplette Diskussion durchgehen, was ein Placebo ist und was nicht, wie es wirkt, usw, sondern nur einen Punkt herausgreifen: den der behaupteten Wirksamkeit und der Instruktion des Patienten.

Bei einem Placebo wird behauptet: “dieses Mittel wirkt”.

Das heißt, daß der Patient erwartet, daß DIESES EINE MITTEL wirkt. Er hat eine Erwartungshaltung, und entsprechend seines Krankheitszustands, dem, was man ihm sagt, seiner Bildung usw entsprechend wird er darauf reagieren.

Bei einem Homöopathikum hingegen ist das nicht so!

Warum? Was ist der Unterschied?

Der Unterschied ist (und das ist keine Kleinigkeit!), daß dem Kranken NICHT gesagt wird, daß DIESES EINE MITTEL jetzt wirkt.

Vielmehr wird dem Kranken eingeredet, daß man es MIT DIESEM MITTEL *PROBIEREN* MUSS. Und OB es wirkt, das müsse sich erst zeigen.

Dieser Unterschied, er mag für Laien noch so akademisch und unwesentlich klingen, ist fundamental. Dieser Unterschied zeigt, daß Homöopathie in einer ganz anderen Welt ist als Placebos. Und daß Homöopathie brandgefährlich ist, weit schlimmer als Placebos es sein könnten.

Warum?

Zum einen, weil bei einem Placebo der Behandler dem Kranken suggeriert, er bekäme ein JETZT wirksames Mittel. Da wird der Kranke vom Behandler belogen. Der Kranke ist nicht vollumfänglich aufgeklärt. Diese Lügen tragen zu der Wirkung des Placebos bei.

Bei einem homöopathischen Mittel dagegen wird dem Kranken erklärt, daß “man” es damit probieren müsse. Es könne wirken, es könne aber auch sein, daß es eben nicht wirke, und man es dann mit einem anderen versuchen müßte.

Homöopathen klären ihre Opfer also ganz anders auf. Das macht Homöopathen so besonders gefährlich, denn sie können sich vor Gericht immer darauf herausreden, daß sie dem Kranken doch klar und deutlich gesagt haben, daß es eben ein VERSUCH sei, daß es eben keine Garantie gäbe, daß dieses Mittel wirken würde.

Homöopathie hat also einen eingebauten Persilschein für die Behandler – und die Opfer sind juristisch extrem schlecht dran.

Aber all das ist ein Klacks, verglichen mit dem RICHTIG GROSSEN BETRUG, der sich hier verbirgt. Der Sachverhalt ist etwas komplexer, so daß ich weiter ausholen muß.

Einer der wesentlichen Punkte bei Homöopathie ist, daß Kranke hingehalten werden. Sie bekommen ein homöopathisches Mittel – und man muß erst einmal sehen, ob es wirkt. Während diese Wartephase sitzt der Patient da – und leidet. Er leidet Tage, er leidet Wochen, er leidet Monate, er leidet Jahre. Kaum aus der einen Krankheit heraus ist er möglicherweise schon in der nächsten drin.

Was bedeutet es, wenn die Kranken leiden? Es bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als daß die Kranken sich an das Kranksein gewöhnen. Daß sie es hinnehmen. Daß sie es ertragen. Die Schmerzschwelle wird abgesenkt. Die Leidensschwelle wird abgesenkt. Das Gehirn, das Bewußtsein blendet die Schmerzsignale und das Leiden aus. Sie werden nicht oder kaum noch wahrgenommen. “Man lebt damit.” DAS ist ein ganz krasser und GRUNDSÄTZLICHER Unterschied zu einem Placebo!

Kurz gesagt: die Kranken werden an das Kranksein konditioniert. Sie werden darauf konditioniert, zu leiden und medizinisch chronisch unterversorgt zu sein. Die Behandler protzen untereinander sogar damit.

Die Kranken jammern nicht. Sie sind krank. Sie warten. Sie leiden. Sie zahlen den Behandler.

Für Krankenversicherungen und Behandler ist dies ein Eldorado. Die Behandler können nach Herzenslust abzocken – auf Jahre hinaus. Und die Versicherungen müssen viel weniger medizinische Leistungen bezahlen als bei Patienten wissenschaftlich arbeitender Ärzte.

Homöopathika sind keine Placebos. Homöopathie ist ein ewiges, endloses Probierverfahren, das Kranke in eine chronische Unterversorgung zwingt.

Homöopathika sind keine Placebos. Aber auch Homöopathie als VERFAHREN ist kein Placebo, sondern eine diabolische Unterwerfung in ein Krankheitserdulden und in ein Ausbeutungssystem durch Behandler (und Krankenversicherungen).

Homöopathika und Homöopathie sind KEINE Synonyme, auch wenn in vielen Diskussionen und Artikeln sehr häufig zwischen der Homöopathie als Methode und einem homöopathischen Mittel kein Unterschied gemacht wird – was ein extrem großer Fehler ist!
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Die Behauptung “Homöopathika sind Placebos” ist falsch. Um so interessanter ist die Tatsache, daß Homöopathen die Behauptung “Homöopathika sind Placebos” genüßlich anschieben, daß sie sogar Forschung an Placebos fordern. Warum tun sie das? Die Antwort ist einfach, sie hat den gleichen Kern wie “in Homöopathika ist nichts drin”: ein Placebo ist harmlos, denn es hat keine pharmazeutische Wirksubstanz.

Einem Homöopathikum anzudichten, es sei ein Placebo, räumt den Homöopathen die Bahn frei, denn schon wieder haben sie damit die Möglichkeit, den Menschen einzureden, wie schön Hömöopathie sei, denn sie könne doch (weil “nichts drin ist”) keinen Schaden anrichten, und sei damit den bösen pharmazeutischen Mitteln haushoch überlegen.

Nein! Homöopathische Mittel sind keine Placebos! Sie sind ein grausamer und betriebswirtschaftlich eiskalt kalkulierter Betrug an Kranken.

Torkelnde Journalisten

Sunday, September 6th, 2015

Für Heiterkeit sorgt seit Freitag eine Herde freilaufender Homöopathen, die von der “Süddeutschen Zeitung” schlagzeilenmäßig karikiert wurde:

http://www.sueddeutsche.de/panorama/niedersachsen-herumtorkelnde-heilpraktiker-loesen-grosseinsatz-aus-1.2635804

Abgesehen davon, daß es mit der Recherche in Deutschland eher schwach aussieht (die “BILD” recherchiert mal wieder am gründlichsten), ist es die Schlagzeile, die für bleibende Erinnerung sorgt: “herumtorkelnde Heilpraktiker”. Einen derartigen Image-Schaden erlebt man selten. Die Schadenfreude bei wissenschaftlich arbeitenden medizinischen Gruppen dürfte beträchtlich sein. Zu recht.

Aber was ist mit der Nachricht an sich? Welchen Weg geht die? Einerseits wurde sie von mehreren Zeitungen schnell verbreitet, vor allem online. Und andererseits: Was dann, was noch? Welchen Weg nimmt die Nachricht im Netz, wer greift sie auf?

Hier haben wir ein Beispiel:

    http://www.shortnews.de/id/1170485/handeloh-heilpraktiker-testen-halluzinogene-und-sorgen-fuer-grossrettungseinsatz
    [*quote*]
    —————————————————————————————-
    ShortNews – Deutschlands größte News-Community – seit 1999!

    172 User online

    [News anzeigen]
    Handeloh: Heilpraktiker testen Halluzinogene und sorgen für Großrettungseinsatz
    Im niedersächsischen Handeloh fand in einem Tagungszentrum ein Heilpraktiker-Treffen statt, das für einen Großrettungseinsatz sorgte.

    29 Teilnehmer hatten mit dem illegalen Halluzinogen “2C-E” herumexperimentiert und lagen schließlich “krampfend im Garten”.

    Die Betroffenen hatten Wahnvorstellungen, Herzrasen und Luftnot: Man brachte sie sofort wegen Drogenvergiftung ins Krankenhaus.

    Videoplayer auf dieser Seite ausblenden
    WebReporter: mozzer

    Rubrik: Kurioses / Kriminelles
    Schlagworte: Heilpraktiker, droge, halluzinogen
    Quelle: sueddeutsche.de

    Jetzt Deinen Kommentar abgeben!
    —————————————————————————————-
    [*/quote*]

DREI SÄTZE, so endet der SZ-Artikel in einem Nachrichten-Parasiten (“News-Community”).

Drei Sätze, nur ein paar Buchstaben, dienen als Anker für eine 237 KiloByte große Web-Seite mit sage und schreibe 4,89 MegaBytes Datenschrott PLUS einem idiotischen Video, das sich nicht stoppen läßt.

Ein “WebReporter” “mozzer” hat die drei Sätze eingeworfen und der Server-Automat hat sie verwurstet und Google spuckt diese Web-Seite als Treffer bei “News” aus.
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Was zeigt uns das?

1. Google als Nachrichtenmedium ist Schrott.

2. Google muß ausgesperrt werden.

3. Twitter ist ein Filter, der Nachrichtenparasiten umgeht, indem bevorzugt die eigentlichen Quellen der Nachrichten weitergegeben werden. Wer gibt schon den Nachrichtenklecks von “mozzer” als Quelle an, wenn er die eigentliche Quelle “Süddeutsche Zeitung” nennen kann?

4. Das Herumgetorkele (ein passendes Wort) der Forista und Web-Parasiten, die sich als Journalisten aufspielen, verpestet das Web.

5. Forista recherchieren oft, und oft gründlicher [1] als die etablierten Medien.

6. Die Meldungen der Forista bleiben auf JAHRE erhalten, weil die im Gegensatz zu Medien nicht nach kurzer Zeit löschen

7. Die Foren haben meist eine wesentlich geringere Parasitenbefrachtung als die etablierten Medien und die Nachrichtenparasiten.
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Wenn Journalisten Journalismus machen WOLLTEN, dann SOLLTEN sie gründlicher recherchieren. Die Frage ist, ob sie es dürfen.

Wenn die Medien gelesen werden WOLLTEN, dann WÜRDEN sie ihre Web-Seiten nicht mit Datenschrott überladen. Die Frage ist, ob sie das je begreifen werden.
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Der Schlingerkurs, das Herumtorkeln, das die Öffentlichkeit zur Zeit bei Medien und Journalisten erlebt, ist ein Brechmittel.

Es etablieren sich private Zirkel und Netzwerke, die sauber recherchieren, sauber schreiben, und saubere Web-Seiten haben.

Ein Beispiel:

http://www.naturopathicdiaries.com/donald-trumps-naturopathic-weight-loss-pyramid-scheme/#more-516

Das ist ein Artikel über Donald Trump. Welche deutsche Zeitung kann sich damit messen? Ich kenne keine.
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[1] “29 Heilpraktiker und Homöopathen machen Kurzurlaub im Jenseits”
. . . http://transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=8658

Naturopaths pray

Wednesday, April 8th, 2015

They pray at the bay that the prey at the bay pay the pray.

Warum sind Kinderkrankheiten Kinderkrankheiten?

Tuesday, March 24th, 2015

Warum sind Kinderkrankheiten Kinderkrankheiten? Die gängige Antwort ist: “Weil man sie als Kind bekommt.” Aber das ist falsch, und der Name auch.

Sehen wir uns das an einem Beispiel näher an. Nehmen wir an, es gäbe eine Bevölkerung – und die würde von einer neuen Krankheit angegriffen. Diese Krankheit ist hochinfektiös und im Nu ist die gesamte Bevölkerung davon erfaßt. Was dann?

Möglichkeit 1: Die Krankheit ist tödlich. Alle sterben. Kurzes Gastspiel, Fall erledigt.

Möglichkeit 2: Es gibt Überlebende. Spezies gerettet. Das Leben geht weiter. Kinder werden geboren. Die Zeit vergeht.

Und dann?

Warum auch immer, es gibt eine neue Infektionswelle. Das führt auf 2 weitere Möglichkeiten:

Möglichkeit 3: Die Krankheit erzeugt keine Resistenz, weshalb die Krankheit wieder zuschlagen und Opfer fordern kann.

Möglichkeit 4: Es gibt eine Resistenz. Bei der ursprünglichen Bevölkerung, die von der allerersten Infekionswelle überrollt wurde, ist diese Resistenz eingetreten, wie stark auch immer. Entscheidend sind jedoch die Kinder, die danach geboren wurden. Die haben diese Resistenz nicht. Bei einer neuen Infektionswelle erkranken (nahezu) alle, die noch keine Resistenz haben, also vor allem solche Kinder.

Nun kommt ein weiterer Faktor ins Spiel: wie aggressiv ist die Krankheit? Werden Alle infiziert und krank – oder gibt es Personen, die NICHT erkranken?

Wenn ALLE erkranken, ist der Fall einfach. Gibt es jedoch Personen, die verschont werden, dann sind die bei der aktuellen -und vielleicht auch weiteren – Infektionswellen “erst später” “dran”. Bis dahin vergeht Zeit. Vielleicht sind sie später schon erwachsen oder sogar alt. Und vielleicht hat sich ihr Immunsystem bis dahin weiter stark verändert.
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Der wichtigste Faktor ist also, daß die Krankheit nicht 100 Prozent tödlich ist, so daß es Überlebende gibt.

Faktor Nummer 2 ist die Resistenz. Denn ohne sie kann die Krankheit bei der nächsten Welle ALLE erfassen und nicht nur die, die noch keine Resistenz haben. Diejenigen, die die Resistenz haben, haben mindestens die Zeit gelebt, seit es die letzte Infektionswelle gab, sind also älter geworden.

Je weiter die Infektionswellen zeitlich auseinander liegen, desto größer die Alterung des Menschen.

Die Zeit spielt auch bei der Mutation der Erreger eine sehr große Rolle. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr Zeit für Mutationen. Je mehr Mutationen, desto größer die Wahrscheinlichkeit eines Versagens des Immunsystems, das für diesen Angriff keinen passenden Erkennungs- und/oder Abwehrmechanismus hat.

Sind die Erreger immer wieder nur schwach mutiert oder hat das menschliche Immunsystem einen immer brauchbaren Andockpunkt für die Abwehr, kann der Infektionsangriff leichter zurückgeschlagen werden. Das heißt: bei schwacher Mutation und/oder möglichst immer brauchbarem Andockpunkt kann es eine lebenslange Immunität geben.

Allerdings ist das Immunsystem nicht perfekt und kann Fähgkeiten verlieren.

Keuchhusten gehört leider zu den Krankheiten, die keine lebenslange Immunität hervorrufen.
Folge: Ältere können dran erkranken und Kinder infizieren. Weil bei Älteren die Symptome nur schwach sind (warum auch immer) werden sie oft nicht bemerkt, so daß Ältere häufig gar nicht wahrnehmen, daß sie nicht mehr immun sind, sondern wieder erkrankt – und ahnungslos Andere damit anstecken.

Bei einer Krankheit mit mehreren unterschiedlichen DNA-Varianten kann (wenn es nicht jeweils den gleichen Andockpunkt für die Abwehr gibt) jede dieser Varianten für sich den Menschen infizieren. Das heißt: es gibt Mehrfachinfektionen.

Krankheiten ohne brauchbare Andockstelle sind des Teufels. Das erst recht, wenn sie sehr schnell mutieren. HIV ist so ein Fall.
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Jetzt könnte man denken, diese beschriebenen Szenarien wären doch sehr aus dem Musterkoffer eines Pharmavertreters. Leider sind sie es nicht. Ein Land, in dem sehr aggressive Krankheiten einfielen auf eine völlig unvorbereitete Bevölkerung, gibt es: Amerika. Mit den Eroberern und den Einwanderern kamen Krankheiten ins Land, die für die Überträger relativ harmlos waren, die Ureinwohner jedoch wie mit der Sense ummähten. Die Anpassung an die neue Situation erfolgte dann, mit der Zeit – oder gar nicht. Was wir heute sehen, sind die Nachkommen der Überlebenden einer vor mehreren hundert Jahren erfolgten Krankheits-Invasion.

In Afrika gibt es als Gegenstück Krankheiten, die für die menschlichen Eindringlinge sehr übel sind. Die Eingeborenen hingegen sind längst an die Krankheiten angepaßt.
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Wesentliche Eigenschaften von “Kinderkrankeiten”:

Erstens: möglichst lange wirkende natürliche Resistenz nach Infektion.

Zweitens: die hohe Infektuosität. Eine Krankheit mit einer geringen Infektuosität wird lange brauchen, um möglichst viele Menschen zu infizieren. Bis dahin vergeht Zeit, so daß sie Viele erst im Erwachsenenalter erreicht – und dann nennt man die Krankheit nicht mehr “Kinderkrankheit”.

Kinderkrankheiten sind keine Kinderkrankheiten! Sie sind völlig altersunabhängig und können Jeden treffen.

Es sind gefährliche und aggressive übertragbare Infektionskrankheiten mit Resistenzbildung. So und nicht anders sollte man sie nennen.

To the parent of the unvaccinated child who exposed my family to measles,

Wednesday, February 4th, 2015

This is an Open Letter, originally posted at
http://www.caringbridge.org/visit/maggiejacks

Tim Jacks, the father of 2 children affected INDIRECTLY by the Disneyland measles incident some weeks ago, allows me to publish it.

The 2 children were not in Disneyland. They were far away. They were in a place where they should have been secure, where they were for medical treatment: in a clinic. But there it happened!

Both children are very vulnerable, one is too young for vaccination, the other suffers from leukemia, and the chemotherapy destroyed her immune system.

Both children are those among us, who can only be saved by shielding them with “herd immunity”, with are nearly 100 percent vaccination rate. But anti-vaxxers do destroy that by fierce and declared evil will, and with their criminal deeds.

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Tim Jacks writes:

    =========================================================
    Here is some backstory regarding Maggie’s cancer (not included in the original blog entry). She was diagnosed last August 2014 with ALL – acute lymphoblastic leukemia (blood cancer). She has had multiple rounds of chemotherapy, lumbar punctures, and surgery to implant her port. She had been admitted 6x since diagnosis and spent over 3 weeks at Phoenix Children’s Hospital (including Halloween and New Years). She had been immunized fully, but we are unable to immunize further until after treatments end. Her treatment will prayerfully end shortly after her 5th birthday (Jan 2017).

    Eli and Maggie were exposed to measles on the Jan 21st. [2015] Despite the treatment noted, they could start showing signs of measles any time from now through Feb 11 (21 days post exposure). After new blood tests, both my wife and I are found to be immune to measles, but the children will remain in isolation until Feb 11.

    While I am a pediatrician, I write this blog as a father (albeit highly educated). Until now it’s purpose was to keep family and friends up to date with Maggie’s progress.

    Thanks for promoting awareness.

    See attached for pictures.

    Tim Jacks

      [OPEN LETTER]
      ———————————————————

      To the parent of the unvaccinated child who exposed my family to measles,

      I have a number of strong feelings surging through my body right now.

      Towards my family, I am feeling extra protective like a papa bear. Towards you, unvaccinating parent, I feel anger and frustration at your choices.

      By now we’ve all heard of the measles outbreak that originated in Disneyland. Or more accurately, originated from an unvaccinated person that infected other similarly minded vacationers. I won’t get into a debate about the whole anti-vaccine movement, the thimerisol controversy (no longer even used in childhood vaccines), or the myth that MMR causes autism (there are changes in autistic brain chemistry prior to birth).

      Let’s talk measles for just a minute. It once was widespread in the US.

      It is now considered ‘eliminated’ in the US (not continually circulating in the population – only contracted through travel out of country). Measles is highly contagious (>90% infectious) and can survive airborne in a room and infect someone *two hours later*. Another fun fact is that measles is transmittable before it can be diagnosed – four days before the characteristic rash appears.

        “Measles itself is unpleasant, but the complications are dangerous. Six to 20 percent of the people who get the disease will get an ear infection, diarrhea, or even pneumonia. One out of 1000 people with measles will develop inflammation of the brain, and about
        one out of 1000 will die.”

        (http://www.cdc.gov/vaccines/vpd-vac/measles/faqs-dis-vac-risks.htm)

      That sounds fun!

      Ok.

      Calm down self.

      I assume you love your child just like I love mine. I assume that you are trying to make good choices regarding their care. Please realize that your child does not live in a bubble. When your child gets sick, other children
      are exposed. My children.

      *Why would you knowingly expose anyone to your sick unvaccinated child after recently visiting Disneyland?*

      That was a bone-headed move.

      Why does this effect me and mine? Why is my family at risk if we are vaccinating? I’m glad you asked.

      Regarding measles, there are four groups of people.

      All are represented in my family.

      First, the MMR vaccine results in immunity for most who receive it. Two doses provides protection that can be confirmed with blood titers. My wife is in this group.

      Second, about 3% of fully vaccinated children do not develop a lasting immune response. They have low blood titers and are not protected against measles. If exposed, this group will likely get the illness. I am in this group. I was thankfully not exposed.

      Third, we have the unvaccinated. My son, Eli, is ten months old. He is too young to received the MMR vaccine and thus has no protection. Whether by refusal or because they are too young, exposed unvaccinated children have a*90% chance* of getting measles.

      Fourth, there are children like my Maggie. These are child who can’t be vaccinated. Children who have cancer. Children who are immunocompromised. Children who are truly allergic to a vaccine or part of a vaccine (i.e anaphylaxis to egg). These children remain at risk. They cannot be protected … except by vaccinating people around them.

      Back to my story …

      It was Wednesday. Maggie had just been discharged from Phoenix Children’s Hospital after finishing her latest round of chemotherapy. That afternoon she went to the PCH East Valley Specialty Clinic for a lab draw.

      Everything went fine, and we were feeling good … until Sunday evening when we got the call. On Wednesday afternoon, Anna, Maggie, and Eli had been exposed to measles by another patient. Our two kids lacked the immunity to defend against measles. The only protection available was multiple shots of rubeola immune globulin (measles antibodies). There were three shots for Maggie and two shots for Eli. They screamed, but they now have some temporary protection against measles. We pray it is enough.

      Unvaccinating parent, thanks for screwing up our three week “vacation” from chemotherapy. Instead of a break, we get to watch for measles symptoms and pray for no fevers (or back to the hospital we go). Thanks for making us cancel our trip to the snow this year. Maggie really wanted to see snow, but we will not risk exposing anyone else. On that note, thanks for exposing 195 children to an illness considered ‘eliminated’ from the U.S.

      Your poor choices don’t just effect your child. They affect my family and many more like us.

      Please forgive my sarcasm. I am upset and just a little bit scared.

      Papa bear
      ———————————————————
      [/OPEN LETTER]

    PCH has been great though this whole ordeal. We have done what is physically possible to protect our children. Now we pray. Please pray alongside us.

    We are not currently contagious. Rest assured, if measles visits our house, it will not spread to anyone else.

    Thank you for your prayers and support.

    =========================================================

Aside of the Open Letter I publish the email, because each single word should be heard.

Each single word.

.

High risk of ebola being spread by homeopath impostors *** An open warning letter to The United Methodist Church

Thursday, October 23rd, 2014

[*quote*]
———————————————
UMCOM.org
newsdesk[at]umcom.org

Dear Sirs,

this is an urgent warning about homeopaths imposturing in Liberia.

The involved persons are:

Dr. Richard Hiltner
Dr. Edouard Broussalian
Dr. Medha Durge
Dr. Ortrud Lindemann

They have a doctorate degree from a university, but they are utterly clueless about medicine, especially on epidemiology. Homeopathy is fraud, and they are committing it.

Their big-mouthed news about their going to Liberia is archived here:

http://transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=8275.msg19245#msg19245

and here:

https://archive.today/TPqNI
(archived copy of Google cache contents)

After I attacked them last night in public at Twitter

@homeopathy4 Medha Durge
https://twitter.com/aribertdeckers/status/524983036354789376

@edhomeo Edouard Broussalian
https://twitter.com/aribertdeckers/status/525027336606208000

,they took down their news web-page.

Now, that 4 homeopathic “MDs” might appear there, risk is high, that they are allowed to “work” in Liberia.

There is high risk that they will spread ebola in Liberia, and risk is high that they will carry ebola to their home countries (USA, Switzerland, India, Spain) on their return.

I already informed the FBI today.
———————————————
[*/quote*]

Update, 24.10.2014:

https://twitter.com/aribertdeckers/status/525603919339454464
[*quote*]
———————————————
.@homeopathy4 Medha Durge, what will you say to the FBI?
http://ariplex.com/folia/archives/825.htm
———————————————
[*/quote*]

https://twitter.com/aribertdeckers/status/525603783154601984
[*quote*]
———————————————
.@edhomeo Edouard Broussalian, what will you say to the FBI?
http://ariplex.com/folia/archives/825.htm
———————————————
[*/quote*]

A strange matter: opinion research as part of global manipulation

Thursday, September 11th, 2014

Searching for certain texts on homeopathy I stumbled over the “market research” survey of a certain company. Trying to find out more about homeopathy and market research I scanned web-sites of Kantar, which at that time I thought to be an Indian company. But it is not. Kantar is, so they say, world’s largest opinion research/market research company, a globally spread multi-lingual (mostly English, of course) enterprise. I followed the traces, collected more sites and, several computer days in the Net and 7 GigaBytes later, I had over 600 domains – and an astonishing result.

The list of the domains by far is not complete, and it leads to many sites NOT affiliated. But it shows a network of incredible power. As I have no further use for this list I dumped it at
http://transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=8312
for students and journalists.

I had started with a newspaper text that based on a market research paper on homeopathy. Curious, I checked opinion research/market research company sites for statements or (at least) even mentioning homeopathy. I expected some hints to suspicions I had, but … instead of a wealth of information I found the contrary: there seems to exist nearly nothing of market research for homeopathy. How can this be?: a billion-Euro-market and nearly no market research…?

It is quite funny that several web-sites by homeopaths and believers quote, portrait, or copy this statistics and its figures and various graphical presentations of the figures, which are derived from a marketing study by TGI:

homeopathy_is_a_known_disaster.jpg

The origin of this graphics is

http://wbdno.files.wordpress.com/2008/09/homeopathyuv11.jpg?w=645
(http://wbdno.wordpress.com/2008/09/13/the-lure-of-homeopathy-trust-grows-in-spite-of-a-lack-of-evidence/)

This version is at Zeno’s blog:

http://www.zenosblog.com/wp-content/uploads/2014/08/I-trust-homeopathic-medicine.png
(http://www.zenosblog.com/2014/08/falling-trust-in-homeopathy/)

    The disaster in figures:
    India 62%
    Brazil 58%
    Saudi Arabia 53%
    Chile 49%
    UAE 49%
    France 40%
    South Africa 35%
    Russia 28%
    Germany 27%
    Argentina 25%
    Hungary 25%
    USA 18%
    Great Britain 15%

Of course the homeopaths boast with the 62 percent of India, and with the other high values.

But Germany, the homeland of homeopathy, has a measly 27 percent – WHAT A DISASTER! And this despite the fact that in Germany the fraud homeopathy even is supported by special laws…

And the UK (I had not known the Brits are so much brighter than the Germans) is nearly dead end for homeopathy: mere 15 percent!

.
What do the figures stand for? The visible statement is: “I trust homeopathic medicine”.

Is that all? What about the conditions? Under which conditions do the people (asked in that survey back in 2008) live? To which extend to they trust homeopathy? And for which diseases?

No matter under which conditions the surveys in the various countries were made, the figures are a disaster. In the UK 85 percent of the population (according to the figures – and that is what the homeopathica manufacturers can quote) do not trust homeopathy. In Germany people are a bit dense (and stronger brainwashed by fraudulent media over the decades), but, still, 3/4 of the population do not trust homeopathy.

Who, with these miserable figures, would go on and make more costly surveys? No one. The surveys would only reveal what already is known from the sales figures.

So, that is the reason: homeopathy is known as being rubbish. People do not want it. People do not take it. Market research would only show this, again and ever again.

Homeopathy is a Potemkin village of imposturing analphabets

Monday, May 26th, 2014

So they did not read Hahnemann even once, those great masters of medicine in general and of the universe in special?

We never would have guessed that, honestly…

Beweisstück der Anklage: das Homöopathische Arzneibuch

Sunday, April 6th, 2014

Homöopathie ist nicht irgendein Betrug, sondern gefährlicher Medizinbetrug, der obendrein vom Gesetzgeber durch geisteskranke Gesetze de fakto vorgeschrieben wird – beispielweise dadurch, daß Homöopathie Teil des Pharmaziestudiums ist, und daß das “Homöopathische Arzneibuch”, abgekürzt “HAB”, in jeder Apotheke vorhanden sein muß (und das immer auf dem neuesten Stand!).

Was ist das “Homöopathische Arzneibuch”? Die Antwort gibt gleich am Anfang des HAB, als allererstes, diese Erklärung:

    Homöopathisches Arzneibuch 2007 (HAB 2007)
    http://ariplex.com/folia/archives/643.htm
    [*quote*]
    ——————————————————————–
    Homöopathisches Arzneibuch 2007 (HAB 2007)

    Das Homöopathische Arzneibuch ist neben dem Deutschen Arzneibuch und dem Europäischen Arzneibuch Teil des Arzneibuchs nach § 55 des Arzneimittelgesetzes. Das Arzneibuch ist eine vom Bundesministerium für Gesundheit bekannt gemachte Sammlung anerkannter pharmazeutischer Regeln über die Qualität, Prüfung, Lagerung, Abgabe und Bezeichnung von Arzneimitteln und den bei ihrer Herstellung verwendeten Stoffen. Es enthält auch Regeln für die Beschaffenheit von Behältnissen und Umhüllungen. Die anerkannten pharmazeutischen Re­geln, die in Monographien und anderen Texten des Arzneibuchs beschrieben sind, entsprechen dem jeweils gesicherten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse.
    ——————————————————————–
    [*/quote*]

Das HAB ist verbindlich für

“Regeln über die
* Qualität,
* Prüfung,
* Lagerung,
* Abgabe und
* Bezeichnung von Arzneimitteln und den bei ihrer Herstellung verwendeten Stoffen.

Es enthält auch Regeln für die
* Beschaffenheit von Behältnissen und Umhüllungen.”

Das HAB enthält keine Vorgaben zur medizinischen Anwendung der Arzneimittel, weder zur medizinischen Indikation (wozu es eingesetzt wird) noch zur Dosierung.

Der folgende Absatz ist somit der blanke Hohn:

    Homöopathisches Arzneibuch 2007 (HAB 2007)
    [*quote*]
    ——————————————————————–
    Homöopathisches Arzneibuch 2007 (HAB 2007)
    Die anerkannten pharmazeutischen Re­geln, die in Monographien und anderen Texten des Arzneibuchs beschrieben sind, entsprechen dem jeweils gesicherten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse.
    ——————————————————————–
    [*/quote*]

Es handelt sich um reine Herstellungs- und Lagerungsvorschriften. Es geht nicht um medizische Wirkung. Es gibt keinerlei Beweise, sondern ausschließlich Anweisungen

Dabei wäre es doch elementar gewesen, diese Anweisungen auf die Sinnhaftigkeit zu überprüfen. Doch das ist nicht geschehen. Deswegen ist die Behauptung

    Homöopathisches Arzneibuch 2007 (HAB 2007)
    [*quote*]
    ——————————————————————–
    Homöopathisches Arzneibuch 2007 (HAB 2007)
    Die anerkannten pharmazeutischen Re­geln, die in Monographien und anderen Texten des Arzneibuchs beschrieben sind, entsprechen dem jeweils gesicherten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse.
    ——————————————————————–
    [*/quote*]

eine glatte Lüge.

Das hier zitierte Arzneibuch ist nicht die allerneueste Fassung, sondern jene von 2007. Aber das macht nichts, weil die grundlegenden Dinge unverändert sind: das Verdünnen, das Schütteln und das Verreiben.

Zum Verdünnen eines Stoffs muß diesem Stoff ein Verdünnungsmittel beigemengt werden. Dieses Verdünnungsmittel muß bestimmte Eigenschaften haben, die durch die zu verdünnende Substanz vorgegeben sind.

Was in Wasser löslich ist, kann mit Wasser verdünnt werden. Was nicht in Wasser, aber in Öl oder Alkohol löslich ist, muß in Öl oder Alkohol verdünnt werden.

Soweit, so gut. Aber was ist mit Metallen? Homöopathen verwenden METALLISCHE Stoffe, also keine Metallsalze, sondern die reinen Metalle. Die dürfen auch nicht in Säuren aufgelöst werden, denn das ergäbe Salze. Nein, Metalle müssen verrieben werden.

Salze – und überhaupt kristalline Stoffe – zu verreiben ist relativ einfach, auch wenn die Härte des Materials eine Rolle spielt. Gneis, Basalt oder Diamant werden die Apotheker jedoch in Verzückung versetzen…

Die in den Anweisungen angegebenen Zeiten (die sich auf mindestens 1 Stunde summieren) zeigen, wie schwer die physikalische Verdünnung eines festen Stoffs ist.

Fleisch, Pflanzen oder andere Stoffe sind auch nicht ohne. Als Feststoffe müssen sie verrieben werden.

Nun kommt die entscheidende Frage: WARUM!? Warum das alles?

Hahnemann hat zu einer Zeit gelebt, in der man anfing, die Physik der Welt um den Menschen herum erst einmal “anzufassen”. Begriffen hat man sie noch nicht. Man hat die Welt beobachtet und zugesehen, was geschieht. Zum Beispiel: Was geschieht, wenn man auf ein in einem bestimmten räumlichen Winkel zur Erde auf ein Stück Eisen schlägt? Das Eisen wird durch das Schlagen magnetisch. Man wußte, DASS es geschieht. Man wußte jedoch nicht, WARUM es geschieht. Aber man gab sich Mühe dahinter zu kommen, nicht mehr wie in den Jahrtausenden zuvor, nur dazustehen und mit offenem Mund zuzusehen, sondern die physikalischen Gesetze zu erkennen und zu nutzen.

Hahnemann erwähnt das Magnetisieren, und zwar als ein Erklärung zu seinem “Dynamisieren”. Hahnemann spielt mit Wörtern herum. “Potenzieren”, “Dynamisieren”, “Dynamis” – alles beeindruckende lateinische Wörter. Wie geschaffen um kleine Geiste zu faszinieren und sich als großer Wissenschaftler aufzuspielen. Heute, 200 Jahre später, ist die magische Wirkung dieser Wörter ungebrochen…

Hahnemann sagt nichts anderes, als daß durch die physikalische Behandlung die verdünnte Substanz mehr (Heil)kraft hat, also fähiger ist, potenter ist, mehr Kraft, mehr Energie, mehr “Dynamis” hat.

Das hätte er auch auf Deutsch sagen können. Aber dann wäre doch die ganze Angeberei dahin…

Im Organon (hier zitiert aus der 6. Auflage) gibt Hahnemann zu, daß er angegriffen wird, weil es lediglich Verdünnungen sind. Der Täuscher BRAUCHT deswegen zu seiner Verteidigung eine Ausrede. Siehe:

    http://www.ariplex.com/ama/ama_org6.htm
    (Fußnote in Seiten 244, 245)
    [*quote*]
    ——————————————————————–
    2) Man hört noch täglich die homöopathischen Arznei-Potenzen bloß Verdünnungen nennen, da sie doch das Gegentheil derselben, d.i. wahre Aufschließung der Natur-Stoffe und zu Tage-Förderung und Offenbarung der in ihrem innern Wesen verborgen gelegenen, specifischen Arzneikräfte

    sind, durch Reiben und Schütteln bewirkt, wobei ein zu Hülfe genommenes, unarzneiliches Verdünnungs-Medium bloß als Neben-Bedingung hinzutritt. Verdünnung allein, z.B. die, der Auflösung eines Grans Kochsalz, wird schier zu bloßem Wasser; der Gran Kochsalz verschwindet in der Verdünnung mit vielem Wasser und wird nie dadurch zur Kochsalz-Arznei, die sich doch zur bewundernswürdigsten Stärke, durch unsere wohlbereiteten Dynamisationen, erhöht.
    ——————————————————————–
    [*/quote*]

Das ganze Theater, das Hahnemann aufführt, ist ein Hütchenspieler-Trick: Hahnemann vergiftet die Kranken. Gibt er ihnen WENIGER Gift, so fügt er ihnen weniger Schaden zu. Das “weniger Schaden Zufügen” bezeichnet er als Heilung. Für diese angebliche Heilung braucht er eine Erklärung. Denn, hätten sie gewußt, daß Hahnemann nur verdünnt, seine Zeitgenossen hätten ihn ausgelacht und ihn – zu recht – auf der Stelle in den Knast gesteckt. Aber Hahnemann schwülstet in kaum verständlicher Sprache, greift in die große Trickkiste mit lateinischen Wörtern, erzählt etwas vom Magnetisieren – und behauptet, daß durch die physikalische Behandlung wie beim Magnetisieren unsichtbare Kräfte wirken und die Heilwirkung hervorrufen würden. Oben drauf setzt er dann eine mysthische “Lebenskraft”, die “verstimmt” ist: alles Dinge, die seine Zeitgenossen nicht nachprüfen können. Er hat sie reingelegt.

So weit, so schlecht. Aber an einer Stelle KANN man zupacken: bei der physikalischen Wirkung.

Beim Magnetisieren eines Eisenstücks kann man durch Beobachten und Messen eine Menge herausfinden. Unter anderem, daß man einen bestimmten räumlichen Winkel zur Erde haben muß für ein optimales Ergebnis. Auch, wie stark und wie lange man schlagen muß – und wie das Ergebnis im Eisen dadurch wird. All das ist durch lange Meßreihen mit einer guten Genauigkeit zu ermitteln.

Würde man wie beim Magnetisieren unsichtbare Kräfte annehmen (beim Magnetisieren übt das Magnetfeld der Erde eine Kraft aus), so muß man beim Schütteln gleichermaßen die physikalischen Kräfe und die Wirkung messen. Muß zum Beispiel in Richtung Nordpol geschüttelt werden? Wie schnell muß geschüttelt werden? Wie hart muß der Schlag sein?

Mit anderen Worten: Es muß in langen Versuchen präzise ermittelt werden, welche Parameter es gibt, und wie die dazu gehörenden Ergebnisse sind.

Nehmen wir an, daß es – vollkommen analog zur Magnetisierung – für das Schütteln tatsächlich eine solche Kraft gäbe, und daß die Parameter zu ermitteln seien. Dann stellt sich die Frage, was denn dann mit den zu verreibenden Substanzen ist.

Das Verreiben ist notwendig zur Verdünnung. Aber, so die Homöopathen, das Verdünnen alleine ist es doch nicht – nein! -, denn es fehlt die Dynamisierung, das Einwirken der magischen, unsichtbaren Kraft.

Wenn die Stoffe verrieben sind, nun denn, dann werden sie eben anschließend geschüttelt, sollte man annehmen, genauso wie die Flüssigkeiten. DOCH EBEN DIES GESCHIEHT NICHT!

Lesen Sie die Anweisungen des HAB genau durch: die einen Substanzen werden geschüttelt, die anderen Substanzen werden verrieben. Bei einigen Substanzen wird – wenn sie als Feststoff verrieben wurden, aber flüssig eingesetzt werden sollen – bei der jeweiligen in flüssiger Form vorgenommenen Verdünnungsstufe geschüttelt. Aber nicht bei den Verreibungsstufen.

Hätte das Schütteln tatsächlich die notwendige Wirkung auf die Substanzen, dann müßte man ALLE Substanzen schütteln. Aber das findet nicht statt. Damit wird das ganze Theater zur Farce. Im Endeffekt ist nur wichtig, DASS man etwas macht. Der Schamane hüpft herum – und weil er das macht, er, der Schamane, DESWEGEN, wird ein Gebräu zur Medizin. Es ist eine magische Handlung. Also allerdümmstes religiotisches Theater.

Hahnemann macht genau das: Theater.

Die Zahl der Schüttelschläge muß nur aus einem einzigen Grund eine gewisse Mindestzahl sein: damit die Flüssigkeiten ausreichend gut gemischt sind. Das Verreiben muß nur deswegen soundsolange erfolgen, damit die Mischung ausreichend homogen ist. Das ist alles.

Das alles sind rein physikalische Grundlagen. Jeder Pharmazeut, jeder Apotheker muß das auf Anhieb erkennen. Pardon, er SOLLTE das erkennen können. Aber, wie man am HAB sieht, ist das nicht der Fall. Das HAB ist eine politische gewollte Farce und ein Element des Betruges durch organisierte Kriminalität.

Noch einmal, um diesen Punkt unmißverständlich klarzustellen:

Wenn das Schütteln eine Wirkung hat, dann müssen ALLE Stoffe bei JEDER Verdünnungsstufe geschüttelt werden. Aber das ist nicht der Fall.

Die Tatsache, daß es ausschließlich durch Verreiben hergestellte Verdünnungen gibt, beweist, daß es einzig und allein um das Verdünnen geht, und um nichts sonst.

Der Hokuspukus, den Hahnemann mit dem Verschütteln treibt, ist ein Ablenkungsmanöver, mit dem er eine Erklärung dafür vortäuscht, daß es den Kranken besser geht. Aber es geht ihnen besser, weil er sie weniger stark vergiftet hat.

Heutige Homöopathen ergehen sich in weitere Täuschungen und schieben ein “Gedächtnis des Wassers” oder anderen Unfug vor; sie setzen auf den alten Hütchenspielertrick noch weitere drauf.

Wie sehr offizielle Institutionen den Betrug Homöopathie unterstützen sei am Beispiel der der Krankenversicherung AOK gezeigt.

    http://www.aok.de/bundesweit/gesundheit/behandlung-nichtmedikamentoese-und-alternative-therapien-homoeopathie-8102.php
    (Hervorhebungen von mir)
    [*quote*]
    ——————————————————————–
    Homöopathie
    Was versteht man darunter?

    Die Homöopathie ist ein in sich völlig abgeschlossenes Medizinsystem, das mit eigenen, oft hochgradig verdünnten Arzneimitteln arbeitet. Für die Heilwirkungen wurden Theorien entwickelt, die nicht auf einer naturwissenschaftlich gesicherten Basis beruhen.

    Der Begründer der Homöopathie ist der deutsche Mediziner Samuel Hahnemann (1755-1843). Ausgangspunkt seiner Lehre war der so genannte Chinarinden-Versuch: Hahnemann stellte bei einem Selbstversuch fest, dass das Malaria-Mittel bei ihm fiebrige Symptome verursacht. Daraus schloss er generell, dass ein wirksames Medikament bei gesunden Menschen ähnliche Symptome hervorruft wie die Krankheit, gegen die es sich richtet.
    Aus dieser Erkenntnis heraus prägte Hahnemann den Satz: “Ähnliches kann durch Ähnliches geheilt werden”. Diese Ähnlichkeits-Regel ist einer der Kernpunkte seiner Theorie und gab der Homöopathie (griechisch: ähnliches Leiden) ihren Namen. Unter wissenschaftlich kontrollierten Bedingungen ließ sich der von Hahnemann vor 200 Jahren unternommene Chinarinden-Versuch allerdings nicht erfolgreich wiederholen.

    Eine weitere Eigenart der Homöopathie liegt in der Zubereitung ihrer Medikamente. Sie werden nach strengen Regeln aus pflanzlichen, tierischen und mineralischen Grundstoffen gewonnen. Dabei wird zunächst eine “Urtinktur” hergestellt, beispielsweise aus einem Pflanzenpresssaft. Ein Teil der Urtinktur wird anschließend mit neun Teilen Lösungsmittel verdünnt. Das ist die so genannte D1-Verdünnung. Aus dieser Verdünnung wird erneut ein Teil entnommen und wieder mit neun Teilen Lösungsmittel zu D2-verdünnt. Nach insgesamt 30 Schritten ist zum Beispiel die Stufe D30 erreicht. Bei den C-Verdünnungen beträgt das Verhältnis Tinktur und Lösungsmittel jeweils 1:100. Zwischen jeder Verdünnung ist die Flüssigkeit zum Verschütteln zehnmal auf ein Lederkissen aufzuklopfen.

    Bevor ein homöopathisch arbeitender Therapeut ein Medikament auswählt, wird er sich viel Zeit für ein einfühlsames Gespräch nehmen. Er möchte auf diese Weise ein möglichst vollständiges Bild von seinem Patienten bekommen. Es lässt sich dabei nicht nur die Krankheitssymptome schildern, sondern achtet auch auf die körperliche und seelische Verfassung.

    Wie wirkt die Therapie?

    Statistisch ist davon auszugehen, dass eine Verdünnung von D24 kein Molekül mehr aus der Urtinktur enthält. Trotzdem sind nach den Vorstellungen der Homöopathen solche hoch verdünnten Arzneien sogar wirksamer als die Urtinktur. Als eigentlicher Träger der Wirkung werden nicht die chemischen Bestandteile der Urtinktur angesehen, sondern eine Information, die diese Stoffe an das Lösungsmittel weitergegeben haben. Durch die stetige Verdünnung und das Schütteln soll sich diese Information von Schritt zu Schritt verstärken.

    Trotz vielfältiger Bemühungen ist es bisher noch nicht gelungen, das physikalische Prinzip zu entschlüsseln, auf dem die von den Homöopathen angenommene Information basieren könnte. Viele naturwissenschaftlich orientierte Ärzte halten daher die Wirkung der homöopathischen Medikamente eher für einen Placebo-Effekt – also für eine Wirkung, die nicht aus dem Medikament, sondern aus dem Umfeld der Behandlung und der Person des Arztes resultiert.

    Rezepte zum Selbermachen

    Nach homöopathischen Vorstellungen setzt die Wahl des richtigen Mittels immer eine eingehende Diagnose durch den Therapeuten voraus. Der Charakter, die Interessen und die körperliche Konstitution entscheiden mit, welches Medikament das richtige ist. So kann es sein, dass zwei Patienten mit derselben Krankheit verschiedene Mittel verabreicht bekommen.

    Je nachdem, welche Begleitsymptome vorliegen, wird ein Homöopath das Mittel festlegen. Beispiel Bluthochdruck:
    Herzklopfen mit Schmerzen, die in den linken Arm ausstrahlen können: Aconitum napellus (Eisenhut) D12
    langsamer Puls, Beklemmungsgefühl in der Brust, Ohrensausen: Barium carbonicum (Bariumcarbonat) D12
    bohrende, reißende Kopfschmerzen, pochende Adern im Kopf: Aurum metallicum (Gold) D12
    Drückende Kopfschmerzen mit Schwindel, Traurigkeit: Plumbum metallicum (Blei) D12

    Entgegen diesem Konzept der so genannten “klassischen Homöopathie” ist mittlerweile eine Reihe von “Komplexmitteln” auf dem Markt, die ein Gemisch verschiedener Homöopathika enthalten. Bei diesen entfällt die individuelle Diagnosestellung, und sie können meist rezeptfrei in der Apotheke erworben werden.

    Was bezahlt die AOK?

    Die Homöopathie zählt nach den Regelungen des Krankenversicherungsrechts zu den besonderen Therapierichtungen.

    Die Übernahme homöopathischer Arzneimittel durch die AOK ist nicht ausgeschlossen. Allerdings gelten seit der Gesundheitsreform 2004 bei den nichtverschreibungspflichtigen Arzneimitteln (Arzneimittel, die man ohne Rezept bekommt) die gleichen gesetzlichen Einschränkungen wie für die allopathischen (“schulmedizinischen”) Arzneimittel auch.
    Quellen
    * Harrisons Innere Medizin, ABW Wissenschaftsverlag 15. Auflage
    * Leitfaden Naturheilkunde: Methoden, Konzepte und praktische Anwendung von Volker Schmiedel (Herausgeber), Matthias Augustin (Herausgeber), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH; Auflage: 6 (2012)
    * Naturheilverfahren, Leitfaden für die ärztliche Aus-, Fort- und Weiterbildung von Dieter Melchart, Rainer Brenke, Gustav Dobos, Markus Gaisbauer, Reinhard * Saller, Schattauer Verlag, Studienausgabe 2008
    * Das große Homöopathie-Handbuch von Markus Wiesenhauer und Suzann Kirschner-Brouns, , Melchart, Augustin, Harrison, Wiesenhauer et al, GU-Verlag, 2007
    * Homöopathie in der Kinder- und Jugendmedizin von Herbert Pfeiffer, Michael Drescher und Martin Hirte, et al, Urban&Fischer-Verlag, 2007
    * GEO Wissen Nr. 42, 2008, S. 50 ff.
    * Deutsche Homöopathie-Union

    Letzte Aktualisierung: Januar 2013
    ——————————————————————–
    [*/quote*]

Das ist aalglatt zusammengelogen aus teilweise primitiven Reklameschriften, denn die Tätigkeit so mancher “Autoren” ist nichts anderes als Auftragsarbeit für die Homöopathika-Hersteller. Von neutraler, wissenschaftlicher Arbeit KANN also gar keine Rede sein.

Für den einfachen Bürger, Medizinlaie (und als solcher seiner Krankenversicherung vertrauend), erscheint diese dümmliche Nacherzählung als ein “Wir wissen nicht, warum es funktioniert, aber wir zahlen es” als eine Zustimmung der Krankenversicherung, also als eine Bestätigung der Wirksamkeit der Homöopathie. Denn warum sollte eine Krankenversicherung etwas bezahlen, was nicht wirkt? Und schon ist der einfache Bürger gutgläubig in die Falle gegangen…

Dieser Absatz zeigt auch, wer maßgeblich an dem Betrug mitverantwortlich beteiligt ist: der Gesetzgeber.

    [*quote*]
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    Was bezahlt die AOK?

    Die Homöopathie zählt nach den Regelungen des Krankenversicherungsrechts zu den besonderen Therapierichtungen.

    Die Übernahme homöopathischer Arzneimittel durch die AOK ist nicht ausgeschlossen. Allerdings gelten seit der Gesundheitsreform 2004 bei den nichtverschreibungspflichtigen Arzneimitteln (Arzneimittel, die man ohne Rezept bekommt) die gleichen gesetzlichen Einschränkungen wie für die allopathischen (“schulmedizinischen”) Arzneimittel auch.
    ——————————————————————–
    [*/quote*]

In dem ganzen Text der AOK ist keine für den einfachen Bürger erkennbare Kritik enthalten. Nein, es wird sogar auf Gesetze verwiesen (“Regelungen des Krankenversicherungsrechts zu den besonderen Therapierichtungen”).

Auch die Sprache ist von Homöopathen diktiert, siehe deren Schimpfwort “allopathisch” für die wissenschaftliche Medizin. Dabei sollte es bei diesem milliardenschweren Unternehmen AOK doch bekannt sein, daß die gemachten Aussagen Täuschungen sind. Bei der Erwähnung der “Komplexmittel” hätte die AOK auf krasse Fehler im System der praktizierten Homöopathie hinweisen müssen, zum Beispiel beim von ihr ausgewalzten Punkt der Herstellung. Aber sie tut es nicht. (Mehr über Komplexmittel in einem weiteren Text, der noch folgen wird.)

Nun weiter mit der Herstellung der Homöopathika, denn da gibt es noch mehr haarsträubende Ungereimtheiten, Widersprüche und Lügen.

Im folgenden Zitat aus dem Organon (6. Auflage) sieht man, daß Hahnemann sein Herstellungsverfahren geändert hat. Anfangs hat Hahnemann die Verdünnung der Flüssigkeiten Stufe für Stufe FLÜSSIG vorgenommen. Dann aber hat er jeweils einen Zwischenschritt gemacht: ein Zuckerkügelchen mit der Flüssigkeit benetzt, es aufgelöst UND DIESE FLÜSSIGKEIT dann in der nächsten Stufe verdünnt.

Aufgrund der Mengenverhältnisse zwischen der Zuckerkugel und der Flüssigkeit darf man einen Verdünnungsfaktor von mindestens 100 annehmen. Dieser Verdünnungsfaktor ist aber aufgrund der Methode (irgendwie “Besprühen einer Zuckerkugel” ungenau ermittelter Größe) KEINE exakte Größe.

Dieser Verdünnungsfaktor wird jedoch bei der Angabe der Potenzierungsstufe NICHT angegeben! Siehe dazu den Schluß des Zitats.

Das Layout von Hahnemanns Büchern ist grauenhaft, vor allem durch gestaffelte Fußnoten, die sich über mehrere Seiten hinziehen. Im folgenden Zitat ist zur besseren Lesbarkeit der Haupttext fett hervorgehoben. Die Fallen stecken aber auch in den Fußnoten. Ich werde auf diese einzeln eingehen.

    http://www.ariplex.com/ama/ama_org6.htm
    (Paragraph §245, Seiten 245ff)
    [*quote*]
    ——————————————————————–
    245

    §270

    Um nun diese Kraft-Entwickelung am besten zu bewirken, wird ein kleiner Theil der zu dynamisirenden Substanz, etwa Ein Gran, zuerst durch dreistündiges Reiben mit dreimal 100 Gran Milchzucker auf die unten (1) angegebne Weise zur millionfachen Pulver-
    —–
    […]
    1) Man trägt den dritten Theil von 100 Gran Milchzucker-Pulver in eine glasirte, porcellanene, am Boden mit feinem, feuchtem Sande mattgeriebene Reibeschale und thut dann oben auf dies Pulver Einen Gran von der zu bearbeitenden gepülverten Arznei-Substanz (Einen Tropfen Quecksilbers, Steinöhls u.s.w.). Der, zur Dynamisation anzuwendende Milchzucker muß von jener vorzüglich reinen Gattung sein, welche an Fäden krystallisirt, in Form rundlicher Stangen zu uns kömmt. Einen Augenblick lang mischt man Arznei und Pulver mittels eines Spatels von Porcellan zusammen und reibt etwa 6, 7 Minuten lang mit dem, unten matt geriebenen, porcellanenen Pistill, die Mischung ziemlich stark; darauf scharrt man vom Boden der Reibeschaale und unten vom ebenfalls unten matt geriebenen Pistill die Masse wohl auf, um sie gleichartig zu machen, binnen etwa 3, 4 Minuten; sechs bis sieben Minuten lang fährt man dann wieder, ohne Zusatz, mit der Reibung in gleicher Stärke fort und scharrt während 3, 4 Minuten vom Boden des Mörsers und unten vom Pistill, das Geriebene auf, worauf man das zweite Drittheil des Milchzuckers hinzuthut, einen Augenblick lang das Ganze mit dem Spatel umrührt, mit gleicher Stärke 6, 7 Minuten lang reibt, darauf etwa 3, 4 Minuten lang wieder aufscharrt, das Reiben 6, 7 Minuten lang ohne Zusatz wiederholt und 3, 4 Minuten lang aufscharrt; ist dies geschehen, so nimmt man das letzte Drittheil Milchzucker,
    246

    Verdünnung gebracht. Aus Gründen die weiter unten in der Anmerkung angegeben sind, wird zuerst Ein Gran dieses Pulvers in 500 Tropfen eines, aus einem Theile Branntwein und vier Theilen destillirtem Wasser
    —–
    rührt mit dem Spatel um, reibt wieder 6, 7 Minuten lang stark, scharrt während etwa 3, 4 Minuten zusammen und schließt endlich mit der letzten, 6, 7 minütlichen Reibung und sorgfältigsten Einscharrung. Das so bereitete Pulver, wird in einem wohl zugepfropften, vor Sonne und Tageslicht geschützten Fläschchen aufbewahrt, welches man mit dem Namen der Substanz und mit der Aufschrift des ersten Products 100, bezeichnet. Um nun dies Product bis zu 10.000 zu erheben, nimmt man einen Gran des Pulvers /100, trägt ihn mit dem Drittheil von 100 Gran gepülverten Milchzuckers in die Reibeschaale, mischt das Ganze mit dem Spatel zusammen und verfährt dann wie oben angezeigt; indem man jedoch sorgfältig jedes Drittheil zweimal stark verreibt, jedesmal während etwa 6, 7 Minuten und unterdeß während etwa 3, 4 Minuten aufscharrt, bevor man das zweite und letzte Drittheil des Milchzuckers dazuthut. Nach Hinzufügung eines jeden dieser Drittheile, verfährt man auf dieselbe Weise wie zuvor. Wenn alles beendigt ist, thut man das Pulver in ein wohl verpfropftes, mit der Aufschrift /10.000 versehenes Fläschchen. Wenn man nun in derselben Art mit Einem Gran dieses letzten Pulvers verfährt, so erhebt man dasselbe auf I.d.h. auf die millionste Potenz, dergestalt, daß jeder Gran dieses Pulvers den millionsten Theil eines Grans der ursprünglichen Substanz enthält. Demnach erfordert eine solche Pulverbereitung für drei Grade sechsmal 6, 7 Minuten zur Verreibung und sechsmal 3, 4 Minuten zum Aufscharren, was folglich eine Stunde für jeden Grad bedingt. Dann enthält nach der ersten, einstündigen Reibung das Präparat in jedem Grane l:100, nach der zweiten jeder Gran l:10.000 und nach der dritten und letzten in jedem Grane 1/1000000 der dazu angewendeten Arzneisubstanz *). Mörser,

    *) Dies sind die drei Grade der trockenen Pulver-Verreibung, welche wohl vollführt, schon einen guten Anfang zur Kraft-Entwickelung (Dynamisation) der Arzneisubstanz bewirkt haben.
    247

    bestehenden Gemisches aufgelöst und hievon ein einziger Tropfen in ein Fläschchen gethan. Hiezu fügt man 100 Tropfen guten Weingeist (1) und giebt dann dem, mit seinem Stöpsel zugepfropften Fläschchen, 100 starke Schüttelstöße mit der Hand gegen einen harten, aber elastischen Körper (2) geführt. Dies ist die Arznei im ersten Dynamisations-Grade, womit man feine Zucker-Streukügelchen (3) erst wohl befeuchtet (4) dann schnell auf Fließpapier ausbreitet, trocknet und in einem zugepfropften Gläschen aufbewahrt, mit dem Zeichen des ersten (I) Potenzgrades.
    —–
    Pistill und Spatel müssen wohl gereinigt sein, ehe die Bereitung einer andern Arznei damit unternommen wird. Mit warmem Wasser wohl gewaschen und rein abgetrocknet, werden Mörser, Pistill und Spatel, dann nochmals eine halbe Stunde lang in einem mit Wasser gefüllten Kessel ausgekocht; man müßte denn etwa die Vorsicht so weit treiben wollen, diese Werkzeuge auf Kohlen einer, bis zum Anfang des Glühens gesteigerten Hitze auszusetzen.

    1) Womit das Potenzirungs-Fläschchen zu zwei Dritteln angefüllt wird.

    2) Etwa auf ein mit Leder eingebundenes Buch.

    3) Man läßt sie unter seinen Augen vom Zuckerbäcker aus Stärke-Mehl und Rohr-Zucker verfertigen, und die so verkleinten Streukügelchen mittels der nöthigen Siebe zuerst von den allzu feinen, staubartigen Theilen befreien, dann aber durch einen Durchschlag gehen, dessen Löcher nur solche Kügelchen durchlassen, wovon 100 Einen Gran wiegen, – die brauchbarste Kleinheit für den Bedarf eines homöopathischen Arztes.

    4) Man hat ein kleines zylindrisches Gefäß von der Form eines Fingerhutes von Glas, Porcellan oder Silber, mit einer feinen Oeffnung am Boden, worein man die Streukügelchen tut, welche man arzneilich machen will; hierin befeuchtet man sie mit etwas von dem so dynamisirten arzneilichen Weingeiste, rührt sie um, und klopft dann das kleine (umgekehrte) Gefäß, auf das Fließpapier aus, um sie schnell zu trocknen.
    248

    Hievon wird nur ein einziges (1) Kügelchen zur weitern Dynamisirung genommen, in ein zweites, neues Fläsch-
    —–
    1) Als noch nach der anfänglichen Vorschrift immer ein voller Tropfen der Flüssigkeit niedrern Potenz-Grades zu 100 Tropfen Weingeist zum höher Potenziren genommen ward, war dies Verhältniß des Verdünnungs-Mediums zu der, darin zu dynamisirenden Arznei-Menge, (100. zu 1.) viel zu eng beschränkt, als daß eine Menge solcher Schüttel-Schläge, ohne große Gewalt anzuwenden, die Kräfte der angewendeten Arznei-Substanz gehörig und in hohem Grade hätten entwickeln können, wie mich mühsame Versuche davon überzeugt haben. Nimmt man aber ein einziges solches Streukügelchen, wovon 100 einen Gran wiegen, um es mit hundert Tropfen (Weingeist) zu dynamisiren, so wird das Verhältniß wie 1 zu 50,000, ja größer noch, indem 500 solcher Streukügelchen noch nicht völlig Einen Tropfen zu ihrer Befeuchtung annehmen können. Bei diesem ungleich höherm Verhältnisse zwischen Arzneistoff und Verdünnnngs-Medium, können viele Schüttel-Schläge des mit Weingeist bis zu 2/3 angefüllten Fläschchens eine bei weitem größere Kraft-Entwickelung hervorbringen. Werden aber bei einem so geringen Verdünnungs-Medium, wie 100. zu 1. der Arznei sehr viele Stöße mittels einer kräftigen Maschine gleichsam eingezwungen, so entstehen Arzneien, welche, vorzüglich in den höhern Dynamisations-Graden, fast augenblicklich, aber mit stürmischer, ja gefährlicher Heftigkeit, besonders auf den schwächlichen Kranken einwirken, ohne dauernde, gelinde Gegenwirkung des Lebensprincips zur Folge zu haben. Die von mir angegebne Weise hingegen, erzeugt Arznei von höchster Kraft-Entwickelung und gelindester Wirkung, die aber, wohl gewählt, alle kranken Punkte heilkräftig berührt*). Von diesen weit vollkommner dynamisirten Arznei-
    —–
    *) Nur in den sehr seltenen Fällen, wo bei schon fast völlig hergestellter Gesundheit und bei guter Lebenskraft, dennoch ein altes, beschwerliches Localübel unverrückt fortdauert ist es nicht nur erlaubt, sondern sogar unumgänglich nöthig, die, sich dafür als homöopathisch hülfreich erwiesene Arznei, jedoch mittelst vieler Hand-Schüttelschläge bis zu einem sehr hohen Grade potenzirt, in steigenden Dosen einzugeben, worauf ein solches Localübel oft wunderbarer Weise sehr bald verschwindet.
    249

    chen gethan (mit Einem Tropfen Wasser, um es aufzulösen) und dann mit 100 Tropfen guten Weingeistes auf gleiche Weise, mittels 100 starker Schüttel-Stöße dynamisirt. Mit dieser geistigen Arznei-Flüssigkeit werden wiederum Streukügelchen benetzt, schnell auf Fließpapier ausgebreitet, getrocknet, in einem verstopften Glase vor Hitze und Tageslicht verwahrt und mit dem Zeichen des zweiten Potenz-Grades (II.) versehen. Und so fährt man fort, bis durch gleiche Behandlung Ein aufgelöstes Kügelchen XXIX mit 100 Tropfen Weingeist, mittels 100 Schüttel-Stößen, eine geistige Arznei-Flüssigkeit gebildet hat, wodurch damit befeuchtete und getrocknete Streukügelchen den Dynamisations-Grad XXX erhalten.
    ——————————————————————–
    [*/quote*]

Haben Sie es bemerkt?: Die Globuli werden zum Trocknen auf FLIESSPAPIER geschüttet. Warum Fließpapier? Warum nicht eine große Glasplatte, die keine Feuchtigkeit aufnimmt? Ein Kardinalfehler, durch den auch das Aufsprühen zu einer magischen Ritualhandlung verkommt.

Gezählt werden von Hahnemann nur die SCHÜTTELSTUFEN:

    [*quote*]
    ——————————————————————–
    Ein aufgelöstes Kügelchen XXIX mit 100 Tropfen Weingeist, mittels 100 Schüttel-Stößen, eine geistige Arznei-Flüssigkeit gebildet hat, wodurch damit befeuchtete und getrocknete Streukügelchen den Dynamisations-Grad XXX erhalten.
    ——————————————————————–
    [*/quote*]

Damit wird bei einem angenommenen Verdünnungsverhältnis von 1:100 für den Übergang von Flüssigkeit auf Zuckerkugel eben nicht

D30 (1: 10 hoch 30)

,sondern

1: (10*100) hoch 30

also

1: 1000 hoch 30

als tatsächliche Verdünnung hergestellt.

Damit brechen sämtliche Versuche zusammen, die von Hahnemann und seinen Zeitgenossen und Nachfolgern gemachten Versuche überhaupt nachverfolgen und untersuchen zu können.

Wie Sie dem HAB entnehmen können, wird heute jede Verdünnungsstufe (geschüttelt oder gerührt (das heißt: verrieben)) als ein Potenzschritt angegeben, und behauptet, das sei nach Hahnemann. Ja, nach welchem Hahnemann denn, bitteschön!?

Die Angaben des Verdünnungsfaktors HEUTE sind ebenfalls in sich falsch, denn wenn ein flüssiger Stoff auf Globuli aufgetragen wird, ist doch ebenfalls ein Verdünnungsfaktor von weit über 100 im Spiel, der allerdings NICHT angegeben wird.

Die folgende Fußnote aus Seite 248 (oben bereits zitiert), zeigt, wie Hahnemann betrogen hat:

    [*quote*]
    ——————————————————————–
    1) Als noch nach der anfänglichen Vorschrift immer ein voller Tropfen der Flüssigkeit niedrern Potenz-Grades zu 100 Tropfen Weingeist zum höher Potenziren genommen ward, war dies Verhältniß des Verdünnungs-Mediums zu der, darin zu dynamisirenden Arznei-Menge, (100. zu 1.) viel zu eng beschränkt, als daß eine Menge solcher Schüttel-Schläge, ohne große Gewalt anzuwenden, die Kräfte der angewendeten Arznei-Substanz gehörig und in hohem Grade hätten entwickeln können, wie mich mühsame Versuche davon überzeugt haben.

    Nimmt man aber ein einziges solches Streukügelchen, wovon 100 einen Gran wiegen, um es mit hundert Tropfen (Weingeist) zu dynamisiren, so wird das Verhältniß wie 1 zu 50,000, ja größer noch, indem 500 solcher Streukügelchen noch nicht völlig Einen Tropfen zu ihrer Befeuchtung annehmen können. Bei diesem ungleich höherm Verhältnisse zwischen Arzneistoff und Verdünnnngs-Medium, können viele Schüttel-Schläge des mit Weingeist bis zu 2/3 angefüllten Fläschchens eine bei weitem größere Kraft-Entwickelung hervorbringen.

    Werden aber bei einem so geringen Verdünnungs-Medium, wie 100. zu 1. der Arznei sehr viele Stöße mittels einer kräftigen Maschine gleichsam eingezwungen, so entstehen Arzneien, welche, vorzüglich in den höhern Dynamisations-Graden, fast augenblicklich, aber mit stürmischer, ja gefährlicher Heftigkeit, besonders auf den schwächlichen Kranken einwirken, ohne dauernde, gelinde Gegenwirkung des Lebensprincips zur Folge zu haben. Die von mir angegebne Weise hingegen, erzeugt Arznei von höchster Kraft-Entwickelung und gelindester Wirkung, die aber, wohl gewählt, alle kranken Punkte heilkräftig berührt*). Von diesen weit vollkommner dynamisirten Arznei-
    —–
    *) Nur in den sehr seltenen Fällen, wo bei schon fast völlig hergestellter Gesundheit und bei guter Lebenskraft, dennoch ein altes, beschwerliches Localübel unverrückt fortdauert ist es nicht nur erlaubt, sondern sogar unumgänglich nöthig, die, sich dafür als homöopathisch hülfreich erwiesene Arznei, jedoch mittelst vieler Hand-Schüttelschläge bis zu einem sehr hohen Grade potenzirt, in steigenden Dosen einzugeben, worauf ein solches Localübel oft wunderbarer Weise sehr bald verschwindet.
    249

    chen gethan (mit Einem Tropfen Wasser, um es aufzulösen) und dann mit 100 Tropfen guten Weingeistes auf gleiche Weise, mittels 100 starker Schüttel-Stöße dynamisirt. Mit dieser geistigen Arznei-Flüssigkeit werden wiederum Streukügelchen benetzt, schnell auf Fließpapier ausgebreitet, getrocknet, in einem verstopften Glase vor Hitze und Tageslicht verwahrt und mit dem Zeichen des zweiten Potenz-Grades (II.) versehen. Und so fährt man fort, bis durch gleiche Behandlung Ein aufgelöstes Kügelchen XXIX mit 100 Tropfen Weingeist, mittels 100 Schüttel-Stößen, eine geistige Arznei-Flüssigkeit gebildet hat, wodurch damit befeuchtete und getrocknete Streukügelchen den Dynamisations-Grad XXX erhalten.
    ——————————————————————–
    [*/quote*]

Hahnemann rechnet sogar das Verdünnungsverhältnis einer Potenzierungsstufe aus: 1:50.000

Am Anfang der Fußnote macht Hahnemann ein weitreichendes Geständnis:

    [*quote*]
    ——————————————————————–
    1) Als noch nach der anfänglichen Vorschrift immer ein voller Tropfen der Flüssigkeit niedrern Potenz-Grades zu 100 Tropfen Weingeist zum höher Potenziren genommen ward, war dies Verhältniß des Verdünnungs-Mediums zu der, darin zu dynamisirenden Arznei-Menge, (100. zu 1.) viel zu eng beschränkt, als daß eine Menge solcher Schüttel-Schläge, ohne große Gewalt anzuwenden, die Kräfte der angewendeten Arznei-Substanz gehörig und in hohem Grade hätten entwickeln können, wie mich mühsame Versuche davon überzeugt haben.
    ——————————————————————–
    [*/quote*]

Bei einem einfachen Verdünnen mit 1 Tropfen auf 100 Tropfen war, nach Hahnemann’s eigenen Worten “dies Verhältniß des Verdünnungs-Mediums zu der, darin zu dynamisirenden Arznei-Menge, (100. zu 1.) viel zu eng beschränkt”. Wobei “beschränkt” eine hinterhältige Umschreibung ist für “zu stark”.

Daß Hahnemann seine Patienten vergiftet hat, sieht man an diesem harmlos klingenden Nebensatz:

“wie mich mühsame Versuche davon überzeugt haben.”

An wem hätte er die Versuche denn machen können, wenn nicht an seinen Patienten?

Erst als er das Verhältnis auf (seinen Worten nach) 1:50.000 ändert, erzielt er eine bessere Wirkung:

    [*quote*]
    ——————————————————————–
    Bei diesem ungleich höherm Verhältnisse zwischen Arzneistoff und Verdünnnngs-Medium, können viele Schüttel-Schläge des mit Weingeist bis zu 2/3 angefüllten Fläschchens eine bei weitem größere Kraft-Entwickelung hervorbringen.
    ——————————————————————–
    [*/quote*]

Wobei die bessere Wirkung nichts anderes ist als eine geringere Vergiftung. Woraus man ersehen kann, DASS Hahnemann am Anfang seine Patienten tatsächlich vergiftet hat. Erst mit einer größeren Verdünnung ging es den Patienten besser. Das ist logisch, denn sie wurden WENIGER STARK VEGIFTET.

In folgendem Zitat aus dem Organon sieht man das deutlich:

    http://www.ariplex.com/ama/ama_org6.htm
    (Paragraph §161, Seiten 183)
    [*quote*]
    ——————————————————————–
    183

    §161

    Wenn ich die sogenannte homöopathische Verschlimmerung, oder vielmehr die, die Symptome der ursprünglichen Krankheit in etwas zu erhöhen scheinende Erstwirkung der homöopathischen Arznei, hier auf die erste oder auf die ersten Stunden setze, so ist dieß allerdings bei den mehr acuten, seit Kurzem entstandenen Uebeln der Fall; wo aber Arzneien von langer Wirkungsdauer ein altes oder sehr aItes Siechthum zu bekämpfen haben, da dürfen keine dergleichen, anscheinende Erhöhungen der ursprünglichen Krankheit, während des Laufes der Cur sich zeigen und zeigen sich auch nicht, wenn die treffend gewählte Arznei in gehörig kleinen, nur allmälig erhöheten Gaben, jedesmal durch neue Dynamisirung (§. 247) um etwas modificirt wird (1); dergleichen Erhöhungen der ursprünglichen Symptome der chronischen Krankheit, können dann nur zu Ende solcher Curen zum Vorscheine kommen, wenn die Heilung fast oder gänzlich vollendet ist.
    ——————————————————————–
    [*/quote*]

Die (Vergiftungs)symptome der “Erstverschlimmerung” “zeigen sich auch nicht, wenn die treffend gewählte Arznei in gehörig kleinen, nur allmälig erhöheten Gaben, jedesmal durch neue Dynamisirung (§. 247) um etwas modificirt wird”. Was nichts anderes besagt, als daß durch die weitere “Dynamisierung”, also Verdünnung, WENIGER Gift verabreicht wurde.

Die Zuckerkugeln haben es in sich: es gibt sie in verschiedenen Größen – und genormt sind sie auch nicht (siehe “… bis …”) :

    Homöopathisches Arzneibuch 2007 (HAB 2007)
    [*quote*]
    ——————————————————————–
    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 10 1

    Vorschrift 10: Streukügelchen (Globuli)
    Größe Nr. Anzahl Streukügel­chen Masse [g]
    1 470 bis 530 1
    2 220 bis 280 1
    3 110 bis 130 1
    4 70 bis 90
    5 40 bis 50 1
    6 22 bis 28 1
    7 10 etwa 1
    8 5 etwa 1
    9 3 etwa 1
    10 2 etwa 1
    ——————————————————————–
    [*/quote*]

Es herrscht finsterste Beliebigkeit. Aber wen sollte das noch wundern?

Beweisstück der Anklage: Auszug aus dem Homöopathischen Arzneibuch

Saturday, March 29th, 2014

Homöopathie ist Betrug. Um dies zu belegen, zitiere ich als Beweisstück einen Auszug aus dem “Homöopathischen Arzneibuch” (HAB), welches für Industrie und Handel verbindlich ist. Wesentlich sind sowohl die Zusammenhänge als auch Dinge, die – erkennbar – NICHT darin enthalten sind. Um dies zu belegen, ist die vollständige Wiedergabe zwingend notwendig.

Weil der Text so umfangreich ist, wird er hier separat – als Ganzes – zitiert.

Homöopathie ist Betrug, das heißt: ein Verbrechen. Auf Verbrechen gibt es kein Urheberrecht.

    Auszug aus dem Homöopathischen Arzneibuch
    [*quote*]
    ——————————————————————–

    Homöopathisches Arzneibuch 2007
    – HAB 2007 –

    Amtliche Ausgabe
    Band 1:
    Allgemeiner Teil Allgemeine Monographien Monographien A – D

    Deutscher Apotheker Verlag Stuttgart Govi-Verlag – Pharmazeutischer Verlag GmbH Eschborn

    1/2

    Vorwort
    Homöopathisches Arzneibuch 2007 (HAB 2007)

    Das Homöopathische Arzneibuch ist neben dem Deutschen Arzneibuch und dem Europäischen Arzneibuch Teil des Arzneibuchs nach § 55 des Arzneimittelgesetzes. Das Arzneibuch ist eine vom Bundesministerium für Gesundheit bekannt gemachte Sammlung anerkannter pharmazeutischer Regeln über die Qualität, Prüfung, Lagerung, Abgabe und Bezeichnung von Arzneimitteln und den bei ihrer Herstellung verwendeten Stoffen. Es enthält auch Regeln für die Beschaffenheit von Behältnissen und Umhüllungen. Die anerkannten pharmazeutischen Re­geln, die in Monographien und anderen Texten des Arzneibuchs beschrieben sind, entsprechen dem jeweils gesicherten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse.
    Die Regeln des Homöopathischen Arz­neibuchs werden von der Deutschen Homöopathischen Arzneibuch-Kommis­sion beschlossen und vom Bundesministerium für Gesundheit im Bundesanzeiger bekannt gemacht.
    Der Wortlaut der Bekanntmachung des Bundesministeriums für Gesundheit zum Homöopathischen Arzneibuch 2007 (HAB 2007) vom 14. August 2007 wurde im Bundesanzeiger Seite 7414 veröffent­licht und ist in dieser Ausgabe des Arzneibuchs abgedruckt. Danach wird das Homöopathische Arzneibuch 2006 (HAB 2006) nach Maßgabe der in der Anlage der Bekanntmachung genannten Monographien und anderen Texte geändert. Die sich aus den Änderungen ergebende Neufassung des Homöopathischen Arzneibuchs trägt die Bezeichnung: „Homöopathisches Arzneibuch 2007 (HAB 2007)”. In der Bekanntmachung wird auf den Beginn der Geltung der Neufassung am 1. Dezember 2007, auf die Übergangsbestimmungen und auf die Bezugsquelle des HAB 2007 hinge­wiesen.
    Im Hinblick auf die in der Bekannt­machung zum HAB 2007 genannte Übergangsfrist bis zum 31. Mai 2008 wird empfohlen, die bisher geltenden Fassungen der Arzneibuchvorschriften aufzube­wahren. Dann stehen bei Bedarf die entsprechenden Vorschriften bis zum Ablauf der Übergangsfrist zur Verfügung.
    Die Änderungen des bisher geltenden Homöopathischen Arzneibuchs sind in der Anlage zur Bekanntmachung zum HAB 2007 aufgeführt.
    Wegen des Risikos der Übertragung transmissibler spongiformer Enzephalopathien (TSE) wird auf das Vorwort zum Homöopathischen Arzneibuch vom November 2002 verwiesen.
    Allen, die bei der Erarbeitung und Fertigstellung des Homöopathischen Arzneibuchs 2007 mitgewirkt haben, wird für die geleistete Arbeit ausdrücklich gedankt. Es sind dies insbesondere die Mitglieder der Deutschen Homöopathischen Arzneibuch-Kommission beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte und der Ausschüsse „Ana-

    HAB 2007

    2/2 Vorwort

    lytik” und „Herstellungsregeln”, deren Namen im vorliegenden HAB 2007 aufgeführt sind, sowie beteiligte externe Sachverständige und die für das Arzneibuch zuständigen Mitarbeiter des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte.

    Bonn, im August 2007
    Bundesministerium für Gesundheit
    Im Auftrag
    Dr. Dagmar Krüger

    HAB 2007

    1/4

    Bekanntmachung zum Homöopathischen Arzneibuch 20071
    Vom 14. August 2007

    (Bundesanzeiger Seite 7414)

    1. Die Regeln des Arzneibuchs werden nach § 55 Abs. 2 und 6 des Arzneimittelgesetzes von der Deutschen Arzneibuch-Kommission oder der Europäischen Arzneibuch-Kommission oder der Deutschen Homöopathischen Arzneibuch-Kommission beschlossen.
    2. Die von der Deutschen Homöopathi­schen Arzneibuch-Kommission im Jahre 2007 beschlossenen Texte und Monographien des Homöopathischen Arzneibuchs werden hiermit nach § 55 Abs. 7 des Arzneimittelgesetzes bekannt gemacht. Gemäß § 55 Abs. 7 Satz 2 des Arzneimittelgesetzes be­schränkt sich die Bekanntmachung darauf, die Überschriften der Texte und Monographien in der Anlage zu veröffentlichen. Das Homöopathische Arzneibuch in der geltenden Fassung wird wie folgt geändert:
    a) Die in der Anlage unter Abschnitt A genannten Monographien werden in das Homöopathische Arzneibuch neu aufgenommen.
    b) Die in der Anlage unter Abschnitt B genannten Texte und Monographien werden in revidierter Fassung aufgenommen. c) Die in der Anlage unter Abschnitt C genannten Monographien werden infolge der Bezugnahme auf die Vorschriften des Europäischen Arzneibuchs (Ph. Eur.), 5. Aus­gabe, Amtliche deutsche Ausgabe, in einer gekürzten oder geänderten Fassung aufgenommen.
    d) Die in der Anlage unter Abschnitt D genannten Texte und Monographien werden in korrigierter Fassung aufgenommen.
    3. Das nach Maßgabe dieser Bekannt­machung geänderte und neu gefasste Homöopathische Arzneibuch gilt ab dem 1. Dezember 2007. Die Neufassung trägt die Bezeichnung „Ho­möopathisches Arzneibuch 2007 (HAB 2007)”.
    4. Das Homöopathische Arzneibuch 2007 kann beim Deutschen Apotheker Verlag, Stuttgart, bezogen werden.
    5. Für Arzneimittel, die sich am 1. De­zember 2007 im Verkehr befinden und die den Anforderungen des Homöopathischen Arzneibuchs 2007 (HAB 2007) nicht genügen oder nicht nach dessen Vorschriften hergestellt, ge-

    1 Die Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/34/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Juni 1998 über ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften und der Vorschriften für die Dienste der Informationsgesellschaft (ABl. EG Nr. L 204 S. 37), geändert durch die Richtlinie 98/48/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Juli 1998 (ABl. EG Nr. L 217 S. 18), sind beachtet worden.

    HAB 2007

    2 1a Bekanntmachung

    prüft oder bezeichnet worden sind, aber den am 30. November 2007 geltenden Vorschriften entsprechen, findet diese Bekanntmachung erst ab dem 1. Juni 2008 Anwendung.
    6. Hinweis
    Für Ausgangsstoffe zur Herstellung von Arzneimitteln sind alle einschlägigen Vorschriften des Europäischen Arzneibuchs, Deutschen Arzneibuchs und Homöopathischen Arzneibuchs sowie jeweils geltende, gegebenenfalls aktuellere und weitergehende Vorschriften über die Verwendung bestimmter Stoffe zur Vermeidung des Risikos der Übertragung transmissibler spongiformer Enzephalopathien durch Arzneimittel zu beachten.

    Bonn, den 14. August 2007 Bundesministerium für Gesundheit
    114-5031-11 Im Auftrag
    Dr. Dagmar Krüger -—>

    HAB 2007

    H5.4 Herstellung homöopathischer Arzneimittel 1/3

    H5.4 Herstellung
    homöopathischer Arzneimittel nach Vorschrift 3a, 3b oder 3c hergestellt,
    wenn die Pflanzen ätherische Öle oder Harze oder weniger als 60 Prozent Feuchtigkeit (Trocknungsverlust) enthalten.
    Falls nichts anderes vorgeschrieben ist, werden Urtinkturen durch Mazeration hergestellt. Die Mazeration dauert mindestens 10 und höchstens 30 Tage. Falls nichts anderes vorgeschrieben ist, kann an Stelle der Mazeration die lange Maze­ration (maximal 60 Tage) oder die sehr lange Mazeration (maximal 180 Tage) angewandt werden, wenn nachgewiesen wurde, dass die öualität der so hergestellten Urtinktur dieselbe ist wie die der durch Mazeration hergestellten.
    Urtinkturen aus getrockneten Pflan­zen oder Pflanzenteilen oder Pflanzen­bestandteilen, die nicht im Homöopathischen Arzneibuch aufgeführt sind, werden in der Regel nach Vorschrift 4a hergestellt.
    Urtinkturen aus getrockneten Tieren oder Teilen von Tieren oder getrockneten Absonderungen von Tieren, die nicht im Homöopathischen Arzneibuch aufgeführt sind, werden in der Regel nach Vorschrift 4b hergestellt.
    Lässt eine Monographie zur Herstel­lung einer Urtinktur mehrere Stamm­pflanzen zu, kann die Urtinktur aus den geforderten Teilen jeder einzelnen Stammpflanze oder aus jeder Mischung hergestellt werden.
    Nosoden sind unter Beachtung der Festlegungen im Abschnitt „Nosoden” (H 5.2.5) nach den Vorschriften 43, 44, 58a oder 58b herzustellen.
    Lösungen aus Stoffen, die nicht im Homöopathischen Arzneibuch aufge­führt sind, werden in der Regel nach Vorschrift 5 a mit einem der genannten flüssigen Arzneiträger hergestellt.
    H 5.4.1 Allgemeines
    Die Zubereitungen und Darreichungs­formen werden, sofern nichts anderes angegeben ist, unter Beachtung der Festlegungen zu „Ausgangsstoffen” (H 5.2) nach den nachfolgend aufgeführten allgemeinen sowie den speziellen Vorschriften (H 5.4.4) hergestellt.
    Die Zubereitungen und Darreichungsformen werden ausschließlich unter Verwendung von den im Abschnitt H 5.3 be­schriebenen Arzneiträgern und Hilfs­stoffen hergestellt, es sei denn, in den jeweiligen „Speziellen Herstellungsvorschriften” (H 5.4.4) sind Ausnahmen hiervon gestattet.
    Urtinkturen und Lösungen werden nach den nachfolgend aufgeführten Vorschriften (H 5.4.4) hergestellt und, falls in den Monographien vorgeschrieben, auf die geforderten Werte eingestellt.
    Urtinkturen aus frischen Pflanzen und Pflanzenteilen, die nicht im Homöopathischen Arzneibuch aufgeführt sind, werden in der Regel
    nach Vorschrift la hergestellt, wenn die Pflanzen mehr als 70 Prozent Presssaft und weder ätherische Öle, Harze noch Schleim enthalten;
    nach Vorschrift lb hergestellt,
    wenn nur der Milchsaft einer Pflanze
    verarbeitet werden soll;
    nach Vorschrift 2a oder 2b hergestellt, wenn die Pflanzen weniger als 70 Prozent Presssaft und mehr als 60 Prozent Feuchtigkeit (Trocknungsverlust) und keine ätherischen Öle und Harze enthalten;

    HAB 2006

    2/3 H 5.4 Herstellung homöopathischer Arzneimittel

    Unter „Teilen” in den Vorschriften zur Herstellung sind Masseteile zu verstehen, falls in der Monographie nichts anderes angegeben ist.
    Unter „Wasser” ist bei den Herstel­lungsverfahren „Gereinigtes Wasser” zu verstehen.
    Sofern in der Monographie nichts anderes vorgeschrieben ist, wird die Droge je nach Art des verwendeten Pflanzenteils in folgendem Zerkleinerungsgrad extrahiert:
    Blätter, Blüten, Kräuter zerschnitten
    (4000)
    Hölzer, Rinden, Wurzeln zerschnitten
    (2800)
    Früchte, Samen fein geschnit-
    ten (2000)
    Alkaloid-Drogen pulverisiert
    (710)
    Bei der Herstellung von flüssigen Verdünnungen darf, falls erforderlich, in Abweichung von der jeweiligen Herstellungsvorschrift anstelle von Ethanol der dort vorgeschriebenen Konzentration auch Ethanol 30% (m/m) oder Ethanol 15% (m/m) verwendet werden.
    Sämtliche Herstellungsvorgänge sind in Apparaturen aus indifferentem Material durchzuführen. Verdunstungsverluste, Wärmeentwicklung und direktes Son­nenlicht sind möglichst zu vermeiden, sofern nichts anderes angegeben ist.
    Der Zusatz von Geruchs- und Ge-schmackskorrigenzien sowie von Färbemitteln und – mit Ausnahme bei Herstellung von Zubereitungen nach Vorschrift 13 – viskositätserhöhenden Stoffen ist grundsätzlich nicht gestattet; der Zusatz von Konservierungsmitteln ist ebenfalls nicht gestattet, es sei denn, dass im Einzelfall in der jeweiligen Herstel­lungsvorschrift des Homöopathischen Arzneibuchs etwas anderes vorgeschrieben ist. Flüssige Verdünnungen werden in Gefäßen hergestellt, deren Rauminhalt um mindestens ein Drittel größer ist als die aufzunehmende Flüssigkeitsmenge. Zur Potenzierung wird nach der jeweiligen Vorschrift verdünnt und jedesmal mindestens 10-mal kräftig geschüttelt. Für jede Verdünnung muss ein eigenes Gefäß benutzt werden (Mehrglasmethode).
    Bei Einsatz mechanischer Schüttelmaschinen ist darauf zu achten, dass der Bewegungsablauf der manuellen Verschüt-telung hinsichtlich Frequenz und Strecke entspricht. Es muss für jede Verdünnung ein eigenes Gefäß benutzt werden (Mehrglasmethode).
    Bei der Herstellung flüssiger oder fe­ster Verdünnungen darf keine Stufe übersprungen werden, sofern in der jeweiligen Monographie des Homöopathischen Arzneibuchs nichts anderes angegeben ist.
    Feste Verdünnungen werden nach Vorschrift 6 oder 7 hergestellt.
    Wird eine Verreibung beziehungsweise feste Verdünnung zur Einzeldosierung in Kapseln abgefüllt, sind dafür ungefärbte Hartkapseln zu verwenden; sie müssen den Anforderungen der Mono­graphie Kapseln, Abschnitt Hartkapseln im Kapitel Darreichungsformen (Ph. Eur.) entsprechen.
    H 5.4.2 Kennzeichnung
    Die Kennzeichnung muss unter Berücksichtigung der hierfür geltenden sowie der nachfolgenden Vorschriften erfolgen.
    Sind Ausgangsstoffe durch eine besondere Vorbehandlung erhalten worden, ist diese Vorbehandlung in der Kennzeichnung anzugeben.
    In allen Fällen ist die Art der Herstellung in der Kennzeichnung anzugeben.

    HAB 2006

    5.4 Herstellung homöopathischer Arzneimittel 3/3

    Wird zur Herstellung einer flüssigen Verdünnung anstelle der in den nachfolgend aufgeführten „Speziellen Herstel-lungsvorschriften” (H 5.4.4) angegebenen Ethanolkonzentration Ethanol 30% (m/m) oder Ethanol 15% (m/m) verwendet, ist dies in der Kennzeichnung anzugeben.
    Falls erforderlich, sind in den „speziellen Herstellungsvorschriften” (H 5.4.4) unter „Beschriftung” zusätzliche Regeln zur Kennzeichnung aufgeführt. H 5.4.3 Beschaffenheit von Urtinkturen und deren flüssigen Verdünnungen sowie von Ver-reibungen
    Urtinkturen und ihre flüssigen Verdün­nungen dürfen nicht stärker getrübt sein, als es der Natur des jeweiligen Ausgangsmaterials entspricht. Falls erforderlich können Urtinkturen deshalb nach Lagerung filtriert werden.
    Sie müssen den Anforderungen der Monographien des Homöopathischen Arzneibuchs im Abschnitt „Arzneifor­men” entsprechen.
    Verreibungen müssen den Anforde­rungen der Monographien des Homöo­pathischen Arzneibuchs im Abschnitt „Arzneiformen” entsprechen.

    HAB 2007

    H 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften 1/2

    H 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften

    Die folgenden Vorschriften gelten in Verbindung mit den Festlegungen der Ab­schnitte „Ausgangsstoffe” (H 5.2), „Arzneiträger und Hilfsstoffe” (H 5.3) und „Allgemeines” (H 5.4.1).

    r

    Vorschrift la
    Vorschrift lb
    Vorschriften 2-3
    Vorschrift 4 a
    Vorschrift 4b
    Vorschriften 5
    Vorschriften 6-7
    Vorschriften 8
    Vorschrift 9
    Vorschrift 10
    Vorschrift 11
    Vorschriften 12
    Vorschrift 13
    Vorschrift 14
    Vorschrift 15
    Vorschrift 16
    Vorschrift 17
    Vorschriften 18-20
    Vorschriften 21-22
    Vorschriften 23-24
    Vorschriften 25-26
    Vorschriften 27-30
    Vorschrift 31
    Vorschrift 32
    Vorschriften 33-37
    Vorschrift 38
    Vorschriften 39
    Vorschriften 40 Gemeinsam potenzierte Mischungen
    Vorschriften 41
    Vorschriften 42
    Vorschriften 43-44
    Vorschrift 45
    Vorschrift 46
    Vorschriften 47
    Vorschrift 48
    Vorschrift 49
    Vorschriften 50a-50b
    Vorschrift 50c
    Vorschrift 51

    Urtinkturen aus pflanzlichen Presssäften
    Urtinkturen aus milchsafthaltigen Pflanzen
    Urtinkturen aus frischem Pflanzenmaterial
    Urtinkturen aus getrocknetem Pflanzenmaterial
    Urtinkturen aus tierischem Material Lösungen Verreibungen
    Flüssige Zubereitungen aus Verreibungen Tabletten
    Streukügelchen (Globuli)
    Parenteralia, Flüssige Verdünnungen zur Injektion
    Flüssige Einreibungen (Externa)
    Homöopathische Salben
    Suppositorien
    Augentropfen
    Mischungen
    LM-Potenzen
    Urtinkturen mit Wärmebehandlung Rh-Urtinkturen
    Wässrige Urtinkturen mit Wärmebehandlung
    Spagyrische Urtinkturen nach Zimpel
    Spagirische Urtinkturen nach Krauß
    – nicht belegt –
    Gepufferte wässrige Urtinkturen
    Wässrige Urtinkturen mit Wärmebehandlung und Fermentation
    Wässrige Urtinkturen mit Kältebehandlung Globuli velati
    Gemeinsam potenzierte Mischungen
    Gl-Urtinkturen (Organpräparate)
    Urtinkturen (Organpräparate)
    Urtinkturen (Nosoden)
    Nasentropfen
    Flüssige weinige Verdünnungen
    Spagyrische Urtinkturen nach Pekana
    Metallpulverhaltige Salben
    Wässrige Urtinkturen
    Spagyrische Urtinkturen nach Strathmeyer
    Homöopathische Salben nach Strathmeyer
    Wässrige Urtinkturen mit Wärmebehandlung und Fermentation E

    HAB 2006

    2/2 H 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften

    Vorschrift 52
    Vorschrift 53
    Vorschriften 54a-54b
    Vorschrift 54c
    Vorschrift 55
    Vorschriften 56a-56f, 56i-56j
    Vorschrift 56g
    Vorschrift 56h
    Vorschrift 57
    Vorschrift 58

    Urtinkturen aus einem Destillat
    Fermentierte Urtinkturen Spagyrische
    Urtinkturen nach Glückselig
    Urtinkturen nach Glückselig
    – nicht belegt –
    Spagyrische Urtinkturen nach von Bernus
    Spagyrische antimondestillathaltige Mischungen nach von Bernus
    Spagyrische Mischungen nach von Bernus
    Flüssige paraffinige Auszüge
    Urtinkturen nach Spengler (Antigen/Antitoxin)

    HAB 2006

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 1 1

    Vorschrift la: Urtinkturen und flüssige Verdünnungen
    Urtinkturen nach Vorschrift la sind Mi­schungen gleicher Teile Presssaft und Ethanol 86% (m/m).
    Die fein zerkleinerten Pflanzen oder Pflanzenteile werden ausgepresst. Der Presssaft wird sofort mit der gleichen Masse Ethanol 86% (m/m) gemischt. Die Mischung bleibt mindestens fünf Tage lang bei einer 20 °C nicht übersteigenden Temperatur verschlossen stehen und wird dann filtriert.
    Einstellung auf einen gegebenenfalls in der Monographie geforderten Wert
    In dem oben erhaltenen Filtrat wird der Trockenrückstand (H 2.2.6) bzw. der Gehalt bestimmt. Die zur Einstellung auf den vorgeschriebenen Wert erforderliche Menge Ethanol 43% (m/m) (Aj) wird nach Gleichung (1) errechnet.
    (Nx-Na) n , (1) 1 = m AT [ g]
    m – Masse des Filtrats in Kilogramm
    N„ = in der Monographie geforderter Wert für Trockenrückstand oder Gehalt in Prozent
    A/x = Trockenrückstand oder Gehalt des Filtrats in Prozent
    Das Filtrat wird mit der errechneten Menge Ethanol 43% (m/m) gemischt. Nach mindestens fünf Tage langem Stehenlassen bei einer 20 °C nicht übersteigenden Temperatur wird, falls erforderlich, filtriert.
    Potenzierung
    Die 1.Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    2 Teilen Urtinktur und
    8 Teilen Ethanol 43% (m/m), die 2. Dezimalverdünnung (D 2) aus
    1 Teil der 1. Dezimalverdünnung und 9 Teilen Ethanol 43% (m/m)
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Die 1. Centesimalverdünnung (C 1) wird aus
    2 Teilen Urtinktur und
    98 Teilen Ethanol 43% (m/m),
    die 2. Centesimalverdünnung (C 2) aus 1 Teil der 1. Centesimalverdünnung und
    99 Teilen Ethanol 43 % (m/m)
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Vorschrift lb: Urtinkturen aus milchsafthaltigen Pflanzen und deren flüssige Verdünnungen
    Urtinkturen nach Vorschrift lb sind Mischungen frischen pflanzlichen Milchsaftes mit Ethanol 30 % (m/m). Der frische Milchsaft wird mit der zweifachen Masse Ethanol 30% (m/m) gemischt. Die Mischung wird filtriert.
    Einstellung auf einen gegebenenfalls in der Monographie geforderten Wert
    In dem oben erhaltenen Filtrat wird der Trockenrückstand (H 2.2.6) bzw. der Gehalt bestimmt. Die zur Einstellung auf den vorgeschriebenen Wert erforderliche Menge Ethanol 30% (m/m) (A\) wird nach Gleichung (1) errechnet.
    ^ = m^^[kg] (1)
    m = Masse des Filtrats in Kilogramm
    N0 = in der Monographie geforderter Wert für Trockenrückstand oder Gehalt in Prozent

    HAB 2004

    2 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 1

    Nx = Trockenrückstand oder Gehalt des Filtrats in Prozent
    Das Filtrat wird mit der errechneten Menge Ethanol 30 % (m/m) gemischt. Nach mindestens fünf Tage langem Stehenlassen bei einer 20 °C nicht übersteigenden Temperatur wird, falls erforderlich, filtriert. Dieses Filtrat ist die Urtinktur. Potenzierung
    Die 1. Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    3 Teilen Urtinktur und
    7 Teilen Ethanol 30 % (m/m),
    die 2. Dezimalverdünnung (D 2) aus 1 Teil der 1. Dezimalverdünnung und 9 Teilen Ethanol 15 % (m/m)
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.

    HAB 2004

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 2 l/l

    Vorschrift 2a: Urtinkturen und flüssige Verdünnungen Die Einstellung auf einen gegebenenfalls in der Monographie geforderten Wert wird wie bei Vorschrift la angegeben durchgeführt.
    Die Potenzierung erfolgt wie unter Vorschrift la beschrieben.
    Urtinkturen nach Vorschrift 2a werden durch Mazeration nach dem unten angegebenen Verfahren hergestellt (Ethanol-gehalt: etwa 43% (mim)).
    Die Pflanzen oder Pflanzenteile wer­den fein zerkleinert. Von einer Probe wird der Trocknungsverlust (H 2.8.1) bestimmt. Die zerkleinerte Pflanzenmasse wird sofort mit mindestens der Hälfte ihrer Masse Ethanol 86% (m/m) versetzt und bei einer 20 °C nicht übersteigenden Temperatur in gut verschlossenen Gefäßen gelagert.
    Nach der Gleichung (2) wird die für die Pflanzenmasse erforderliche Menge Ethanol 86% (m/m) (A2) berechnet, die bereits zugesetzte Menge Ethanol davon abgezogen und der Rest mit dem Ansatz gemischt.
    m = Pflanzenmasse in Kilogramm
    T = Trocknungsverlust der Probe in Prozent
    Der Ansatz bleibt mindestens zehn Tage lang bei einer 20 °C nicht übersteigenden Temperatur unter wiederholtem Um-schütteln stehen. Danach wird die Mischung abgepresst und die Flüssigkeit filtriert.
    Vorschrift 2b: Urtinkturen und flüssige Verdünnungen
    Urtinkturen nach Vorschrift 2b werden entsprechend der Vorschrift 2a mit Ethanol 62% (m/m) hergestellt (Etha-nolgehalt: etwa 30 % (m/m)).
    Die Einstellung auf einen in der Mo­nographie gegebenenfalls geforderten Wert wird wie bei Vorschrift la angege­ben durchgeführt, wobei Ethanol 30% (m/m) zu verwenden ist.
    Potenzierung
    Die 1.Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    2 Teilen Urtinktur und
    8 Teilen Ethanol 30% (m/m),
    die 2. Dezimalverdünnung (D 2) aus 1 Teil der 1. Dezimalverdünnung und
    9 Teilen Ethanol 15% (m/m)
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.

    HAB 2005

    5.4,4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 3 1/2

    Vorschrift 3a: Urtinkturen und flüssige Verdünnungen hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.

    Urtinkturen nach Vorschrift 3 a werden entsprechend der Vorschrift 2 a hergestellt (Ethanolgehalt: etwa 60% (m/m)). Abweichend von der dort angegebenen Vorschrift wird die erforderliche Menge Ethanol 86% (m/m) (A3) nach der Gleichung (3) berechnet. Vorschrift 3b: Urtinkturen und flüssige Verdünnungen
    Urtinkturen nach Vorschrift 3 b werden entsprechend der Vorschrift 3 a mit Ethanol 73% (m/m) hergestellt (Ethanolgehalt: etwa 43% (m/m)).
    Die Einstellung auf einen gegebenenfalls in der Monographie geforderten Wert wird wie bei Vorschrift la angegeben durchgeführt, wobei Ethanol 43% (m/m) zu verwenden ist.
    Potenzierung
    Die 1.Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    3 Teilen Urtinktur und
    7 Teilen Ethanol 43% (m/m),
    die 2. Dezimalverdünnung (D 2) aus 1 Teil der 1. Dezimalverdünnung und 9 Teilen Ethanol 30% (m/m),
    die 3. Dezimalverdünnung (D 3) aus 1 Teil der 2. Dezimalverdünnung und 9 Teilen Ethanol 15% (m/m)
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Ai = [kg] (3)
    m – Pflanzenmasse in Kilogramm
    T = Trocknungsverlust der Probe in Prozent
    Die Einstellung auf einen gegebenenfalls in der Monographie geforderten Wert wird wie bei Vorschrift la angegeben durchgeführt, wobei Ethanol 62% (m/m) zu verwenden ist.
    Potenzierung
    Die 1.Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    3 Teilen Urtinktur und
    7 Teilen Ethanol 62% (m/m),
    die 2. Dezimalverdünnung (D 2) aus 1 Teil der 1. Dezimalverdünnung und 9 Teilen Ethanol 62% (m/m)
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren. Von der 4. Dezimalverdünnung an wird Ethanol 43 % (m/m) verwendet.
    Die 1. Centesimalverdünnung (C 1) wird aus
    3 Teilen Urtinktur und 97 Teilen Ethanol 62% (m/m),
    die 2. Centesimalverdünnung (C 2) aus 1 Teil der 1. Centesimalverdünnung und
    99 Teilen Ethanol 43% (m/m)
    Vorschrift 3c: Urtinkturen und flüssige Verdünnungen
    Urtinkturen nach Vorschrift 3c werden entsprechend der Vorschrift 3a mit Ethanol 43% (m/m) hergestellt (Ethanolgehalt: etwa 30% (m/m)).
    Die Einstellung auf einen gegebenenfalls in der Monographie geforderten Wert wird wie bei Vorschrift la angegeben durchgeführt, wobei Ethanol 30% (m/m) zu verwenden ist.

    HAB 2005

    2/2 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 3

    Potenzierung
    Die 1.Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    3 Teilen Urtinktur und
    7 Teilen Ethanol 30% (m/m), die 2. Dezimalverdünnung (D 2) aus 1 Teil der 1. Dezimalverdünnung und 9 Teilen Ethanol 15% (m/m)
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.

    HAB 2005

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 4 1/2

    Vorschrift 4a: Urtinkturen und flüssige Verdünnungen Die 1. Centesimalverdünnung (C 1) wird aus
    10 Teilen Urtinktur (D1) und 90 Teilen Ethanol gleicher Konzentra­tion,
    die 2. Centesimalverdünnung (C 2) aus 1 Teil der 1. Centesimalverdünnung und
    99 Teilen Ethanol 43% (m/m)
    hergestellt, sofern keine andere Ethanol-konzentration vorgeschrieben ist. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    r Urtinkturen nach Vorschrift 4a werden nach den im Abschnitt Tinkturen der Monographie Extrakte (Ph. Eur.) beschriebenen Verfahren der Mazeration oder Perkolation aus 1 Teil getrockneten Pflanzen oder Pflanzenteilen und 10 Teilen Ethanol geeigneter, im Abschnitt „Arzneiträger und Hilfsstoffe” (H 5.3) angegebener Konzentration (falls in der Monographie nicht vorgeschrieben) hergestellt. Ist eine Einstellung auf einen vorgeschriebenen Wert erforderlich, so wird die benötigte Menge Ethanol der zur Herstellung vorgeschriebenen oder verwendeten Konzentration nach Gleichung (1) errechnet. Die errechnete Menge Ethanol wird mit dem Filtrat gemischt. Nach mindestens fünf Tage langem Stehenlassen bei einer 20 °C nicht übersteigenden Temperatur wird der Ansatz, falls erforderlich, filtriert.
    Potenzierung
    Die Urtinktur entspricht der 1. Dezimalverdünnung (0 = D 1).
    Die 2. Dezimalverdünnung (D 2) wird aus
    1 Teil Urtinktur (D1) und 9 Teilen Ethanol gleicher Konzentration,
    Vorschrift 4b: Urtinkturen und flüssige Verdünnungen
    Urtinkturen nach Vorschrift 4b werden nach den im Abschnitt Tinkturen der Monographie Extrakte (Ph.Eur.) beschriebenen Verfahren der Mazeration oder Perkolation aus 1 Teil von Tieren, Teilen von Tieren oder deren Absonde­rungen und 10 Teilen Ethanol geeigneter, im Abschnitt „Arzneiträger und Hilfsstoffe” (H 5.3) angegebener Konzentration hergestellt.
    Ist eine Einstellung auf einen vorge­schriebenen Wert erforderlich, wird die benötigte Menge Ethanol der zur Herstellung vorgeschriebenen oder verwendeten Konzentration nach Gleichung (1) berechnet. Das Filtrat wird mit der berechneten Menge Ethanol gemischt. Der Ansatz bleibt mindestens fünf Tage lang bei einer 20 °C nicht übersteigenden Temperatur stehen und wird danach, falls erforderlich, filtriert.
    Potenzierung
    Die Urtinktur entspricht der 1. Dezimalverdünnung (0 = D 1).
    die aus 3. Dezimalverdünnung (D 3) wird
    1 Teil der 2. Dezimalverdünnung und 9 Teilen Ethanol gleicher Konzentration
    hergestellt. Von der 4. Dezimalverdün­nung an wird Ethanol 43% (m/m) ver­wendet, sofern keine andere Ethanol-konzentration vorgeschrieben ist, und entsprechend verfahren.

    HAB 2005

    2/2 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 4

    Die 2. Dezimalverdünnung (D 2) wird aus
    1 Teil Urtinktur (D 1) und 9 Teilen Ethanol gleicher Konzentration,
    die 3. Dezimalverdünnung (D 3) aus 1 Teil der 2. Dezimalverdünnung und 9 Teilen Ethanol gleicher Konzentration
    hergestellt. Von der 4. Dezimalverdün­nung an wird Ethanol 43% (m/m) ver­wendet, sofern keine andere Ethanol-Konzentration vorgeschrieben ist, und entsprechend verfahren. Die 1. Centesimalverdünnung (C 1) wird aus
    10 Teilen Urtinktur (D 1) und 90 Teilen Ethanol gleicher Konzentra­tion,
    die 2. Centesimalverdünnung (C 2) aus 1 Teil der 1. Centesimalverdünnung und
    99 Teilen Ethanol 43% (m/m)
    hergestellt, sofern keine andere Ethanol-Konzentration vorgeschrieben ist. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.

    HAB 2005

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 5 1

    Vorschrift 5a: Lösungen
    Flüssige Zubereitungen nach Vor­schrift 5 a sind Lösungen, die aus Aus­gangsstoffen und einem flüssigen Arz­neiträger hergestellt werden.
    Sofern in der Monographie nicht an­ders vorgeschrieben, wird 1 Teil des Ausgangsstoffs in 9 Teilen (- D 1) bzw. 99 Teilen (= C 1 resp. D 2) flüssigem Arzneiträger gelöst und verschüttelt. Als Arzneiträger dienen absolutes Ethanol, Gereinigtes Wasser, Glycerol 85% und die im Abschnitt „Arzneiträger und Hilfsstoffe” (H 5.3) aufgeführten Etha-nol-Wasser-Gemische.
    Ist die Stabilität der herzustellenden Verdünnung in den genannten Arzneiträgern als nicht ausreichend belegt, sind zur Einstellung des pH-Werts Zusätze erlaubt; eine weitere Potenzierung ist in diesem Fall nicht zulässig.
    Ist zur Herstellung einer Lösung Ethanol 15 % (m/m) als flüssiger Arzneiträger vorgeschrieben, kann diese Lösung auch auf folgende Art hergestellt werden: 1 Teil Ausgangsstoff wird zur Herstellung der D 1 in 7,58 Teilen Gereinigtem Wasser gelöst und diese Lösung mit 1,42 Teilen Ethanol 94% (m/m) versetzt. Zur Herstellung der C 1 resp. D 2 wird 1 Teil Ausgangsstoff in 83,4 Teilen Gereinigtem Wasser gelöst und diese Lösung mit 15,6 Teilen Ethanol 94% (m/m) versetzt.
    Potenzierung
    Die 2. Dezimalverdünnung (D 2) wird aus 1 Teil Lösung (D 1) und 9 Teilen Ethanol 43% (m/m)
    hergestellt, sofern kein anderer flüssiger Arzneiträger erforderlich ist. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Die 2. Centesimalverdünnung (C 2) wird aus 1 Teil Lösung (C 1) und 99 Teilen Ethanol 43% (m/m)
    hergestellt, sofern kein anderer flüssiger Arzneiträger erforderlich ist. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Vorschrift 5b: Wäßrige Lösungen
    Flüssige Zubereitungen nach Vor­schrift 5 b sind Lösungen, die aus Aus­gangsstoffen und Wasser für Injektionszwecke hergestellt werden.
    Sofern in der Monographie nicht an­ders vorgeschrieben, wird 1 Teil des Ausgangsstoffs in 9 Teilen (-D1) bzw. 99 Teilen (= C 1 resp. D 2) Wasser für Injektionszwecke gelöst und verschüttelt.
    Ist der Ausgangsstoff in Wasser nicht stabil, ist für die Potenzierung bis D4 ein Zusatz von Glycerol 85 % in einer Konzentration bis zu 35 % zum Arzneiträger gestattet.
    Potenzierung
    Die 2. Dezimalverdünnung (D 2) wird aus 1 Teil Lösung (Dl) und 9 Teilen Wasser für Injektionszwecke
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Wäßrige Verdünnungen nach Vor­schrift 5b werden in der Regel sofort nach ihrer Herstellung weiterverarbei­tet; sie dienen ausschließlich zur Herstellung von Darreichungsformen nach den Vorschriften 11, 13,14, 15, 39a und 39c.
    Bei der Herstellung von ausschließlich zur Weiterverarbeitung nach den Vorschriften 13,14, 39a und 39c bestimmten wäßrigen Zubereitungen nach Vorschrift 5b kann Gereinigtes Wasser statt Wasser für Injektionszwecke verwendet werden.
    Werden Lösungen nach Vorschrift 5b und ihre flüssigen Verdünnungen zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen

    HAB 2003

    2 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 5

    sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 5 b tra­gen in der Bezeichnung nach der Potenzangabe den Zusatz „aquos.”; das gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen.

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 6 1/2

    Vorschrift 6: Verreibungen ben. Schließlich wird der Rest des Arz­neiträgers hinzugefügt und wieder in der angegebenen Weise verfahren, so dass zur Herstellung der Verreibung insgesamt mindestens eine Stunde Arbeitszeit benötigt wird. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Zur Herstellung von höheren Verdünnungsgraden als D 4 beziehungsweise C 4 kann abweichend von dem oben be­schriebenen Vorgehen auch wie folgt verfahren werden: 1 Teil der Verdün­nung wird mit 9 Teilen Lactose-Mono­hydrat beziehungsweise mit 99 Teilen Lactose-Monohydrat so verdünnt, dass in einem Porzellanmörser ein Drittel der erforderlichen Lactose-Monohydrat-Menge mit der gesamten Vorverdünnung bis zur Homogenität vermischt wird. Anschließend wird das zweite Drittel des Lactose-Monohydrats hinzugefügt, bis zur Homogenität vermischt und mit dem letzten Drittel des Lactose-Mo­nohydrats in gleicher Weise verfahren.
    Maschinenverreibung
    Die Verreibung wird bis einschließlich der 4. Verdünnung in einer Verreibungs-maschine mit Abschabvorrichtung, die eine gleichmäßige Verreibung gewähr­leistet, hergestellt.
    Die Verwendung anderer Maschinen ist zulässig, sofern sichergestellt ist, dass die Größe der Ausgangsstoffteilchen den Anforderungen entspricht.
    Zur Herstellung einer Maschinenver­reibung wird zunächst ein Drittel des Arzneiträgers verrieben. Dann wird der Ausgangsstoff hinzugefügt, verrieben und schließlich der Rest des Arzneiträgers in zwei gleichen Portionen hinzugefügt und verrieben. Die Arbeitszeit für die Herstellung einer Verreibung mit der Maschine beträgt mindestens eine Stunde. Ent­sprechend wird bei den folgenden Ver­dünnungen verfahren.
    Zubereitungen nach Vorschrift 6 sind Verreibungen fester Ausgangsstoffe mit Lactose-Monohydrat als Arzneiträger, sofern nichts anderes angegeben ist.
    Die Verreibungen werden bis ein­schließlich der 4. Verdünnung durch Handverreibung oder Maschinenverrei-bung im Verhältnis 1 zu 10 (Dezimalverdünnung) oder 1 zu 100 (Centesimalver-dünnung) hergestellt. Die Ausgangsstoffe sind, sofern nichts anderes angegeben ist, soweit zu zerkleinern, dass sie dem in der Monographie angegebenen Zerkleinerungsgrad (Siebnummer) entsprechen. Mengen über 1 kg sind durch Ma-schinenverreibung herzustellen.
    Bei der Herstellung von Verreibun-gungen aus frischem Pflanzenmaterial („Frischpflanzenverreibungen”) ist so viel Arzneiträger einzusetzen, dass nach einem eventuell notwendigen Trocknen auf 1 Teil Ausgangsmaterial insgesamt 10 Teile Verreibung (Dezimalverdünnung) beziehungsweise 100 Teile Verreibung (Centesimalverdünnung) erhalten werden.
    Bei der Herstellung einer Verreibung ist die Verreibungszeit und Intensität so zu wählen, dass die Größe der erhaltenen Ausgangsstoffteilchen der 1. Dezimal- beziehungsweise Centesimalver­dünnung 100 um nicht übersteigt.
    Handverreibung
    Der Arzneiträger wird in drei gleiche Teile geteilt und der erste Teil in einem Porzellanmörser kurze Zeit verrieben. Nach Zugabe des Ausgangsstoffes wird die Mischung 6 min lang verrieben, 4 min lang mit einem Porzellanspatel abgeschabt, abermals 6 min lang verrieben, wiederum 4 min lang abgeschabt, dann das zweite Drittel Arzneiträger zugesetzt und weiter verfahren, wie oben angege-

    HAB 2005

    2/2 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 6

    Zur Herstellung von höheren Verdünnungsgraden als D 4 beziehungsweise C 4 kann abweichend von dem oben be­schriebenen Vorgehen auch wie folgt verfahren werden: 1 Teil der Verdün­nung wird mit 9 Teilen Lactose-Mono­hydrat beziehungsweise mit 99 Teilen Lactose-Monohydrat so verdünnt, dass in einem geeigneten Mischer ein Drittel der erforderlichen Lactose-Monohydrat-Menge mit der gesamten Vorverdünnung bis zur Homogenität vermischt wird. Dann wird das zweite Drittel des Lactose-Monohydrats hinzugefügt, bis zur Homogenität vermischt und mit dem letzten Drittel des Lactose-Monohydrats in gleicher Weise verfahren.
    Die Auswahl eines geeigneten Mi­schers und der für das Erzielen der Homogenität erforderlichen Mischzeit ist für jeden Gerätetyp in einem einmaligen Versuch zu treffen und zu dokumentieren. Dabei sind eventuell erforderliche, maschinenbedingte Hilfsmaßnahmen zu ermitteln, im Dokument festzuhalten und in einer Arbeitsvorschrift für die Produktion niederzulegen.

    HAB 2005

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 7 l/l

    Vorschrift 7: Verreibungen digung des Herstellungsvorganges er­reicht ist.
    Mengen über 1 kg sind durch Maschi-nenverreibung herzustellen; dafür sind Mischerart, Mischzeit, Trocknungszeit und Nachmischzeit in einem Versuch zu ermitteln, dokumentarisch festzuhalten und in einer Arbeitsvorschrift für die Produktion niederzulegen.
    Potenzierung
    Urtinkturen, Lösungen und flüssige Verdünnungen sind in dem von ihrer jeweiligen Herstellungsvorschrift vorgeschriebenen Mengenverhältnis zu potenzieren. Als Arzneiträger dient Lactose-Monohydrat; es ist stets so viel Lactose-Monohydrat zuzusetzen, dass die gesamte Masse nach dem Trocknen bei Dezimalpotenzen 10 Teile und bei Centesimal-potenzen 100 Teile beträgt. Vi
    s
    Zubereitungen nach Vorschrift 7 sind feste Zubereitungen aus Urtinkturen, Lösungen und deren flüssigen Verdün­nungen sowie Mischungen nach Vor­schrift 16, Vorschrift 40a und Vor­schrift 40 b mit Lactose-Monohydrat als Arzneiträger.
    Der erforderlichen Gesamtmenge des Lactose-Monohydrats wird in geeigneten Geräten die vorgeschriebene Gesamtmenge der flüssigen vorherigen Verdünnung nach und nach zugemischt. Die homogene feuchte Mischung wird schonend getrocknet, nach eventueller Vermahlung gesiebt und nochmals gründlich gemischt.
    Es muss so viel Lactose-Monohydrat verwendet werden, dass die vorgeschriebene Masse der Zubereitung nach Been-

    HAB 2005

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 8 1

    Vorschrift 8a: Flüssige Zubereitungen aus Verreibungen
    Zubereitungen nach Vorschrift 8 a sind flüssige Zubereitungen aus Verreibungen nach Vorschrift 6.
    Zur Herstellung der flüssigen Verdünnung D 6 wird 1 Teil der Verreibung D 4 in 9 Teilen Gereinigtem Wasser gelöst und verschüttelt. Aus 1 Teil dieser Ver­dünnung wird mit 9 Teilen Ethanol 30 % (m/m) die flüssige Verdünnung D 6 durch Verschütteln hergestellt. In glei­cher Weise werden die flüssige Verdünnung D 7 aus der Verreibung D 5 und die flüssige Verdünnung D 8 aus der Verreibung D 6 hergestellt. Die flüssigen Dezimalverdünnungen werden von D 9 an im Verhältnis 1 zu 10 mit Ethanol 43% (m/m) aus den vorherigen flüssigen Dezimalverdünnungen hergestellt.
    Zur Herstellung der flüssigen Verdünnung C 6 wird 1 Teil der Verreibung C 4 in 99 Teilen Gereinigtem Wasser gelöst und verschüttelt. Aus 1 Teil dieser Ver­dünnung wird mit 99 Teilen Ethanol 30% (m/m) die flüssige Verdünnung C 6 durch Verschütteln hergestellt. In gleicher Weise werden die flüssige Verdünnung C 7 aus der Verreibung C 5 und die flüssige Verdünnung C 8 aus der Verreibung C 6 hergestellt. Die flüssigen Cen-tesimalverdünnungen werden von C 9 an im Verhältnis 1 zu 100 mit Ethanol 43% (m/m) aus den vorherigen flüssigen Cen-tesimalverdünnungen hergestellt.
    Die in der oben beschriebenen Weise hergestellten flüssigen Verdünnungen D 6 und D 7 sowie C 6 und C 7 dürfen nicht zur Herstellung von weiteren flüssigen Verdünnungen verwendet werden. Vorschrift 8b: Wäßrige Zubereitungen aus Verreibungen
    Zubereitungen nach Vorschrift 8b sind wäßrige Zubereitungen aus Verreibungen nach Vorschrift 6.
    Zur Herstellung der flüssigen Verdünnung D 6 wird 1 Teil der Verreibung D 4 in 9 Teilen Wasser für Injektionszwecke gelöst und verschüttelt. Aus 1 Teil dieser Verdünnung wird mit 9 Teilen Wasser für Injektionszwecke die flüssige Ver­dünnung D 6 durch Verschütteln hergestellt. In gleicher Weise werden die flüssige Verdünnung D 7 aus der Verreibung D 5 und die flüssige Verdünnung D 8 aus der Verreibung D 6 hergestellt. Die flüssigen Dezimalverdünnungen werden von D 9 an im Verhältnis 1 zu 10 mit Wasser für Injektionszwecke aus der vorherigen flüssigen Dezimalverdünnung hergestellt.
    Die in der oben beschriebenen Weise hergestellten flüssigen Verdünnungen D 6 und D 7 dürfen nicht zur Herstellung weiterer flüssiger Verdünnungen verwendet werden.
    Wäßrige Zubereitungen nach Vor­schrift 8b werden in der Regel sofort nach ihrer Herstellung weiterverarbei­tet; sie dienen ausschließlich zur Herstellung von Darreichungsformen nach den Vorschriften 11, 13,14, 15, 39a und 39c, auch in Mischungen nach Vorschrift 16 und in gemeinsam potenzierten Mischungen nach Vorschrift 40b.
    Bei der Herstellung von ausschließlich zur Weiterverarbeitung nach den Vorschriften 13,14, 39a und 39c bestimmten wäßrigen Zubereitungen nach Vorschrift 8b kann Gereinigtes Wasser statt Wasser für Injektionszwecke verwendet werden.
    Werden wäßrige Zubereitungen nach Vorschrift 8b zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf

    HAB 2003

    2 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 8

    Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 8b tra­gen in der Bezeichnung nach der Potenzangabe den Zusatz „aquos.”; das gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen.

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 9 l/l

    Vorschrift 9: Tabletten zent) sowie Cellulosepulver, Mikrokris­talline Cellulose oder Mischungen dieser beiden (bis zu einer Konzentration von 7,5 Prozent) und Hochdisperses Silicium-dioxid (bis zu einer Konzentration von 3 Prozent) zugesetzt werden. Falls eine Granulierung im Herstellungsgang erforderlich ist, dienen gesättigte Lactose-Mo-nohydrat-Lösung, Stärkekleister oder Ethanol in geeigneter Konzentration als Granulierflüssigkeit.
    Tabletten, die nur aus einer nach Vorschrift 6 oder 7 hergestellten Zubereitung angefertigt werden, enthalten als Einzeldosis 100 mg beziehungsweise 250 mg dieser Zubereitung. Hilfsstoffe werden zusätzlich zur Masse berechnet. T
    Tabletten nach Vorschrift 9 werden aus einer oder mehreren nach den Vorschriften 6, 7,16 sowie 40a und 40c hergesteil-ten Zubereitungen angefertigt.
    Sie müssen, mit Ausnahme der „Gleichförmigkeit des Gehaltes” (2.9.6), den Anforderungen der Monographie Tabletten, Abschnitt Nicht überzogene Tabletten im Kapitel Darreichungsformen (Ph. Eur.) entsprechen.
    Zur Herstellung der Tabletten dürfen als Hilfsstoffe nur Stärke (bis zu einer Konzentration von 10 Prozent) und Cal-ciumbehenat oder Magnesiumstearat (bis zu einer Konzentration von 2 Pro-

    HAB 2006

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 10 1

    Vorschrift 10: Streukügelchen (Globuli)
    Größe Nr. Anzahl Streukügel­chen Masse [g]
    1 470 bis 530 1
    2 220 bis 280 1
    3 110 bis 130 1
    4 70 bis 90
    5 40 bis 50 1
    6 22 bis 28 1
    7 10 etwa 1
    8 5 etwa 1
    9 3 etwa 1
    10 2 etwa 1

    1
    m B
    9 e
    •— a>

    hn
    > w

    X

    Zubereitungen nach Vorschrift 10 sind Streukügelchen (Globuli). Sie werden durch Übertragen einer flüssigen Zubereitung auf Saccharosekügelchen (Größe 3: HO bis 130 Streukügelchen wiegen 1 Gramm) hergestellt, indem 100 Teile Saccharosekügelchen mit 1 Teil flüssiger Zubereitung gleichmäßig befeuchtet werden. Abweichungen von diesem Mischungsverhältnis sind erlaubt; die Abweichung ist in der Beschriftung anzugeben. Der Ethanolgehalt der verwendeten flüssigen Zubereitung muß minde­stens 60% (m/m) betragen. Ist dies nicht der Fall, muß die letzte Potenzierung der zu verwendenden Dezimal- und Centesi-malverdünnung mit Ethanol von mindestens 62 % (m/m) durchgeführt werden.
    Nach der Imprägnierung im geschlossenen Gefäß werden die Streukügelchen (Globuli) an der Luft getrocknet.
    In Sonderfällen können die im folgenden aufgeführten Streukügelchengrö-ßen 1, 2 und 4 bis 10 verwendet werden:
    tri
    Beschriftung
    Die Streukügelchen sind mit dem Ver­dünnungsgrad zu bezeichnen, der der verwendeten flüssigen Zubereitung entspricht.

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 11 l/l

    Vorschrift 11: Parenteralia, Flüssige Verdünnungen zur Injektion Arzneiträger in einer Konzentration bis zu 30 % Glycerol 85 % verwendet werden.
    Parenteralia zur Anwendung beim Menschen werden in Ampullen aus Glas als Einzeldosis abgefüllt. Für Parenteralia zur Anwendung bei Tieren können Mehrdosenbehältnisse aus Glas verwendet werden.
    In begründeten Fällen kann bei Zubereitungen in Mehrdosenbehältnissen zum Mischen oder Potenzieren in den beiden letzten Verdünnungsstufen auch ein geeignetes Ethanol-Wasser-Gemisch mit einer im Abschnitt „Arzneiträger und Hilfsstoffe” (H 5.3) angegebenen Konzentration als Arzneiträger verwendet werden, soweit die Gewebsverträglichkeit der Zubereitung bei den Zieltierarten belegt ist.
    Die Prüfung „Gleichförmigkeit des Gehaltes” (2.9.6) entfällt. vi
    c Parenteralia nach Vorschrift 11 sind sterile, flüssige, durch Potenzieren und/oder Mischen erhaltene Verdünnungen aus einer oder mehreren nach Vorschriften des Homöopathischen Arzneibuchs her­gestellten Zubereitungen. Sie sind zur Injektion bestimmt und müssen den Anforderungen der Monographie Parenteralia im Kapitel Darreichungsformen (Ph. Eur.) entsprechen. Mit Ausnahme von Mitteln zur Isotonisierung und Ein­stellung des pH-Wertes sind weitere Zusätze nicht erlaubt, gegebenenfalls können Konservierungsmittel verwendet werden. Als Isotonisierungsmittel ist in der Regel Natriumchlorid zu verwenden.
    Bei der Herstellung von Parenteralia aus ethanolhaltigen Zubereitungen ist wie nachstehend angegeben durch Potenzieren oder Mischen mit Wasser für Injek­tionszwecke beziehungsweise mit der mit Wasser für Injektionszwecke bereiteten Lösung des Isotonisierungsmittels sicherzustellen, dass der Restethanolgehalt im Fertigprodukt so niedrig wie möglich ist: Wird potenziert, ist bei Dezimalver­dünnungen für die letzten zwei Verdünnungsgrade, bei Centesimalverdünnungen für den letzten Verdünnungsgrad mit einem ethanolfreien Arzneiträger zu po­tenzieren. Wird gemischt, ist eine diesem Potenzieren entsprechende Menge efha-nolfreier Komponenten einzusetzen. Für das Potenzieren von schwerlöslichen Substanzen kann ein glycerolhaltiger.
    Beschriftung
    Falls Konservierungsmittel verwendet werden, sind diese nach Art und Menge anzugeben.
    Falls andere Isotonisierungsmittel als Natriumchlorid verwendet werden, sind diese anzugeben.
    Falls bei Zubereitungen in Mehrdosenbehältnissen in den beiden letzten Verdünnungsstufen ein Ethanol-Wasser-Gemisch verwendet wird, ist der Ethanolge-halt der Zubereitung anzugegen.

    HAB 2007

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 12 1/6

    Vorschrift 12a: Flüssige Einreibungen (Externa) Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 12a dürfen nicht innerlich verwendet werden.

    Zubereitungen nach Vorschrift 12a sind Tinkturen zum äußerlichen Gebrauch (Externa), die, sofern nichts anderes angegeben ist, nach folgenden Verfahren hergestellt werden:
    Von Urtinkturen nach Vorschrift la oder 2a oder 19a werden
    2 Teile Urtinktur mit
    3 Teilen Ethanol 43% (m/m) gemischt,
    von Urtinkturen nach Vorschrift 2 b oder 19b werden
    2 Teile Urtinktur mit
    3 Teilen Ethanol 30% (m/m) gemischt,
    von Urtinkturen nach Vorschrift 3 a oder 19c werden 3 Teile Urtinktur mit
    2 Teilen Ethanol 62 % (m/m) gemischt,
    von Urtinkturen nach Vorschrift 3 b oder 19d werden
    3 Teile Urtinktur mit
    2 Teilen Ethanol 43% (m/m) gemischt,
    von Urtinkturen nach Vorschrift 3 c oder 19e werden
    3 Teile Urtinktur mit
    2 Teilen Ethanol 30% (m/m) gemischt,
    von Urtinkturen nach Vorschrift 4 a oder 4b oder 19f wird
    1 Teil Urtinktur mit
    1 Teil Ethanol der zur Herstellung der
    Urtinktur verwendeten Konzentration
    gemischt;
    durch Auszug getrockneter Pflanzen oder Pflanzenteile mit Ethanol im Ver­hältnis 1 zu 5 (Verfahren analog Vor­schrift 4a oder 19f).
    Tinkturen zum äußerlichen Gebrauch können einen Zusatz von bis zu 10 Prozent Glycerol enthalten. Vorschrift 12b: Flüssige Einreibungen (Externa)
    Zubereitungen nach Vorschrift 12b sind Tinkturen zum äußerlichen Gebrauch (Externa). Sie werden entsprechend Vorschrift 2a mit Ethanol 73% (m/m) hergestellt.
    Abweichend von Vorschrift 2a wird die erforderliche Menge Ethanol 73% (m/m) (A) nach folgender Gleichung errechnet: T
    vi
    s
    4-m-T 100 [kg]
    m = Pflanzenmasse in Kilogramm T = Trocknungsverlust der Probe in Pro­zent
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 12b tragen in der Bezeichnung den Zusatz „ad usum externum” und dürfen nicht innerlich verwendet werden.
    Vorschrift 12c: Flüssige Einreibungen (Externa)
    Zubereitungen nach Vorschrift 12c sind Tinkturen zum äußerlichen Gebrauch (Externa). Sie werden nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren durch Mazeration hergestellt.
    Die Pflanzen oder Pflanzenteile wer­den fein zerkleinert, sofern nicht aus­schließlich Blüten verwendet werden. Von einer Probe wird der Trocknungsverlust (H 2.8.1) bestimmt. 1 Teil Pflanzenmasse wird sofort mit 2,88 Teilen Gereinigtem Wasser und 1,12 Teilen Ethanol 94 % (m/m) versetzt und bei einer 20 °C

    HAB 2005

    2/6 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 12

    nicht übersteigenden Temperatur aufbewahrt. Die darüber hinaus zuzusetzende Menge Gereinigtes Wasser (W) wird nach der Gleichung 10 Teilen Pflanzenöl vermischt. Die Mi­schung wird auf 60 bis 70 °C erwärmt und etwa 4 h lang auf dieser Temperatur gehalten, danach abgepresst und filtriert.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 12d tragen in der Bezeichnung den Zusatz „H 10%” und dürfen nicht innerlich verwendet werden.
    Lagerung
    Vor Licht geschützt, dicht verschlossen, in möglichst vollständig gefüllten Behältnissen.
    W m-(100 – T) 100 [kg]
    m – Pflanzenmasse in Kilogramm T = Trocknungsverlust der Probe in Pro­zent
    errechnet und dem Ansatz zugemischt. Der Ansatz bleibt bei einer 20 °C nicht übersteigenden Temperatur mindestens fünf Tage lang stehen; während dieser Zeit wird er morgens und abends durch­gemischt. Danach wird er abgepresst und filtriert.

    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 12c tragen in der Bezeichnung den Zusatz „LA 20%” und dürfen nicht innerlich verwendet werden.
    Lagerung
    Vor Licht geschützt. Vorschrift 12e: Flüssige Einreibungen (Externa)
    Zubereitungen nach Vorschrift 12e sind Öle zum äußerlichen Gebrauch. Sie werden hergestellt aus 1 Teil getrockneter Pflanzen oder Pflanzenteile und 20 Teilen Pflanzenöl nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren. Als Pflanzenöl wird in der Regel Raffiniertes Erdnussöl oder Natives Olivenöl oder Raffiniertes Sesamöl verwendet; andere Pflanzenöle sind in der Kennzeichnung anzugeben.
    1 Teil zerkleinerte Droge wird mit 0,25 Teilen Ethanol 94% (m/m) durch­feuchtet. Der Ansatz wird etwa 12 h lang bedeckt stehengelassen und dann mit 20 Teilen Pflanzenöl vermischt. Die Mischung wird auf 60 bis 70 °C erwärmt und etwa 4 h lang auf dieser Temperatur gehalten, danach abgepresst und filtriert.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 12e tragen in der Bezeichnung den Zusatz
    Vorschrift 12d: Flüssige Einreibungen (Externa)
    Zubereitungen nach Vorschrift 12d sind Öle zum äußerlichen Gebrauch. Sie werden hergestellt aus 1 Teil getrockneter Pflanzen oder Pflanzenteile und 10 Teilen Pflanzenöl nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren. Als Pflanzenöl wird in der Regel Raffiniertes Erdnussöl oder Natives Olivenöl oder Raffiniertes Sesamöl verwendet; andere Pflanzenöle sind in der Kennzeichnung anzugeben.
    1 Teil zerkleinerte Droge wird mit 0,25 Teilen Ethanol 94% (m/m) durch­feuchtet. Der Ansatz wird etwa 12 h lang bedeckt stehengelassen und dann mit

    HAB 2005

    5.4.4 Spezielle HerstellungsVorschriften, Vorschrift 12 3/6

    „H 5 %” und dürfen nicht innerlich verwendet werden. Vorschrift 12g: Flüssige Einreibungen (Externa)

    Lagerung
    Vor Licht geschützt, dicht verschlossen, in möglichst vollständig gefüllten Behältnissen. Zubereitungen nach Vorschrift 12g sind Öle zum äußerlichen Gebrauch. Sie werden hergestellt aus 1 Teil getrockneter Pflanzen oder Pflanzenteile und 20 Teilen Pflanzenöl nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren. Als Pflanzenöl wird in der Regel Raffiniertes Erdnussöl oder Natives Olivenöl oder Raffiniertes Sesamöl verwendet; andere Pflanzenöle sind in der Kennzeichnung anzugeben.
    1 Teil zerkleinerte Droge wird mit 20 Teilen Pflanzenöl vermischt. Der Ansatz wird unter Schutzbegasung mit Kohlendioxid auf etwa 37 °C erwärmt und sieben Tage lang auf dieser Temperatur gehalten; dabei wird der Ansatz morgens und abends jeweils etwa 5 min lang im geschlossenen Gefäß durchgerührt. Danach wird er abgepresst und filtriert.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 12g tragen in der Bezeichnung den Zusatz „W 5 %” und dürfen nicht innerlich verwendet werden.
    Vorschrift 12f: Flüssige Einreibungen (Externa)
    Zubereitungen nach Vorschrift 12f sind Öle zum äußerlichen Gebrauch. Sie werden hergestellt aus 1 Teil getrockneter Pflanzen oder Pflanzenteile und 10 Teilen Pflanzenöl nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren. Als Pflanzenöl wird in der Regel Raffiniertes Erdnussöl oder Natives Olivenöl oder Raffiniertes Sesamöl verwendet; andere Pflanzenöle sind in der Kennzeichnung anzugeben.
    1 Teil zerkleinerte Droge wird mit 10 Teilen Pflanzenöl vermischt. Der Ansatz wird unter Schutzbegasung mit Kohlendioxid auf etwa 37 °C erwärmt und sieben Tage lang auf dieser Temperatur gehalten; dabei wird der Ansatz morgens und abends jeweils etwa 5 min lang im geschlossenen Gefäß durchgerührt. Danach wird er abgepresst und filtriert.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 12f tragen in der Bezeichnung den Zusatz „W 10 %” und dürfen nicht innerlich verwendet werden.
    Lagerung
    Vor Licht geschützt, dicht verschlossen, in möglichst vollständig gefüllten Behältnissen.
    Vorschrift 12h: Flüssige Einreibungen (Externa)

    Lagerung
    Vor Licht geschützt, dicht verschlossen, in möglichst vollständig gefüllten Behältnissen. Zubereitungen nach Vorschrift 12h sind Öle zum äußerlichen Gebrauch. Sie werden hergestellt durch Mischen von 1 Teil eines ätherischen Öles mit 9 Teilen Pflanzenöl. Als Pflanzenöl wird in der Regel Raff inertes Erdnussöl oder Nati-

    HAB 2007

    4/6 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 12

    ves Olivenöl oder Raffiniertes Sesamöl verwendet; andere Pflanzenöle sind in der Kennzeichnung anzugeben.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 12h tragen in der Bezeichnung den Zusatz „10%” und dürfen nicht innerlich ver­wendet werden.
    Lagerung
    Vor Licht geschützt, dicht verschlossen, in möglichst vollständig gefüllten Behältnissen. äußerlichen Gebrauch aus flüssigen Verdünnungen.
    Zur Herstellung der öligen Verdün­nung D 3 wird zunächst 1 Teil der flüssigen Verdünnung D 1 mit 9 Teilen wasserfreiem Ethanol verschüttelt. Aus 1 Teil dieser Verdünnung wird in gleicher Weise die flüssige Verdünnung D 3 hergestellt. 1 Teil der flüssigen Verdünnung D 3 wird mit 99 Teilen Pflanzenöl gemischt; diese Mischung ist die ölige Verdünnung D 3.
    In gleicher Weise werden die ölige Verdünnung D 4 aus der flüssigen Ver­dünnung D 2 und die öligen Verdünnungen von D 5 an hergestellt. Als Pflanzenöl wird in der Regel Natives Olivenöl verwendet, andere Pflanzenöle sind in der Kennzeichnung anzugeben.
    Beschriftung
    Flüssige Einreibungen nach Vor­schrift 12j tragen in der Bezeichnung nach der Potenzangabe den Zusatz „oleos” und dürfen nicht innerlich ver­wendet werden.
    Vorschrift 12i: Flüssige Einreibungen (Externa)
    Zubereitungen nach Vorschrift 12i sind Öle zum äußerlichen Gebrauch. Sie werden hergestellt durch Mischen von 1 Teil eines ätherischen Öles mit 19 Teilen Pflanzenöl. Als Pflanzenöl wird in der Regel Raffiniertes Erdnussöl oder Natives Olivenöl oder Raffiniertes Sesamöl verwendet; andere Pflanzenöle sind in der Kennzeichnung anzugeben.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 12i tra­gen in der Bezeichnung den Zusatz „5 %” und dürfen nicht innerlich ver­wendet werden.
    Lagerung
    Vor Licht geschützt, dicht verschlossen, in möglichst vollständig gefüllten Behältnissen.
    Vorschrift 12k: Flüssige Einreibungen (Externa)
    Zubereitungen nach Vorschrift 12k sind Tinkturen zum äußerlichen Gebrauch (Externa). Sie werden nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Die frischen Pflanzen oder Pflanzen-teile werden fein zerkleinert. Von einer Probe wird der Trocknungsverlust (H 2.8.1) bestimmt. 1 Teil Pflanzenmasse wird sofort mit 3 Teilen Gereinigtem Wasser 30 min lang zum Sieden erhitzt, verdampftes Wasser wird ersetzt. Der Ansatz wird darauf mit 3,76 Teilen Gereinigtem Wasser und 2,24 Teilen Ethanol 94 % (m/m) versetzt.
    Vorschrift 12j: Flüssige Einreibungen (Externa)
    Flüssige Einreibungen nach Vorschrift 12j sind ölige Darreichungsformen zum

    HAB 2007

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 12 5/6

    Die darüber hinaus zuzusetzende Menge Gereinigtes Wasser (W) wird, wie unter Vorschrift 12c beschrieben, errechnet und dem Ansatz zugemischt. Der Ansatz bleibt bei einer 20 °C nicht übersteigenden Temperatur mindestens fünf Tage lang stehen; während dieser Zeit wird er morgens und abends durchgemischt. Danach er wird abgepresst und filtriert.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 12k tragen in der Bezeichnung den Zusatz „De-coctumLA 10%” und dürfen nicht innerlich verwendet werden.
    Lagerung
    Vor Licht geschützt. coctum LA 10 % sicc.” und dürfen nicht innerlich verwendet werden.
    Lagerung
    Vor Licht geschützt.
    Vorschrift 12 m: Flüssige Einreibungen (Externa)
    Zubereitungen nach Vorschrift 12m sind Tinkturen zum äußerlichen Gebrauch (Externa). Sie werden nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Ein Teil zerkleinerte, trockene Droge wird mit 3,1 Teilen Gereinigtem Wasser und 0,9 Teilen Ethanol 94 % (m/m) versetzt.
    Der Ansatz bleibt bei einer 20 °C nicht übersteigenden Temperatur mindestens 5 Tage lang stehen; während dieser Zeit wird er morgens und abends durchgemischt. Danach wird er abgepresst und filtriert.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 12m tragen in der Bezeichnung den Zusatz „LA 25 % sicc.” und dürfen nicht innerlich verwendet werden.
    Lagerung
    Vor Licht geschützt.
    Vorschrift 121: Flüssige Einreibungen (Externa)
    Zubereitungen nach Vorschrift 121 sind Tinkturen zum äußerlichen Gebrauch (Externa). Sie werden nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Ein Teil zerkleinerte, trockene Droge wird mit 5 Teilen Gereinigtem Wasser 30 min lang zum Sieden erhitzt, verdampftes Wasser wird ersetzt. Der Ansatz wird darauf mit 2,76 Teilen Gereinigtem Wasser und 2,24 Teilen Ethanol 94 % (m/m) versetzt.
    Der Ansatz bleibt bei einer 20 °C nicht übersteigenden Temperatur mindestens 5 Tage lang stehen; während dieser Zeit wird er morgens und abends durchgemischt. Danach wird er abgepresst und filtriert.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 121 tragen in der Bezeichnung den Zusatz „De-
    Vorschrift 12n: Flüssige Einreibungen (Externa)
    Zubereitungen nach Vorschrift 12n sind Tinkturen zum äußerlichen Gebrauch (Externa). Sie werden nach dem in Vorschrift 12c beschriebenen Verfahren hergestellt.

    HAB 2005

    6/6 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 12

    Abweichend von Vorschrift 12c wird ein Teil Pflanzenmasse sofort mit 6,76 Teilen Gereinigtem Wasser und 2,24 Teilen Ethanol 94 % (m/m) versetzt.
    Die darüber hinaus zuzusetzende Menge Gereinigtes Wasser (W) wird, wie unter Vorschrift 12c beschrieben, errechnet und dem Ansatz zugemischt. Der Ansatz bleibt bei einer 20 °C nicht übersteigenden Temperatur mindestens 5 Tage lang stehen; während dieser Zeit wird er morgens und abends durchgemischt. Danach er wird abgepresst und filtriert.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 12n tragen in der Bezeichnung den Zusatz „LA 10%” und dürfen nicht innerlich verwendet werden.
    Lagerung
    Vor Licht geschützt. Vorschrift 12o: Flüssige Einreibungen (Externa)
    Zubereitungen nach Vorschrift 12o sind Tinkturen zum äußerlichen Gebrauch (Externa). Sie werden nach dem in Vorschrift 12c beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Abweichend von Vorschrift 12c wird ein Teil Pflanzenmasse sofort mit 2,1 Teilen Gereinigtem Wasser und 0,9 Teilen Ethanol 94 % (m/m) versetzt.
    Die darüber hinaus zuzusetzende Menge Gereinigtes Wasser (W) wird, wie unter Vorschrift 12c beschrieben, errechnet und dem Ansatz zugemischt. Der Ansatz bleibt bei einer 20 °C nicht übersteigenden Temperatur mindestens 5 Tage lang stehen; während dieser Zeit wird er morgens und abends durchgemischt. Danach wird er abgepresst und filtriert.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 12o tragen in der Bezeichnung den Zusatz „LA 25 %” und dürfen nicht innerlich verwendet werden.
    Lagerung
    Vor Licht geschützt.

    HAB 2005

    H 5.4,4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 13 1

    Vorschrift 13:
    Homöopathische Salben Bei der Herstellung sind Zusätze wie Antioxidanzien und Stabilisatoren und -mit Ausnahme bei Hydrogelen und hydrophilen Cremes – Konservierungsmittel nicht zugelassen.
    Beschriftung
    Homöopathische Salben, bei denen die wie vorstehend angegeben hergestellte Zubereitung zu der Grundlage im Verhältnis 1 zu 10 bei Urtinkturen und bei Dezimalverdünnungen beziehungsweise 1 zu 100 bei Centesimalverdünnungen zugegeben wurde, tragen die Bezeichnung der eingearbeiteten Zubereitung.
    Homöopathische Salben nach Vor­schrift 13 werden aus einer oder mehreren nach Vorschriften des Homöopathischen Arzneibuchs hergestellten Zubereitungen und einer geeigneten Grundlage hergestellt. Die Zusammensetzung der Grundlage ist in der Kennzeichnung anzugeben.
    Homöopathische Salben müssen den Anforderungen der Monographie Halbfeste Zubereitungen zur kutanen Anwendung im Kapitel Darreichungsformen (Ph. Eur.) entsprechen.

    HAB 20Ü4

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 14 l/l

    Vorschrift 14: Suppositorien Als Hilfsstoffe dürfen nur Mikrokri­stalline Cellulose, Cellulosepulver, Hochdisperses Siliciumdioxid und Honig (H 5.3) zugefügt werden. Weitere Zusätze, wie oberflächenaktive Substanzen, Konservierungsmittel oder Farbstoffe, sind nicht erlaubt.
    Die Prüfung auf „Gleichförmigkeit des Gehalts einzeldosierter Arzneifor­men” (2.9.6) entfällt.
    Beschriftung
    Suppositorien, bei denen die wie vorstehend angegeben hergestellte Zubereitung zu der Grundmasse im Verhältnis 1 zu 10 bei Urtinkturen und bei Dezimalverdünnungen beziehungsweise 1 zu 100 bei Centesimalverdünnungen zugegeben wurde, tragen die Bezeichnung der eingearbeiteten Zubereitung.
    Suppositorien nach Vorschrift 14 werden aus einer oder mehreren, nach Vorschriften des Homöopathischen Arzneibuchs hergestellten Zubereitungen und einer geeigneten Grundmasse hergestellt. Als Suppositoriengrundmasse ist in der Regel Hartfett zu verwenden; wird eine andere Grundmasse verwendet, so ist sie in der Beschriftung anzugeben.
    Für die Herstellung von Zubereitun­gen nach Vorschrift 14 können die ein­zuarbeitenden flüssigen Zubereitungen zuvor an Mikrokristalline Cellulose oder Cellulosepulver angetrocknet werden.
    Suppositorien müssen den Anforde­rungen der Monographie Zubereitungen zur rektalen Anwendung, Abschnitt Suppositorien im Kapitel Darreichungsformen (Ph. Eur.) entsprechen.

    HAB 2005

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 15 l/l

    Vorschrift 15: Augentropfen tenzieren oder Mischen mit Wasser für Injektionszwecke beziehungsweise mit der mit Wasser für Injektionszwecke bereiteten Lösung des Isotonisierungsmit-tels sicherzustellen, dass der Restetha­nolgehalt im Fertigprodukt so niedrig wie möglich ist: Wird potenziert, ist bei Dezimalverdünnungen für die letzten zwei Verdünnungsgrade, bei Centesimalverdünnungen für den letzten Verdünnungsgrad mit einem ethanolfreien Arzneiträger zu potenzieren. Wird gemischt, ist eine entsprechende Menge ethanol-freier Komponenten einzusetzen. Für das Potenzieren von schwerlöslichen Substanzen kann ein glycerolhaltiger Arzneiträger in einer Konzentration bis 30 % Glycerol 85 % verwendet werden.
    Als Isotonisierungsmittel ist in der Regel Natriumchlorid zu verwenden.
    Beschriftung
    Falls andere Isotonisierungsmittel als Natriumchlorid verwendet werden, sind diese anzugeben. vi S
    Augentropfen nach Vorschrift 15 sind sterile, wässrige Verdünnungen mit ei­nem Restethanolgehalt von höchstens einem Prozent.
    Sie werden aus einer oder mehreren, nach Vorschriften des Homöopathischen Arzneibuchs hergestellten Zubereitungen hergestellt und müssen den Anfor­derungen der Monographie Zubereitungen zur Anwendung am Auge, Abschnitt Augentropfen im Kapitel Darreichungsformen (Ph. Eur.) entsprechen.
    Mit Ausnahme von Mitteln zur Kon­servierung, Isotonisierung sowie Einstellung und Stabilisierung des pH-Werts sind weitere Zusätze nicht erlaubt.
    Abweichend von Vorschrift 8b muss bei der Herstellung von Augentropfen aus Verreibungen die D 8 über 3 Stufen aus der Verreibung D 5 hergestellt werden.
    Bei der Herstellung von Augentropfen aus ethanolhaltigen Zubereitungen ist wie nachstehend angegeben durch Po-

    HAB 2 u
    0>

    X

    Rh-Urtinkturen nach Vorschrift 21 werden ohne Zusatz eines Arzneiträgers aus frischen Pflanzen hergestellt, die mindestens 50 Prozent Presssaft ergeben, sofern nichts anderes festgelegt ist.
    Die Pflanzen werden nach der Ernte sofort zerkleinert und ausgepresst. Der Presssaft wird in höchstens zu drei Vierteln gefüllten Gefäßen bis zur vollständigen Vergärung dem nachfolgend beschriebenen tageszeitlichen Warm-Kalt-Rhythmus („Rh”) ausgesetzt.
    Der Presssaft wird morgens im Laufe von mindestens 30 min auf etwa 37 °C erwärmt und dann bei dieser Temperatur gehalten. Abends wird im Laufe von mindestens 30 min auf etwa 4 °C abgekühlt und dann bei dieser Temperatur gehalten.
    Innerhalb jeder Erwärmungs- und Abkühlungsphase wird das Ansatz-Gefäß mindestens 10 min lang geschüttelt. Sobald die Gärungsvorgänge zum Stillstand gekommen sind, wird der Presssaft fil­triert.
    «r,

    Lagerung
    Rh-Urtinkturen dicht vor Licht geschützt. verschlossen und

    HAB 2007

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 22 l/l

    Vorschrift 22: Rh-Urtinkturen und deren flüssige Verdünnungen hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren; für sämtliche Verdünnungen wird als Arzneiträger Wasser für Injektionszwecke verwendet.
    Zubereitungen nach Vorschrift 22 müssen der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Bei Packungsgrößen über 20 ml sind entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um die mikrobiologische Qualität nach Anbruch zu gewährleisten. Der Zusatz von Konservierungsmitteln ist nicht er­laubt.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 22 tragen in der Bezeichnung den Zusatz „Rh”; das Gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen.
    Lagerung
    Rh-Urtinkturen dicht verschlossen und vor Licht geschützt. vi
    Rh-Urtinkturen nach Vorschrift 22 werden ohne Zusatz eines Arzneiträgers aus frischen Pflanzen hergestellt, die weniger als 50 Prozent Presssaft ergeben, sofern nichts anderes festgelegt ist.
    Die Pflanzen werden nach der Ernte sofort zerkleinert. Die Pflanzenmasse wird etwa zehn Tage lang dem in Vorschrift 21 beschriebenen tageszeitlichen Warm-Kalt-Rhythmus („Rh”) ausgesetzt; danach wird die Pflanzenmasse abge­presst.
    Der Presssaft wird bis zur vollständi­gen Vergärung behandelt wie in Vor­schrift 21 beschrieben. Sobald die Gä­rungsvorgänge zum Stillstand gekom­men sind, wird der Presssaft filtriert.
    Potenzierung
    Die 1. Dezimal Verdünnung (D 1) wird aus
    1 Teil Rh-Urtinktur und
    9 Teilen Wasser für Injektionszwecke

    HAB 2007

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 23 1/2

    Vorschrift 23a: Wässrige Urtinkturen mit Wärmebehandlung und deren flüssige Verdünnungen von Parenteralia nach Vorschrift 11 und von Augentropfen nach Vorschrift 15, auch in Mischungen nach Vorschrift 16.
    Werden wässrige Urtinkturen nach Vorschrift 23a und ihre flüssigen Ver­dünnungen zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 23a tragen in der Bezeichnung den Zusatz „De-coctum”; das Gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen.
    Wässrige Urtinkturen nach Vorschrift 23 a werden aus 1 Teil getrockneter Pflanzen oder Pflanzenteile und 10 Teilen Gereinigtem Wasser nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    1 Teil zerkleinerte Droge wird in 10 Teile kochendes Gereinigtes Wasser gegeben, der Ansatz unter Rückfluss zum Sieden erhitzt und, sofern in der Monographie nichts anderes vorgeschrieben ist, 30 min lang im Sieden gehalten. Danach wird heiß koliert. Ist nach schwachem Auspressen des Drogenrückstands die Masse der Urtinktur von 10 Teilen nicht erreicht, wird der Drogenrück­stand mit einer ausreichenden Menge siedendem Gereinigtem Wasser über­gössen und schwach ausgepresst. Mit diesem Auszug wird die Urtinktur zu 10 Teilen aufgefüllt.
    Bei stärkehaltigen Drogen kann 1 Teil Droge mit 100 Teilen Gereinigtem Wasser verarbeitet werden. Die Urtinktur entspricht dann der zweiten Dezimalverdünnung (0 = D 2).
    Potenzierung
    Die Urtinktur entspricht der 1. Dezimalverdünnung (0 = D 1).
    Die 2. Dezimalverdünnung (D 2) wird aus
    1 Teil Urtinktur (D 1) und
    9 Teilen Wasser für Injektionszwecke
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Wässrige Urtinkturen nach Vorschrift 23 a werden in der Regel sofort nach ihrer Herstellung weiterverarbeitet; sie dienen ausschließlich zur Herstellung
    Vorschrift 23b: Wässrige Urtinkturen mit Wärmebehandlung und deren flüssige Verdünnungen
    Wässrige Urtinkturen nach Vorschrift 23b werden aus frischen Pflanzen oder Pflanzenteilen nach dem nachfol­gend beschriebenen Verfahren herge­stellt.
    Vor Beginn der Verarbeitung wird von einer Probe des Pflanzenmaterials der Trocknungsverlust (H 2.8.1) bestimmt. Die für die Pflanzenmasse erforderliche Menge Gereinigtes Wasser (W) wird nach folgender Gleichung berechnet:
    ,,, m-(300-T) r, . W = \0Q [kg]
    m – Pflanzenmasse in Kilogramm
    T= Trocknungsverlust der Probe in Prozent
    Die errechnete Menge Gereinigtes Wasser wird auf über 90 °C erhitzt und das zerkleinerte Pflanzenmaterial zugegeben. Der Ansatz wird unter wiederholtem Umrühren und Rückflusskühlung 30 min lang bei dieser Temperatur gehalten. Danach wird abgepresst und filtriert.

    HAB 2006

    2/2 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 23

    Potenzierung
    Die 1.Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    3 Teilen Urtinktur und
    7 Teilen Wasser für Injektionszwecke,
    die 2. Dezimalverdünnung (D 2) wird aus
    1 Teil der 1. Dezimalverdünnung und 9 Teilen Wasser für Injektionszwecke Sie dienen ausschließlich zur Herstellung von Parenteralia nach Vorschrift 11 und von Darreichungsformen nach Vorschrift 15.
    Werden wässrige Urtinkturen nach Vorschrift 23 b und ihre flüssigen Ver­dünnungen zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.

    hergestellt. Entsprechend wird bei den Beschriftung

    folgenden Verdünnungen verfahren.
    ° nach Vorschrift 23b tra­gen in der Bezeichnung den Zusatz „De-coctum”; das Gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen.
    Wässrige Urtinkturen nach Vorschrift 23b werden in der Regel sofort nach der Herstellung weiterverarbeitet.

    HAB 2006

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 24 1

    Vorschrift 24a: Wäßrige Urtinkturen mit Wärmebehandlung und deren flüssige Verdünnungen tet; sie dienen ausschließlich zur Herstellung von Parenteralia nach Vorschrift 11 und von Augentropfen nach Vorschrift 15, auch in Mischungen nach Vorschrift 16.
    Werden wäßrige Urtinkturen nach Vorschrift 24a und ihre flüssigen Ver­dünnungen zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 24a tragen in der Bezeichnung den Zusatz „In-fusum”; das gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen. X
    Wäßrige Urtinkturen nach Vorschrift 24a werden aus 1 Teil getrockneter Pflanzen oder Pflanzenteile und 10 Tei­len Gereinigtem Wasser nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    1 Teil zerkleinerte Droge wird in einer Reibschale mit der drei- bis fünffachen Menge Gereinigtem Wasser mehrmals durchgeknetet und 15 min lang stehengelassen. Nach dieser Zeit wird der Ansatz mit dem restlichen, zum Sieden erhitzten Gereinigten Wasser Übergossen. Das Gemisch wird in ein Wasserbad ein­gehängt und 5 min lang unter wiederholtem Umrühren bei einer Temperatur von über 90 °C gehalten. Der Ansatz bleibt bedeckt zum Erkalten stehen. Ist nach schwachem Auspressen des Drogenrückstandes die Masse der Urtinktur von 10 Teilen nicht erreicht, wird der Dro­genrückstand mit einer ausreichenden Menge kaltem Gereinigtem Wasser Übergossen und schwach ausgepreßt. Mit diesem Auszug wird die Urtinktur zu 10 Teilen aufgefüllt.
    Potenzierung
    Die Urtinktur entspricht der 1. Dezimalverdünnung (0 = D 1).
    Die 2. Dezimalverdünnung (D 2) wird aus
    1 Teil Urtinktur (D 1) und
    9 Teilen Wasser für Injektionszwecke
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Wäßrige Urtinkturen nach Vorschrift 24a werden in der Regel sofort nach ihrer Herstellung weiterverarbei-
    Vorschrift 24b: Wäßrige Urtinkturen mit Wärmebehandlung und deren flüssige Verdünnungen
    Wäßrige Urtinkturen nach Vorschrift 24b werden aus frischen Pflanzen oder Pflanzenteilen nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Vor Beginn der Verarbeitung wird von einer Probe des Pflanzenmaterials der Trocknungsverlust (H 2.8.1) bestimmt. Nach folgender Gleichung wird die für die Pflanzenmasse erforderliche Menge Gereinigtes Wasser (W) berechnet:
    W zw • (400 – 7) 100 [kg]
    m – Pflanzenmasse in Kilogramm T – Trocknungsverlust der Probe in Pro­zent
    Das zerkleinerte Pflanzenmaterial wird mit der errechneten Menge Gereinigtem Wasser in einem bedeckten Gefäß auf 37 °C erwärmt und unter gelegentlichem Umrühren eine h lang auf dieser Temperatur gehalten. Danach wird abgepreßt und filtriert.

    HAB 2003

    2 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 24

    Potenzierung
    Die 1. Dezimalverdünnung (D 1) wird aus 4 Teilen Urtinktur und 6 Teilen Wasser für Injektionszwecke,
    die 2. Dezimalverdünnung (D 2) aus 1 Teil der 1. Dezimal Verdünnung und 9 Teilen Wasser für Injektionszwecke
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Wäßrige Urtinkturen nach Vorschrift 24b werden in der Regel sofort nach ihrer Herstellung weiterverarbeitet. Sie dienen ausschließlich zur Herstellung von Parenteralia nach Vorschrift 11.
    Werden wäßrige Urtinkturen nach Vorschrift 24b und ihre flüssigen Ver­dünnungen zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 24b tragen in der Bezeichnung den Zusatz „Di-gestio”; das gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen.

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 25 1

    Vorschrift 25: Spagyrische Urtinkturen nach Zimpel und deren flüssige Verdünnungen Der Destillationsrückstand wird abgepreßt, getrocknet und bei etwa 400 °C verascht. Der Veraschungsrückstand wird zum Destillat gegeben; nach 48 h wird filtriert.
    Potenzierung
    Die 1.Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    2 Teilen Urtinktur und
    8 Teilen einer Mischung von 2 Teilen Ethanol 30% (m/m) und 1 Teil Gereinigtem Wasser,
    die 2. Dezimalverdünnung (D 2) aus 1 Teil der 1. Dezimal Verdünnung und
    9 Teilen einer Mischung von 2 Teilen Ethanol 30% (m/m) und 1 Teil Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 25 tragen in der Bezeichnung den Zusatz „spag. Zimpel”; das gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen. s
    Spagyrische Urtinkturen nach Vor­schrift 25 werden aus frischen Pflanzen oder Pflanzenteilen nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Die Pflanzen oder Pflanzenteile wer­den fein zerkleinert. In einem geeigne­ten Gefäß wird 1 Teil Pflanzenmasse mit 1 Teil Gereinigtem Wasser und 0,005 Teilen Hefe (Reinzuchthefe von Saccharo-myces cerevisiae) versetzt und unter täglichem Durchmischen bei einer Temperatur zwischen 20 und 25 °C der Gärung überlassen. Sobald die Gärungsvorgänge zum Stillstand gekommen sind, wird der Ansatz der Wasserdampfdestillation unterworfen. Im Auffanggefäß werden für 1 Teil Pflanzenmasse 0,4 Teile Ethanol 86% (m/m) vorgelegt; die Destillation wird beendet, sobald auf 1 Teil Pflanzenmasse 2 Teile der Mischung von Destillat und vorgelegtem Ethanol erhalten worden sind.

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 26 1/1

    Vorschrift 26: Spagyrische Urtinkturen nach Zimpel und deren flüssige Verdünnungen Der Destillationsrückstand wird abgepresst, getrocknet und bei etwa 400 °C verascht. Der Veraschungsrückstand wird zum Destillat gegeben; nach 48 h wird filtriert.
    Potenzierung
    Die Urtinktur entspricht der 1. Dezimalverdünnung (0 = D 1).
    Die 2. Dezimalverdünnung (D 2) wird aus
    1 Teil Urtinktur (D 1) und
    9 Teilen einer Mischung von 2 Teilen Ethanol 30% (m/m) und 1 Teil Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 26 tragen in der Bezeichnung den Zusatz „spag. Zimpel”; das Gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen. S
    Spagyrische Urtinkturen nach Vor­schrift 26 werden aus getrockneten Pflanzen, Pflanzenteilen oder Propolis nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    1 Teil zerkleinerte Droge (8000) wird in einem geeigneten Gefäß mit 3 Teilen Gereinigtem Wasser und 0,01 Teilen Hefe (Reinzuchthefe von Saccharomyces cerevisiae) versetzt und unter täglichem Durchmischen bei einer Temperatur zwischen 20 und 25 °C der Gärung überlassen. Sobald die Gärungsvorgänge zum Stillstand gekommen sind, wird der Ansatz der Wasserdampfdestillation unterworfen. Im Auffanggefäß werden für 1 Teil Droge 2 Teile Ethanol 86% (m/m) vorgelegt; die Destillation wird beendet, sobald auf 1 Teil Droge 10 Teile der Mischung von Destillat und vorgelegtem Ethanol erhalten worden sind.

    HAB 2006

    5.4.4 Spezielle Herstellungs Vorschriften, Vorschrift 27 1/2

    Vorschrift 27: Spagirische Urtinkturen nach Krauß und deren flüssige Verdünnungen von 15 % (m/m) eingestellt. Der Presssaft wird bei einer 20 °C nicht übersteigenden Temperatur vor Licht geschützt aufbewahrt (Presssaft A).
    Der luftgetrocknete Abpressrückstand wird nach dem in der Monographie Extrakte (Ph. Eur.) beschriebenen Verfahren mit Ethanol 86% (m/m) perko-liert; die zur Perkolation insgesamt erforderliche Menge Ethanol 86% (m/m) (E) wird nach der Gleichung
    Spagirische Urtinkturen nach Vor­schrift 27 werden aus frischen Pflanzen oder Pflanzenteilen mit mehr als 70 Prozent Trocknungsverlust, sofern nichts anderes festgelegt ist, nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Das Pflanzenmaterial wird fein zerkleinert und kühl gestellt. Von einer Probe wird der Trocknungsverlust (H 2.8.1) be­stimmt. In einem geeigneten Ansatzge­fäß wird die Pflanzenmasse mit Gerei­nigtem Wasser, Saccharose und Hefe (Reinzuchthefe von Saccharomyces cerevisiae) gemischt; dabei werden die erforderliche Menge Gereinigtes Wasser (W) nach der Gleichung
    100 1 SJ’
    die erforderliche Menge Saccharose (5) nach der Gleichung
    S = 2-m-T[g]
    und die erforderliche Menge Hefe (H) nach der Gleichung
    H = 0,1 -m-T[g]
    m = Pflanzenmasse in Kilogramm T = Trocknungsverlust der Probe in Pro­zent
    berechnet.
    Das Ansatzgefäß wird mit einem Gär­aufsatz verschlossen und der Ansatz bei einer Temperatur von etwa 35 °C der Gärung überlassen. Sobald die Gärungsvorgänge zum Stillstand gekommen sind, wird abgepresst. Der Ethanolgehalt des Presssaftes wird bestimmt und mit Ethanol 94% (m/m) beziehungsweise Gereinigtem Wasser auf einen Ethanolgehalt
    m ? T 100 [kg] -r
    in
    m = Pflanzenmasse in Kilogramm T – Trocknungsverlust der Probe in Pro­zent
    berechnet (Perkolat B).
    Presssaft A und Perkolat B werden ge­trennt bis zur 2. Dezimalverdünnung (D 2) potenziert und zur Urtinktur (D 3) vereint.
    Potenzierung des Presssafles A
    Die 1. Dezimalverdünnung (D 1) wird aus 2 Teilen Presssaft A und
    8 Teilen Ethanol 15 % (m/m),
    die 2. Dezimalverdünnung (D 2) wird aus 1 Teil der 1. Dezimalverdünnung (D 1) und
    9 Teilen Ethanol 15 % (m/m) hergestellt.
    Potenzierung des Perkolates B
    Die 1. Dezimalverdünnung (D 1) wird aus 1 Teil Perkolat B und 9 Teilen Ethanol 86 % (m/m),
    die 2. Dezimalverdünnung (D 2) wird aus 1 Teil der 1. Dezimalverdünnung (D 1) und
    9 Teilen Ethanol 86 % (m/m) hergestellt.

    HAB 2007

    2 ¡2 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 27

    Die Urtinktur (D 3) wird aus
    1 Teil der 2. Dezimalverdünnung
    (D 2) des Presssaftes A und 1 Teil der 2. Dezimalverdünnung
    (D 2) des Perkolates B und 8 Teilen Ethanol 30 % (m/m)

    hergestellt und falls erforderlich filtriert.
    Die 4. Dezimalverdünnung (D 4) wird aus 1 Teil Urtinktur (D 3) und 9 Teilen Ethanol 30 % (m/m)
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 27 tragen in der Bezeichnung den Zusatz „spag. Krauß”; das Gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen.

    HAB 2007

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 28 l/l

    Vorschrift 28: Spagirische Urtinkturen nach Krauß und deren flüssige Verdünnungen Die zur Perkolation erforderliche Menge Ethanol 86% (m/m) (E) wird, wie in Vorschrift 27 angegeben, berechnet.
    Presssaft A und Perkolat B werden getrennt bis zur 2. Dezimalverdünnung (D 2) potenziert und zur Urtinktur (D 3) vereint.
    Potenzierung des Presssaftes A
    Die 1. Dezimal Verdünnung (D 1) wird aus
    3 Teilen Presssaft A und 7 Teilen Ethanol 15 % (m/m)
    hergestellt.
    Die weiteren Potenzierungen des Presssaftes A und des Perkolates B sowie die Herstellung der Urtinktur und ihrer Verdünnungen erfolgen wie unter Vorschrift 27 beschrieben.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 28 tragen in der Bezeichnung den Zusatz „spag. Krauß”; das Gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen. IT,
    Spagirische Urtinkturen nach Vor­schrift 28 werden aus frischen Pflanzen oder Pflanzenteilen mit mindestens 40 und höchstens 70 Prozent Trocknungsverlust, sofern nichts anderes festgelegt ist, nach dem in Vorschrift 27 beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Abweichend von Vorschrift 27 werden die erforderliche Menge Gereinigtes Wasser (W) nach der Gleichung
    2 ? m T
    W = 100
    die erforderliche Menge Saccharose (S) nach der Gleichung
    S = 3-m-T[gl
    und die erforderliche Menge Hefe (H) nach der Gleichung
    H= 0,15-m-7 [g]
    berechnet.
    Die Abkürzungen in den Gleichungen entsprechen den in der Vorschrift 27 beschriebenen.

    HAB 2007

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 29 l/l

    Vorschrift 29: Spagirische Urtinkturen nach Krauß und deren flüssige Verdünnungen Die Abkürzungen in den Gleichungen entsprechen den in der Vorschrift 27 beschriebenen.
    Presssaft A und Perkolat B werden getrennt bis zur 2. Dezimalverdünnung (D 2) potenziert und zur Urtinktur (D 3) vereint.
    Potenzierung des Presssaftes A
    Die 1. Dezimalverdünnung (D 1) wird aus 4 Teilen Presssaft A und 6 Teilen Ethanol 15 % (m/m)
    hergestellt.
    Potenzierung des Perkolates B
    Die 1. Dezimalverdünnung (D 1) wird aus 2 Teilen Perkolat B und 8 Teilen Ethanol 86 % (m/m)
    hergestellt.
    Die weiteren Potenzierungen des Presssaftes A und des Perkolates B sowie die Herstellung der Urtinktur und ihrer Verdünnungen erfolgen wie unter Vorschrift 27 beschrieben.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 29 tragen in der Bezeichnung den Zusatz „spag. Krauß”; das Gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen.
    Spagirische Urtinkturen nach Vor­schrift 29 werden aus frischen Pflanzen oder Pflanzenteilen mit höchstens 40 Prozent Trocknungsverlust, sofern nichts anderes festgelegt ist, nach dem in Vorschrift 27 beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Abweichend von Vorschrift 27 werden die erforderliche Menge Gereinigtes Wasser (W) nach der Gleichung
    W 3 • m ? T 100 [kg],
    die erforderliche Menge Saccharose (S) nach der Gleichung
    S = 4 • m ? T [g]
    und die erforderliche Menge Hefe (H) nach der Gleichung
    H = 0,2 • m ? T [g]
    sowie die für die Perkolation insgesamt erforderliche Menge Ethanol 86 % (m/m) (E) nach der Gleichung
    berechnet. 100 [kg]

    HAB 2007

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 30 1

    Vorschrift 30: Spagirische Urtinkturen nach Krauß und deren flüssige Verdünnungen
    Spagirische Urtinkturen nach Vor­schrift 30 werden aus getrockneten Pflanzen oder Pflanzenteilen nach dem in Vorschrift 27 beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Abweichend von Vorschrift 27 wird der wäßrige Ansatz aus 100 Teilen pulverisierter Droge (710), 400 Teilen Gereinigtem Wasser, 40 Teilen Saccharose und 2 Teilen Hefe (Reinzuchthefe von Sac-charomyces cerevisiae) bereitet.
    Zur Perkolation des Abpreßrückstan­des werden auf 1 Teil luftgetrockneten Abpreßrückstand insgesamt 4 Teile Ethanol 86% (m/m) eingesetzt.
    Preßsaft A und Perkolat B entspre­chen der 1.Dezimalverdünnung (Dl). Sie werden getrennt zur 2. Dezimalverdünnung (D 2) potenziert und zur Ur- tinktur (D 3) wie nachstehend angege­ben vereint. Die Potenzierungen des Preßsaftes A und des Perkolates B erfolgen wie unter Vorschrift 27 beschrieben.
    Die Urtinktur (D 3) wird aus
    0,5 Teilen der 2. Dezimalverdünnung
    (D 2) des Preßsaftes A und 0,5 Teilen der 2. Dezimalverdünnung
    (D 2) des Perkolates B und 9 Teilen Ethanol 30% (m/m)
    hergestellt und falls erforderlich filtriert.
    Die Potenzierung der Urtinktur (D 3) erfolgt wie unter Vorschrift 27 beschrieben.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 30 tragen in der Bezeichnung den Zusatz „spag. Krauß”; das gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen.

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 31 1

    Vorschrift 31:

    -nicht belegt-

    ir” S

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 32 1/2

    Vorschrift 32: Gepufferte wässrige Urtinkturen und deren flüssige Verdünnungen Oberfläche eines Rotors ausgebreitet und der Auszug aus im Sommer geerntetem Material in Tropfenform gebracht wird und die beiden Grenzflächen zusammengeführt werden.
    Die insgesamt entstehende Menge Urtinktur (A) wird nach folgender Formel berechnet:
    Gepufferte wässrige Urtinkturen nach Vorschrift 32 werden durch Mazeration frischer Pflanzen oder Pflanzenteile unter Ausschluss von Luftsauerstoff nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Vor Beginn der Verarbeitung wird von einer Probe des Pflanzenmaterials der Trocknungsverlust (H 2.8.1) bestimmt.
    Wird das frische Pflanzenmaterial nicht sofort weiterverarbeitet, ist es in flüssigem Stickstoff zu lagern. Dabei ist der Trocknungsverlust (H 2.8.1) vor dem Einbringen in flüssigen Stickstoff zu bestimmen.
    Das Pflanzenmaterial wird zunächst mit einer definierten Menge Ascorbat-Phosphat-Pufferlösung versetzt und in dieser Mischung in geeigneter Weise fein zerkleinert. Die Mischung wird durch Pressen filtriert und das Filtrat mit As-corbat-Phosphat-Pufferlösung aufgefüllt, bis die insgesamt erforderliche Auszugsmenge erreicht ist. Dieses verdünnte Filtrat ist nur dann die Urtinktur, wenn kein weiterer Auszug hinzugemischt wird. Die Urtinktur entspricht der 2. De­zimalverdünnung (0 = D 2).
    Ist hingegen eine Mischung zweier Auszüge aus Material der gleichen Stammpflanze, das einerseits im Som­mer, andererseits im Winter geerntet wurde, herzustellen, so entsteht die Urtinktur, die der 2. Dezimalverdünnung entspricht (0 – D 2), erst nach dem Mischen. Dazu werden die beiden Auszüge durch ein geeignetes Strömungsverfahren miteinander vermischt und dabei in einem definierten Verhältnis mit Ascor-bat-Phosphat-Pufferlösung verdünnt, indem der Auszug aus im Winter geerntetem Material als Flüssigkeitsfilm auf der
    80-m-T 100 [kg]
    m T Pflanzenmasse in Kilogramm Trocknungsverlust der Probe in Prozent
    Potenzierung
    Die 3. Dezimalverdünnung (D 3) wird aus
    1 Teil der 2. Dezimalverdünnung und 9 Teilen Ascorbat-Phosphat-Pufferlö-sung
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren. Dabei ist bis einschließlich der 5. Dezimalverdünnung mit Ascorbat-Phosphat-Puf-ferlösung und von der 6. Dezimalverdünnung an mit isotonischer Natriumchlorid-Lösung zu potenzieren. Stark schäumende, gepufferte, wässrige Urtinkturen und flüssige Verdünnungen sind abweichend von den allgemeinen Bestimmungen in blasenfrei gefüllten Gefäßen so zu potenzieren, dass mindestens eine Minute lang in einer Apparatur gemischt wird, die Dreh-, Kipp- und Schaukelbewegungen durchführt, die ständig wechselnd beschleunigt und verzögert werden.
    Gepufferte wässrige Urtinkturen nach Vorschrift 32 und ihre flüssigen Verdünnungen dienen ausschließlich zur Herstellung von Parenteralia nach Vorschrift 11.
    Werden gepufferte wässrige Urtinkturen nach Vorschrift 32 und ihre flüssigen Verdünnungen vor der Weiterverarbei-

    HAB 2005

    2/2 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 32

    tung aufbewahrt, müssen sie der „Prü­fung auf Sterilität” (2.6.1) des Europä­ischen Arzneibuchs entsprechen.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 32 tragen in der Bezeichnung den Zusatz „col.”; das Gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen.

    HAB 2005

    5.4,4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 33 1

    Vorschrift 33: Wäßrige Urtinkturen mit Wärmebehandlung und Fermentation und deren flüssige Verdünnungen preßt. Der Preßsaft wird weitere dreieinhalb Tage lang morgens und abends jeweils 2 h lang in eine Eis-Wasser-Mischung gestellt; direkt davor und danach wird durchgerührt. Die übrige Zeit wird der Preßsaft bei Raumtemperatur aufbewahrt. Nach dreieinhalb Tagen wird der Preßsaft durch Mull filtriert; das Filtrat ist in der Regel trüb.
    Eine ausreichende Menge des luftge­trockneten Abpreßrückstandes wird in einem Porzellan- oder Quarztiegel bei Dunkelrotglut verascht. Direkt nach der Filtration werden auf je 100 ml Filtrat etwa 50 mg Asche zugesetzt. Diese Mischung ist die Urtinktur.
    Die Weiterverarbeitung der Urtinktur erfolgt frühestens 6 Monate nach Zusatz der Asche. Dabei darf ein eventuell gebildeter Bodensatz nicht mitverarbeitet werden.
    Potenzierung
    Die jeweilige Potenzierung ist wie nachstehend angegeben durchzuführen.
    Beschriftung
    Die jeweilige Beschriftung ist wie nachstehend angegeben vorzunehmen.
    Lagerung
    Vor Licht geschützt, dicht verschlossen; die Urtinktur unterhalb von 15 °C. Vi
    X
    r Wäßrige Urtinkturen nach den Vor­schriften 33 a-f werden durch Mazera­tion und Vergärung frischer Pflanzen oder Pflanzenteile nach dem nachfol­gend beschriebenen Verfahren herge­stellt.
    Die einzusetzenden Mengen frischer Pflanzen oder Pflanzenteile sowie an Arzneiträgern und Hilfsstoffen sind der nachstehenden Tabelle zu entnehmen.
    Das fein zerkleinerte Pflanzenmaterial wird mit den in der Tabelle angegebenen Mengen Honig, Lactose-Monohydrat und Gereinigtem Wasser versetzt; der pH-Wert des Ansatzes wird ermittelt. Der Ansatz wird morgens und abends jeweils 2 h lang in eine Eis-Wasser-Mischung gestellt; direkt davor und danach wird durchgerührt. Die übrige Zeit wird der Ansatz in ein Wasserbad von etwa 37 °C gestellt. Sobald der pH-Wert des Ansatzes abzusinken beginnt, wird der Ansatz – abgesehen von den Kühlphasen – bei Raumtemperatur aufbewahrt. Sofern in der Monographie nicht anders vorgeschrieben, wird nach dreieinhalb Tagen innerhalb einer Kühlphase abge-
    Tabelle: Einzusetzende Mengen

    Teile frischer zerklei­nerter Pflanzen oder Pflanzenteile Teile Honig Teile Gereinigtes Wasser Teile Lactose-Monohydrat Bezeichnung
    100 0,75 50 0,75 33a
    100 0,75 75 0,75 33b
    100 0,75 125 0,75 33c
    100 0,75 200 0,75 33d
    100 0,75 275 0,75 33e
    100 0,75 150 0,75 33f

    HAB 2003

    2 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 33

    Vorschrift 33a
    Potenzierung
    Die 1.Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    1 Teil Urtinktur und
    9 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Die 1. Centesimalverdünnung (C 1) wird aus
    1 Teil Urtinktur und 99 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 33 a zu Parenteralia nach Vorschrift 11 oder zu Augentropfen nach Vorschrift 15 weiterverarbeitet, sind bei der Herstellung von Dezimalverdünnungen die letzten beiden Verdünnungsgrade und bei Centesimalverdünnungen der letzte Verdünnungsgrad mit dem jeweils vorgeschriebenen Arzneiträger zu po­tenzieren.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 33 a zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 33 a tragen in der Bezeichnung den Zusatz „ferm33a”; das gleiche gilt für die dar­aus hergestellten Darreichungsformen. Vorschrift 33 b
    Potenzierung
    Die 1.Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    1 Teil Urtinktur und
    9 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Die 1. Centesimalverdünnung (C 1) wird aus
    1 Teil Urtinktur und 99 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 33b zu Parenteralia nach Vorschrift 11 oder zu Augentropfen nach Vorschrift 15 weiterverarbeitet, sind bei der Herstellung von Dezimalverdünnungen die letzten beiden Verdünnungsgrade und bei Centesimalverdünnungen der letzte Verdünnungsgrad mit dem jeweils vorgeschriebenen Arzneiträger zu po­tenzieren.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 33b zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 33 b tragen in der Bezeichnung den Zusatz „ferm33b”; das gleiche gilt für die dar­aus hergestellten Darreichungsformen.

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 33 3

    Vorschrift 33c Vorschrift 33d
    r Potenzierung
    Die 1.Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    1 Teil Urtinktur und
    9 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Die 1. Centesimalverdünnung (C 1) wird aus
    1 Teil Urtinktur und 99 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 33 c zu Parenteralia nach Vorschrift 11 oder zu Augentropfen nach Vorschrift 15 weiterverarbeitet, sind bei der Herstellung von Dezimalverdünnungen die letzten beiden Verdünnungsgrade und bei Centesimalverdünnungen der letzte Verdünnungsgrad mit dem jeweils vorgeschriebenen Arzneiträger zu po­tenzieren.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 33 c zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 33 c tragen in der Bezeichnung den Zusatz „ferm33c”; das gleiche gilt für die dar­aus hergestellten Darreichungsformen. Potenzierung
    Die 1.Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    1 Teil Urtinktur und
    9 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Die 1. Centesimalverdünnung (C 1) wird aus
    1 Teil Urtinktur und 99 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Die 1. Vicesimalverdünnung (Stärke H) wird aus
    1 Teil Urtinktur und 19 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren. Die weiteren Vicesimalverdünnungen tragen folgende Bezeichnungen:
    T
    V]
    s
    2. Verdünnung
    3. Verdünnung
    4. Verdünnung
    5. Verdünnung
    6. Verdünnung 8. Verdünnung
    10. Verdünnung Stärke G Stärke F Stärke E Stärke D Stärke C Stärke B Stärke A
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 33 d zu Parenteralia nach Vorschrift 11 oder zu Augentropfen nach Vorschrift 15 weiterverarbeitet, sind bei der Herstellung von Dezimalverdünnungen die letzten beiden Verdünnungsgrade und bei Centesimalverdünnungen der letzte Verdünnungsgrad mit dem jeweils vorgeschriebenen Arzneiträger zu potenzieren.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 33 d zur Weiterverarbeitung

    HAB 2003

    4 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 33

    aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 33 d tragen in der Bezeichnung den Zusatz „ferm33d”; das gleiche gilt für die dar­aus hergestellten Darreichungsformen. Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 33 e tragen in der Bezeichnung den Zusatz „ferm33e”; das gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsfor­men.
    Vorschrift 33f
    Potenzierung
    Die 1. Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    1 Teil Urtinktur und
    9 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Die 1. Centesimalverdünnung (C 1) wird aus
    1 Teil Urtinktur und 99 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 33 f zu Parenteralia nach Vorschrift 11 oder zu Augentropfen nach Vorschrift 15 weiterverarbeitet, sind bei der Herstellung von Dezimalverdünnungen die letzten beiden Verdünnungsgrade und bei Centesimalverdünnungen der letzte Verdünnungsgrad mit dem jeweils vorgeschriebenen Arzneiträger zu po­tenzieren. Werden flüssige Verdünnun­gen nach Vorschrift 33 f zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 33 f tragen in der Bezeichnung den Zusatz „ferm 33 f”; das gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen.
    Vorschrift 33e
    Potenzierung
    Die 1.Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    1 Teil Urtinktur und
    9 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Die 1. Centesimalverdünnung (C 1) wird aus
    1 Teil Urtinktur und 99 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 33 e zu Parenteralia nach Vorschrift 11 oder zu Augentropfen nach Vorschrift 15 weiterverarbeitet, sind bei der Herstellung von Dezimalverdünnungen die letzten beiden Verdünnungsgrade und bei Centesimalverdünnungen der letzte Verdünnungsgrad mit dem jeweils vorgeschriebenen Arzneiträger zu po­tenzieren.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 33 e zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 34 1

    Vorschrift 34a-i: Wäßrige Urtinkturen mit Wärmebehandlung und Fermentation und deren flüssige Verdünnungen 1 Teil Urtinktur und 99 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 34a-i zu Parenteralia nach Vorschrift 11 oder zu Augentropfen nach Vorschrift 15 weiterverarbeitet, sind bei der Herstellung von Dezimalverdünnungen die letzten beiden Verdünnungsgrade und bei Centesimalverdünnungen der letzte Verdünnungsgrad mit dem jeweils vorgeschriebenen Arzneiträger zu po­tenzieren. Werden flüssige Verdünnun­gen nach Vorschrift 34 a-i zur Weiter­verarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 34 a-i tragen in der Bezeichnung den Zusatz „ferm 34 a-i” (siehe Tabelle); das gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen.
    Lagerung
    Vor Licht geschützt, dicht verschlossen; die Urtinktur unterhalb von 15 °C.
    Wäßrige Urtinkturen nach Vorschrift 34a-i werden durch Mazeration und Vergärung frischer Pflanzen oder Pflanzenteile nach dem in Vorschrift 33 beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Abweichend von Vorschrift 33 wird der Ansatz unter Zusatz von Molke und, wenn vorgeschrieben, mit Gereinigtem Wasser und Lactose-Monohydrat bereitet.
    Die Weiterverarbeitung der Urtinktur erfolgt frühestens 6 Monate nach Zusatz der Asche. Dabei darf ein eventuell gebildeter Bodensatz nicht mitverarbeitet werden.
    Potenzierung
    Die 1. Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    1 Teil Urtinktur und
    9 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Die 1. Centesimalverdünnung (Cl) wird aus
    Folgende Mengenverhältnisse sind möglich:

    Teile frischer zerklei­nerter Pflanzen oder Pflanzenteile Molke Ger. Wasser Lactose-Monohydrat Bezeichnung
    100 50 34a
    100 50 25 34b
    100 50 75 34c
    100 15 110 34d
    100 50 225 34e
    100 20 70 34f
    100 50 100 34g
    100 50 150 34h
    100 50 175 2 34i

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 35 1

    Vorschrift 35a: Wäßrige Urtinkturen mit Wärmebehandlung und Fermentation und deren flüssige Verdünnungen Potenzierung
    Die 1.Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    1 Teil Urtinktur und
    9 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Die 1. Centesimalverdünnung (C 1) wird aus
    1 Teil Urtinktur und 99 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 35 a zu Parenteralia nach Vorschrift 11 oder zu Augentropfen nach Vorschrift 15 weiterverarbeitet, sind bei der Herstellung von Dezimalverdünnungen die letzten beiden Verdünnungsgrade und bei Centesimalverdünnungen der letzte Verdünnungsgrad mit dem jeweils vorgeschriebenen Arzneiträger zu po­tenzieren.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 35 a zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 35 a tragen in der Bezeichnung den Zusatz „ferm35a”; das gleiche gilt für die dar­aus hergestellten Darreichungsformen.
    Lagerung
    Vor Licht geschützt, dicht verschlossen; die Urtinktur unterhalb von 15 °C.
    Wäßrige Urtinkturen nach Vorschrift 35 a werden durch Mazeration und Vergärung frischer Pflanzen oder Pflanzenteile nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    100 Teile Pflanzenmaterial, 500 Teile Gereinigtes Wasser und 0,75 Teile Honig werden in sieben Teilmengen aufgeteilt. Der erste Ansatz wird morgens aus je einer Teilmenge fein zerkleinertem Pflan­zenmaterial, Honig und Gereinigtem Wasser bereitet. Darauf wird der Ansatz in ein Wasserbad von etwa 37 °C gestellt. Abends wird der Ansatz 2 h lang in eine Eis-Wasser-Mischung gestellt; direkt davor und danach wird durchgerührt. Dann wird der Ansatz wieder in ein Wasserbad von etwa 37 °C gestellt. 24 h nach dem Ansetzen wird abgepreßt.
    Der Preßsaft wird mit je einer weiteren Teilmenge fein zerkleinertem Pflanzenmaterial, Gereinigtem Wasser und Honig vermischt. Darauf wird der Ansatz wieder in ein Wasserbad von etwa 37 °C gestellt. Abends wird er 2 h lang in eine Eis-Wasser-Mischung gestellt; direkt davor und danach wird durchgerührt. 24 h nach dem Absetzen wird abgepreßt.
    Die weiteren fünf Teilmengen werden in gleicher Weise an den folgenden fünf Tagen verarbeitet. Der zuletzt erhaltene Preßsaft bleibt einige Stunden lang stehen und wird dann durch Mull filtriert; das Filtrat ist in der Regel trüb.
    Eine ausreichende Menge des luftgetrockneten Abpreßrückstandes wird in einem Porzellan- oder Quarztiegel bei Dunkelrotglut verascht. Direkt nach der Filtration werden auf je 100 ml Filtrat etwa 50 mg Asche zugesetzt. Diese Mischung ist die Urtinktur.

    HAB 2003

    2 5.4,4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 35

    Vorschrift 35b: Wäßrige Urtinkturen mit Wärmebehandlung und Fermentation und deren flüssige Verdünnungen
    Wäßrige Urtinkturen nach Vorschrift 35 b werden durch Mazeration und Vergärung getrockneter Pflanzen oder Pflanzenteile oder pflanzlicher Ab­sonderungen nach dem in Vorschrift 35a beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Die Weiterverarbeitung der Urtinktur erfolgt frühestens 6 Monate nach Zusatz der Asche. Dabei darf ein eventuell gebildeter Bodensatz nicht mitverarbeitet werden.
    Potenzierung
    Die 1.Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    1 Teil Urtinktur und
    9 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Die 1. Centesimalverdünnung (C 1) wird aus
    1 Teil Urtinktur und 99 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 35 b zu Parenteralia nach Vorschrift 11 oder zu Augentropfen nach Vorschrift 15 weiterverarbeitet, sind bei der Herstellung von Dezimalverdünnungen die letzten beiden Verdünnungsgrade und bei Centesimalverdünnungen der letzte Verdünnungsgrad mit dem jeweils vorgeschriebenen Arzneiträger zu po­tenzieren.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 35b zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 35b tragen in der Bezeichnung den Zusatz „ferm35b”; das gleiche gilt für die dar­aus hergestellten Darreichungsformen.
    Lagerung
    Vor Licht geschützt, dicht verschlossen; die Urtinktur unterhalb von 15 °C.
    Vorschrift 35c: Wäßrige Urtinkturen mit Wärmebehandlung und Fermentation und deren flüssige Verdünnungen
    Wäßrige Urtinkturen nach Vorschrift 35c werden durch Mazeration und Vergärung frischer Pflanzen oder Pflanzenteile nach dem in Vorschrift 35 a beschriebenen Verfahren hergestellt. Abweichend von Vorschrift 35a werden 100 Teile Pflanzenmaterial, 200 Teile Gerei­nigtes Wasser, 1,5 Teile Honig und 1,5 Teile Lactose-Monohydrat in sieben Teilmengen aufgeteilt. Die Weiterverarbeitung der Urtinktur erfolgt frühestens sechs Monate nach Zusatz der Asche. Dabei darf ein eventuell gebildeter Bodensatz nicht mitverarbeitet werden.
    Potenzierung
    Die 1. Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    1 Teil Urtinktur und
    9 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Die 1. Centesimalverdünnung (Cl) wird aus
    1 Teil Urtinktur und 99 Teilen Gereinigtem Wasser

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 35 3

    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 35 c zu Parenteralia nach Vorschrift 11 oder zu Augen tropfen nach Vorschrift 15 weiterverarbeitet, sind bei der Herstellung von Dezimalverdünnungen die letzten beiden Verdünnungsgrade und bei Centesimalverdünnungen der letzte Verdünnungsgrad mit dem jeweils vorgeschriebenen Arzneiträger zu po­tenzieren. Werden flüssige Verdünnun­gen nach Vorschrift 35 c zur Weiterverar- beitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 35c tragen in der Bezeichnung den Zusatz „ferm 35c”; das gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen.
    Lagerung
    Vor Licht geschützt, dicht verschlossen; die Urtinktur unterhalb von 15 °C.

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 36 1

    r Vorschrift 36: Wäßrige Urtinkturen mit Wärmebehandlung und Fermentation und deren flüssige Verdünnungen Die 1. Centesimalverdünnung (C 1) wird aus
    1 Teil Urtinktur und 99 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 36 zu Parenteralia nach Vor­schrift 11 oder zu Augentropfen nach Vorschrift 15 weiterverarbeitet, sind bei der Herstellung von Dezimalverdünnungen die letzten beiden Verdünnungsgrade und bei Centesimalverdünnungen der letzte Verdünnungsgrad mit dem jeweils vorgeschriebenen Arzneiträger zu po­tenzieren.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 36 zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 36 tragen in der Bezeichnung den Zusatz „ferm36″; das gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen.
    Lagerung
    Vor Licht geschützt, dicht verschlossen; die Urtinktur unterhalb von 15 °C. X
    Wäßrige Urtinkturen nach Vorschrift 36 werden durch Mazeration und Vergärung getrockneter Pflanzen oder Pflanzenteile oder pflanzlicher Absonderungen nach dem in Vorschrift 35 a beschriebenen Verfahren hergestellt. Abweichend von Vorschrift 35 a werden insgesamt 100 Teile fein zerkleinertes Pflanzenmaterial, 300 Teile Gereinigtes Wasser und 200 Teile Molke, in jeweils sieben Teilmengen aufgeteilt, verwendet.
    Die Weiterverarbeitung der Urtinktur erfolgt frühestens sechs Monate nach Zusatz der Asche. Dabei darf ein eventuell gebildeter Bodensatz nicht mitverarbeitet werden.
    Potenzierung
    Die 1.Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    1 Teil Urtinktur und
    9 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 37 1

    Vorschrift 37a: Wäßrige Urtinkturen mit Wärmebehandlung und Fermentation und deren flüssige Verdünnungen Potenzierung
    Die 1.Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    1 Teil Urtinktur und
    9 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Die 1. Centesimalverdünnung (C 1) wird aus
    1 Teil Urtinktur und 99 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 37 a zu Parenteralia nach Vorschrift 11 oder zu Augentropfen nach Vorschrift 15 weiterverarbeitet, sind bei der Herstellung von Dezimalverdünnungen die letzten beiden Verdünnungsgrade und bei Centesimalverdünnungen der letzte Verdünnungsgrad mit dem jeweils vorgeschriebenen Arzneiträger zu po­tenzieren.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 37 a zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 37 a tragen in der Bezeichnung den Zusatz „ferm cum Ferro”; das gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen.
    Lagerung
    Vor Licht geschützt, dicht verschlossen; die Urtinktur unterhalb von 15 °C.
    Wäßrige Urtinkturen nach Vorschrift 37 a werden durch Mazeration und Vergärung frischer Pflanzen oder Pflanzenteile nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    100 Teile Pflanzenmaterial werden in sieben Teilmengen aufgeteilt. Der erste Ansatz wird morgens aus einer Teilmenge fein zerkleinertem Pflanzenmaterial, 0,15 Teilen fein gepulvertem Hämatit und 50 Teilen Gereinigtem Wasser bereitet. Der Ansatz wird in ein Wasserbad von etwa 37 °C gestellt. Abends wird der Ansatz 2 h lang in eine Eis-Wasser-Mi­schung gestellt; direkt davor und danach wird durchgerührt. Dann wird der Ansatz wieder in ein Wasserbad von etwa 37 °C gestellt. 24 h nach dem Ansetzen wird abgepreßt.
    Der nächste Ansatz wird aus dem Preßsaft, einer weiteren Teilmenge fein zerkleinertem Pflanzenmaterial und 0,15 Teilen fein gepulvertem Hämatit bereitet und wie der erste Ansatz behandelt. Die restlichen fünf Teilmengen werden in gleicher Weise an den folgenden fünf Tagen verarbeitet. Der zuletzt erhaltene Preßsaft bleibt einige Stunden lang stehen und wird dann durch Mull filtriert; das Filtrat ist in der Regel trüb.
    Eine ausreichende Menge des luftge­trockneten Abpreßrückstandes wird in einem Porzellan- oder Quarztiegel bei Dunkelrotglut verascht. Direkt nach dem Filtrieren werden auf je 100 ml Filtrat etwa 50 mg Asche zugesetzt. Diese Mischung ist die Urtinktur.
    Die Weiterverarbeitung der Urtinktur erfolgt frühestens sechs Monate nach Zusatz der Asche. Dabei darf ein eventuell gebildeter Bodensatz nicht mitverarbeitet werden.

    HAB 2003

    2 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 37

    Vorschrift 37b: Wäßrige Urtinkturen mit Wärmebehandlung und Fermentation und deren flüssige Verdünnungen
    Wäßrige Urtinkturen nach Vorschrift 37b werden durch Mazeration und Vergärung frischer Pflanzen oder Pflanzenteile nach dem in Vorschrift 37 a beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Abweichend von Vorschrift 37 a wird statt fein gepulvertem Hämatit jeweils die gleiche Menge fein gepulvertes Zink eingesetzt.
    Die Weiterverarbeitung der Urtinktur erfolgt frühestens sechs Monate nach Zusatz der Asche. Dabei darf ein eventuell gebildeter Bodensatz nicht mitverarbeitet werden.
    Potenzierung
    Die 1.Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    1 Teil Urtinktur und
    9 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Die l.Centesimalverdünnung (C 1) wird aus
    1 Teil Urtinktur und 99 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren. Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 37b zu Parenteralia nach Vorschrift 11 oder zu Augentropfen nach Vorschrift 15 weiterverarbeitet, sind bei der Herstellung von Dezimalverdünnungen die letzten beiden Verdünnungsgrade und bei Centesimalverdünnungen der letzte Verdünnungsgrad mit dem jeweils vorgeschriebenen Arzneiträger zu po­tenzieren.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 37b zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 37b tragen in der Bezeichnung den Zusatz „ferm cum Zinco”; das gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen.
    Lagerung
    Vor Licht geschützt, dicht verschlossen; die Urtinktur unterhalb von 15 °C.

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 38 1

    Vorschrift 38: Wäßrige Urtinkturen mit Kältebehandlung und deren flüssige Verdünnungen Potenzierung
    Als Arzneiträger zum Potenzieren dient eine Lösung von 0,2 Teilen Natriumhy-drogencarbonat und 8,8 Teilen Natriumchlorid in 991 Teilen Wasser für Injektionszwecke.
    Die 1. Vicesimalverdünnung (Stärke H) wird aus
    1 Teil Urtinktur und 19 Teilen des oben genannten Arzneiträgers
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren. Die weiteren Vicesimalverdünnungen tragen folgende Bezeichnungen: w X
    Wäßrige Urtinkturen nach Vorschrift 38 werden durch Mazeration getrockneter Pflanzen oder Pflanzenteile in der Kälte („K”) nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Das fein zerkleinerte Pflanzenmaterial wird mit der öfachen Menge (m/m) einer Lösung versetzt, die aus 8,8 Teilen Natriumchlorid, 0,2 Teilen Natriumhy-drogencarbonat und 991 Teilen Gereinigtem Wasser hergestellt wird. Der Ansatz wird 14 Tage lang bei einer Temperatur von etwa 4°C aufbewahrt; dabei wird morgens und abends durchgerührt. Danach wird abgepreßt. Der Preßsaft wird bis zur vollständigen Klärung bei einer Temperatur von etwa 4 °C vor Licht geschützt aufbewahrt. Die klar überstehende Urtinktur wird dann sofort vollständig weiterverarbeitet.
    2. Verdünnung
    3. Verdünnung
    4. Verdünnung
    5. Verdünnung
    6. Verdünnung 8. Verdünnung
    10. Verdünnung Stärke G Stärke F Stärke E Stärke D Stärke C Stärke B Stärke A.

    Urtinkturen nach Vorschrift 38 werden nach der Herstellung sofort weiterverarbeitet. Sie dienen ausschließlich zur Herstellung von Parenteralia nach Vorschrift 11.

    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 38 tragen in der Bezeichnung den Zusatz „K”; das gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen.

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 39 1

    Vorschrift 39a: Globuli velati tenen Saccharose, y die Menge des in der eingearbeiteten Verreibung enthaltenen Lactose-Monohydrats.
    Beschriftung
    Globuli velati nach Vorschrift 39b wer­den mit dem Verdünnungsgrad der aufgebrachten Verreibung bezeichnet.
    Zubereitungen nach Vorschrift 39a sind Globuli velati. Sie werden durch gleichmäßiges Aufbringen einer flüssigen Zubereitung auf Saccharose-Kügelchen der Größe 5 (40 bis 50 Kügelchen wiegen 1 Gramm) hergestellt.
    Zur Herstellung von 100 Teilen Glo­buli velati wird 1 Teil einer Zubereitung nach den Vorschriften 5b oder 8b oder 33 bis 37 oder 51 mit 9 Teilen Zuckersirup gemischt und durch Verschütteln potenziert; diese 10 Teile werden auf 100 minus x Teile Saccharose-Kügelchen gleichmäßig aufgebracht, x ist die Menge der im Zuckersirup enthaltenen Saccharose.
    Beschriftung
    Globuli velati nach Vorschrift 39 a werden mit dem Verdünnungsgrad der aufgebrachten Zubereitung bezeichnet.
    Vorschrift 39c: Globuli velati X
    Zubereitungen nach Vorschrift 39c sind Globuli velati. Sie werden durch gleichmäßiges Aufbringen einer nach Vorschrift 16 Nr. 3 hergestellten Mischung auf Saccharose-Kügelchen der Größe 5 (40 bis 50 Kügelchen wiegen 1 Gramm) hergestellt.
    Die aufzubringende Mischung wird hergestellt aus Zubereitungen nach den Vorschriften 5b, 6, 8b, 23, 24, 33a-f, 34a-i, 35a-c, 36, 37a-b, 40b, 40c, 41a-c, 51 und ausreichenden Mengen Zuckersirup und Gereinigtem Wasser. Zur Herstellung von 100 Teilen Globuli velati wird diese Mischung auf 100 minus x minus y Teile Saccharose-Kügelchen gleichmäßig aufgebracht, x ist die Menge der im Zuckersirup enthaltenen Saccharose, y die Menge des in den eingearbeiteten Verreibungen enthaltenen Lactose-Monohydrats.
    Beschriftung
    Die Angabe der Zusammensetzung ist so vorzunehmen, daß Art und Menge der eingearbeiteten flüssigen und/oder festen Zubereitungen klar ersichtlich sind.
    Vorschrift 39b: Globuli velati
    Zubereitungen nach Vorschrift 39b sind Globuli velati. Sie werden durch gleichmäßiges Aufbringen einer festen Zubereitung auf Saccharose-Kügelchen der Größe 5 (40 bis 50 Kügelchen wiegen 1 Gramm) hergestellt.
    Zur Herstellung von 100 Teilen Glo­buli velati wird eine Mischung von 10 Teilen einer Verreibung nach Vor­schrift 6 mit 20 Teilen Zuckersirup auf 100 minus x minus y Teile Saccharose-Kügelchen gleichmäßig aufgebracht, x ist die Menge der im Zuckersirup enthal-

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 40 1

    Vorschrift 40 a: Gemeinsam potenzierte Mischungen
    Nach Vorschrift 40a gemeinsam zu po­tenzierende Mischungen können Aus­gangsstoffe enthalten zusammen mit folgenden, nach Vorschriften des Homöopathischen Arzneibuchs hergestellten Zubereitungen: Lösungen, Verreibun-gen, flüssige Verdünnungen und diejenigen Urtinkturen, die gemäß ihrer Her­stellungsvorschrift im Verhältnis 1 zu 10 weiterzuverarbeiten sind. Nach Vorschrift 40a dürfen nur diejenigen nach Vorschriften des Homöopathischen Arzneibuchs hergestellten flüssigen Zubereitungen gemeinsam potenziert werden, deren jeweilige Herstellungsvorschrift ein Potenzieren mit einem Ethanol-Wasser-Gemisch als Arzneiträger vor­schreibt.
    Potenzierung
    Für jeden Potenzierungsschritt wird 1 Teil Mischung mit 9 Teilen Ethanol ge­eigneter, im Abschnitt „Arzneiträger und Hilfsstoffe” (H 5.3) angegebener Konzentration gemischt und verschüt­telt.
    Aus gemeinsam potenzierten Mi­schungen können alle Darreichungsformen hergestellt werden. Werden gemeinsam potenzierte Mischungen nach Vorschrift 40a zu Parenteralia nach Vorschrift 11 oder zu Augentropfen nach Vorschrift 15 weiterverarbeitet, sind bei der Herstellung von Dezimalverdünnungen die letzten beiden Verdünnungsgrade und bei Centesimalverdünnungen der letzte Verdünnungsgrad mit dem jeweils vorgeschriebenen Arzneiträger zu po­tenzieren; die in Absatz 1 Satz 2 der Vorschrift 40 a gemachte Einschränkung gilt bei diesen Darreichungsformen nicht. Beschriftung
    Es muß angegeben werden, über wieviele Potenzstufen die Mischung gemeinsam potenziert wurde; das gleiche gilt für die aus gemeinsam potenzierten Mischungen hergestellten Darreichungsformen.
    Vorschrift 40b: Gemeinsam potenzierte Mischungen
    Nach Vorschrift 40b gemeinsam zu po­tenzierende Mischungen können flüssige Zubereitungen nach den Vorschriften 5b, 8b, 21, 22, 23, 24, 33a-f, 34a-i, 35a-c, 36,37a-b, 41a-c, 49, 51 sowie Ver-reibungen nach Vorschrift 6 enthalten.
    Potenzierung
    Für jeden Potenzierungsschritt wird 1 Teil Mischung mit 9 Teilen Arzneiträ­ger gemischt und verschüttelt. Enthält die Mischung Zubereitungen nach den Vorschriften 41 a-c, ist zum Potenzieren der dort genannte Arzneiträger zu verwenden. Werden gemeinsam potenzierte Mischungen nach Vorschrift 40b zur Herstellung von Globuli velati verwendet, ist für den letzten Potenzierungsschritt Zuckersirup als Arzneiträger zu verwenden; in allen anderen Fällen dient Gereinigtes Wasser als Arzneiträger.
    Werden gemeinsam potenzierte Mi­schungen nach Vorschrift 40b zur Wei­terverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Aus gemeinsam potenzierten Mi­schungen können alle Darreichungsformen hergestellt werden. Werden gemeinsam potenzierte Mischungen nach Vorschrift 40b zu Parenteralia nach Vorschrift 11 oder zu Augentropfen nach Vorschrift 15 weiterverarbeitet, sind bei der Herstellung von Dezimalverdünnun-

    HAB 2003

    2 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 40

    gen die letzten beiden Verdünnungsgrade und bei Centesimalverdünnungen der letzte Verdünnungsgrad mit dem jeweils vorgeschriebenen Arzneiträger zu po­tenzieren.
    Beschriftung
    Es muß angegeben werden, über wieviele Potenzstufen die Mischung gemeinsam potenziert wurde; das gleiche gilt für die aus gemeinsam potenzierten Mischungen hergestellten Darreichungsformen. Vorschrift 40c: Gemeinsam potenzierte Mischungen
    Gemeinsam zu potenzierende Mischungen nach Vorschrift 40c enthalten Ver- _
    reibungen nach den Vorschriften 6 und/ oder 7.
    Potenzierung
    Für jeden Potenzierungsschritt wird 1 Teil Mischung mit 9 Teilen Lactose-Monohydrat nach den Angaben von Vorschrift 6 verarbeitet.
    Aus gemeinsam potenzierten Mi­schungen können alle Darreichungsformen hergestellt werden.
    Beschriftung
    Es muß angegeben werden, über wieviele Potenzstufen die Mischung gemeinsam potenziert wurde; das gleiche gilt für die aus gemeinsam potenzierten Mischungen hergestellten Darreichungsformen.

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 41 1/4

    Vorschrift 41a: Gl-Urtinkturen und deren flüssige Verdünnungen Die Gl-Urtinktur entspricht der 2. Dezimalverdünnung (0 = D 2) beziehungsweise der 1. Centesimalverdünnung
    (0 = c l).
    Die 3. Dezimalverdünnung (D 3) wird aus 1 Teil Gl-Urtinktur (D 2) und 9 Teilen des oben genannten Arznei­trägers
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Für Zubereitungen nach Vorschrift 11 gilt: Die 4. Dezimalverdünnung (D 4) zur Herstellung von Zubereitungen nach Vorschrift 11 wird aus 1 Teil der 3. Dezimalverdünnung (D 3), 5,6 Teilen des oben genannten Arzneiträgers und 3,4 Teilen Wasser für Injektionszwecke hergestellt. Die weiteren Verdünnungen werden mit dem oben genannten Arzneiträger hergestellt.
    Die 2. Centesimalverdünnung (C 2) wird aus
    1 Teil Gl-Urtinktur (C 1) und 99 Teilen des oben genannten Arznei­trägers
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Gl-Urtinkturen nach Vorschrift 41 a dienen ausschließlich zur Herstellung von Zubereitungen nach den Vorschriften 7, 11, 13, 14, 15 und 39a-c, auch in Mischungen nach Vorschrift 16 und in gemeinsam potenzierten Mischungen nach Vorschrift 40b.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 41a zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Gl-Urtinkturen nach Vorschrift 41a werden durch Mazeration von Tieren, Teilen von Tieren oder deren Absonderungen mit einer natriumchloridhaltigen Glyce-rol-Lösung (Gl) nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Das Verarbeiten von Teilen höherer (warmblütiger) Tiere erfolgt unmittelbar nach dem Schlachten beziehungsweise Töten.
    Niedere Tiere werden in einem abgedeckten Gefäß unmittelbar vor dem Verarbeiten durch Einleiten von Kohlendioxid getötet.
    Zur Herstellung der Urtinktur wird 1 Teil fein zerkleinerter Ausgangsstoff mit 5 Teilen einer Lösung von Natriumchlorid (15 g- kg~’) in Gereinigtem Wasser versetzt; anschließend werden 95 Teile Glycerol zugesetzt. Der Ansatz bleibt 7 bis 21 Tage lang vor Licht geschützt stehen und wird danach, falls erforderlich, zentrifugiert und dekantiert. Die Flüssigkeit wird, falls erforderlich, filtriert. Das Dekantat beziehungsweise das Filtrat ist die Gl-Urtinktur.
    Vor dem Weiterverarbeiten der Gl-Urtinktur ist ein eventueller Bodensatz zu suspendieren.
    Potenzierung
    Als Arzneiträger zum Potenzieren dient eine Lösung von 0,2 Teilen Natriumhy-drogencarbonat und 8,8 Teilen Natriumchlorid in 991 Teilen Wasser für Injektionszwecke, soweit eine Herstellung von Zubereitungen nach den Vorschriften 11 und 15 erfolgt. In den anderen nachstehend genannten Fällen kann Gereinigtes Wasser anstelle von Wasser für Injektionszwecke verwendet werden.

    HAB 2007

    2/4 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 41

    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 41a tragen in der Bezeichnung den Zusatz „Gl”; das Gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen. Die Gl-Urtinktur entspricht der 2. Dezimalverdünnung (0 = D 2) beziehungsweise der 1. Centesimalverdünnung
    (0 = c l).
    Die 3. Dezimalverdünnung (D 3) wird aus 1 Teil Gl-Urtinktur (D 2) und 9 Teilen des oben genannten Arznei­trägers
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Für Zubereitungen nach Vorschrift 11 gilt: Die 4. Dezimalverdünnung (D 4) zur Herstellung von Zubereitungen nach Vorschrift 11 wird aus 1 Teil der 3. Dezimalverdünnung (D 3), 5,6 Teilen des oben genannten Arzneiträgers und 3,4 Teilen Wasser für Injektionszwecke hergestellt. Die weiteren Verdünnungen werden mit dem oben genannten Arzneiträger hergestellt.
    Die 2. Centesimalverdünnung (C 2) wird aus
    1 Teil Gl-Urtinktur (C 1) und 99 Teilen des oben genannten Arznei­trägers
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Gl-Urtinkturen nach Vorschrift 41b dienen ausschließlich zur Herstellung von Zubereitungen nach den Vorschriften 7, 11, 13, 14, 15 und 39a-c, auch in Mischungen nach Vorschrift 16 und in gemeinsam potenzierten Mischungen nach Vorschrift 40b.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 41b zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Vorschrift 41b: Gl-Urtinkturen und deren flüssige Verdünnungen
    Gl-Urtinkturen nach Vorschrift 41b werden durch Mazeration von Tieren, Teilen von Tieren oder deren Absonderungen mit einer natriumchloridhaltigen Glyce-rol-Lösung (Gl) nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Das Verarbeiten von Teilen höherer (warmblütiger) Tiere erfolgt unmittelbar nach dem Schlachten beziehungsweise Töten.
    Niedere Tiere werden in einem abgedeckten Gefäß unmittelbar vor dem Verarbeiten durch Einleiten von Kohlendioxid getötet.
    Zur Herstellung der Urtinktur wird 1 Teil fein zerkleinerter Ausgangsstoff mit 5 Teilen einer Lösung von Natriumchlorid (40 g • kg”‘) in Gereinigtem Wasser versetzt; anschließend werden 95 Teile Glycerol zugesetzt. Der Ansatz bleibt 7 bis 21 Tage lang vor Licht geschützt stehen und wird danach, falls erforder­lich, zentrifugiert und dekantiert. Die Flüssigkeit wird, falls erforderlich, fil­triert. Das Dekantat beziehungsweise das Filtrat ist die Gl-Urtinktur.
    Vor dem Weiterverarbeiten der Gl-Urtinktur ist ein eventueller Bodensatz zu suspendieren.
    Potenzierung
    Als Arzneiträger zum Potenzieren dient eine Lösung von 0,2 Teilen Natriumhy-drogencarbonat und 8,8 Teilen Natriumchlorid in 991 Teilen Wasser für Injektionszwecke.

    HAB 2007

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 41 3/4

    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 41b tragen in der Bezeichnung den Zusatz „Gl”; das Gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen. Die Gl-Urtinktur entspricht der 2. Dezimalverdünnung (0 = D 2) beziehungsweise der 1. Centesimalverdünnung (0 = C 1).
    Die 3. Dezimalverdünnung (D 3) wird aus 1 Teil Gl-Urtinktur (D 2) und 9 Teilen des oben genannten Arznei­trägers
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Für Zubereitungen nach Vorschrift 11 gilt: Die 4. Dezimalverdünnung (D 4) zur Herstellung von Zubereitungen nach Vorschrift 11 wird aus 1 Teil der 3. Dezimalverdünnung (D 3), 5,6 Teilen des oben genannten Arzneiträgers und 3,4 Teilen Wasser für Injektionszwecke hergestellt. Die weiteren Verdünnungen werden mit dem oben genannten Arzneiträger hergestellt.
    Die 2. Centesimalverdünnung (C 2) wird aus
    1 Teil Gl-Urtinktur (C 1) und 99 Teilen des oben genannten Arznei­trägers
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Gl-Urtinkturen nach Vorschrift 41c dienen ausschließlich zur Herstellung von Zubereitungen nach den Vorschriften 7, 11, 13, 14, 15 und 39a-c, auch in Mischungen nach Vorschrift 16 und in gemeinsam potenzierten Mischungen nach Vorschrift 40b.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 41c zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Vorschrift 41c: Gl-Urtinkturen und deren flüssige Verdünnungen
    Gl-Urtinkturen nach Vorschrift 41c werden durch Mazeration von Tieren, Teilen von Tieren oder deren Absonderungen mit einer natriumchloridhaltigen Glyce-rol-Lösung (Gl) nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Das Verarbeiten von Teilen höherer (warmblütiger) Tiere erfolgt unmittelbar nach dem Schlachten beziehungsweise Töten.
    Niedere Tiere werden in einem abgedeckten Gefäß unmittelbar vor dem Verarbeiten durch Einleiten von Kohlendioxid getötet.
    Zur Herstellung der Urtinktur wird 1 Teil fein zerkleinerter Ausgangsstoff mit 5 Teilen einer Lösung von Natriumchlorid (80 g • kg-1) in Gereinigtem Wasser versetzt; anschließend werden 95 Teile Glycerol zugesetzt. Der Ansatz bleibt 7 bis 21 Tage lang vor Licht geschützt stehen und wird danach, falls erforder­lich, zentrifugiert und dekantiert. Die Flüssigkeit wird, falls erforderlich, fil­triert. Das Dekantat beziehungsweise das Filtrat ist die Gl-Urtinktur.
    Vor dem Weiterverarbeiten der Gl-Urtinktur ist ein eventueller Bodensatz zu suspendieren.
    Potenzierung
    Als Arzneiträger zum Potenzieren dient eine Lösung von 0,2 Teilen Natriumhy-drogencarbonat und 8,8 Teilen Natriumchlorid in 991 Teilen Wasser für Injektionszwecke. Vi

    HAB 2007

    4/4 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 41

    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 41c tragen in der Bezeichnung den Zusatz „Gl”; das Gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen. Potenzierung
    Als Arzneiträger zum Potenzieren dient eine Lösung von 0,2 Teilen Natriumhy-drogencarbonat und 8,8 Teilen Natriumchlorid in 991 Teilen Wasser für Injektionszwecke.
    Die Gl-Urtinktur entspricht der 2. Dezimalverdünnung (0 = D 2) beziehungsweise der 1. Centesimalverdünnung (0 = C 1).
    Die 3. Dezimalverdünnung (D 3) wird aus 1 Teil Gl-Urtinktur (D 2) und 9 Teilen des oben genannten Arznei­trägers
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Die 2. Centesimalverdünnung (C 2) wird aus
    1 Teil Gl-Urtinktur (C 1) und 99 Teilen des oben genannten Arznei­trägers
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Gl-Urtinkturen nach Vorschrift 41 d dienen ausschließlich zur Herstellung von Zubereitungen nach Vorschrift 11.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 41d zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 41 d tragen in der Bezeichnung den Zusatz „Gl”; das Gleiche gilt für daraus hergestellte Darreichungsformen.
    Vorschrift 41d: Gl-Urtinkturen und deren flüssige Verdünnungen
    Gl-Urtinkturen nach Vorschrift 41 d werden durch Mazeration von Blutbestandteilen vom Pferd mit einer natrium-chloridhaltigen Glycerol-Lösung (Gl) nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Die Entnahme von Blut zur Gewin­nung von Blutbestandteilen erfolgt durch einen Tierarzt am lebenden Pferd. Tierblut, das bei der Schächtung anfällt, darf nicht verwendet werden. 200 ml Blut werden dem Tier entnommen und je Milliliter Blut mit 15 I.E. Heparin-Na-trium und 0,625 ml Natriumchlorid-Lösung (9g-kg~!) versetzt. Nach Separation der jeweiligen Blutbestandteile mittels fraktionierter Zentrifugation werden die gewonnenen Zellsedimente jeweils in 1,1 ml Natriumchlorid-Lösung (9 g ? kg”‘) aufgenommen und resuspendiert. Die Zellsuspensionen werden zur Urtinktur weiterverarbeitet.
    Zur Herstellung der Urtinktur wird 1 Teil Zellsuspension mit 5 Teilen einer Lösung von Natriumchlorid (15 g ? 1_1) in Gereinigtem Wasser versetzt; anschließend werden 95 Teile Glycerol zugesetzt. Der Ansatz bleibt 7 bis 21 Tage lang vor Licht geschützt stehen und wird danach dekantiert. Die Flüssigkeit wird, falls erforderlich, filtriert. Das Dekantat beziehungsweise das Filtrat ist die Gl-Urtink-tur.
    Vor dem Weiterverarbeiten der Gl-Urtinktur ist ein eventueller Bodensatz zu suspendieren.

    HAB 2007

    5.4,4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 42 l/l

    Vorschrift 42a: Urtinkturen und deren flüssige Verdünnungen Beschriftung
    Wird die 2. Dezimalverdünnung (D 2) mit Ethanol 15% (m/m) hergestellt, ist dies anzugeben.
    Urtinkturen nach Vorschrift 42 a werden aus getöteten oder frisch geschlachteten Tieren oder deren Teilen und einem flüssigen Arzneiträger hergestellt.
    Zur Herstellung der 1. Dezimalver­dünnung beziehungsweise der 1. Centesimalverdünnung wird 1 Teil fein zerkleinerter Ausgangsstoff in 9 Teilen (= D 1) beziehungsweise in 99 Teilen (- C 1 resp. D 2) Glycerol 85 % verteilt und verschüttelt. In begründeten Fällen ist die Zugabe von 1 Teil Glycerol 85 % zu 1 Teil Ausgangsstoff vor der Zerkleine-rung zulässig. Falls erforderlich, wird der Ansatz filtriert.
    Potenzierung
    Die Urtinktur entspricht der 1. Dezimalverdünnung (0 = D 1).
    Die 2. Dezimalverdünnung (D 2) wird aus
    1 Teil Urtinktur (D 1) und 9 Teilen Glycerol 85 % oder Ethanol 15% (m/m),
    die 3. Dezimalverdünnung (D 3) wird aus
    1 Teil der 2. Dezimalverdünnung oder 1 Teil der 1. Centesimalver­dünnung (C 1 resp. D 2) und
    9 Teilen Ethanol 15% (m/m)
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Die 2. Centesimalverdünnung (C 2) wird aus
    1 Teil der 1. Centesimalverdünnung ^ (C 1 resp. D 2) und
    99 Teilen Ethanol 15% (m/m)
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Vorschrift 42b: Urtinkturen und deren wässrige Verdünnungen
    Urtinkturen nach Vorschrift 42b werden aus getöteten oder frisch geschlachteten Tieren oder deren Teilen und einem flüssigen Arzneiträger hergestellt. Sie dienen ausschließlich zur Herstellung von Darreichungsformen nach den Vorschriften 11 und 15, auch in Mischungen nach Vorschrift 16 und in gemeinsam potenzierten Mischungen nach Vorschrift 40b.
    Zur Herstellung der Urtinktur wird 1 Teil fein zerkleinerter Ausgangsstoff in 2,1 Teilen Glycerol 85 % verteilt und verschüttelt. Falls erforderlich, wird der Ansatz filtriert.
    Potenzierung
    Die 1. Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    3 Teilen Urtinktur und
    7 Teilen Wasser für Injektionszwecke,
    die 2. Dezimalverdünnung (D 2) aus 1 Teil der 1. Dezimalverdünnung und 9 Teilen Wasser für Injektionszwecke
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Werden wässrige Verdünnungen nach Vorschrift 42b zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Beschriftung
    Wässrige Verdünnungen nach Vorschrift 42b tragen in der Bezeichnung nach der Potenzangabe den Zusatz „aquos”. v\

    HAB 2006

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 43 l/l

    Vorschrift 43: Urtinkturen und flüssige Verdünnungen (Nosoden) die 3. Dezimalverdünnung (D 3) wird aus
    1 Teil der 2. Dezimalverdünnung und 9 Teilen Ethanol 43% (m/m)
    hergestellt, sofern kein anderer flüssiger Arzneiträger vorgeschrieben ist. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Die 1. Centesimalverdünnung (C 1) wird aus
    10 Teilen Urtinktur (D 1) und 90 Teilen Ethanol 30% (m/m),
    die 2. Centesimalverdünnung (C 2) wird aus
    1 Teil der 1. Centesimalverdünnung und
    99 Teilen Ethanol 43% (m/m)
    hergestellt, sofern kein anderer flüssiger Arzneiträger vorgeschrieben ist. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    r Urtinkturen nach Vorschrift 43 werden aus pathologisch veränderten Organen oder Organteilen von Mensch oder Tier hergestellt.
    Zur Herstellung der Urtinktur wird 1 Teil zerkleinerter Ausgangsstoff in 10 Teilen Glycerol 85% verteilt. Der Ansatz bleibt mindestens fünf Tage lang stehen und wird danach filtriert. Das Filtrat ist die Urtinktur.
    Potenzierung
    Die Urtinktur entspricht der 1. Dezimalverdünnung (0 = D 1).
    Die 2. Dezimalverdünnung (D 2) wird aus
    1 Teil Urtinktur (D 1) und 9 Teilen Ethanol 30% (m/m),

    HAB 2005

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 44 l/l

    Vorschrift 44: Urtinkturen und flüssige Verdünnungen (Nosoden) Potenzierung
    Die Urtinktur entspricht der 1. Dezimalverdünnung (0 = D 1).
    Die 2. Dezimalverdünnung (D 2) wird aus 1 Teil Urtinktur (D 1) und 9 Teilen Ethanol 30% (m/m),
    die 3. Dezimalverdünnung (D 3) wird aus 1 Teil der 2. Dezimalverdünnung und 9 Teilen Ethanol 43 % (m/m)
    hergestellt, sofern kein anderer flüssiger Arzneiträger vorgeschrieben ist. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Die 1. Centesimalverdünnung (C 1) wird aus
    10 Teilen Urtinktur (D 1) und 90 Teilen Ethanol 30% (m/m),
    die 2. Centesimalverdünnung (C 2) wird aus
    1 Teil der 1. Centesimalverdünnung und
    99 Teilen Ethanol 43% (m/m)
    hergestellt, sofern kein anderer flüssiger Arzneiträger vorgeschrieben ist. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren. S
    Urtinkturen nach Vorschrift 44 werden aus abgetöteten Kulturen von Mikroor-ganismen oder aus Zersetzungsprodukten tierischer Organe oder aus Körperflüssigkeiten hergestellt, die Krankheitserreger beziehungsweise Krankheitsprodukte enthalten.
    Kulturen von Mikroorganismen sind, falls in der Monographie nicht anders angegeben, vor dem Sterilisieren bei 133 °C (H 5.2.5) auf 107 Mikroorganismen (KBE) je Gramm beziehungsweise im Fall von Viruspräparationen abweichend davon auf einen bestimmten Titer (ZKID50/ml oder HA Unit) einzustellen. Die Mischung muss der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Zur Herstellung der Urtinktur wird 1 Teil wie vorstehend angegeben behandelter Ausgangsstoff mit 9 Teilen Glyce-rol 85% gemischt und verschüttelt. Der Ansatz bleibt mindestens fünf Tage lang stehen und wird danach filtriert. Das Fil-trat ist die Urtinktur.

    HAB 2005

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 45 l/l

    Vorschrift 45: Nasentropfen reinigtem Wasser bereiteten Lösung des Isotonisierungsmittels sicherzustellen, dass der Restethanolgehalt im Fertigprodukt so niedrig wie möglich ist: Wird potenziert, ist bei Dezimalverdün­nungen für die letzten zwei Verdün­nungsgrade, bei Centesimalverdünnun-gen für den letzten Verdünnungsgrad mit einem ethanolfreien Arzneiträger zu potenzieren. Wird gemischt, ist eine diesem Potenzieren entsprechende Menge ethanolfreier Komponenten einzusetzen.
    Als Isotonisierungsmittel ist in der Regel Natriumchlorid zu verwenden.
    Beschriftung
    Falls andere Isotonisierungsmittel als Natriumchlorid verwendet werden, sind diese anzugeben.
    Lagerung
    Vor Licht geschützt.
    Nasentropfen nach Vorschrift 45 sind wässrige Verdünnungen mit einem Rest-ethanolgehalt von höchstens einem Prozent.
    Sie werden aus einer oder mehreren homöopathischen Zubereitungen her­gestellt und müssen den Anforderungen der Monographie Zubereitungen zur nasalen Anwendung, Abschnitt Nasen­tropfen im Kapitel Darreichungsformen (Ph.Eur.) entsprechen.
    Mit Ausnahme von Mitteln zur Kon­servierung, Viskositätserhöhung, Isoto-nisierung sowie Einstellung und Stabilisierung des pH-Werts sind weitere Zusätze nicht erlaubt.
    Bei der Herstellung von Nasentropfen aus ethanolhaltigen Zubereitungen ist wie nachstehend angegeben durch Potenzieren oder Mischen mit Gereinigtem Wasser beziehungsweise mit der mit Ge-

    r

    HAB 2006

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 46 1

    Vorschrift 46: Flüssige weinige Verdünnungen dünnungen, also auch die D 6 und die D 7, mit Likörwein nach Vorschrift 46 um zwei Potenzstufen weiterpotenziert werden.
    Flüssige weinige Verdünnungen nach Vorschrift 46 werden sofort weiterverarbeitet, sie dienen ausschließlich zur Herstellung von Mischungen nach Vorschrift 16.
    r Zubereitungen nach Vorschrift 46 sind flüssige Dezimal Verdünnungen. Sie werden aus flüssigen Verdünnungen nach den Vorschriften 1,2a, 3a, 4a, 5a oder 8a durch Potenzieren mit Likörwein um zwei Potenzstufen hergestellt. Dabei dürfen flüssige Verdünnungen nach den Vorschriften 1, 2 a, 3 a und 5 a zum Potenzieren mit Likörwein erst von der 2. Dezimalverdünnung (D 2) an eingesetzt werden; dagegen dürfen sämtliche nach Vorschrift 8 a hergestellten flüssigen Ver-
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 46 tragen in der Bezeichnung nach der Potenzangabe den Zusatz „vinos”. X

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 47 1/2

    Vorschrift 47a: Spagyrische Urtinkturen nach Pekana und deren flüssige Verdünnungen Potenzierung
    Die 1.Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    1 Teil Urtinktur und
    9 Teilen Ethanol 15% (m/m)
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 47 a tragen in der Bezeichnung den Zusatz „spag. Peka”; das Gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen.
    Spagyrische Urtinkturen nach Vor­schrift 47 a werden aus frischen Pflanzen oder Pflanzenteilen nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Die Pflanzen oder Pflanzenteile wer­den fein zerkleinert. In einem geeigne­ten Ansatzgefäß wird 1 Teil Pflanzen­masse mit 6 Teilen Gereinigtem Wasser, 1 Teil Saccharose und 0,005 Teilen Hefe (Trockenreinzuchthefe von Saccharomy-ces cerevisiae) gemischt. Das Ansatzgefäß wird mit einem Gäraufsatz verschlossen und der Ansatz bei einer Temperatur von 25 bis 28 °C der Gärung überlassen. Sobald die Gärungsvorgänge zum Still­stand gekommen sind, wird dekantiert und der Pflanzenrückstand abgepresst. Die abgepresste Flüssigkeit wird mit dem dekantierten Teil vereinigt. Die Mischung wird mit Ethanol 86% (m/m) auf einen Ethanolgehalt von 15% (m/m) eingestellt.
    Der Pressrückstand wird getrocknet und bei etwa 900 °C verascht. Die abgekühlte Asche wird mit der fünffachen Menge heißem Gereinigtem Wasser versetzt, die Mischung bis zur Lösung der mineralischen Bestandteile gerührt und anschließend filtriert. Das Filtrat wird im Wasserbad zur Trockne eingeengt. Der Rückstand wird mit einem angemessenen Anteil des vorstehend beschriebenen ethanolhaltigen Auszugs gemischt und die Mischung dem vorstehend be­schriebenen ethanolhaltigen Auszug zugesetzt. Diese Mischung wird 48 h lang stehen gelassen und anschließend filtriert. Das Filtrat ist die Urtinktur.
    Vorschrift 47b: Spagyrische Urtinkturen nach Pekana und deren flüssige Verdünnungen
    Spagyrische Urtinkturen nach Vor­schrift 47 b werden aus getrockneten Pflanzen oder Pflanzenteilen oder dem tierischen Material Dactylopius coccus (HAB) nach dem in Vorschrift 47 a beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Abweichend von Vorschrift 47 a wird 1 Teil der grob geschnittenen Droge (4000 bis 2800) beziehungsweise 1 Teil Tiere mit 6 Teilen Gereinigtem Wasser gemischt und die Mischung einen Tag lang stehen gelassen. Anschließend wird die Mischung in einem geeigneten An­satzgefäß mit 1 Teil Saccharose und 0,005 Teilen Hefe (Trockenreinzuchthefe von Saccharomyces cerevisiae) versetzt, erneut gemischt, bei einer Temperatur von 25 bis 28 °C der Gärung überlassen und anschließend wie in Vorschrift 47 a beschrieben weiterbehandelt.
    Potenzierung
    Die 1.Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    1 Teil Urtinktur und
    9 Teilen Ethanol 15% (m/m)

    HAB 2006

    2/2 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 47

    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 47b tragen in der Bezeichnung den Zusatz „spag. Peka”; das Gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsfor­men.

    HAB 2006

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 48 1

    Vorschrift 48: Metallpulverhaltige Salben Darreichungsformen nach Vorschrift 48 müssen den Anforderungen der Monographie Halbfeste Zubereitungen zur kutanen Anwendung, Abschnitt Salben im Kapitel Darreichungsformen (Ph. Eur.) entsprechen.
    Metallpulver- und mineralpulverhaltige Salben nach Vorschrift 48 enthalten Metallpulver oder wasserunlösliche Mineralpulver in Salbengrundlage und sind ausschließlich zur Herstellung von Sal­ben nach Vorschrift 13 bestimmt. Zur Herstellung wird 1 Teil des Pulvers in 9 Teile Salbengrundlage eingearbeitet. 80 Prozent der Pulverteilchen müssen kleiner als 10 um sein; kein Teilchen darf größer als 50 [im sein.
    Beschriftung
    Metallpulver- und mineralpulverhaltige Salben nach Vorschrift 48 tragen in der Bezeichnung den Zusatz „M”.

    __

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 49 1

    Vorschrift 49: Wäßrige Urtinkturen und deren flüssige Verdünnungen Wäßrige Urtinkturen nach Vor­schrift 49 werden in der Regel sofort nach der Herstellung weiterverarbeitet. Sie dienen ausschließlich zur Herstellung der Darreichungsformen nach Vorschrift 11 und Vorschrift 15.
    Werden wäßrige Urtinkturen nach Vorschrift 49 und ihre flüssigen Verdünnungen zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Ste­rilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 49 tragen in der Bezeichnung den Zusatz „aquos.”; das gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen.
    /”^ Wäßrige Urtinkturen nach Vorschrift 49 werden durch Mazeration frischer Pflanzen oder Pflanzenteile nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Nach der Bestimmung des Trock­nungsverlustes (H 2.8.1) werden die zerkleinerten Pflanzen oder Pflanzenteile mit der nach Vorschrift 23 b errechneten Menge Gereinigtem Wasser versetzt, nach höchstens 2 h abgepreßt und der wäßrige Auszug filtriert.
    Die Potenzierung erfolgt, wie unter Vorschrift 23 b beschrieben.

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 50 1

    Vorschrift 50a: Spagyrische Urtinkturen nach Strathmeyer und deren flüssige Verdünnungen Hefe werden mit 20 Teilen Ethanol 94% m/m) fünf Tage lang mazeriert. Anschließend wird die Mischung durch geeignete Filter filtriert.
    Das Filtrat (im folgenden als Hefeauszug bezeichnet) kann bis zur Weiterverarbeitung in Behältnissen, die eine Kontamination mit Mikroorganismen ausschließen, bei einer Temperatur von höchstens 8 °C bis zu 365 Tagen gelagert werden.
    r Spagyrische Urtinkturen nach Vor­schrift 50a werden aus getrockneten Pflanzen oder Pflanzenteilen oder aus Mischungen getrockneter Pflanzen oder Pflanzenteile nach dem unten beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Herstellung des Drogenauszuges
    5 Teile zerkleinerte Droge werden in einem geeigneten Gefäß mit 75 Teilen Gereinigtem Wasser, 19 Teilen Saccharose und 1 Teil Hefe (Reinzuchthefe von Sac-charomyces cerevisiae) versetzt und bei einer Temperatur zwischen 24 und 29 °C der Gärung überlassen.
    Nach drei Tagen wird 1 weiterer Teil Hefe (Reinzuchthefe von Saccharomy-ces cerevisiae) zugefügt und die Mischung weitere drei Tage der Gärung überlassen. Anschließend wird abgepreßt und die dabei erhaltene Flüssigkeit (im folgenden als Drogenauszug bezeichnet) sofort weiterverarbeitet.
    Kultivierung der Hefe mit dem Drogenauszug
    21 Teile Hefe (Zuchthefe von Candida utilis) werden in einer Mischung aus 30 Teilen Nährlösung für die Kultivie­rung von Hefe, 10 Teilen Drogenauszug und 700 Teilen Trinkwasser submers 12 bis 14 h kultiviert.
    Diese kultivierte Hefe kann bis zur Weiterverarbeitung in verschlossenen Behältnissen bei einer Temperatur zwischen 4 und 6 °C bis zu 14 Tagen gelagert werden.
    Herstellung des Hefeauszuges
    25 Teile der wie vorstehend angegeben mit dem Drogenauszug kultivierten
    Herstellung der Urtinktur
    15 Teile Hefeauszug werden mit 85 Teilen Drogenauszug gemischt und die Mischung durch geeignete Filter filtriert. Dieses Filtrat ist die Urtinktur.
    Falls die Urtinktur zur unmittelbaren Verwendung als Fertigarzneimittel vorgesehen ist, wird Ascorbinsäure in einem Mengenverhältnis von 0,5 g Ascorbin­säure je Liter Urtinktur zugesetzt.
    Falls die Urtinktur zur Weiterverar­beitung vorgesehen ist, kann sie bis zur Weiterverarbeitung in Behältnissen, die eine Kontamination mit Mikroorganismen ausschließen, bei einer 8°C nicht übersteigenden Temperatur vor Licht geschützt bis zu 365 Tagen gelagert werden. In diesem Fall unterbleibt ein Zusatz von Ascorbinsäure. X
    Potenzierung
    2 Teile Urtinktur werden mit 8 Teilen Ethanol 15% (m/m) gemischt und ver­schüttelt. Diese Potenzstufe entspricht der 2. Dezimalverdünnung (D 2).
    Die 3. Dezimalverdünnung (D 3) wird aus
    1 Teil der 2. Dezimalverdünnung und 9 Teilen Ethanol 15% (m/m)
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.

    HAB 2003

    2 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 50

    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 50 a tragen in der Bezeichnung den Zusatz „spag. Strathmeyer”; das gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen. Herstellung des Hefeauszuges
    25 Teile der wie vorstehend angegeben mit dem Drogenauszug kultivierten Hefe werden mit 20 Teilen Ethanol 94% (m/m) fünf Tage lang mazeriert. Anschließend wird die Mischung durch geeignete Filter filtriert und das Filtrat im Vakuum bei höchstens 40 °C auf ein Zehntel seiner ursprünglichen Masse zu einem Konzentrat eingeengt.
    Das Konzentrat kann bis zur Weiterverarbeitung in Behältnissen, die eine Kontamination mit Mikroorganismen ausschließen, bei einer Temperatur von höchstens 8 °C bis zu zwei Tagen gelagert werden.
    Vorschrift 50b: Spagyrische Urtinkturen und deren flüssige Verdünnungen zur Herstellung von Salben nach Strathmeyer
    Spagyrische Urtinkturen nach Vor­schrift 50b werden aus getrockneten Pflanzen oder Pflanzenteilen oder aus Mischungen getrockneter Pflanzen oder Pflanzenteile nach dem unten beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Herstellung des Drogenauszuges
    8 Teile zerkleinerte Droge werden in einem geeigneten Gefäß mit 74 Teilen Gereinigtem Wasser, 14 Teilen Saccharose und 1 Teil Hefe (Reinzuchthefe von Sac-charomyces cerevisiae) versetzt und bei einer Temperatur zwischen 24 und 29 °C sechs Tage lang der Gärung überlassen. Anschließend wird abgepreßt und die dabei erhaltene Flüssigkeit durch geeignete Filter filtriert.
    Das Filtrat (im folgenden als Drogenauszug bezeichnet) kann bis zur Weiterverarbeitung in Behältnissen, die eine Kontamination mit Mikroorganismen ausschließen, bei einer 8°C nicht übersteigenden Temperatur vor Licht geschützt bis zu 42 Tagen gelagert werden.
    Kultivierung der Hefe mit dem Drogenauszug
    Die Kultivierung erfolgt mit dem wie vorstehend angegeben hergestellten Drogenauszug wie in Vorschrift 50a angegeben.
    Herstellung der Urtinktur
    1 Teil des wie vorstehend angegeben hergestellten Konzentrats aus dem Hefeauszug wird mit 99 Teilen des wie oben angegeben hergestellten Drogenauszugs gemischt. Diese Mischung ist die Urtinktur.
    Potenzierung
    Die Urtinktur entspricht der 1. Dezimalverdünnung (0 = D 1).
    Die 2. Dezimalverdünnung (D 2) wird aus
    1 Teil Urtinktur (D 1) und 9 Teilen Ethanol 15% (m/m)
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Spagyrische Urtinkturen nach Vor­schrift 50b und ihre flüssigen Verdün­nungen tragen in der Bezeichnung den Zusatz „spag. Strathmeyer” und dienen ausschließlich zur Weiterverarbeitung zu Zubereitungen nach Vorschrift 50c.

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 50 3/3

    Vorschrift 50c: Homöopathische Salben nach Strathmeyer
    Homöopathische Salben nach Vor­schrift 50c werden aus 1 Teil einer nach Vorschrift 50b hergestellten Zubereitung und 3 Teilen Salbengrundlage hergestellt. Als Salbengrundlage dient eine Mischung aus 4 Teilen Wollwachsalko-holsalbe und 1 Teil Lanolin (DAB).
    Bei der Herstellung sind Zusätze wie Antioxidanzien, Stabilisatoren und Konservierungsmittel nicht zugelassen. Homöopathische Salben nach Vor­schrift 50c müssen den Anforderungen der Monographie Halbfeste Zubereitungen zur kutanen Anwendung, im Kapitel Darreichungsformen (Ph. Eur.) entsprechen.
    Beschriftung
    Homöopathische Salben nach Vor­schrift 50c tragen in der Bezeichnung den Zusatz „spag. Strathmeyer”; das Gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen.

    HAB 2005

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 51 1

    Vorschrift 51: Wäßrige Urtinkturen mit Wärmebehandlung und Fermentation und deren flüssige Verdünnungen
    Wäßrige Urtinkturen nach Vorschrift 51 werden durch Mazeration und Vergärung frischer Pflanzen oder Pflanzenteile nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    100 Teile fein zerkleinertes Pflanzenmaterial werden mit 121,6 Teilen Gereinigtem Wasser und 3,4 Teilen Natriumchlorid versetzt; der pH-Wert des Ansatzes wird ermittelt. Der Ansatz wird morgens und abends jeweils 2 h lang in eine Eis-Wasser-Mischung gestellt; direkt davor und danach wird durchgerührt. Die übrige Zeit wird der Ansatz in ein Wasserbad von etwa 37 °C gestellt. Sobald der pH-Wert des Ansatzes abzusinken beginnt, wird der Ansatz – abgesehen von den Kühlphasen – bei Raumtemperatur aufbewahrt. Sofern in der Monographie nicht anders vorgeschrieben, wird nach dreieinhalb Tagen innerhalb einer Kühlphase abgepreßt. Der Preßsaft wird weitere dreieinhalb Tage lang morgens und abends jeweils 2 h lang in eine Eis-Wasser-Mischung gestellt; direkt davor und danach wird durchgerührt. Die übrige Zeit wird der Preßsaft bei Raumtemperatur aufbewahrt. Nach dreieinhalb Tagen wird der Preßsaft durch Mull filtriert; das Filtrat ist in der Regel trüb.
    Eine ausreichende Menge des luftgetrockneten Abpreßrückstandes wird in einem Porzellan- oder Quarztiegel bei Dunkelrotglut verascht. Direkt nach der Filtration werden auf je 100 ml Filtrat etwa 50 mg Asche zugesetzt. Diese Mischung ist die Urtinktur.
    Die Weiterverarbeitung der Urtinktur erfolgt frühestens 6 Monate nach Zusatz der Asche. Dabei darf ein eventuell ge- bildeter Bodensatz nicht mitverarbeitet werden.
    Potenzierung
    Die 1. Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    1 Teil Urtinktur und
    9 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Die 1. Centesimalverdünnung (Cl) wird aus
    1 Teil Urtinktur und 99 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Werden flüssige Verdünnungen nach Vorschrift 51 zu Parenteralia nach Vor­schrift 11 oder zu Augentropfen nach Vorschrift 15 weiterverarbeitet, sind bei der Herstellung von Dezimalverdünnungen die letzten beiden Verdünnungsgrade und bei Centesimalverdünnungen der letzte Verdünnungsgrad mit dem jeweils vorgeschriebenen Arzneiträger zu po­tenzieren. Werden flüssige Verdünnun­gen nach Vorschrift 51 zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 51 tragen in der Bezeichnung den Zusatz „ferm 51″; das gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen.
    Lagerung
    Vor Licht geschützt, dicht verschlossen; die Urtinktur unterhalb von 15 °C.

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 52 1

    Vorschrift 52: Urtinkturen aus einem Destillat und deren flüssige Verdünnungen Potenzierung
    Die 1. Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    1 Teil Urtinktur und
    9 Teilen Ethanol 15 % (m/m)
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 52 tragen in der Bezeichnung den Zusatz „destilla-ta”; das Gleiche gilt für die daraus hergestellten Darreichungsformen. 1-E
    r Urtinkturen nach Vorschrift 52 werden aus frischen Pflanzen oder Pflanzenteilen nach dem nachstehend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Das Pflanzenmaterial wird grob ge­schnitten und angequetscht. 100 Teile Pflanzenmasse werden mit 8 Teilen Ethanol 86 % (m/m) Übergossen. Der Ansatz bleibt mindestens 24 h lang im geschlossenen Gefäß stehen und wird anschließend der Wasserdampfdestilla­tion unterworfen. Die Wasserdampfde­stillation wird beendet, wenn 50 Teile Destillat erhalten worden sind.
    Die Urtinktur wird aus 1 Teil Destillat und 1 Teil Ethanol 15 % (m/m)
    hergestellt.

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 53 1

    Vorschrift 53: Fermentierte Urtinkturen und deren flüssige Verdünnungen Potenzierung
    Die 1. Dezimalverdünnung (Dl) wird aus
    3 Teilen Urtinktur und
    7 Teilen Ethanol 30 % (m/m),
    die 2. Dezimalverdünnung (D 2) aus 1 Teil der 1. Dezimalverdünnung und 9 Teilen Ethanol 15 % (m/m)
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 53 tra­gen in der Bezeichnung den Zusatz „ferm 53″. tri X
    Urtinkturen nach Vorschrift 53 werden aus frischen Pflanzen oder Pflanzenteilen nach dem nachstehend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Die Pflanze oder die Pflanzenteile wer­den fein zerkleinert. 1 Teil der Pflanzenmasse wird mit 1 Teil Gereinigtem Wasser versetzt. Der Ansatz wird unter Luftabschluß bei einer Temperatur von 20 bis 24 °C einer Gärung ausgesetzt. Die Gärung ist beendet, wenn der pH-Wert der Gärflüssigkeit auf 4 bis 5 abgesunken ist. Danach wird abgepreßt und die Preßflüssigkeit gewogen. Die Preßflüssigkeit entspricht 2 Teilen und wird mit 1 Teil eines Gemisches aus 0,95 Teilen Ethanol 94 % (m/m) und 0,05 Teilen Gereinigtem Wasser gemischt. Diese Mischung ist die Urtinktur.

    HAB 2003

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 54 1/2

    Vorschrift 54a: Spagyrische Urtinkturen nach Glückselig und deren flüssige Verdünnungen
    Urtinkturen nach Vorschrift 54a werden aus frischen Pflanzenteilen oder Drogen nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    1 Teil zerkleinerte Pflanzenteile oder Droge wird mit 10 Teilen des vorge­schriebenen, im Abschnitt „Arzneiträger und Hilfsstoffe” (H 5.3) aufgeführten Ethanol-Wasser-Gemischs versetzt. Der Ansatz wird 6 Wochen lang bei Raumtemperatur mazeriert, anschließend abgepresst und nach weiteren 5 bis 7 Tagen filtriert. Das Filtrat wird einmal bis mehrmals destilliert, wobei nach jeder Destillation das Destillat mit dem Rückstand vereinigt wird. Eine Destillation gilt als beendet, wenn aus 10 Teilen der im Destillationsgefäß zu Beginn der jeweiligen Destillation vorhandenen Mischung 9 Teile Destillat erhalten worden sind. Die Anzahl der Destillationen wird jeweils vorgeschrieben.
    Nach Beendigung der letzten Destilla­tion wird das Destillat mit dem Rück­stand gemischt und diese Mischung filtriert. Das Filtrat ist die Urtinktur.
    Potenzierung
    Die Urtinktur entspricht der 1. Dezimalverdünnung (0 = D 1).
    Die 2. Dezimalverdünnung (D 2) wird aus
    1 Teil Urtinktur (D 1) und 9 Teilen Ethanol gleicher Konzentration,
    die 3. Dezimalverdünnung (D3) wird aus
    1 Teil der 2. Dezimalverdünnung und 9 Teilen Ethanol gleicher Konzentration hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 54a tragen in der Bezeichnung den Zusatz „spag. Glückselig”.
    Vorschrift 54b: Spagyrische Urtinkturen nach Glückselig und deren flüssige Verdünnungen
    Urtinkturen nach Vorschrift 54b werden aus Ausgangsstoffen oder deren Mischungen und einem flüssigen Arzneiträger nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Sofern nicht anders vorgeschrieben, wird 1 Teil Ausgangsstoff in 99 Teilen flüssigem Arzneiträger gelöst oder disper-giert. Als Arzneiträger werden Gereinigtes Wasser, Säuren und die im Abschnitt „Arzneiträger und Hilfsstoffe” (H 5.3) aufgeführten Ethanol-Wasser-Gemische verwendet. Die Lösung beziehungsweise Mischung wird gegebenenfalls vorbe­handelt und anschließend einmal bis mehrmals destilliert, wobei nach jeder Destillation mit Ausnahme der letzten das Destillat mit dem Rückstand verei­nigt wird. Eine Destillation gilt als beendet, wenn aus 100 Teilen der im Destillationsgefäß zu Beginn der jeweiligen Destillation vorhandenen Lösung beziehungsweise Mischung 80 beziehungsweise 90 Teile Destillat erhalten worden sind. Die Anzahl der Destillationen und die Menge an Destillat wird jeweils vorgeschrieben.
    Das Destillat aus der letzten Destillation ist die Urtinktur.

    HAB 2005

    2/2 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 54

    Potenzierung
    Die Urtinktur entspricht der 2. Dezimalverdünnung (0 – D 2).
    Die 3. Dezimal Verdünnung (D 3) wird aus
    1 Teil Urtinktur (D 2) und
    9 Teilen eines im Abschnitt „Arznei­träger und Hilfsstoffe” (H 5.3) aufgeführten Ethanol-Wasser-Ge-mischs,
    die 4. Dezimalverdünnung (D 4) aus 1 Teil der 3. Dezimalverdünnung und 9 Teilen eines im Abschnitt „Arznei­träger und Hilfsstoffe” (H 5.3) auf­geführten Ethanol-Wasser-Gemischs
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 54b tragen in der Bezeichnung den Zusatz „spag. Glückselig”. 1 Teil zerkleinerte Pflanzenteile oder Droge wird mit 10 Teilen des vorge­schriebenen, im Abschnitt „Arzneiträger und Hilfsstoffe” (H 5.3) aufgeführten Ethanol-Wasser-Gemisch versetzt. Der Ansatz wird sechs Wochen lang bei Raumtemperatur mazeriert, anschließend abgepresst und nach weiteren fünf bis sieben Tagen filtriert. Das Filtrat ist die Urtinktur.
    Potenzierung
    Die Urtinktur entspricht der 1. Dezimalverdünnung (0 = D1).
    Die 2. Dezimalverdünnung (D 2) wird aus
    1 Teil Urtinktur (D 1) und 9 Teilen Ethanol gleicher Konzentration,
    die 3. Dezimalverdünnung (D 3) aus 1 Teil der 2. Dezimalverdünnung und 9 Teilen Ethanol gleicher Konzentra­tion
    hergestellt. Entsprechend wird bei den folgenden Verdünnungen verfahren.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 54c tragen in der Bezeichnung den Zusatz „Glückselig”.
    Vorschrift 54c: Urtinkturen nach Glückselig und deren flüssige Verdünnungen
    Urtinkturen nach Vorschrift 54c werden aus frischen Pflanzenteilen oder Drogen nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.

    HAB 2005

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 55 l/l

    Vorschrift 55:
    Vi
    S
    0) iken
    B J=
    “3
    f =

    X

    -nicht belegt-

    vi

    HAB 2005

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 56 1/5

    Vorschrift 56a-f: Spagyrische Urtinkturen nach von Bernus Tabelle 1

    Teile Ethanol 94% (mim) Teile Gerei­nigtes Wasser Vorschrift
    100 900 56a
    210 790 56b
    250 750 56c
    317 683 56d
    455 545 56e
    580 420 56f

    r Urtinkturen nach den Vorschriften 56a-f werden aus getrockneten Pflanzen oder Pflanzenteilen oder aus Mischungen getrockneter Pflanzen oder Pflanzenteile nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    1. Herstellungsstufe: Einmalig durchzuführende Herstellung eines Destillats zur Initiierung eines fortlaufenden Herstellungskreislaufs
    Die vorgeschriebene Menge Droge be­ziehungsweise Drogenmischung mit dem vorgegebenen Zerkleinerungsgrad wird in einem geeigneten Gefäß mit der vorgeschriebenen Menge Ethanol 94% (m/m) und Gereinigtem Wasser (siehe Tabelle 1) versetzt, wobei gegebenenfalls der Ethanolgehalt beziehungsweise der Wassergehalt der zuzusetzenden homöopathischen Dilutionen zu berücksichtigen ist. Dem Ansatz werden die in speziellen Vorschriften nach Art und Menge angegebenen mineralischen Bestandteile und/oder homöopathischen Dilutionen hinzugefügt. Dieser Uransatz wird 7 Tage lang bei einer Temperatur von 37 °C mazeriert und dabei 2-mal täglich gerührt. Nach dieser Zeit wird der Uransatz einen Tag lang bei Raumtemperatur verschlossen stehen gelassen. Danach wird er koliert und die erhaltene Flüssigkeit verworfen.
    Der verbliebene Drogenrückstand wird sofort in ein Destillationsgefäß überführt und mit der in der speziellen Vorschrift vorgeschriebenen Menge Gereinigtem Wasser Übergossen. Die Mischung wird zum Sieden erhitzt und mit einer Destillationsgeschwindigkeit von etwa 100 ml je Stunde so lange destilliert, bis die in Tabelle 2 vorgeschriebene Menge Destillat erhalten wird.
    Werden dem Ansatz ethanolhaltige homöopathische Dilutionen hinzuge­fügt, so ist die für den Uransatz erforderliche Ethanolmenge entsprechend zu reduzieren. Die wässrigen Anteile sind bei der Wassermenge zu berücksichtigen.
    2. Herstellungsstufe: Fortlaufender Herstellungskreislauf, 1. Teil
    Das Destillat wird sofort mit der in Ta­belle 2 angegebenen Menge Ethanol 94% (m/m) versetzt, wobei gegebenen­falls die Ethanolmenge des Destillates und/oder der Ethanolgehalt beziehungsweise der Wassergehalt der zuzusetzenden homöopathischen Dilutionen zu berücksichtigen ist. Diese Mischung ist das Extraktionsmedium.
    Dieses Extraktionsmedium wird in einem geeigneten Gefäß mit neuer Droge beziehungsweise Drogenmischung, die in Art und Menge der in der ersten Her­stellungsstufe verwendeten entspricht, gemischt. Dem Ansatz werden die in speziellen Vorschriften angegebenen mineralischen Bestandteile und/oder ho­möopathischen Dilutionen hinzugefügt, die in Art und Menge mit den in der ersten Herstellungsstufe verwendeten identisch sind. Der Ansatz wird 7 Tage lang bei einer Temperatur von 37 °C mazeriert und dabei 2-mal täglich gerührt. Nach dieser Zeit wird der Ansatz einen Tag lang bei Raumtemperatur verschlos-

    HAB 2006

    2/5 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 56

    sen stehen gelassen. Danach wird er ko-liert und filtriert. Das Filtrat ist die Urtinktur.
    Der verbliebene Drogenrückstand wird für die 3. Herstellungsstufe verwendet. Herstellung einer neuen Charge Urtinktur.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach den Vorschriften 56a-f tragen in der Bezeichnung den Zusatz „spag. von Bernus”, wobei die Nummer der jeweils zutreffenden Vorschrift angefügt wird.
    Tabelle 2

    Teile Ethanol
    94% (m/m) Teile zu gewin­nendes Destillat Ethanol-gehalt im End­produkt Vor­schrift
    100 900 9,5% (m/m) 56a
    210 790 20% (m/m) 56b
    250 750 24% (m/m) 56c
    317 683 30% (m/m) 56d
    455 545 43% (m/m) 56e
    580 420 55% (m/m) 56f

    Vorschrift 56g: Spagyrische antimondestillathaltige Mischungen nach von Bernus
    Mischungen nach Vorschrift 56g werden aus einem oder zwei spagyrischen Antimondestillaten nach von Bernus nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Die vorgeschriebene Menge spagyri-sches Antimondestillat B nach von Bernus wird in einem geeigneten Gefäß, falls erforderlich, mit der vorgeschriebenen Menge Gereinigtem Wasser versetzt. Dem Ansatz werden die in speziellen Vorschriften nach Art und Menge angegebenen mineralischen Bestandteile und/oder homöopathischen Dilutionen und gegebenenfalls die vorgeschriebene Menge spagyrisches Antimondestillat A nach von Bernus hinzugefügt. Diese Mischung wird, wenn nicht anders angegeben, 7 Tage lang bei einer Temperatur von 37 °C verschlossen stehen gelassen und dabei 2-mal täglich gerührt. Die Mischung wird nach dieser Zeit einen weiteren Tag bei Raumtemperatur verschlossen stehen gelassen und danach filtriert. Das Filtrat ist die spagyrische anti­mondestillathaltige Mischung.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 56g tragen in der Bezeichnung den Zusatz „spag. von Bernus 56g”.
    Der Ethanolgehalt des Destillats und der eventuell zugesetzten ethanolhaltigen homöopathischen Dilutionen werden von der in Tabelle 2 angegebenen Etha-nolmenge abgezogen, um den vorgeschriebenen Ethanolgehalt im Endprodukt zu erhalten. Die wässrigen Anteile sind bei der Destillatmenge zu berück­sichtigen.
    3. Herstellungsstufe: Fortlaufender Herstellungskreislauf, 2. Teil
    Der verbliebene Drogenrückstand aus der 2. Herstellungsstufe wird sofort in ein Destillationsgefäß überführt und mit der in der speziellen Vorschrift vorgeschriebenen Menge Gereinigtem Wasser Übergossen. Die Mischung wird zum Sieden erhitzt und mit einer Destillationsgeschwindigkeit von etwa 100 ml je Stunde so lange destilliert, bis die in Tabelle 2 vorgeschriebene Menge Destillat erhalten wird. Das Destillat wird sofort mit der notwendigen Menge Ethanol 94 % (mim) versetzt. Anschließend wird es wie unter „2. Herstellungsstufe” be­schrieben weiterbehandelt und dient zur

    HAB 2006

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 56 3/5

    Vorschrift 56h: Spagyrische Mischungen nach von Bernus
    Mischungen nach Vorschrift 56h werden aus Mischungen getrockneter Pflanzen oder Pflanzenteile nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    1. Herstellungsstufe: Einmalig durchzuführende Herstellung eines Destillats zur Initiierung eines fortlaufenden Herstellungskreislaufs
    Die vorgeschriebene Menge Drogenmi­schung mit dem vorgegebenen Zerklei­nerungsgrad wird in einem Destillationsgefäß mit der vorgeschriebenen Menge Gereinigtem Wasser versetzt. Die Mischung wird zum Sieden erhitzt und mit einer Destillationsgeschwindigkeit von etwa 100 ml je Stunde so lange destilliert, bis die vorgeschriebene Menge De­stillat erhalten wird. Das Destillat wird verworfen.
    Der verbliebene Drogenrückstand wird sofort mit der in der speziellen Vorschrift vorgeschriebenen Menge Gereinigtem Wasser Übergossen. Die Mischung wird zum Sieden erhitzt und mit einer Destillationsgeschwindigkeit von etwa 100 ml je Stunde so lange destilliert, bis die vorgeschriebene Menge De­stillat (II) erhalten wird.
    2. Herstellungsstufe: Fortlaufender Herstellungskreislauf, 1. Teil
    Das Destillat (II) ist das Extraktionsmedium.
    Dieses Extraktionsmedium wird so­fort in einem Destillationsgefäß mit neuer Drogenmischung, die in Bezug auf Art und Menge der in der ersten Herstellungsstufe verwendeten entspricht, gemischt. Die Mischung wird zum Sieden erhitzt und mit einer Destillations- geschwindigkeit von etwa 100 ml je Stunde so lange destilliert, bis die vorgeschriebene Menge Destillat (I) erhalten wird.
    Der verbliebene Drogenrückstand wird für die 3. Herstellungsstufe verwendet.
    Dem Destillat (I) werden sofort die in speziellen Vorschriften angegebenen mineralischen Bestandteile und homöopathischen Dilutionen sowie die vorgeschriebene Menge Ethanol hinzugefügt. Der Ansatz wird 7 Tage lang bei einer Temperatur von 37 °C verschlossen stehen gelassen und dabei 2-mal täglich gerührt. Nach dieser Zeit wird der Ansatz einen Tag lang bei Raumtemperatur verschlossen stehen gelassen. Danach wird er filtriert. Das Filtrat ist die spagyrische Mischung.
    3. Herstellungsstufe: Fortlaufender Herstellungskreislauf, 2. Teil
    Der verbliebene Drogenrückstand aus der 2. Herstellungsstufe wird sofort in ein Destillationsgefäß überführt und mit der in der speziellen Vorschrift vorgeschriebenen Menge Gereinigtem Wasser Übergossen. Die Mischung wird zum Sieden erhitzt und mit einer Destillationsgeschwindigkeit von etwa 100 ml je Stunde so lange destilliert, bis die vorgeschriebene Menge Destillat (II) erhalten wird. Das Destillat wird wie unter „2. Her­stellungsstufe” beschrieben weiterbe­handelt und dient zur Herstellung einer neuen Charge spagyrische Mischung.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 56h tragen in der Bezeichnung den Zusatz „spag. von Bernus 56h”.

    HAB 2006

    4/5 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 56

    Vorschriften 56i-j: Spagyrische Urtinkturen nach von Bernus und deren flüssige Verdünnungen
    Urtinkturen nach den Vorschriften 56i-j werden aus getrockneten Pflanzen oder Pflanzenteilen nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    1. Herstellungsstufe: Einmalig durchzuführende Herstellung eines Destillats zur Initiierung eines fortlaufenden Herstellungskreislaufs
    Die vorgeschriebene Menge Droge mit dem vorgegebenen Zerkleinerungsgrad wird in einem geeigneten Gefäß mit der vorgeschriebenen Menge Ethanol 94% (m/m) und Gereinigtem Wasser (siehe Tabelle 1) versetzt, wobei gegebenenfalls der Wassergehalt der zuzusetzenden kolloidalen Kupferlösung zu berücksichtigen ist. Dem Ansatz wird gegebenenfalls die in der speziellen Vorschrift nach Art und Menge angegebene kolloidale Kupferlösung hinzugefügt. Dieser Uransatz wird 7 Tage lang bei einer Temperatur von 37 °C mazeriert und dabei 2-mal täglich gerührt. Nach dieser Zeit wird der Uransatz einen Tag lang bei Raumtemperatur verschlossen stehen gelassen. Danach wird er koliert, der Drogenrückstand 3,5 h lang abtropfen gelassen und die erhaltene Flüssigkeit verworfen.
    Der verbliebene Drogenrückstand wird sofort in ein Destillationsgefäß überführt und mit der in der speziellen Vorschrift vorgeschriebenen Menge Gereinigtem Wasser Übergossen. Die Mischung wird zum Sieden erhitzt und mit einer Destillationsgeschwindigkeit von etwa 100 ml je Stunde so lange destilliert, bis die in Tabelle 2 vorgeschriebene Menge Destillat erhalten wird. Tabelle 1

    Teile Ethanol 94% (mim) Teile Gereinig­tes Wasser Vorschrift
    100 900 56i
    317 683 56j

    Wird dem Ansatz kolloidale Kupferlö­sung hinzugefügt, so ist die für den Uransatz erforderliche Wassermenge entsprechend zu reduzieren.
    2. Herstellungsstufe: Fortlaufender Herstellungskreislauf, 1. Teil
    Das Destillat wird sofort mit der in Ta­belle 2 angegebenen Menge Ethanol 94% (m/m) versetzt, wobei gegebenen­falls die Ethanolmenge des Destillates beziehungsweise die Wassermenge der kolloidalen Kupferlösung zu berücksichtigen ist. Diese Mischung ist das Extraktionsmedium.
    Dieses Extraktionsmedium wird in einem geeigneten Gefäß mit neuer Droge, die in Bezug auf Art und Menge der in der ersten Herstellungsstufe verwendeten entspricht, gemischt. Dem Ansatz wird gegebenenfalls die in der speziellen Vorschrift angegebene kolloidale Kupferlösung hinzugefügt, welche in Art und Menge mit der in der ersten Herstellungsstufe verwendeten identisch ist. Der Ansatz wird 7 Tage lang bei einer Temperatur von 37 °C mazeriert und dabei 2-mal täglich gerührt. Nach dieser Zeit wird der Ansatz einen Tag bei Raumtemperatur verschlossen stehen gelassen. Danach wird er koliert und filtriert. Das Filtrat ist die Urtinktur.
    Der verbliebene Drogenrückstand wird für die 3. Herstellungsstufe verwendet.

    HAB 2006

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 56 5/5

    Tabelle 2 gegebenen mineralischen Bestandteile sowie Ethanol und Gereinigtes Wasser hinzugefügt. Dieser Ansatz wird 3 Tage lang bei Raumtemperatur verschlossen und vor Licht geschützt stehen gelassen und dabei einmal täglich gerührt. Da­nach wird er filtriert. Das Filtrat ist die flüssige spagyrische Verdünnung nach von Bernus.
    3. Herstellungsstufe: Fortlaufender Herstellungskreislauf, 2. Teil
    Der verbliebene Drogenrückstand aus der 2. Herstellungsstufe wird sofort in ein Destillationsgefäß überführt und mit der in der speziellen Vorschrift vorgeschriebenen Menge Gereinigtem Wasser Übergossen. Die Mischung wird zum Sieden erhitzt und mit einer Destillationsgeschwindigkeit von etwa 100 ml je Stunde so lange destilliert, bis die in Tabelle 2 vorgeschriebene Menge Destillat erhalten wird. Das Destillat wird sofort mit der notwendigen Menge Ethanol 94 % (mim) versetzt. Anschließend wird es wie unter „2. Herstellungsstufe” be­schrieben weiterbehandelt und dient zur Herstellung einer neuen Charge Urtinktur.
    Beschriftung
    Die Zubereitungen nach Vorschrift 56j dienen ausschließlich zur Herstellung von Zubereitungen nach Vorschrift 56a-f.
    Zubereitungen nach den Vorschriften 56i-j tragen in der Bezeichnung den Zusatz „spag. von Bernus 56i” beziehungsweise „spag. von Bernus 56j”. vi

    Teile Ethanol
    94% (mim) Teile zu gewin­nendes Destillat Ethanol­gehalt im End­produkt Vor­schrift
    100 900 9,5 % (mim) 56i
    317 683 30% (m/m) 56j

    Der Ethanolgehalt des Destillats wird von der in Tabelle 2 angegebenen Ethanolmenge abgezogen, um den vorgeschriebenen Ethanolgehalt im Endprodukt zu erhalten. Die Wassermenge der kolloidalen Kupferlösung ist bei der De­stillatmenge zu berücksichtigen.
    Potenzierung
    Die Urtinktur entspricht der 1. Dezimalverdünnung (0 = D 1).
    Die 2. Dezimalverdünnung (D 2) wird aus
    1 Teil Urtinktur (D1) und 9 Teilen Gereinigtem Wasser
    die 3. Dezimalverdünnung (D 3) aus 1 Teil der 2. Dezimalverdünnung und 9 Teilen Gereinigtem Wasser
    die 4. Dezimalverdünnung (D 4) aus 1 Teil der 3. Dezimalverdünnung und 9 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt.
    Weiterverarbeitung der 4. Dezimalver­dünnung nach Vorschrift 56i:
    Der 4. Dezimalverdünnung (D 4) nach Vorschrift 56i werden die in der speziellen Vorschrift nach Art und Menge an-

    HAB 2006

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 57 l/l

    Vorschrift 57: Flüssige paraffinige Auszüge peratur gehalten. Danach wird sie abgepresst und die Flüssigkeit filtriert.
    Zubereitungen nach Vorschrift 57 müssen der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Beschriftung
    Zubereitungen nach Vorschrift 57 tragen in der Bezeichnung den Zusatz „Paraffi-num liquidum” und dürfen nur zur Herstellung von halbfesten Zubereitungen zur Anwendung am Auge verwendet werden.
    Lagerung
    Vor Licht geschützt, dicht verschlossen.
    Flüssige paraffinige Auszüge nach Vor­schrift 57 sind Paraffinauszüge zur Herstellung von halbfesten Zubereitungen zur Anwendung am Auge. Sie werden aus 1 Teil getrockneter Pflanzen oder Pflanzenteile und 10 Teilen dickflüssi­gem Paraffin nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    1 Teil zerkleinerte Droge wird mit 0,25 Teilen Ethanol 94 % (m/m) durch­feuchtet. Der Ansatz bleibt etwa 12 h lang stehen und wird danach mit 10 Teilen dickflüssigem Paraffin vermischt. Die Mischung wird auf 60 bis 70 °C erwärmt und etwa 4 h lang auf dieser Tem-

    HAB 2005

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 58 1/3

    Vorschrift 58a: Antigen-Urtinkturen nach Spengler und deren flüssige Verdünnungen den jeweiligen Urtinkturen nach Vor­schrift 58b sowie • zum gemeinsamen Potenzieren mit anderen Urtinkturen nach Vorschrift 58a.
    Potenzierung
    Das gemeinsame Potenzieren erfolgt jeweils als Dezimalverdünnung, wobei jede Potenzstufe aus
    1 Teil Mischung und
    9 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt wird.
    Werden Zubereitungen nach Vorschrift 58a zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Allen oben angegebenen gemeinsam potenzierten Mischungen werden nach dem letzten Potenzieren jeweils 0,12 mg Thymol und, falls erforderlich, 0,001 oder 0,005 g Salzsäure (250 g-1-1) je Gramm gemeinsam potenzierter Mischung zugesetzt.
    Beschriftung
    Urtinkturen nach Vorschrift 58a tragen in der Bezeichnung den Zusatz „Antigen-Urtinktur nach Spengler”.
    Sämtliche arzneilich wirksamen Be­standteile der gemeinsam potenzierten Mischungen tragen in der Bezeichnung den Zusatz „Spengler ad usum exter-num”. Die gemeinsam potenzierten Mischungen dürfen nicht innerlich verwendet werden.
    Urtinkturen nach Vorschrift 58a werden aus abgetöteten Kulturen von geeigneten Bakterien oder Protozoen oder aus inaktivierten Influenza-Virus-Präparationen nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Die Kultur wird auf 107 Mikroorganismen (KBE) je Gramm beziehungsweise die Influenza-Virus-Präparation wird auf einen bestimmten Titer (ZKID5(/ml oder HA Unit) eingestellt. 4 Teile (V/V) der Kultur beziehungsweise der Viruspräparation werden mit 1 Teil (V/V) einer Lösung von Natriumhydroxid (1 mol-1-1) in Gereinigtem Wasser versetzt und bei 133 °C sterilisiert (H 5.2.5). Nach dem Erkalten wird die Mischung mit einer Lösung von Salzsäure (1 mol-1-1) in Gereinigtem Wasser auf einen pH-Wert von 7,0 eingestellt. Diese Mischung ist die Urtinktur.
    Die Urtinktur muss der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Die Urtinktur entspricht der 1. Dezimalverdünnung (0 = D 1).
    Urtinkturen nach Vorschrift 58a dürfen nicht einzeln weiterpotenziert werden; sie dienen ausschließlich
    • zur Immunisierung weiblicher Kanin­chen bei der Herstellung von Urtinkturen nach Vorschrift 58b,
    • zum gemeinsamen Potenzieren mit der jeweiligen Urtinktur nach Vor­schrift 58b,
    • zum gemeinsamen Potenzieren mit der jeweiligen Urtinktur nach Vor­schrift 58b und weiteren Urtinkturen nach Vorschrift 58a zusammen mit

    HAB 2005

    2/3 5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 58

    Vorschrift 58b: Antitoxin-Urtinkturen nach Spengler und deren flüssige Verdünnungen 30 min lang im Sieden gehalten. Dabei wird die Mischung auf etwa 900 ml eingeengt. Die noch heiße Mischung wird mit Natriumhydroxid-Lösung (50 g-kg-1) neutralisiert und mit einer Natriumcar-bonat-Decahydrat-Lösung (10 g-kg-1) auf einen pH-Wert von 8,0 eingestellt (Glaselektrode, gemessen bei etwa 60°C). Nach dem Erkalten wird die Mi­schung mit 10,0 ml Ethanol 94 % (mim) und 50,0 ml Glycerol 85 % versetzt, mit Wasser für Injektionszwecke auf 1000,0 ml aufgefüllt und gut geschüttelt. Diese Mischung ist die Urtinktur.
    Die Urtinktur entspricht der 1. Dezimalverdünnung (0 = D1).
    Urtinkturen nach Vorschrift 58b dürfen nicht einzeln weiterpotenziert werden; sie dienen ausschließlich
    • zum gemeinsamen Potenzieren mit der jeweiligen Urtinktur nach Vor­schrift 58a sowie
    • zum gemeinsamen Potenzieren mit der jeweiligen Urtinktur nach Vor­schrift 58a und weiteren Urtinkturen nach Vorschrift 58b zusammen mit den jeweiligen Urtinkturen nach Vorschrift 58a.
    Potenzierung
    Das gemeinsame Potenzieren erfolgt jeweils als Dezimalverdünnung, wobei jede Potenzstufe aus
    1 Teil Mischung und
    9 Teilen Gereinigtem Wasser
    hergestellt wird.
    Werden Zubereitungen nach Vorschrift 58b zur Weiterverarbeitung aufbewahrt, müssen sie der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    Allen oben angegebenen gemeinsam potenzierten Mischungen werden nach
    Urtinkturen nach Vorschrift 58b werden aus Blut von mit Urtinkturen nach Vorschrift 58a immunisierten weiblichen Kaninchen aus Beständen der Rasse New Zealand White (CRL.: KBL (NZW) BR) nach dem nachfolgend beschriebenen Verfahren hergestellt.
    Die für die Herstellung der Zuberei­tungen nach Vorschrift 58b vorgesehe­nen weiblichen Kaninchen dürfen aus­schließlich für die jeweilige Immunisie­rung verwendet werden, müssen etwa zwei Monate alt sein und ein Gewicht von etwa 1,8 kg haben. Die Haltung der Tiere erfolgt in Reinzuchträumen. Der Kontakt mit anderen Tieren ist auszuschließen. Die Immunisierung ist beendet, sobald spezifische Antikörper nachweisbar sind.
    Die sterile Entnahme des Blutes er­folgt durch einen Tierarzt am lebenden Kaninchen. 22,0 ml Blut werden unmittelbar nach der Entnahme in 88,0 ml Phenol-Milchsäure-Mischung (verflüssigtes Phenol (5 g-kg-1) und Milchsäure (5 g-kg”1) in Gereinigtem Wasser) aufge­nommen. Die Mischung wird 2 min lang leicht geschüttelt und nach Zugabe von weiteren 990,0 ml Phenol-Milchsäure-Mischung weitere 2 min lang leicht geschüttelt. 55,0 ml dieser Mischung werden mit 1045,0 ml Phenol-Milchsäure-Mischung versetzt und bei 133 °C sterilisiert (H 5.2.5). Diese sterilisierte Mischung muss der „Prüfung auf Sterilität” (2.6.1) des Europäischen Arzneibuchs entsprechen.
    1000,0 ml der wie vorstehend be­schrieben hergestellten sterilisierten Mischung werden mit 5,0 ml einer Lösung von Salzsäure (1 mol-l”‘) in Gereinigtem Wasser versetzt, zum Sieden erhitzt und

    HAB 2005

    5.4.4 Spezielle Herstellungsvorschriften, Vorschrift 58 3/3

    dem letzten Potenzieren jeweils 0,12 mg Thymol und, falls erforderlich, 0,001 oder 0,005 g Salzsäure (250 g-1″1) je Gramm gemeinsam potenzierter Mischung zugesetzt. Beschriftung
    Sämtliche arzneilich wirksamen Be­standteile der gemeinsam potenzierten Mischungen tragen in der Bezeichnung den Zusatz „Spengler ad usum externum”. Die gemeinsam potenzierten Mischungen dürfen nicht innerlich verwendet werden.

    HAB 2005

    ——————————————————————–
    [*/quote*]

Offener Brief zur Verantwortung der Apothekerkammern

Tuesday, February 11th, 2014

In der Presse finde ich den Offenen Brief leider nur auszugsweise wiedergegeben. Von einem der Unterzeichner wurde mir der Volltext freundlicherweise zur Verfügung gestellt, den ich hiermit veröffentliche:

    [*quote*]
    —————————————————
    10. Dezember 2013

    Offener Brief

    An den Präsidenten der Bundesapothekerkammer
    Herrn Dr. Kiefer
    und die Präsidentinnen und Präsidenten
    der Landesapothekerkammern

    Sehr geehrter Herr Präsident,
    lieber Herr Dr. Kiefer,
    sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

    mit großer Sorge sehen wir die Entwicklung, dass der für die Existenzberechtigung des deutschen Apothekenwesens essentielle Anspruch einer wissenschaftlich fundierten und von den wirtschaftlichen Interessen der Pharmaindustrie und Ärzte entkoppelten Arzneimittelversorgung inklusive einer sachgerechten Beratung der Patienten über ihre Arzneimitteltherapie zunehmend in den Hintergrund tritt.

    Wie berechtigt diese Sorge ist, zeigt exemplarisch eine aktuelle Fortbildungsveranstaltung der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern zum Thema “Schüßler-Salz-Salben”, die wie folgt beworben wird:

      “…alternative Heilmethoden werden auch in der Apotheke gerne angenommen. Die Anwendung von Schüßler?Salzen ist dabei ein Gebiet, welches bei entsprechendem Kenntnisstand in der Apotheke erfolgreich platziert werden kann. Zur Erweiterung oder Vertiefung Ihrer Kenntnisse wird in den kommenden Veranstaltungen der Blick auf Schüßler-Salz-Salben gerichtet. Wie können die Empfehlungen in der Apotheke rund um dieses Thema aussehen?”

    Als Referent dieser von der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern organisierten (und finanzierten?) Veranstaltungsreihe tritt ein Mitarbeiter des Unternehmens DHU auf, das Vertreiber von Schüßler-Salz-Salben ist.

    Es ist aus unserer Sicht dringend erforderlich, dass sich die Apothekerkammern wieder ihrer elementaren Aufgaben besinnen. Dazu gehört insbesondere die Pflicht, für die Qualität der Berufsausübung sowie die der Fort- und Weiterbildung zu sorgen. Eine als Fortbildung verbrämte und zertifizierte (!) Durchführung von Veranstaltungen von Unternehmen über die von diesen vertriebenen Produkte, für die es in diesem Fall – auch nach intensiver Recherche – keinen wissenschaftlich belegten Wirksamkeitsnachweis gibt, zum Zwecke der Mehrung des Apothekenumsatzes steht im Gegensatz zu dieser Aufgabe und letztendlich auch im Gegensatz zur Notwendigkeit eines wissenschaftlichen Apothekerstandes.

    In tiefer Sorge um die Zukunft unseres Berufsstandes fordern wir Sie, lieber Herr Kollege Dr. Kiefer, sowie die verantwortlichen Kolleginnen und Kollegen der Landesapothekerkammern daher auf, den beschriebenen Tendenzen umgehend effektiv entgegen zu wirken.

    Unterzeichner:

    Prof. Dr. Bernd Clement
    Prof. Dr. Theodor Dingermann
    Prof. Dr. Ulrike Holzgrabe
    Prof. Dr. Dres. h.c. Ernst Mutschler
    Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz
    Prof. Dr. Dieter Steinhilber
    Prof. Dr. Angelika Vollmar
    Prof. Dr. Werner Weitschies
    —————————————————
    [*/quote*]

“Der Beklagte wird verurteilt, es zu unterlassen,”

Sunday, January 26th, 2014

Ein außergewöhnlich interessantes Urteil fällte das Landgericht Bielefeld mit Datum 27.8.2013, Aktenzeichen 15 O 59/13, in Sachen Bach-Blüten-Produkte.

Edward Bach, ein Psychopath vom Anfang des 20. Jahrhunderts, behauptete eine Menge idiotischer ideen, darunter jene, daß Krankheiten durch Konflikte ausgelöst würden. Einer seiner Abkupferer, der kriminelle Psychopath Ryke Geerd Hamer, hat mit dieser Idee hunderte Menschen einen extremst qualvollen Tod sterben lassen, siehe http://www.todessekte.de

Andere Ausbeuter der Ideen Bachs verkaufen aus Blüten gewonnene Tinkturen, denen sie Wirkung gegen Krankheiten andichten. Besonders perfide ist, daß solche Mittel auch über Apotheken verkauft werden.

Der Fall vor dem Landgericht Bielefeld betrifft eine Apotheke, die die Tinkturen aus Großbritannien bezog von einer Firma, deren Namen im Urteil leider mit “B.” anonymisiert wurde.

In seinem Urteil sagt das Gericht im wesentlichen aus, daß ein Mittel, das mit gesundheitsbezogenen Tatsachenbehauptungen beworben wird, diese auch nachweislich haben muß.

Bach-Blüten-Produkte werden als Nahrungsmittel verkauft, weshalb gesundheitsbezogenen Aussagen verboten sind. Ferner sind für die Bach-Blüten-Produkte keine Nachweise einer Wirkung erbracht worden.

Würde dieses Urteil konsequent umgesetzt für alle Verkäufer, dürfte kein einziger von ihnen die Bach-Blüten-Produkte verkaufen.

    http://www.justiz.nrw.de/nrwe/lgs/bielefeld/lg_bielefeld/j2013/15_O_59_13_Urteil_20130827.html

    [*quote*]
    ——————————————————————-
    Landgericht Bielefeld, 15 O 59/13
    Datum:
    27.08.2013
    Gericht:
    Landgericht Bielefeld
    Spruchkörper:
    6. Kammer für Handelssachen
    Entscheidungsart:
    Urteil
    Aktenzeichen:
    15 O 59/13

    Tenor:

    I.

    Der Beklagte wird verurteilt, es zu unterlassen, im geschäftlichen Verkehr zu werben:

    1. für Bachblüten-Produkte:

    „Gelassen und stark durch den Tag“
    RESCUE® – Die Original Bach®-Blütenmischung!
    Der Engländer Edward Bach konzipierte die bekannte Original
    RESCUE®-Mischung aus fünf Originalessenzen in den 30er Jahren
    des letzten Jahrhunderts. Original RESCUE® wird heute von Ver-
    brauchern in über 45 Ländern in emotional aufregenden Situationen
    wie z.B. einer Flugreise, einer Prüfung, einem Zahnarzttermin …
    verwendet“,

    2. für „Original Rescue Tropfen“:

    „… wird gerne in emotional aufregenden Situationen, z.B. im Job
    verwendet“,

    3. für „Original Bach Blütenessenzen“:

    … können uns unterstützen, emotionalen Herausforderungen zu
    begegnen“;

    sofern dies jeweils geschieht, wie aus der Werbung gemäß Anlage K 1
    ersichtlich.

    II.

    Dem Beklagten wird für jeden Fall der Zuwiderhandlung Ordnungsgeld und für den Fall, dass dieses nicht beigetrieben werden kann, Ordnungshaft, oder Ordnungshaft bis zu sechs Monaten angedroht, wobei das einzelne Ordnungsgeld den Betrag von 250.000,00 € und die Ordnungshaft insgesamt zwei Jahre nicht übersteigen darf.

    III.

    Der Beklagte trägt die Kosten des Rechtsstreits; die Streithelferin trägt die ihr entstandenen Kosten selbst.

    IV.

    Das Urteil ist wegen der Unterlassungsverpflichtung vorläufig vollstreckbar gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 30.000,00 €, im übrigen gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 110 % des jeweils zu vollstreckenden Betrages.

    1

    T a t b e s t a n d
    2

    Der Kläger ist ein eingetragener Verein, zu dessen satzungsmäßigen Aufgaben die Wahrung der gewerblichen Interessen seiner Mitglieder gehört, insbesondere auch die Achtung darauf, dass die Regeln des lauteren Wettbewerbs eingehalten werden. Der Beklagte ist Apotheker; er führt eine Apotheke in S. und betreibt zugleich unter der Bezeichnung p.apotheke eine Versandapotheke.
    3

    Anfang Dezember 2012 warb der Antragsgegner für ausgewählte von ihm in seiner Versandapotheke angebotene Mittel, so auch für verschiedene Bach-Blütenprodukte, wie aus der nachfolgend beigehefteten Anlage K 1 ersichtlich.
    4

    Der Kläger mahnte den Beklagten deswegen (und wegen anderer Punkte, die nicht Gegenstand des vorliegenden Rechtsstreits sind) mit Schreiben vom 04.12.2012 ab und machte dabei u.a. geltend, die Werbung für die angepriesenen Bach-Blütenprodukte sei zur Täuschung geeignet, da von den Mitteln keinerlei Wirkung ausgehe. Der Beklagte kam der Aufforderung zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung jedoch nicht nach. Mit der vorliegenden Klage verfolgt der Kläger sein Unterlassungsbegehren wegen der aus dem Urteilstenor ersichtlichen drei Aussagen weiter.
    5

    Der Beklagte hatte die von ihm beworbenen Bach-Blütenprodukte von seiner Streithelferin bezogen. Die Streithelferin wiederum ist als deutsche Tochtergesellschaft der B. & Co. Limited aus England und Schwestergesellschaft der B. Ltd. -der Herstellerin der Original Bach-Blütenprodukte- das deutsche Vertriebsunternehmen für die genannten Produkte, die in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts von dem englischen Arzt Dr. Edward Bach aus den Blüten wildwachsender Pflanzen und Bäume entwickelt wurden. Blüten werden dabei in reinem Wasser angesetzt; auf diese Weise sollen die Blüten ihre Kraft auf das Wasser übertragen. Dr. Bach entwickelte –so die Darstellung der Streithelferin- die nach ihm benannten Blütenprodukte, um auf das „spirituelle Selbst“ des Menschen einzuwirken zwecks Harmonisierung negativer Gedanken und Gefühle, also als Hilfestellung bei seelischen, spirituellen Nöten. In einem von Dr. Bach 1931 herausgegebenen und 2005 neu aufgelegten Buch mit dem Titel „Heal Thyself“ heißt es (frei übersetzt):

    6 Es ist nicht der Zweck dieses Buchs, den Eindruck zu erwecken, die
    7 Heilkunst sei nicht notwendig; eine solche Absicht liegt ihm völlig fern;
    8 aber es besteht, bei aller Bescheidenheit, die Hoffnung, dass es Menschen,
    9 die leiden, als Wegweiser dient, in sich selbst die Ursachen ihrer Be-
    10 schwerden zu suchen, so dass sie ihre Heilung selbst fördern können.
    11

    Der Kläger wiederholt und vertieft seinen mit der Abmahnung eingenommenen Standpunkt; er macht geltend: Mit den angegriffenen Werbeaussagen verstoße der Antragsgegner gegen die Bestimmungen des § 11 Abs. 2 LFGB sowie der Art. 3; 5; 6 und 10 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel (im folgenden: HCVO). Denn den als Lebensmittel angebotenen Produkten würden Wirkungen zugeschrieben, die sie nicht hätten. Die beworbenen Bach-Blütenprodukte seien nicht in der Lage, Gelassenheit und Stärke in emotional aufregenden Situationen herbeizuführen. Wissenschaftlich gesicherte Anhaltspunkte für Wirkungen wie werblich beansprucht seien nicht vorhanden. Ohne solche Nachweise aber sei die Werbung unzulässig, zumal nicht lediglich das allgemeine Wohlbefinden angesprochen sei, sondern gesundheitlichen Beeinträchtigungen in bestimmten Situationen entgegengewirkt werden solle, so dass es sich um „gesundheitsbezogene Angaben“ im Sinne von Art. 2 Nr. 5 HCVO handele; nach der Rechtsprechung insbesondere des EuGH sei dieser Begriff weit auszulegen. Weiter trägt der Kläger vor: Auf jeden Fall sei die streitgegenständliche Werbung nach Art. 4 Abs. 3 HCVO unzulässig. Danach dürften Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent keine gesundheitsbezogenen Angaben enthalten. Dieser Grenzwert sei weit überschritten, zumal die Bach-Blütenprodukte –unstreitig- mit einem Alkoholgehalt von 27 Volumenprozent beworben würden. Vorsorglich stützt der Kläger sich auch auf § 11 Abs. 1 S. 2 LFGB; das nationale Recht sei im Rahmen der Übergangsregelungen in Art. 28 HCVO noch anwendbar.

    12

    Der Kläger beantragt,

    13 den Beklagten zu verurteilen, es bei Androhung der gesetzlichen Ordnungs-
    14 mittel zu unterlassen, im geschäftlichen Verkehr zu werben:
    15 für Bachblüten-Produkte: „Gelassen und stark durch den Tag“
    16 RESCUE® – Die Original Bach®-Blütenmischung!
    17 Der Engländer Edward Bach konzipierte die bekannte Original
    18 RESCUE®-Mischung aus fünf Originalessenzen in den 30er Jahren
    19 des letzten Jahrhunderts. Original RESCUE® wird heute von Ver-
    20 brauchern in über 45 Ländern in emotional aufregenden Situationen
    21 wie z.B. einer Flugreise, einer Prüfung, einem Zahnarzttermin …
    22 verwendet“,
    23 für „Original Rescue Tropfen“:
    24 „… wird gerne in emotional aufregenden Situationen, z.B. im Job
    25 verwendet“,
    26 für „Original Bach Blütenessenzen“:
    27 … können uns unterstützen, emotionalen Herausforderungen zu
    28 begegnen“;
    29 sofern dies jeweils geschieht, wie aus der Werbung gemäß Anlage K 1
    30 ersichtlich;

    31 hilfsweise
    32 den Beklagten nach dem vorstehend wiedergegebenen Hauptantrag zu
    33 verurteilen, sofern die Rescue Original Bachblütenmischungen und/oder
    34 Bachblüten-Essenzen einen Alkoholgehalt von 27 Volumenprozent auf-
    35 weisen.
    36

    Der Beklagte hat einen Antrag auf Klageabweisung angekündigt, sich zur Klageerwiderung auf die Ausführungen der Streithelferin bezogen und den Termin vom 27.08.2013 nicht wahrgenommen.
    37

    Die Streithelferin der Beklagten beantragt,
    38

    die Klage abzuweisen.
    39

    Sie ist der Auffassung, dass die angegriffenen Werbeaussagen nicht unzulässig seien; die Regelungen der HCVO seien schon deshalb nicht anwendbar, weil keine „gesundheitsbezogenen Angaben“ im Sinne von Art. 2 Nr. 5 HCVO vorlägen; mangels Gesundheitsbezugs sei auch kein Verstoß gegen § 11 Abs. 1 Nr. 2 LFGB gegeben. Dazu trägt die Streithelferin vor: Durch die vom Kläger herausgegriffenen Werbeaussagen werde lediglich das allgemeine Wohlbefinden angesprochen, nicht aber das gesundheitsbezogene Wohlbefinden. Das allgemeine Wohlbefinden aber falle nicht in den Anwendungsbereich von Art. 2 Nr. 5 HCVO. Dafür sei die Bezugnahme auf bestimmte körperliche Funktionen nötig; der Verweis auf das allgemeine emotionale Wohlbefinden reiche dafür nicht aus. Für den Durchschnittsverbraucher werde jedenfalls durch die streitgegenständlichen Aussagen nicht die Vorstellung ausgelöst, dass die Bach-Blütenprodukte besondere Eigenschaften hätten, die im Zusammenhang mit der Gesundheit stehen. Es werde lediglich die Erwartung geweckt, dass die beworbenen Produkte auf bestimmte alltägliche Emotionen zugeschnitten seien und ein Mittel lieferten, diese in Situationen wie den beispielhaft Genannten bewußt anzusprechen. Diese Erwartungen erfüllten die Bach-Blütenprodukte, sei es wegen der energetischen Eigenschaften, die ihnen Edward Bach zuschrieb, sei es wegen der Erinnerungs- und Appellfunktion, die ihr Verzehr mit sich bringe. Irreführende Wirkungsbehauptungen würden nicht aufgestellt.
    40

    Wegen der weiteren Einzelheiten des Vorbringens der Parteien und der Streithelferin wird auf die von ihnen gewechselten Schriftsätze nebst deren Anlagen verwiesen.
    41

    Entscheidungsgründe
    42

    Die Klage ist begründet.
    43

    Dem Kläger steht wegen der aus dem Tenor ersichtlichen drei Aussagen zu Bach-Blütenprodukten ein Unterlassungsanspruch gegen den Beklagten aus §§ 8 Abs. 1, Abs. 3 Nr. 2; 3; 4 Nr. 11 UWG in Verbindung mit Art. 10 HCVO zu. Die Entscheidung beruht nicht auf der Säumnis des Beklagten im Verhandlungstermin; durch ihr Auftreten im Termin hat die Streithelferin des Beklagten die Wirkungen der Säumnis (gegebenenfalls: Erlass eines Versäumnisurteils) des Beklagten abgewendet, § 67 ZPO. Im einzelnen ergibt sich folgendes:
    44
    45

    1 Die Anspruchsberechtigung des Klägers nach § 8 Abs. 3 Nr. 2 UWG steht ebenso außer Frage wie der Umstand, dass es sich bei der herangezogenen Vorschrift der HCVO um eine Marktverhaltensregelung im Sinne des § 4 Nr. 11 UWG handelt. Der Anwendungsbereich der HCVO ist eröffnet, weil die beworbenen Bach-Blütenprodukte Lebensmittel nach der maßgebenden Definition sind, vgl. Art. 2 Abs. 1a HCVO in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 der VO (EG) Nr. 178/2002; es geht um Stoffe, die dazu bestimmt sind, von Menschen aufgenommen zu werden.
    46

    2 Die Angaben, mit denen vorliegend die Bach-Blütenprodukte beworben worden sind, haben sich an der HCVO messen zu lassen, weil es sich um gesundheitsbezogene Angaben handelt. Nach der Legaldefinition in Art. 2 Nr. 5 HCVO ist „gesundheitsbezogene Angabe“ jede Angabe, mit der erklärt, suggeriert oder auch nur mittelbar zum Ausdruck gebracht wird, dass ein Zusammenhang zwischen einer Lebensmittelkategorie, einem Lebensmittel oder einem seiner Bestandteile einerseits und der Gesundheit andererseits besteht. Der Begriff des Zusammenhangs (im Sinne der genannten Vorschrift) ist dabei weit zu verstehen; daher erfaßt der Begriff „gesundheitsbezogene Angabe“ jeden Zusammenhang, der eine Verbesserung des Gesundheitszustands dank des Verzehrs des Lebensmittels impliziert (vgl. zuletzt BGH GRUR 2013, 958 –Vitalpilze, RN 10). Nach diesen Maßstäben ist der Gesundheitsbezug zu bejahen; die Bach-Blütenprodukte sollen geeignet sein, in emotional aufregenden/herausfordernden Situationen zu helfen, wobei die Situationen jedenfalls teilweise näher konkretisiert werden (Flugreise, Prüfung, Zahnarzttermin, Job). Anders als die Streithelferin des Beklagten meint ist damit nicht nur das allgemeine Wohlbefinden angesprochen; es wird Hilfe gegen Ängste und Belastungen versprochen.Soweit es sich, wie in anderem Zusammenhang noch näher auszuführen sein wird, um unspezifische Angaben im Sinne von Art. 10 Abs. 3 HCVO handeln sollte, steht das der Einstufung als gesundheitsbezogene Angabe im Sinne von § 2 Nr. 5 HCVO nicht entgegen; auch unspezifische Angaben mit Gesundheitsbezug sind gesundheitsbezogene Angaben nach Maßgabe der Regelungen der HCVO (vgl. BGH a.a.O., RN 11).
    47

    3 Nach Art. 10 Abs. 1 HCVO sind gesundheitsbezogene Angaben nur dann zulässig, wenn sie –erstens- den allgemeinen Anforderungen der Art. 3 bis 7 HCVO und –zweitens- den in Art. 10 bis 19 dieser Verordnung aufgestellten speziellen Anforderungen entsprechen sowie –drittens- gemäß dieser Verordnung zugelassen und in die Liste der zugelassenen Angaben gemäß den Art. 13 und 14 der Verordnung aufgenommen sind (vgl. etwa OLG Hamm, Urteil vom 14.03.2013, 4 U 5/13, juris, RN 43/44). Gemessen an diesen Anforderungen sind die streitgegenständlichen Angaben nicht zulässig. Dies gilt sowohl dann, wenn konkrete Angaben oder nur unspezifische Angaben (vgl. Art. 10 Abs. 3 HCVO) vorliegen sollten.Die zu beachtenden aus Art. 3 bis 7 der HCVO zu entnehmenden allgemeinen Anforderungen bestehen insbesondere darin, dass die gesundheitsbezogenen Angaben sich auf allgemein anerkannte wissenschaftliche Nachweise stützen können und dadurch abgesichert sind (vgl. Art. 5 Abs. 1a; 6 Abs. 1 HCVO); darlegungspflichtig ist derjenige, der die gesundheitsbezogene Angabe macht (vgl. Art. 6 Abs. 2 HCVO). Die Streithelferin macht selbst nicht geltend, dass die in Rede stehenden Angaben wissenschaftlich abgesichert sind; bereits daran scheitert die Zulässigkeit der angegriffenen Aussagen.Dass es darüber hinaus auch an den weiter einzuhaltenden Voraussetzungen fehlt, bedarf demgemäß keiner näheren Darlegung; die Streithelferin hat auch nichts dafür vorgetragen, eine Zulassung beantragt zu haben oder sie anzustreben. Da sie –nach hiesiger Auffassung unzutreffenderweise- davon ausgeht, die Aussagen fielen von vornherein nicht unter die HCVO (mangels Gesundheitsbezugs), wäre es auch konsequent, insoweit eine Zulassung nicht beantragt zu haben.Soweit das Gericht erwogen hat, es lägen lediglich unspezifische Angaben (vgl. Art. 10 Abs. 3 HCVO) vor, kann letztlich offenbleiben, ob daran festzuhalten ist. Denn entgegen der in diesem Zusammenhang geäußerten vorläufigen Auffassung, entsprechend BGH a.a.O. RN 12 bis 16 bestehe insoweit nur ein (eingeschränktes) Verbot, das zur Zeit mangels –vollständiger- Erstellung der Listen nach Art. 13, 14 HCVO noch nicht vollziehbar sei, ist jedenfalls für die vorliegende Fallgestaltung doch bereits ein Verbotstatbestand anzunehmen. Dies ergibt sich aus der Übergangsvorschrift in Art. 28 Abs. 6 HCVO, die für gesundheitsbezogene Angaben gilt, die nicht unter Art. 13 Abs. 1a und Art. 14 Abs. 1a HCVO fallen. Um solche Angaben geht es hier; aus dem Bezug zu den emotional aufregenden, herausfordernden Situationen, die mittels der Bach-Blütenprodukte bekämpft werden sollen, folgt, dass die streitgegenständlichen Auslobungen die psychischen Funktionen betreffen (vgl. Art. 13 Abs. 1b HCVO), bezeichnet auch als Psycho-Claim (vgl. Meyer/Reinhart, in: Fezer, UWG, 2. Aufl., § 4 –S4, RN 233).Die Übergangsregelung differenziert nach Angaben, die in einem Mitgliedsstaat einer Bewertung unterzogen und zugelassen wurden (Art. 28 Abs. 6a HCVO) und solchen Angaben, die keiner Bewertung in einer Mitgliedschaft unterzogen und nicht zugelassen wurden (Art. 28 Abs. 6b HCVO). Amtlicherseits bewertete und zugelassene Angaben sind für die Bundesrepublik Deutschland nicht ersichtlich, so dass über den Verfahrensweg des Art. 28 Abs. 6a HCVO eine übergansweise zulässige Verwendung ausscheidet. Nach Art. 28 Abs. 6b HCVO ist Voraussetzung für eine übergangsweise Zulässigkeit der Verwendung ein Antrag (auf Zulassung), der vor dem 19.01.2008 zu stellen war. Für eine solche Antragstellung ist nichts ersichtlich (vgl. zum ganzen vgl. Meierernst/Haber, Praxiskommentar zur HCVO, Art. 28, RN 27, 27a).
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    4 Auch die Übergangsregelung des Art. 28 Abs. 2 HCVO erlaubt die streitgegenständliche Werbung nicht, selbst wenn davon auszugehen sein sollte, dass die fraglichen Bach-Blütenprodukte bereits vor dem 01.01.2005 unter den auch jetzt verwendeten Handelsmarken oder Produktnamen vertrieben worden sein sollten. Denn die Legalisierungswirkung des Art. 28 Abs. 2 HCVO könnte sich allenfalls auf die verwendeten Produktbezeichnungen beziehen, nicht jedoch auf die außerhalb der Produktbezeichnungen befindlichen streitgegenständlichen Zusätze (vgl. OLG Hamburg, GRUR-RR 2012, 423, 425).
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    5 Nach allem hat das Klagebegehren bereits nach dem Hauptantrag Erfolg. Es kommt demgemäß nicht darauf an, ob der auf Art. 4 Abs. 3 HCVO (Alkoholgehalt) gestützte zusätzliche „Angriff“ des Klägers bereits vom ursprünglichen Streitgegenstand oder erst mit dem Hilfsantrag erfaßt worden ist. Es kann auch auf sich beruhen, inwieweit noch die nationalen Regelungen des § 11 Abs. 1 LFGB herangezogen werden können.
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    6 Die Androhung der gesetzlich vorgesehenen Ordnungsmittel hat ihre Grundlage in § 890 ZPO.
    51

    7 Die prozessualen Nebenentscheidungen folgen aus §§ 91, 101, 709 ZPO.
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    [*/quote*]

Homöopathie ist nichts anderes als Trickbetrug und organisierte Kriminalität und Korruption

Sunday, January 12th, 2014

Homöopathie ist nichts anderes als Trickbetrug und organisierte Kriminalität und Korruption

Starke Worte, ich weiß. Aber bei einem mehr als 200 Jahre existierenden Betrugsunternehmen fällt es schwer, gegenüber den Tätern und ihren Komplizen Freundlichkeit und Zurückhaltung zu wahren. Deren extreme Aggression und hohe kriminelle Energie erfordern harte Maßnahmen. Homöopathie ist ein menschenverachtender Betrug und muß ein-für-allemal beseitigt werden.

Homöopathie ist Betrug – nicht erst seit heute, sondern von Anfang an.

Die Idee des “similis similibus curentur” hat Hahnemann nicht selbst erfunden, sondern übernommen aus einem Buch von Johann Hummel, siehe

Da hatte er also die Idee, daß ein Mittel, das bei Gesunden die Symptome einer Krankheit erzeugt, Kranke von dieser Krankheit heilen soll. Natürlich ist diese Idee idiotisch. Sie in die Tat umzusetzen ist erst recht idiotisch.

Für die Anwendung der Idee mußte Hahnemann herausfinden, welche Dosierungen der Mittel notwendig waren. Die Mittel waren nichts anderes als Gifte, so daß die Kranken vergiftet wurden. Hahnemann reduzierte die Dosis, vergiftete die Kranken also weniger, und behauptete, dies nun (diese weniger starke Vergiftung) sei eine Heilung. Das ist sein erster großer Betrug.

Betrug #1: Kranke weniger stark vergiften und dies als Heilung bezeichnen

Den Kranken kein Blut abzunehmen ist natürlich besser als sie durch Aderlaß, Schröpfen oder Blutegel zu schädigen. Auch andere Methoden der damaligen Mainstream-Medizin (von wisssenschaftlich kann man wahrlich noch nicht reden) richteten eher großen Schaden denn Nutzen an.

Keinen großen Schaden anzurichten war also ein Fortschritt. Aber gut ist es auch nicht, wenn die Kranken nicht geheilt, sondern lediglich auf eine andere Art und Weise betrogen werden.

Was Hahnemann angestellt hat, zeigt unter anderem dieses Zitat aus dem Organon:

    http://ariplex.com/ama/ama_org6.htm
    [*quote*]
    ——————————————-
    §276

    Aus diesem Grunde schadet eine Arznei, wenn sie dem Krankheitsfalle auch homöopathisch angemessen war, in jeder allzu großen Gabe und in starken Dosen um so mehr, je homöopathischer und in je höherer Potenz (1) sie gewählt war, und zwar weit mehr als jede eben so große Gabe einer unhomöopathischen, für den Krankheitszustand in keiner Beziehung passenden (allöopathischen) Arznei. Allzu große Gaben einer treffend homöopathisch gewählten Arznei und vorzüglich eine öftere Wiederholung derselben, richten in der Regel großes Unglück an. Sie setzen nicht selten den Kranken in Lebensgefahr, oder machen doch seine Krankheit fast unheilbar. Sie löschen freilich die natürliche Krankheit für das Gefühl des Lebensprincips aus, der Kranke leidet nicht mehr an der ursprünglichen Krankheit von dem Augenblicke an, wo die allzu starke Gabe der

    255
    homöopathischen Arznei auf ihn wirkt, aber er ist alsdann stärker krank von der ganz ähnlichen, nur weit heftigern Arznei-Krankheit, welche höchst schwierig wieder zu tilgen ist (1).

    —–
    1) Das in neuern Zeiten von einigen Homöopathikern, den größern Gaben ertheilte Lob beruht darauf, daß sie sich theils niedrigerer Potenzgrade der zu reichenden, nach bisheriger Art dynamisirten Arznei bedienten (wie etwa ich selbst vor vielen Jahren, in Ermangelung bessern Wissens gethan) theils darauf, daß ihre Arzneien nicht homöopathisch gewahlt, und auch vom Verfertiger sehr unvollkommen bereitet waren.

    §277
    Aus gleichem Grunde, und da eine wohl dynamisirte Arznei, bei vorausgesetzter, gehöriger Kleinheit ihrer Gabe, um desto heilsamer und fast bis zum Wunder hülfreich wird, je homöopathischer sie ausgesucht war, muß auch eine Arznei, deren Wahl passend homöopathisch getroffen worden, um desto heilsamer sein, je mehr ihre Gabe zu dem für sanfte Hilfe angemessensten Grade von Kleinheit herabsteigt.
    ——————————————-
    [*quote*]

Es ist absolut eindeutig: Hahnemann HAT zu Anfang geringe Verdünnungen benutzt UND er hat dabei großen Schaden durch Vergiftungen angerichtet. Wobei er diese Vergiftungen als “Erstverschlimmerungen” bezeichnet hat:

Homöopathie: Das Rätsel der “Erstverschlimmerung” gelöst
http://ariplex.com/folia/archives/565.htm

Jemanden weniger stark zu vergiften und das als Heilung zu bezeichnen, ist Betrug. Ob Hahnemann’s Zeitgenossen das auch schon so klar sehen konnen wie wir heute, weiß ich nicht. Tatsache ist aber, daß Hahnemann auf seinen ersten Betrug noch weitere Betruge draufsetzte, mit denen er seinen Schwindel tarnte (unter anderem durch die Lüge “Erstverschlimmerung”).

Hahnemann verdünnte seine Mittel. Es ist Jedermann mit auch nur einem Funken von Intelligenz klar, daß eine geringere Dosis eines Giftes eine schwächere Vergiftung bewirkt. Aber Hahnemann deklarierte die schwächere Vergiftung als Heilung! Dafür brauchte er eine Ausrede: daß eine magische Kraft die Heilung bewirke.

Hahnemann’s Argumentation hat einen religiös-wahnsinnigen Ansatz: daß Gott den Menschen als bevorzugte Kreatur erschaffen hat und der Mensch deswegen gegen jede Krankheit gefeit sei.

Natürlich ist dieser Ansatz verrückt, denn all die Krankheiten und das Elend der Menschen zeigen doch, daß der Mensch EBEN NICHT unangreifbar ist.

Als Konter erfindet Hahnemann eine mysteriöse “Lebenskraft” – und deren “Verstimmung”. Dann ist der Mensch immer noch unangreifbar, bloß seine verkorkste Lebenskraft, mit der hapert es.

Hahnemann geht in seinem Betrügen sogar so weit, zu behaupten, daß es alle möglichen Infektionen und so weiter gar nicht gibt, sondern daß ALLE Krankheit einzig und allein die Verstimmung der Lebenskraft sei.

Betrug #2: Das Leugnen von bakteriellen und anderen Infektionsquellen als Ursache von Erkrankungen

Mit seinem Betrug #2 begehen Hahnemann – und mit ihm seine Nachbeter – den nächsten großen (und extrem schwerwiegenden) Betrug: wenn die Verstimmung die Lebenskraft die einzige Ursache der Krankheiten ist, unterlassen sie jede sinnvolle Diagnose. Warum?: Weil für sie die Diagnose schon feststeht: die “Verstimmung der Lebenskraft”.

Bei der Homöopathie gibt es nur eine einzige Ursache der Krankheiten: die “Verstimmung der Lebenskraft”. Also wird überhaupt kein Versuch einer Diagnose unternommen, sondern einfach draufslosgewurschtelt mit der Suche nach “dem” Mittel. Kurz und knapp: Homöopathie KANN nicht diagostizieren.

Betrug #3: bei Homöopathie gibt es keine Diagnose

Hahnemann verdünnt seine Mittel und erklärt die geringere Vergiftung als Heilung. Das ist als Unsinn durchschaubar. Hier nun setzt Hahnemann einen Hütchenspielertrick ein: er lenkt ab und behauptet, das Klopfen auf ein in Leder gebundenes Buch würde die magische Heilwirkung erzeugen.

Würde tatsächlich das Klopfen eine Wirkung haben, so könnte man einfach durch eine größere Zahl von Schlägen die Wirkung erhöhen. Aber Hahnemann verbindet eine Verdünnungsstufe UND das nach dem Verdünnen erfolgte Schlagen zu EINEM Vorgang. Das ist ein primitiver und strunzdummer Taschenspielertrick. Aber er wirkt. Auch heute noch fallen reihenweise selbst Hochschulprofessoren auf diesen Trick herein. PISA (und nicht nur PISA) läßt grüßen.

Betrug #4: Verdünnen und Klopfen zu einem Vorgang zu verbinden

Hahnemann experimentiert angeblich wegen der notwendigen Zahl von Schlägen und irgendwann gibt er 100 Schläge als brauchbar an. Auch wenn man ihm, der tatsächlich experimentiert hat, zugute halten kann, daß er experimentiert hat, kann man ihn dennoch mindestens als Pfuscher bezeichnen, weil er die Zahl nicht ausreichend bestimmt hat.

Natürlich, die Zahl KANN nicht bestimmt werden, weil Homöopathie ein Betrug ist. Aber INNERHALB DES SYSTEMS Homöopathie kann nicht nur, sondern MUSS die Zahl bestimmt werden.

Das Verdünnen erfolgt bei der Homöopathie auf verschiedene Weisen. Ein Ansatz ist das Verdünnen um den Faktor 10, ein anderer um den Faktor 100. Es hätte sich doch ein Unterschied zeigen müssen, bzw man hätte den Verdünnungsfaktor untersuchen müssen. Nein, auch das wurde nicht getan…

Das Potenzieren ist DAS zentrale Thema der Homöopathie. Doch ausgerechnet das zentrale Thema wird NICHT untersucht. Das ist kein Pfusch mehr, das ist Betrug. Das ist Betrug an den Kranken, aber auch Betrug an der Homöopathie selbst.

Betrug #5: Das “Potenzieren”, DAS zentrale Element der Homöopathie, NICHT zu untersuchen, ist Betrug

Mag man Hahnemann zugute halten, daß er experimentiert hat und daß er zu seiner Zeit keine besseren Versuchsmöglichkeiten hatte. Das ändert aber nichts daran, daß Hahnemann ein Trickbetrüger ist, und erst recht ändert es nichts daran, daß seine Nachfolger durchaus bessere Labormethoden zur Verfügung hatten und haben UND DENNOCH das zentrale, das über alles bestimmende Element der Homöopathie nicht untersucht haben. Wobei “unzureichend untersucht” in der Wirkung gleichbedeutend ist mit “nicht untersucht”.

Hahnemann hat damals ein typisches Verhaltensmuster gezeigt: ablenken auf etwas ganz anderes. Das zieht sich bis heute durch die Homöopathie. Hahnemann hat ein riesiges Luftschloß aufgebaut um eine magische Wirkung auf die “verstimmte Lebenskraft” – alles nur, um von der geringeren Vergiftung abzulenken.

Hahnemann hat einen WirkungsMECHANISMUS behauptet, den er einfach aus der Luft gegriffen hat. Vorlage waren ihm die real vorhandenen physikalischen Effekte des Magnetismus.

Zitat aus dem Organon:

    http://ariplex.com/ama/ama_org6.htm
    [*quote*]
    ——————————————-
    §269
    […]
    Die homöopathische Heilkunst entwickelt zu ihrem besondern Behufe die innern, geistartigen Arzneikräfte der rohen Substanzen, mittels einer ihr eigenthümlichen, bis zu meiner Zeit unversuchten Behandlung, zu einem, früher unerhörten Grade, wodurch sie sämmtlich erst recht sehr, ja unermeßlich – “durchdringend” wirksam und hülfreich werden (1), selbst diejenigen unter

    ihnen, welche im rohen Zustande nicht die geringste Arzneikraft im menschlichen Körpern äußern. Diese merkwürdige Veränderung in den Eigenschaften der Natur-Körper, durch mechanische Einwirkung auf ihre kleinsten Theile, durch Reiben und Schütteln (während sie mittels Zwischentritts einer indifferenten Substanz, trockner oder flüssiger Art, von einander getrennt sind) entwickelt die latenten, vorher unmerklich, wie schlafend (1) in ihnen verborgen gewesenen, dynamischen

    (§. 11.) Kräfte, welche vorzugsweise auf das Lebensprinzip, auf das Befinden des thierischen Lebens Einfluß haben (1). Man nennt daher diese Bearbeitung derselben Dynamisiren, Potenziren (Arzneikraft-Entwickelung) und die Produkte davon, Dynamisationen (2), oder Potenzen in verschiednen Graden.

    1) So ist auch in der Eisen-Stange und dem Stahl-Stabe eine im Innern derselben schlummernde Spur von latenter Magnet-Kraft nicht zu verkennen, indem beide, wenn sie nach ihrer Verfertigung durch Schmieden aufrecht gestanden haben, mit dem untern Ende den Nordpol einer Magnet-Nadel abstoßen und den Südpol anziehen, während ihr oberes Ende sich an der Magnet-Nadel als Südpol erweist. Aber dies ist nur eine latente Kraft; nicht einmal
    die feinsten Eisen-Späne können von einem der beiden Enden eines solchen Stabes magnetisch angezogen oder festgehalten werden. Nur erst wenn wir diesen Stahl-Stab dynamisiren, ihn mit einer stumpfen Feile stark nach Einer Richtung hin reiben, wird er zum wahren, thätigen, kräftigen Magnete, kann Eisen und Stahl an sich ziehen und selbst einem andern Stahl-Stabe, durch bloße Berührung, ja selbst sogar in einiger Entfernung gehalten, magnetische Kraft mittheilen, in desto höherem Grade je mehr man ihn so gerieben hatte, und ebenso entwickelt Reiben der Arznei-Substanz und Schütteln ihrer Auflösung (Dynamisation, Potenzirung) die medicinischen, in ihr verborgen liegenden Kräfte und enthüllt sie mehr und mehr, oder vergeistiget vielmehr die Materie selbst, wenn man so sagen darf.
    ——————————————-
    [*quote*]

Heutige Homöopathen greifen sich andere physikalische Effekte, zum Beispiel aus der Quantenphysik (von der sie selbstverständlich keinen blassen Schimmer haben) und schwafeln sogar Bücher zusammen, in denen sie quantenphysikalische WirkungsMECHANISMEN der Homöopathie behaupten.

Dabei lenken sie, wie schon Hahnemann, vom Kern der Sache ab: von der Wirksamkeit. Die geringere Vergiftungswirkung (von einer Stufe zur nächsten), die Hahnemann noch als Heilung ausgeben konnte, tritt bei den extrem niedrigen Dosen durch hohe Verdünnung nicht auf. Von “keine Wirkung” zu “keine Wirkung” gibt es keinen Unterschied.

Allein die Tatsache, DASS Hahnemann eine “Potenzierung” (also Verdünnungsstufe) benutzte, beweist, daß er verdünnen MUSSTE, um eine Heilung” (geringere Vergiftung) zu erreichen.

Aber bei hohen Verdünnungen gibt es diesen Effekt [der schwächeren Vergiftung von einer Stufe zur nächsten] nicht mehr. Wenn es diesen Effekt nicht gibt, was dann? Dann kann es nur eine Heilung durch das Mittel sein. Diese Heilung muß man durch GEHEILTE beweisen. Genau das tun Homöopathen jedoch nicht. Immer und immer wieder ergehen sie sich in das erbärmliche Schauspiel von Hütchenspielern: bei der Frage nach der WIRKSAMKEIT (also OB Homöopathie heilt) lenken sie ab auf einen WirkungsMECHANISMUS, den sie sich dann aus den Fingern saugen. Seit Hahnemann geht das nun so, über 200 Jahre.

Zitat aus dem Organon:

    http://ariplex.com/ama/ama_org6.htm
    [*quote*]
    ——————————————-
    §270
    […]
    248
    Hievon wird nur ein einziges (1) Kügelchen zur weitern Dynamisirung genommen, in ein zweites, neues Fläsch-
    249
    chen gethan (mit Einem Tropfen Wasser, um es aufzulösen) und dann mit 100 Tropfen guten Weingeistes auf gleiche Weise, mittels 100 starker Schüttel-Stöße dynamisirt. Mit dieser geistigen Arznei-Flüssigkeit werden wiederum Streukügelchen benetzt, schnell auf Fließpapier ausgebreitet, getrocknet, in einem verstopften Glase vor Hitze und Tageslicht verwahrt und mit dem Zeichen des zweiten Potenz-Grades (II.) versehen.

    1) Als noch nach der anfänglichen Vorschrift immer ein voller Tropfen der Flüssigkeit niedrern Potenz-Grades zu 100 Tropfen Weingeist zum höher Potenziren genommen ward, war dies Verhältniß des Verdünnungs-Mediums zu der, darin zu dynamisirenden Arznei-Menge, (100. zu 1.) viel zu eng beschränkt, als daß eine Menge solcher Schüttel-Schläge, ohne große Gewalt anzuwenden, die Kräfte der angewendeten Arznei-Substanz gehörig und in hohem Grade hätten entwickeln können, wie mich mühsame Versuche davon überzeugt haben.
    ——————————————-
    [*quote*]

Stolperstein: die “(1)” vor dem Wort “Kügelchen” ist keine Mengenangabe, sondern verweist auf die Fußnote, in der Hahnemann die ALTE Methode beschreibt, bei der mit TROPFEN 1:100 verdünnt wurde.

Die Methode, eine Zuckerkugel zu BENETZEN und diese Kugel dann für den nächsten Schritt aufzulösen, enthält eine Verdünnung mit einem unbekannten Faktor, der aber eine so große Rolle gespielt hat, daß die dadurch bewirkte STÄRKERE VERDÜNNUNG eine deutlich geringere Vergiftung bewirkt hat, wie Hahnemann in seiner schwulstigen Beschreibung zugibt: “als daß eine Menge solcher Schüttel-Schläge, ohne große Gewalt anzuwenden, die Kräfte der angewendeten Arznei-Substanz gehörig und in hohem Grade hätten entwickeln können, wie mich mühsame Versuche davon überzeugt haben.”

Noch eine weitere wichtige Anmerkung: Hahnemann VERBIETET die Verwendung von mehr als einem Wirkstoff in einer homöopathischen Medizin:

    http://ariplex.com/ama/ama_org6.htm
    [*quote*]
    ——————————————-
    §273

    In keinem Falle von Heilung ist es nöthig und deßhalb allein schon unzulässig, mehr als eine einzige, einfache Arzneisubstanz auf einmal beim Kranken anzuwenden. Es ist nicht einzusehen, wie es nur dem mindesten Zweifel unterworfen sein könne, ob es naturgemäßer und vernünftiger sey, nur einen einzelnen, einfachen (1), wohl gekannten Arzneistoff

    252
    auf einmal in einer Krankheit zu verordnen, oder ein Gemisch von mehreren, verschiednen. In der einzig wahren und einfachen, der einzig naturgemäßen Heilkunst, in der Homöopathie, ist es durchaus unerlaubt, dem Kranken zwei verschiedne Arzneisubstanzen auf einmal einzugeben.
    ——————————————-
    [*/quote*]

Das macht durchaus Sinn. Denn einen Kranken mit etwas WENIGER zu vergiften ist deutlich einfacher, wenn man das mit nur EINEM Gift tut – und nicht mit einer Mischung aus mehreren Giften! Man darf NIE vergessen, daß der Begriff “Heilung” keine Genesung meint, sondern eine geringere Vergiftung. Hahnemann’s Mißbrauch der Sprache ist ein sehr gefährlicher Stolperstein!

Betrug #6: anstatt den Beweis zu erbringen, DASS Homöopathie wirk, erzählen Homöopathen Märchen über einen WirkungsMECHANISMUS

Wenn man eine wirksame Medizin hat, kann man die Geheilten zählen. Dazu muß man nicht wissen, wie die Medizin wirkt. Aber eben das tun die Homöopathen nicht, sondern schwafeln über WirkungsMECHANISMEN. Heilerfolge haben sie natürlich keine. Wenn sie welche hätten, DANN würden sie zählen. Aber nur dann…

Natürlich kann niemals einer der von den Homöopathen fabulierten Wirkungsmechanismen funktionieren. Homöopathie ist Betrug – also gibt es keinen.

Wenn es keine Wirkung gibt, gibt es auch keinen Wirkungsmechanismus. Aber wenn es keine Wirkung gibt, woher kommen dann die Geheilten? Sehr einfach: die Heilung wird einfach behauptet, nach dem Motto”Aber wir wissen doch, daß die Homöopathie funktioniert”.

Das heißt: Es gibt keine Heilung, sondern nur die Behauptung. Diese Behauptung wird mit brutaler Kraft unter das Volk gebracht und hat eine Suggestionswirkung. Die Opfer der Suggestion GLAUBEN dann, daß sie geheilt wurden (und erzählen den Unfug dann voller Überzeugung weiter).

Betrug #7: die angeblichen Heilungen beruhen auf Suggestion und Fehlinterpretation

Den Betrug #6 (anstatt den Beweis zu erbringen, DASS Homöopathie wirkt, erzählen Homöopathen Märchen über einen WirkungsMECHANISMUS) begehen Homöopathen auch in der Wissenschaft.

Homöopathen untersuchen diese oder jene Substanz (oder auch mehrere) in “Studien” und behaupten dann, signifikante Wirkung nachgewiesen zu haben. Das sind dann gleich mehrere Betruge auf einmal.

Erstens: Selbst wenn die untersuchte Substanz eine nachweisbare Wirkung hat, beweist das NICHT die Homöopathie als METHODE, sondern nur die Wirkung dieser einen Substanz.

Betrug #8: medizinische Heilwirkung einer Substanz angeblich nachweisen, und dann FÜR ALLE SUBSTANZEN die Homöopathie (als METHODE) als wahr erklären

Zweitens: Wenn eine Substanz in einer bestimmten Verdünnung eine nachweisbare Wirkung hat, gilt das nur für diese eine Verdünnung. Hahnemann behauptet jedoch, daß eine höhere “Potenzierung” (in Wahrheit bloß eine höhere Verdünnungsstufe) eine STÄRKERE Wirkung hat. Dann muß für diese Substanz der Nachweis erbracht werden, daß dem so ist. Tun sie aber nicht, die Homöopathen. Entweder sie unterlassen diese Untersuchung oder aber sie ist völlig verpfuscht oder sie ergibt ein negatives Ergebnis (das dann mit irgendwelchen Ausreden unter den Teppich gekehrt wird).

Betrug #9: medizinische Heilwirkung einer bestimmten Verdünnung einer Substanz angeblich nachweisen, und dann FÜR ALLE VERDÜNNUNGEN dieser Substanz die Wirkung behaupten

Gerade der doch so wichtige Beweis der stärkeren Wirkung einer höheren “Potenzierung” ist nicht existent. Eine stärkere Wirkung eine höheren Potenzierung zu behaupten, ist ein dreister Betrug.

Dieser Betrug ist infolge der Dummheit der Politiker und durch massive Korruption sogar gesetzlich verankert worden.

Homöopathie ist im Wesentlichen eine Herstellungsmethode. Die ist beschrieben in einem “HAB” (“Homöopathisches Arzneibuch”). So bietet zum Beispiel der Deutsche Apotheker-Verlag eines an:

Sinnigerweise wird dort in dem “Kurztext” natürlich gelogen:

    [*quote*]
    ——————————————-
    Die Homöopathie ist eine tragende Säule der Alternativmedizin.
    Homöopathische Arzneimittel gewinnen immer mehr an Bedeutung.
    ——————————————-
    [*/quote*]

Tatsache ist nämlich, daß seit Jahren die Homöopathika-Hersteller rote Zahlen schreiben. Freundlicherweise beweist das der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. gleich selbst. Er hat für die Jahre ab 2000 Kernzahlen veröffentlicht:

Die Analyse dieser Zahlen ergibt Jahr für Jahr dramatische Verluste:

“Von geringfügigen Ausnahmen in 2001 und 2002 abgesehen: ständig dramatische Verluste!”
(http://transgallaxys.com/~aktenschrank/Mietmaul_Claus_Fritzsche_aufgeflogen/dramatische_Verluste_der_Homeoeopathika_Umsaetze_inflationsbereinigte_Zahlen_normiert.jpg)

Betrug #10: trotz sinkender Verkaufserfolge eine STEIGENDE Beliebtheit behaupten

Betrug #10 ist eine knallharte Angelegenheit, denn erstens geht es um die Gesundheit von hunderten von Millionen Menschen und zweitens geht es um riesige Summen; es geht um Milliarden Euro pro Jahr.

Homöopathie ist KEIN armer, vernachlässigter und unterdrückter Underdog, wie die Homöopathen und andere Esoteriker immer behaupten, sondern (trotz ihrer Verluste) eine finanziell sehr mächtige Industrie.

Betrug #11: die wirtschaftliche Macht und Größe der Homöopathie herunterspielen oder glatt leugnen

Nun fragt man sich, wie denn der falsche Eindruck erzeugt wird, daß Homöopathie sich einer zunehmenden Beliebtheit erfreue. Sehr einfach: weil es in der Zeitung steht!

Die Medien hämmern unentwegt auf die Leser, Zuhörer und Zuschauer ein. Immer und immer wieder die gleichen stupiden und so verlogenen Behauptungen.

Die Masse macht es!

Wären es nur wenige Zeitungen und Magazine, so wäre die Beeinflussung durch sie schwach. Aber die Manipulation kommt in BREITER Flut und zieht sich durch alles hindurch. Was dabei nur Brancheninsider wissen: Alles ist getürkt.

Sogar ganze Sonderhefte von Magazinen werden gedruckt – und sind nicht vom Verlag völlig selbständig finanziert, sondern sind bezahlte Auftragsarbeiten, will sagen: von Homöopathika-Herstellern gekauft.

Die Infamie dabei: die gekaufte Reklame ist nicht als gekaufte Reklame gekennzeichnet, sondern läuft (falschdeklariert) als angeblich redaktioneller Text.

Also ein gezielter Betrug am Leser. Der Leser ist aber nicht nur Leser, er ist (als Kranker und als Gesunder) ein potentieller Käufer der beworbenen Pharmaprodukte. Das heißt: Es ist Medizinbetrug.

Am Hungertuch nagende Verlage greifen nach jedem Strohhalm und sind leicht erpressbar. Und werden erpresst. Die Medienbranche weiß, wer diese Verlage sind.

Doch es kommt noch schlimmer: Die Journalisten, die angebliche 4. Gewalt im Staat, welche die Öffentlichkeit informieren müßte, die warnen müßte, die aufklären müßte – diese 4. Kraft versagt völlig. Einerseits, weil gekauft, andererseits weil völlig verblödet durch die Indoktrination.

Ob nun ein Mietmaul die Jubelheftchen und -artikel schreibt oder ob es ein verdummter Überzeugungstäter tut, das spielt für die Leser und Zuschauer und Zuhörer keine Rolle: sie glauben, was man ihnen nur lange genug und oft genug UND IN GROSSER ZAHL erzählt.

Betrug #12: die berichtenden Medien sind nicht unabhängig, sondern gekauft, bzw durch Indoktrination verblödet

Betrug #13: die Journalisten klären die Bevölkerung nicht auf, sondern unterstützen aktiv und passiv die Indoktrination der Homöopathika-Hersteller

Während die forschende Pharmaindustrie riesige Summen für Forschung ausgibt (denn sie muß die Wirksamkeit und die Wirkungen ihrer Mittel erproben und nachweisen), muß die Märchenindustrie Homöopathie dies nicht. Verdünntes Zuckerwasser in Flaschen füllen kann jeder und der Aufwand ist minimal…

Wenn dem so ist, warum hat die Homöopathika-Industrie dann nicht mehr Geld? Antwort: Weil sie so viel für Werbung ausgeben muß. Und weil Geld auch in andere Kanäle wegdiffundiert…

Betrug #14: Das Image und die Verkaufszahlen der Homöopathika-Hersteller sind durch unverhältnismäßig hohe Ausgaben für Reklame und PR erkauft.

Betrug #15: Die Werbung für Homöopathika erfolgt mit unlauteren Methoden; nicht Wahrheit und Wahrhaftigkeit regieren, sondern Lüge und Täuschung und rhetorische Kriegführung.

Das geht sogar soweit, daß Mietmäuler ausgehalten werden, die Kritiker der Homöopathie persönlich angreifen und verleumden und ihren Ruf schädigen.

Betrug #16: Kritiker der Homöopathie werden von bezahlten Agitatoren und Berufslügnern persönlich angegriffen und diffamiert

Zu den von bezahlten Agitatoren angegriffenen Kritikern der Homöopathie gehört Prof. Edzard Ernst (inzwischen emeritiert), ein Deutscher, der in Großbritannien lebt und seine Texte meist auf Englisch veröffentlicht.

Ein weiteres Beispiel:

Prof. Ernst war Gutachter in einem von zwei Journalistinnen geschriebenen Buch über “alternative” Medizin, das von der Stiftung Warentest herausgegeben wurde. Die Kritik in dem Buch, obwohl sie viel zu sanft war, gefiel Etlichen nicht und es wurde mit juristischen Mitteln gekämpft. Aber nicht nur das, es begann ein infamer Feldzug von Mietmäulern, um die Person des Prof. Edzard Ernst zu beschädigen.

Zwei der Angreifer gegen Prof. Edzard. Ernst sind Claus Fritzsche und Harald Walach:

[wird forgesetzt]

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