Rhetorik « Folia lib.
Buchstabensalat, wohlangerichtet
Sunday 10 July 2016 @ 7:32 am

Liebe Freunde,

es ist Sonntag und wir lauschen und lesen Kunstfiguren, die – mit bunten Bildern garnierend – über die Last des Lebens erzählen. Es sind auch Radfahrer darunter.

Gar schwer ist die Bürde der Tage, unerträglich ihre Zahl – aber irgendwie kriegt man sie rum. So oder so.

Das Dumme bei der Sache ist: Wir haben bloß ein bißchen mehr als 2 Dutzend Buchstaben. Die zirkulieren, kehren immer wieder. Bei der Genetik ist es noch schlimmer. Was sich DA alles wiederholt …

Und doch, mal ein paar Buchstaben anders hier, ein paar dort, schon entstehen neue Wörter. Das ist die Kunst. Davon kann man leben.

Das Dumme bei der Sache ist: Soviele Wörter gibt es nun auch wieder nicht, selbst wenn man sie mit Anleihen aus dem Ausland anreichert, ihnen mehrere Bedeutungen gibt – oder sie verhunzt. Ja, das kommt auch vor, das muß man ehrlich zugeben.

So baut man denn Sätze, nach diesen oder jenen Regeln, die über den Haufen zu werfen auch schon eine Kunst in sich ist. Damit ist man dann auch lange beschäftigt. Und das ist gut so. Davon kann man leben.

Bis jetzt. Außer den biologisch angereicherten und wieder abbaubaren Körpern mit mindestregelwerkbasierter Steuerung gibt es elektrische, von den ersteren gebaut. Die können das alles auch. Die ersteren nennt man Menschen, die zweiten Roboterjournalisten. Es gibt noch eine Zwischenstufe, die, solange die ersteren an den Regelwerken für die zweiten basteln, noch eine Nischenexistenz führen. Das ist Kunst. Die Kunst eine Kunst als Kunst zu betreiben, die Kunst, Buchstaben zu sortieren, umzusortieren, Wörter und Sätze zu bauen, umzubauen, und, das ist erst recht Kunst, wie in der Genetik immer wieder fremde DNA (direkte nette Ausleihen) einzufügen. Es ist Kunst.

So sind wir des Sonntags hier und hören und lesen immer wieder die selben Buchstaben – aus vergilbten Blättern, die längst von Bits im Computer ersetzt sind, die sich auch immer und immer wiederholen. Warum? Setzen wir doch an unsere Stelle Blechgestalten, die sich statt uns die Wiederholungen anhören und anlesen, die ihnen andre Blechgestalten vorlesen, die sie irgendwo ausgeliehen, neu zusammengemischt und kunstvoll, auf ihre Weise, hintereinandergereiht haben. Buchstaben, Wörter, Sätze. Sie haben viel Zeit – im Gegensatz zu uns, denen der Sonntag schon wieder entgleitet, dem Montag zu…

Dort unten ist Milano…

http://www.nzz.ch/feuilleton/medien/plagiate-in-weltwoche-und-reportagen-tom-kummers-unlautere-textcollagen-ld.104200
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Grüße aus der Gutenberg-Galaxis
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Die Kunst, die Nerven zu bewahren
http://timesofindia.indiatimes.com/tech/tech-news/Avaya-to-launch-Slate-chatbot-by-year-end/articleshow/52967685.cms

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H ist ein Schwein
Sunday 31 March 2013 @ 8:48 pm

H ist ein Schwein. Ein mieses Schwein. Ein Sadist. Er genießt es, Menschen ins Unglück zu stürzen. Er genießt es. Ganz besonders genießt er es, dafür hofiert und auch noch bezahlt zu werden. Das ist ihm die Krone seines Schaffens. Und seines Genusses.

Seine Opfer sucht er nicht selbst aus. Sie erwählen ihn. Wie ein Magnet zieht er sie an; früher oder später steuern sie ihn an. Auf ihn zu. Das ist ihr Ende.

Seine Begabung ist das Ausdenken, das Erfinden, das Phantasieren. Zu einem Literaturpreis allerdings … reicht es nicht. Kein bißchen. Dazu ist H’s Erfindungsgabe zu einfach. Die Erfindungshöhe seines Schaffens ist so niedrig, daß er sich seine Methode geradezu patentieren lassen könnte.

Da ist ein Gift, es zerstört, es vernichtet, es kann töten. Doch was sagt H? H sagt: “Dieses wunderbare Mittel der Natur kann dich heilen!” Das ist seine Methode: das Lügen. Je größer die Lüge, desto eher wird sie ihm geglaubt. Das ist die Magie seines Lebens.

H verkauft die Lügen und er verkauft das Gift. Er wird verehrt und geliebt. Man bewundert ihn. Das ganz Besondere an seiner Magie: sie verselbständigt sich. Ohne sein Zutun erwachsen ihm Jünger, die seine Lügen weitertragen, verkünden – und natürlich Geld damit machen.

Er ist der Schöpfer der Lüge und des Tods. Er ist ein Magier.

Das genießt er.

Die Menschen kaufen seine Lügen, sie kaufen sein Gift, sie vergiften sich, sie sterben, und noch im Tod rufen sie ihn an. Er ist Gott.

Okay, okay, ganz so weit ist er noch nicht. Er ist nicht Gott. Er ist ein Gott. Aber immerhin, er ist wer.

Er, ein schäbiger Piefke, der es zu nichts, aber auch gar nichts gebracht hat, er ist ein Gott. Durch die Kraft seines Geistes, seiner Phantasie – okay, durch seine Lügen, also, durch seine Lügen hat er die Menschen in der Hand. Eine Lüge hier, eine Lüge da, einfach so reingeworfen in die Welt, früher oder später wird Jemand sie lesen und weiter verbreiten.

Eine Lüge hier, eine Lüge dort. “Impfen tötet”. Eine Lüge. Aber sie verkauft sich gut. “Petroleum entgiftet die Leber.” Eine Lüge. Aber sie verkauft sich gut. “Die Aliens sind um uns”. Eine Lüge. Und wie gut sie sich verkauft!

Eine Lüge kann nicht sterben. Irgend jemand gräbt sie wieder aus. Immer und immer wieder. Eine Lüge kann nicht sterben. “Dieser Edelstein heilt dich!” Eine Lüge. seit 2000 Jahren endlos wiedergeboren. Seine Lügen, auch sie wird es in 2000 Jahren noch geben. Lügen sind unsterblich. Man braucht nichts weiter, er braucht nichts weiter, als Idioten, die sie glauben, und skrupellose Killer, die sie verbreiten. Helfer, Helfershelfer. Apologeten, Abzocker, Profiteure. Schieber, Ganoven, eiskalte Mörder. Wobei sie, ihm gleich, ebenfalls Erfinder sind, Erzähler sind. Lügner sind. Er erfindet seine Lügen und sie erfinden ihre Lügen. Ein Netz, eine Gesellschaftsklasse, eine Welt für sich. Er weiß, daß sie lügen, sie wissen, daß er lügt. Doch wie in einer Comedia spielt jeder seine Rolle, ob es donnert oder kracht, ob die Razzia zuschlägt oder der Tod im Rausch… Jeder bewahrt das Gesicht; das ist die hohe Kunst. Okay, okay, so hoch ist sie nicht. Aber sie spielen jeder eine Rolle, und jeder ist ein Schauspieler und jeder ist ein Gott.

Und jeder ist ein Schwein.




A Lecture in Rhetorics: How to sandblast Anti-Vaxxers
Saturday 12 January 2013 @ 4:32 pm

Today I have the fun of showing a nice video. But first let me explain some backgrounds.

We often are confronted with people asking us what we think of this or that. There are so many frightening things in the web, one more scary than the other, in anti-vaxxer web-sites.

Oh hell, what shall parents do with all that scary stuff?

Let’s have an example:

Yes, I make that link in full, and I even make it clickable.

Now, I had a glimpse on that garbage over there. The method that guy uses is simple:

    “Drown people in a gigantic swamp of shit!”

There is such an enormous mass of utter bullshit, that no layman can stand up against. The mere mass is too much for people to handle. And the longer the read, the more they are drowned and easier to indoctrinate.

“Some piece of shit must get stuck in their heads.” That is an easy cookbook recipe, intensively used by esotters and conspiracy maniacs.

If one attacks such a mass of shit, it is not necessary to attack in full breadth. Instead, we only have to go and look for clear and simple pieces, which a layman will understand. Take one or two – and demolish them. Blast them to pieces. THAT a layman will understand.

Now, having done that, do we have to go through the ordeal of chopping down each single piece of crap in that garbage yard? No! Because the rest of that pile of shit is of the very same idiocy. We could go trough that shit piece for piece, but it would only lead to one point after the other demonstrating that it is shit, shit, shit. If one wants to go on digging in that shit, well…“Go ahead, it is your time you spoil, because the case already is absolutely clear.”

Let’s have a look at the aforementioned URL. I was curious and – at random – picked one of those URLs that guy links to. Oh, wow!

Now, let’s have some fun.

Part 1:

Look at what it is:

    “GRAPHICAL EVIDENCE SHOWS VACCINES DIDN’T SAVE US”
    http://www.vaclib.org/sites/debate/web1.html

    [*quote*]
    The above graphs, based on the official death numbers as recorded in the Official Year Books of the Commonwealth of Australia, are taken from Greg Beattie’s excellent book “Vaccination A Parent’s Dilemma” and represent the decline in death rates from infectious disease in Australia. They clearly show that vaccines had nothing to do with the decline in death rates. (Note: Graphical evidence on the decline in death rates from infectious disease for USA, England, New Zealand and many other countries shows the exact same scenario as above).
    [*/quote*]

6 diseases:

– whooping cough
– diphtheria
– measles
– scarlet fever
– typhoid fever
– polio

The trick is always the very same: to only show the number of dead per (say) 100.000 inhabitants over the course of time. It is logical that this number goes down – because of development of better ways of treatment.

In 2006, 7 years ago, I debunked that trick in http://www.pharmamafia.com/

Search in my domain-page http://www.pharmamafia.com/ for the character sequence

    hpa

You will find the graphics by the HPA (UK) and – below them – the table with the statistical data. BOOM!


(Bild: Britische Statistik: Tote durch Masern, 1940 – 2004
Quelle: http://www.hpa.org.uk/infections/topics_az/measles/images/mea_death_graph.gif)
http://pharmamafia.com/ama_im27.gif


(Bild: Britische Statistik: Jährlich gemeldete Masernfälle versus Durchimpfungssraten, 1950 – 2000
Quelle: http://www.hpa.org.uk/infections/topics_az/measles/images/vaccover.gif)
http://pharmamafia.com/ama_im28.gif

Yesterday there was a blog article about fun in Australia:


http://reasonablehank.com/2013/01/12/australian-arm-of-the-anti-vaccination-cult-openly-and-honestly-embraces-its-anti-vaccinationism/

One URL given there is:

http://luckylosing.com/2012/08/18/australian-vaccination-network-crashes-and-burns-on-seminar-tour/

Now, take a deep breath … and enjoy the video:

(http://www.youtube.com/watch?v=k3SuALSZjNY)

There we have data from Australia. Good ammunition to have.

The anti-vaxxer in http://www.vaclib.org/sites/debate/web1.html says (see above):

    [*quote*]
    (Note: Graphical evidence on the decline in death rates from infectious
    disease for USA, England, New Zealand and many other countries shows the
    exact same scenario as above).
    [*/quote*]

Yes, and the statistical data from each country shows the exact same scenario about the INCIDENCES of the diseases: that vaccination is cutting down and exterminating those diseases.

Part 2:

The anti-vaxxers use their insane trick again and again and again. And with some few sentences and 1 or 2 graphics they can be blasted.

Part 3:

Now, do note: Try to find such occurrences, when anti-vaxxers were confronted with this (just like what happened in Australia, and is wonderfully documented in that video!). If the very same anti-vaxxers later try to use their old trick again, they can not claim “we did not know”.

NO!, they DO know, and their using the same trick again demonstrates that they knowingly make false statements; in other words: THEY DO LIE.

Since the anti-vaxxers have a very limited assortment of lies, it is possible to – over time – catch them in such incidents. And piece for piece they can be shown to willfully lie.

Now, how can parents, caring for their children, believe people who are so easy to debunk and who are again and again uncovered as rotten liars?

THAT is part 3 of the logical chain.

Part 1: debunk the foul trick
Part 2: confront the anti-vaxxers IN PUBLIC with the plain and undeniable facts
Part 3: catch the anti-vaxxers in the act of lying to parents

It is as easy as that. Anti-vaxxers are criminals, through and through.




“Die Sondernutzung der deutschen Sprache durch Beamte sollte verboten werden.”
Wednesday 5 December 2012 @ 6:31 am

Der Journalist WOLF SCHNEIDER

Wolf Schneider ist ein sehr munterer Journalist, der mit der “Süddeutschen Zeitung” eine Reihe von Videos gemacht hat, die ich gestern bei YouTube entdeckt habe. Inzwischen ist er 87 – und kein bißchen leise. Sein neues Buch ist von Mitte des Jahres, siehe Video am Ende der Liste.

“Die Sondernutzung der deutschen Sprache durch Beamte sollte verboten werden. Dabei ist es doch so einfach, verstaubte Ausdrücke in frisches Deutsch zu verwandeln. Wir verraten Ihnen wie – im Sprach-Videoblog von Wolf Schneider”

Zuwiderhandlung – unerlaubt!
http://www.youtube.com/watch?v=Ed3WPd1XYr0

Speak Schneider! (1): In Teufelins Küche
http://www.youtube.com/watch?v=PKnZwncYHPQ

Speak Schneider! (2): Liebe Deutschlehrer!
http://www.youtube.com/watch?v=Myj4ysTNazI

Speak Schneider! (3): Im Fokus der Bratkartoffel
http://www.youtube.com/watch?v=1RwlldeI4qI

Speak Schneider! (4): Benzin schmeckt nicht
http://www.youtube.com/watch?v=9ttdvzW1nL4

Speak Schneider! (5): Auf den Leim gegangen
http://www.youtube.com/watch?v=XNnfJc9Lme8

Speak Schneider! (8): Besorgte Terroristen
http://www.youtube.com/watch?v=S5mPEYIFlfs

Speak Schneider! (9): Liebe Blogger
http://www.youtube.com/watch?v=JD3SeSic39k

Speak Schneider! (10): Scherzkekse vom Wetteramt
http://www.youtube.com/watch?v=KtW_5B7uFOU

Speak Schneider! (18): So ist er, der Sommer
http://www.youtube.com/watch?v=llTId4d2w9E

Speak Schneider! (20) – Das hält ja keiner aus
http://www.youtube.com/watch?v=_-g5S54QHDc

Speak Schneider! (21) Selbstverwirklichung – wirklich?
http://www.youtube.com/watch?v=ZCV4fvQWNGw

Die Medien bitten zur Kasse
http://www.youtube.com/watch?v=htKXspcKli4

Zuwiderhandlung – unerlaubt!
http://www.youtube.com/watch?v=Ed3WPd1XYr0

Speak Schneider! (20) Vergesst die Balance!
http://www.youtube.com/watch?v=62ujwU8LjCg

Wolf Schneider
http://www.youtube.com/watch?v=B5yf9iBhNzk

Wolf Schneider Summerschool 2011
http://www.youtube.com/watch?v=RTVUSdEbAi4

Wolf Schneider über “Schweinegrippe-Journalismus”
http://www.youtube.com/watch?v=KrookwRhy24

Speak Schneider ! – Schöner leiden
http://www.youtube.com/watch?v=WiK9FK2Eb7g

Lob der Beleidigung!
http://www.youtube.com/watch?v=ZIPzrbAPpxA

Autor Wolf Schneider | NDR Talkshow
http://www.youtube.com/watch?v=A13eU-dbW68
“Published on Jul 23, 2012
Der Journalist Wolf Schneider ist Koryphäe, Sprachkritiker und
Sprachstillehrer – und ehemaliger NDR Talk Show Moderator.
Nun erscheint sein Buch “Die Wahrheit über die Lüge””

Ein kleine, aber sehr gut gewürzte Hommage an Wolf Schneider:

“Die Wahrheit
Auf dem Speakwalk
11.05.2012
Die neue Kollektion des Sprachzaren Wolf Schneider. von Leo Fischer”

http://www.taz.de/!93136/




In der Küche des Verfassungsrichters
Thursday 2 August 2012 @ 11:05 am

Ein Journalist wurde eine der Zutaten.




Amtsverunmöglichung, die
Sunday 26 February 2012 @ 6:55 pm

Ich lese mit Staunen die “Zeit”. Die Medien, hatte ich neulich mitbekommen, wird gesagt, hätten eine Rolle übernommen, die ihnen nicht zusteht: die einer öffentlichen Macht. Aha. Hätten wir also Legislative, Judikative, Exekutive, Lobbykative, und jetzt noch Journikative.

Die Gewalten im Staat, wurde tief in meiner finsteren Jugend in der Schule für das Gemeine Volk gelehrt, seien unabhängig und würden sich gegenseitig überwachen.

In der “Zeit” steht jetzt (ZEIT, 9/2012) unter dem Titel “Keine Frage der Ehre” (“Ex-Bundespräsident Christian Wulff soll seinen Ehrensold bekommen – das Ende seiner Karriere ist Strafe genug”, von Heinrich Wefing):

[*quote*]
—————————————————————–
Natürlich war Christian Wulffs Rücktritt ein politischer Akt. Er hat auf sein Amt nicht aus persönlichen Motiven verzichtet, etwa weil er sich der Rosenzucht verschrieben hätte oder auswandern wollte, sondern weil er von Vorwürfen derart umstellt war, dass er seine Aufgaben als erster Repräsentant der Republik nicht mehr erfüllen konnte, im Inland nicht und auch im Ausland, wie seine letzte Reise, der Staats besuch in Italien, drastisch gezeigt hat.
—————————————————————–
[*/quote*]

Ins Lexikon des gehobenen deutschen Staatsbürgertums wäre also aufzunehmen:

Amtsverunmöglichung, die

sowie die eingehende Analyse, ob sie heilbar, eine berufsbedingte Krankheit, und auch, ob sie auf Krankenschein zu behandeln wäre.

Lothar Späth’s früher Befund (1988!)

“Uns geht’s gut. Und wem’s schlecht geht,
dem geht’s schlecht auf hohem Niveau.”

(Lothar Späth, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13527237.html)

wird heute von der Journikative mitgetragen:

[*quote*]
—————————————————————–
Tag für Tag muss der Ex-Bundespräsident nun mit seiner Frau in dem
Eigenheim leben, das ihm das eigene Scheitern vor Augen führt.
—————————————————————–
[*/quote*]
(ZEIT, 9/2012)

Die Gewalten im Staat, wurde tief in meiner finsteren Jugend in der Schule für das Gemeine Volk gelehrt, seien unabhängig und würden sich gegenseitig überwachen.

Nein, sie sitzen mit am Fürstentisch!

—–
[http://www.ariplex.com/gbb/gbb_020.htm]




Wann ist eine Frau kein Mensch mehr?
Friday 2 September 2011 @ 2:35 am

Vor mehreren Jahren gab es eine Revolution in einer deutschen Stadt: alle Amtstitel wurden in der weiblichen Form verzwangt. Der männliche Bürgermeisterin war davon ebenso betroffen wie alle anderen gewählten und ungewählten Amtspersonen und Angestellten der Stadt.

Blick zurück im Zorn.

Im Krankenhaus. 50-er Jahre? 60-er Jahre? Egal. Irgendwann. Der Zorn des Gerechten, er erbost sich in seiner Not, allein gelassen zu sein: “Wo ist der Arzt!? Wo ist der Arzt!? Ich will endlich einen Arzt!” Der Arzt steht neben ihm. Es ist eine Frau. Er aber akzeptiert keine FRAU. Er will einen MANN.

Eine Frau als Arzt? Undenkbar!

Glücklicherweise hat diese Idiotie ein Ende bekommen. Erreicht oder gar passiert hat sie dieses Ende nicht.

Idioten gibt es auch auf der Gegenseite, in der Form der “Political Correctness”, bei der es an einem Wort immer ein “Innen” gibt. So findet sich beim Lesen eines Werbeprospekts für eine Kreuzfahrt auch ein Hinweis auf “Bullauge/innen”. Aha, der Bullauge. Wir wissen Bescheid. Und was ist, neben Steward/innen, der Job eines Bullauge/innen? Verrückt? Nein, sondern realer Gedankenunfall, vor mehreren Jahren in Deutschland passiert und mit Verschwörermiene und verschmitztem Gesicht weitererzählt.

Der Zwang zum Geschlechtsfetischismus und Geschlechtsfaschismus nimmt immer bizarrere Formen an. Eine Frau als Arzt? Undenkbar! Aber noch schlimmer: ein Mann als Krankenschwester. Nicht einmal “Krankenbruder” als Berufsbezeichnung wurde akzeptiert, es wurde ein neuer Begriff kreiert: der “Krankenpfleger”.

Ewiggestrige, könnte man meinen: unfähig für auch nur einen Funken Hirnleistung, eingefroren in ihrem Sprachnazi-Betonbunkerschädel – irgendwo zwischen 80 und scheintot. Aber der Naziismus gebiert ständig neue Ungeheuer, hirnlos, brutal, menschenverachtend.

Wann wird das Wort “Mensch” nicht mehr für Frauen gelten? Wann wird es “Menschin” heißen müssen? Das ist keine leere Frage, wie das Beispiel “Student” zeigt. Jetzt, im Jahr 2011.

http://info-parkour.de/hamburg-haw-studenten-magazin-pressefreiheit-zensur-asta.html

[*quote*]
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Das unabhängige Studenten-Magazin der HAW Hamburg
Stellungnahme: Unsere Meinung ist nicht käuflich

Das unabhängige Online-Studenten-Magazin der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, info-parkour.de, stellt seinen Betrieb bis auf Weiteres ein.

Wie kommt’s?

Wie ihr vielleicht wisst, wurde info-parkour und seine Redakteure seit Februar 2010 durch den AStA der HAW finanziert.

Im Sommer 2011 stand eine Verlängerung dieser Finanzierung an, die der AStA neben legitimen Forderungen wie Nachhaltigkeit u.ä. allerdings auch von Formulierungsstandards abhängig machen wollte. Diesen Formulierungen konnte info-parkour nicht zustimmen.

Und was sind das für Formulierungen?

Das Magazin verwendet seit Gründung 2008 für die Mehrzahl von Studenten und Studentinnen das Wort “Studenten”. Mit dieser Formulierung verstößt info-parkour neuerdings gegen den AStA-Satzungs-Punkt “Geschlechtergerechtigkeit”. Der AStA beschuldigt info-parkour also der Geschlechter-Diskriminierung.

Für eine erneute Finanzierung wären die Redakteure von info-parkour dazu gezwungen, in allen veröffentlichten Artikeln die Formulierung “Studierende” zu verwenden, da diese laut einer Studie angeblich als geschlechtsneutral angesehen wird.

Und jetzt macht ihr wegen dieses Wortes so viel Wind?

Uns geht es bei dieser Diskussion nicht um das Wort “Studenten” an sich. Vielmehr geht es darum, dass info-parkour zum Start der Finanzierung 2010 redaktionelle Unabhängigkeit zugesprochen bekam, mit der der AStA info-parkour in der Öffentlichkeit beworben hat.

Diese redaktionelle Freiheit, die in der geltenden deutschen Pressefreiheit verankert ist, würde info-parkour in diesem Falle durch den AStA verwehrt.

Warum schreibt ihr nicht einfach, wie der AStA will, und ihr bekommt dafür weiterhin das Geld?

Darüber haben wir uns natürlich auch Gedanken gemacht. Nur würde die Redaktion unter diesen Umständen gegen ihre ausdrückliche Überzeugung handeln und nicht mehr unabhängig entscheiden. Wir würden uns also kaufen lassen.

Die ausdrückliche Überzeugung liegt darin, dass Studien nicht darüber entscheiden können, welche Worte im deutschen Sprachgebrauch erlaubt sind und welche verboten sind. Darüber entscheidet der Gesetzgeber und nicht irgendein AStA.

Als journalistisches Projekt bezieht sich info-parkour daher bei Formulierungsstandards auf deutschsprachige journalistische Institutionen wie Frankfurter Allgemeine Zeitung, Der Spiegel, Süddeutsche Zeitung, Die Zeit oder Neue Zürcher Zeitung.

Aber die HAW und das STUDIERENDENwerk schreiben doch auch so?

Absolut, das ist deren gutes Recht. info-parkour will diese Formulierung ja auch nicht verbieten, stellt sie aber in Frage. Die Basis demokratischer Diskussionskultur.

Wenn Studenten an der HAW studieren oder in der Mensa essen wollen, werden sie ja auch nicht dazu verpflichtet nur noch von “Studierenden” zu sprechen.

Die einzige Forderung von info-parkour an den AStA der HAW zur Weiterfinanzierung war das Recht auf freie Meinungsäußerung, die dem Magazin so aber nicht gewährt würde.

“Der AStA kann dem info-parkour die Pressefreiheit nur gewähren, sofern auch deren Arbeit [info-parkour] satzungskonform ist.” (aus der offiziellen Stellungnahme des AStA-Vorstandes, Tilmy Alazar)

Weder obliegt das Gewähren der Pressefreiheit dem AStA, noch steht die AStA-Satzung über der Pressefreiheit.

info-parkour verzichtet aufgrund dieser Entscheidung des AStA auf eine Weiterfinanzierung, um den AStA vor einem möglichen Vorwurf wegen Zensur zu schützen.

Ihr wurdet doch schon über ein Jahr vom AStA finanziert, warum fällt denen das jetzt erst auf?

Ja, da ist sie wieder, die Sache mit den Studien. Plötzlich tauchte eine Studie auf und wir sollten uns verpflichten diese neue Formulierung einzuhalten.

Jedes einzelne Teammitglied hat für sich entschieden, dass info-parkour unter solch pressefeindlichen Bedingungen nicht Teil dieses AStA der HAW sein kann.

AStAs und ihre Satzungen kommen und gehen, die Pressefreiheit bleibt.

Und warum macht ihr nicht einfach weiter?

Das haben wir natürlich vor, nur wurden durch den AStA acht HAW-Studenten als Redakteure des Magazins finanziert. Die meisten studentischen Geldbeutel sind dabei auf jeden Euro angewiesen, der nun anderweitig verdient werden muss. So wird das Zeitkonto für den info-parkour vorerst geschmälert.

Heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder, keine Frage

info-parkour existiert als in der Hochschule verankertes Studenten-Magazin seit 2008 und fühlte sich verpflichtet, die Campuskultur der HAW zu fördern und Studenten die Möglichkeit zu geben, sich frei und unabhängig in allen Bereichen journalistischer Tätigkeiten auszuprobieren und sich weiterzuentwickeln.

Hierbei fand info-parkour als journalistisches Magazin immer wieder Akzeptanz und Unterstützung in der Hochschule direkt und es wurde nie versucht, Einfluss auf den Inhalt oder die Formulierung zu nehmen.

Das Magazin musste sich in den vergangenen vier Jahren häufiger Herausforderungen finanzieller sowie organisatorischer Natur stellen, aus denen info-parkour immer gestärkt hervorging. Dass der AStA (bestehend aus Studenten!) nun maßgeblich an der vorübergehenden Einstellung des Magazins mit verantwortlich ist, entbehrt einer gewissen Ironie nicht.

info-parkour bedankt sich beim AStA der HAW für die zurückliegende Zusammenarbeit und finanzielle Unterstützung und wünscht deren Mannschaft (und Frauschaft, natürlich) darüber hinaus mehr Mut im Umgang mit Campuskultur, die als allererstes auf Meinungsfreiheit und deren ungehinderter Äußerung basiert.

Das info-parkour-Team bedankt sich außerdem bei vielen ehemaligen Teammitgliedern, Autoren, Unterstützern aus der Hochschule und dem Stadtteil St. Georg.

Katharina Bildredaktion
Anatzki Bildredaktion
Marc Stellenbörse
Beham Stellenbörse
Christine Chefredaktion
Gärtner Chefredaktion
Redaktion
Katja Harms Redaktion
Darja Redaktion
Hentschel Redaktion
Elmas Redaktion
Pekdemir Redaktion
Waldemar Videoredaktion
Schmidt Videoredaktion
Patrick Herausgeber
Schulz Herausgeber
redaktion[at]info-parkour.de
Info-Parkour
Archiv
—————————————————————-
[*/quote*]

Aus Solidarität mit den Redakteuren von Info-Parkour habe ich ihren Text als mahnende Erinnerung übernommen.




Michael Moore’s neuer Dokumentarfilm über den 2. Weltkrieg
Wednesday 22 June 2011 @ 3:52 am

Michael Moore hat einen neuen Dokumentarfilm über den 2. Weltkrieg. Nicht der Michael Moore von heute, sondern der Michael Moore von heute als der Michael Moore von damals.

Der Dokumentarfilm über den Dokumentarfilm:




Homöopathen betrügen ihre Patienten
Wednesday 1 June 2011 @ 3:40 am

Die meisten Medien sind im Umgang mit Betrug im Gesundheitssystem blind, insbesondere, wenn die Täter sich als “Naturheilkundler” ausgeben. Um so wichtiger ist das Interview, das der ORF jetzt veröffentlicht.

Prof. Edzard Ernst spricht deutliche Worte und es ist wichtig, daß der ORF dies in einer klaren und eindeutigen Überschrift seinen Zuschauern und Lesern weitergibt: “Homöopathen betrügen ihre Patienten”.

[*quote*]
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“Homöopathen betrügen ihre Patienten”

Der Deutsche Edzard Ernst gilt als profiliertester Kritiker der Homöopathie. 1993 hat er in England den weltweit ersten Lehrstuhl für Komplementärmedizin eingenommen. Knapp vor seiner Pensionierung zieht er nun ein Resümee: Zahlreiche Studien hätten bewiesen, dass Homöopathie für sich genommen keine Wirkung hat.

Placeboeffekte und die soziale Zuwendung des Arztes zum Patienten würden zwar einen Teil der positiven Auswirkungen erklären, seien aber kein Argument für diese alternativmedizinische Methode. Schließlich würden sie auch in der konventionellen Medizin eine Rolle spielen.

Anlässlich einer “Skeptiker”-Konferenz in Wien greift Ernst gegen Ende seiner Karriere noch einmal tief in die Kiste seiner Erfahrungen – und erzählt in einem science.ORF.at-Telefoninterview auch, warum ihm der Wiener Hang zu Intrigen das Fürchten beigebracht hat.
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[*/quote*]

Das Interview finden Sie hier:
http://science.orf.at/stories/1683407/
.




Die Selbstvermarktung der Medien und der Untergang des Landes Japan
Thursday 17 March 2011 @ 8:52 am

Es wird bei vielen Gelegenheiten gesagt, in dieser Republik gäbe es
Gebiete, Szenen, Gruppen, Inseln, Nischen – kurz: Ansammlungen von
Menschen -, die mehr oder minder isoliert vom Rest der Welt existieren und
eine wachsende Kluft zwischen diesen Gruppen.

Wenn ausgerechnet auf dem Gebiet der Kommunikation (Journalismus sollte,
zumindest vom urprünglichen Ansatz her, doch irgendwann einmal etwas –
wenn auch sehr entfernt – mit Kommunikation zu gehabt haben) die nach
ihrer Selbstverstandortung und nach der – wenn auch kindlich-naiven
Scheinwelt-geprägten – Weltsichtvermutung der Otto-Normal-Bevölkerung die
die Kommunikationsbranche Seienden sich weitab von Wissen und von
KommunikationsFÄHIGKEIT befinden, kommen da wirklich NIEMANDEM leise
Zweifel, wenn der zweiäugig Blinde dem Tauben Farben erklären will?

Die kafkaesken Verrenkungen der Medien – ihr Vakuum zu verkaufen als
Fakten – rufen bei den Fachleuten nur noch schieres Entsetzen hervor.

Die Kommunikationsbranche schafft sich selbst ab.

A Labertasche does not a Sendung make.




UK: no informed consent, but lies
Monday 2 August 2010 @ 6:45 am
    ‘Choice’ fetish spawns mind-meltingly stupid homeopathy policy

    The UK government’s rejection of a damning Commons report on homeopathy leaves Martin Robbins baffled and depressed

    Imagine asking a pharmacist for condoms and being given the choice between a packet of Durex and socks.

    The government has released its eagerly anticipated response to the Science and Technology Committee’s Evidence Check on Homeopathy and, incredibly, it’s even worse than I thought it would be. The verdict is “business as usual”, with the main recommendations of the committee ignored in a fog of confusion and double-think.”

The complete article by Martin Robbins:
http://www.guardian.co.uk/science/2010/jul/27/choice-fetish-homeopathy-policy
(guardian.co.uk, Wednesday 28 July 2010 08.28 BST)

-30-




What blows up must come down
Monday 19 July 2010 @ 3:48 pm

Das folgende ist ein Blog-Artikel von Orac bei Scienceblogs. Er dürfte einer der ersten zum Thema sein, und weil er die Krise zeigt, bringe ich ihn der Vollständigkeit halber im Ganzen, ohne jedoch die internen Links einzubinden.

http://scienceblogs.com/insolence/2010/07/blindsided_by_my_corporate_overlords_and.php

[*quote*]
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Blindsided by my corporate overlords and PepsiCo

Category: Blogging • Medicine • Science
Posted on: July 7, 2010 1:00 AM, by Orac

There’s a problem brewing and ScienceBlogs, a disturbance in the Force, if you will, and it’s a doozy. It’s a darkness that’s distubed several of my fellow ScienceBloggers to the point where I fear that some of them may leave. Indeed, it’s a spectacularly tin-eared and idiotic decision on the part of management that is leading me to start to wonder about my continued relationship with ScienceBlogs.

All in all, this is most definitely not good.

It all started when PalMD and I noticed something popping up on the ScienceBlogs newsfeed. It was a new blog in the collective announcing itself thusly: Welcome to Food Frontiers. That’s odd, I thought. We just added a couple of food and fitness blogs (Obesity Panacea and Tomorrow’s Table). Then I saw this and was not pleased:

    On behalf of the team here at ScienceBlogs, I’d like to welcome you to Food Frontiers, a new project presented by PepsiCo.

    As part of this partnership, we’ll hear from a wide range of experts on how the company is developing products rooted in rigorous, science-based nutrition standards to offer consumers more wholesome and enjoyable foods and beverages. The focus will be on innovations in science, nutrition and health policy. In addition to learning more about the transformation of PepsiCo’s product portfolio, we’ll be seeing some of the innovative ways it is planning to reduce its use of energy, water and packaging.”

And this on the left sidebar:

    “PepsiCo’s R&D Leadership Team discusses the science behind the food industry’s role in addressing global public health challenges. This is an extension of PepsiCo’s own Food Frontiers blog. All editorial content on the blog is overseen by ScienceBlogs editors.”

This is a problem. A big problem. Leaving aside what the heck it means that all editorial content on the blog is overseen by ScienceBlogs editors, what we have here is a corporate blog on ScienceBlogs. I realize that this isn’t the first time we’ve hosted corporate blogs before, but there’s something about this one that bothers me. For instance, there was Collective Imagination, which was sponsored by GE. There was also Next Generation Energy, which was sponsored by Shell. No big deal, right? What’s the difference between the PepsiCo blog and those previous corporate blogs? If those blogs didn’t bother me, why does the PepsiCo blog disturb me? There are a few reasons.

One reason is that these prior blogs were sponsored by a corporation, but the corporation didn’t take primary responsibility for writing them. In the case of Collective Imagination, one of our own, Greg Laden, participated in writing the blog, along with some GE scientists. In the case of Next Generation Energy, the blog was written by a combination of ScienceBloggers and guest bloggers. In contrast, Food Frontiers appears to be written entirely by R&D scientists employed by PepsiCo, leading me to ask: Why does PepsiCo need ScienceBlogs? Doesn’t the company have its own resources sufficient to produce its own blog? Does it need us to do the following:

    “We have some exciting things planned for this project, including a video series that will begin with a look at the role the food industry plays in health issues, and how industry research into chemistry, physiology, neuroscience, behavioral economics, medicine, and nutrition can improve health outcomes around the world.”

I would answer that it does not, nor does ScienceBlogs require such material to provide interesting, educational, and entertaining blogging for its readers.

Look, I get it. I knew from the beginning that ScienceBlogs is a business. I knew from the beginning that one of its goals was to turn a profit. I knew from the beginning that it would be advertiser supported. I’m not averse to advertising, even after the occasional ad has embarrassed the hell out of me because it was for alternative medicine quackery or some other pseudoscience. In general, our Benevolent Overlords would rapidly banish such ads when they were pointed out. There was also the understanding that the right bar and the top bar belonged to ScienceBlogs and existed for advertising, while the center bar belongs to individual bloggers. For the most part, that deal held. Even better, ScienceBlogs did something that is very rare in any sort of commercial website. It exercised no editorial control over what I wrote.

Let me repeat that. ScienceBlogs and Seed never exercised even the most minimal editorial control over my blogging or that of any other ScienceBlogger. If you don’t believe that, ask yourself: Would any blog network or magazine that exercised editorial control over content permit the desecration of a Catholic host as an anti-religion protest, as P.Z. Myers did a couple of years ago.

I think not.

It wasn’t just that, either. In the beginning, at least, there was a real sense of community among those of us chosen to be ScienceBloggers. Oh, sure, there was the occasional internecine dust-up, sometimes pretty nasty. But Seed sponsored blogger meetups and tried to keep a sense of community. True, the last couple of years there haven’t been any meetups, thanks to the economic downturn and the increased number of bloggers (at least, those are the reasons I suspect) and the sense of community has clearly eroded, but even so this remains a pretty decent gig. Those of us lucky enough to be invited to blog for ScienceBlogs don’t have to worry about technical upkeep of our blogs; we get paid a bit based on our traffic; and our corporoate overlords by and large don’t interfere with what we write. What’s not to like?

The blurring between advertising and blogging is not to like, at least not right now. What Seed has done is to set a dangerous precedent that goes beyond earlier corporate blogs. It has taken what is in essence advertising material and placed it front and center as a blog that’s coequal to me, not to mention to all my fellow ScienceBloggers–no, more than coequal. After all, it’s a corporate blog, written by scientists working for the corporation and edited by Evan Lerner and other ScienceBlogs editors. We don’t get that kind of attention from our management. But then we don’t pay what is likely a tidy sum to blog for ScienceBlogs. On the other hand, we drive the traffic that allows ScienceBlogs to attract a company like PepsiCo to spend money to promote its message through our blogs.

I admit that I didn’t pay much attention to the corporate blogs that preceded Food Frontiers. In retrospect, I now realize that I probably should have, because if I had I’d have probably seen this sort of thing coming. More importantly, my failure to pay attention to these precursor blogs was probably due to parochialism. GE is not a medical or pharmaceutical company, nor is Shell. It didn’t concern me. I recently made a snarky comment in the comments of PZ’s blog about how he didn’t decide that he was “done with” The Huffington Post until it started spouting what bugged him, namedly creationist nonsense. Maybe I’m the same way. I didn’t notice that Seed was getting a little too willing to let corporations spread their message through blogs rather than through ads on ScienceBlogs until it let a company responsible for producing huge quantities of junk food and arguably promoting the obesity epidemic have its very own blog. In other words, I was a “shruggie” until it was my ox that was gored. Now I’m left wondering: What’s next? The Merck Blog? The Sanofi-Aventis Blog? (If you’ve been paying attention to the antics of a certain member of the anti-vaccine movement you’ll know why I chose that latter one.) Here I am, trying very much to make sure that I can’t be legitimately charged with being a shill for pharma or the food industry, and Seed just cut my legs out from under me and left me open to all sorts of ridiculous charges by the loons in the anti-vaccine movement.

Worse, it came completely by surprise. Would it have been too much to give us ScienceBloggers a heads-up? No one in management sent out a notice that this was coming, and I discovered it only when the blog first popped up on my newsfeed yesterday afternoon. I e-mailed blog bud PalMD with a puzzled and dismayed “WTF?” and pretty soon there appeared to be a revolt brewing, with blogchild Mark Chu-Carroll deciding to stop blogging for ScienceBlogs for a while, to see what happens, referring to the deal as “sleaze” and Grrl Scientist writing about “sucking corporate dick.” ERV, on the other hand, appears to have no problem with the arrangement, going as far as referring to those of us who do have concerns about it as “arrogant idiots” and:

    “…snooty assholes who think that they look more educated or forward-thinking or refined because “they don’t drink ‘soda’ or eat Doritos” is unimpressive. Its simultaneously intellectually lazy and condescending.”

I for one do drink pop (we’re in the midwest here; to me it’s pop, not soda) and I happen to love Doritos and other Frito Lay products as well as Lipton Iced Tea (although I have to admit that I much prefer Coke to Pepsi; alway have.) In other words, I’m a junk food junkie, and I have nothing against PepsiCo personally. That doesn’t mean I want to be so closely associated with it. DRV is free to snuggle up to her heart’s content with Pepsico; I don’t really care. But ERV would feel differently if she were a physician, like PalMD or myself, and were trying to promote science-based medicine. One of the most persistent false charges used by quacks and cranks to try to discredit us is the charge of being a pharma shill or a corporate shill. I myself just suffered having a bunch of loons from the Age of Autism try to get me fired from my job for made up conflicts of interest that I allegedly didn’t disclose. That ERV so blithely and sarcastically dismisses legitimate concerns about this situation does not speak well of her at all. My estimation of her just dropped a couple of notches. (Whether she cares about my opinion of her or not, who knows?) It would have been one thing if ERV had simply said she disagreed and stated why, but she went out of her way to show contempt for those expressing their concerns, and for that it’s highly tempting to go all Orac on her. Let me just point out that obesity is one of the biggest drivers of chronic disease, including certain cancers, and as a cancer surgeon I find it disconcerting–to say the least!– to see my corporate overlords applying lips to corporate anus in so shameless a fashion.

Now don’t get me wrong. As I said, I don’t object to advertising per se as a means of supporting ScienceBlogs. I do object to advertising being given coequal status to my blogging–greater than equal status, actually. What I do object to is the blurring of the line between advertising and content. At the same time, I do acknowledge that Food Frontiers is clearly labeled as being the product of PepsiCo. What bothers me is that it isn’t represented as advertising.

For the moment I’m willing to take a wait and see approach. I’m also going to be paying close attention to this new interloper. Just because it’s Seed-supported won’t inoculate it from a heapin’ helpin’ of not-so-Respectful Insolence. What happens next will also guide what would seem to be a mandatory reevaluation of my relationship with Seed and ScienceBlogs. Seed and ScienceBlogs have built up a lot of good will with me; so I’m inclined for the moment to give them the benefit of the doubt, although I remain disturbed that this project wasn’t announced to us before it caught us by surprise. My font of good will isn’t bottomless, however. Like Mike Dunford and Jason Goldman, I’m not reacting in a knee-jerk fashion to the mere concept of a corporate blog. After all, I didn’t react one way or the other to the two or three such blogs that preceded the PepsiCo blog. Nor am I necessarily planning to leave ScienceBlogs just over the concept of a blog like PepsiCo’s blog, but I am going to be watching it very carefully.
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[*/quote*]

Scienceblogs hat eine Krise. “Coturnix” zeigt in seinem “The PepsiGate linkfest” eine Zwischenbilanz:

http://scienceblogs.com/clock/2010/07/the_pepsigate_linkfest.php
“Posted on: July 10, 2010 10:08 PM, by Coturnix”

Heute ist Coturnix ausgestiegen:

“A Farewell to Scienceblogs: the Changing Science Blogging Ecosystem”
“Posted on: July 19, 2010 12:00 PM, by Coturnix”

http://scienceblogs.com/clock/2010/07/scienceblogs_and_me_and_the_ch.php

“TANSTAAFL” heißt es im Amerikanischen: “There ain’t no such thing as a free lunch.”, frei übersetzt: “Nichts ist umsonst.”

Der Betrieb der Blog-Server kostet Geld, und das muß mit Reklame erwirtschaftet werden. Aber Reklame wofür?

Reklame und Reklame wofür sind nur ein Teil des Problems. Unbrauchbare Auswahl der Blogger gehört auch dazu. 2 Blogger bei Scienceblogs.de sind inzwischen gegangen: Bert Ehgartner und Peter Artmann (http://ariplex.com/folia/archives/7.htm).

Scienceblogs hätte sie gar nicht erst aufnehmen dürfen. Aber auch das ist nur ein Teil des Problems. Schwieriger ist die Frage, warum jemand überhaupt zu Scienceblogs geht. Einerseits ist es eine Ehre, von Scienceblogs eingeladen zu werden, und andererseits … gibt es dort Geld. Die Blogger (so hat Orac vor einiger Zeit freimütig erzählt) werden bezahlt.

Bezahlt wofür? Für eine Leistung. Für das Anlocken und Bändigen einer Masse, als Werbemittel und Animateure. Wozu? Um Reklame unter das Volk zu bringen.

Je mehr Leser, je beliebter, desto mehr rollt der Rubel. Die Qualität bleibt da – logischerweise – auf der Strecke.

Die meisten Surfer wissen es vermutlich noch nicht, die Blogger bei Scienceblogs wissen es von der ersten Sekunde an: Wenn sie einsteigen, gibt es Geld.

Ein Teil der Frage, warum die Leute so gerne bei Scienceblogs einsteigen, ist damit geklärt: Geld.

Bleibt die Sache mit der “Ehre”. Warum soll es eine Ehre sein, von Scienceblogs eingeladen zu werden? Die Eingeladenen sind keine Schüler oder Putzfrauen, es sind teilweise gestandene Dozenten, Doktoranden oder Professoren. Die Uni gibt ihnen web-space und Technik, sie sind in ihrem eigenen Revier, sie haben völlige Freiheit, warum sollten sie das aufgeben? Ist es nur das Geld?

Welche “Ehre” ist es denn, von einem Reklamevermarkter als Animateur engagiert zu werden? Inhaltlich ist da nichts und die “Moderation” war – so meine Erfahrung – SEHR dürftig.

Es gab und gibt viele Gründe, Scienceblogs weiträumig zu umfahren. Wer meint, daß er etwas zu sagen hat, der kann es in der Uni oder der Klinik tun, oder er spendiert 35 Euro, das sind 67 Cent die Woche, für das Anmieten eines eigenen web-space inclusive Domainregistrierung.

Wer meint, daß er etwas zu sagen hat, der kann es tun, völlig ungestört: Web-Seiten schreiben – und fertig.

Aber das Bloggen hat etwas Besonderes, Coturnix beschreibt es in seinem Fazit, es ist die Diskussion mit den Lesern. Er lernte, daß es sehr deprimierend ist, mit Leuten zu diskutieren.

In vielen Blogs ist das Niveau tief unten, bei “Stammtisch”. Auch das ist eine Folge mißlungener Moderation. Intellektuelle Härte wird als Pöbeln bezeichnet, schleimiges Mobben hofiert – was kann daraus schon entstehen?: Schlamm.

Deshalb eine Klarstellung: Folia lib. ist kein Blog. Folia lib. ist eine Technik.




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