August « 2010 « Folia lib.
Ganz kleine Hände
Monday 30 August 2010 @ 1:02 pm

Wer ein menschliches Baby sieht, hält dessen Hände für klein. Doch wie klein ist dagegen die Hand eines Froschs?
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Bilder aus einem Zoo:

http://www.zooborns.com/zooborns/




Was ist Homöopathie?
Saturday 21 August 2010 @ 1:19 am

Ohne Wenn und Aber: Homöopathie ist Pfusch! Die Frage “Was ist Homöopathie?” muß man dennoch stellen, und zwar zur Klassifizierung.

Ist das, was als Homöopathie BEHAUPTET wird, tatsächlich Homöopathie? Was ist zum Beispiel mit folgendem Angebot?:

    http://hortus-med.de/Homöopathie/Mensch/Komplexmittel/Abnehm-Globuli

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    [*/QUOTE*]

Ist etwas homöopathisch, bloß weil es 1x verdünnt wurde?

Homöopathen haben fachlich nichts zu bieten, also schmücken sie sich mit lateinischen Ausdrücken, um die Kundschaft zu beeindrucken. Einfachste, zusammengeschüttete Gemische werden hochtrabend zu “Komplexmittel” hochstilisiert. Ein typisches Verhalten von Hochstaplern…

Bei den “Komplex-Mitteln” (das sind nichts anderes als zusammengerührte Gemische!) werden Substanzen eingesetzt, die teilweise nur 1:10 verdünnt (“D1”) sind, ja sogar in “D0”, also gar nicht verdünnt (das ist die reine “Urtinktur”). Ist das noch Homöopathie? Nein, das ist keine Homöopathie, sondern ein Etikettenschwindel. Mit “der” Homöopathie nach Hahnemann haben diese Dinge nicht das mindeste zu tun.

Genau hier liegt das Problem. Was ist Homöopathie – und was nicht? Diese Frage MUSS entschieden werden, denn leider ist Homöopathie von einem intellektuell sehr überforderten und von der Sekten-Lobby betrogenen Gesetzgeber durch Ausnahmeregeln geschützt: Während Medikamente der wissenschaftlichen Medizin ihre Wirksamkeit durch Studien beweisen müssen, kleben die Hersteller von homöopathischen Mitteln sich lediglich das Etikett auf – und fertig. Keine Studien, keine Nachweise der Wirksamkeit.

Was von alledem, was als Homöopathie bezeichnet wird, ist tatsächlich Homöopathie?

Was von alledem, was als Homöopathie bezeichnet wird, wird von den Ausnahmeregeln der Gesetze tatsächlich erlaubt?

Unter Umgehung fast sämtlicher Vorschriften der Wissenschaft und der Medizin werden von Homöopathen Mittel verkauft und eingesetzt, die gar nicht die Vorgaben der Homöopathie erfüllen. Diesem Betrug an Kranken muß ein Ende gesetzt werden.

Warum nur, so muß man sich fragen, sind diese Dinge nicht schon längst aufgedeckt und in Arbeit genommen worden? Die Homöopathen selbst MÜSSEN das doch wissen. Die Homöopathen, zumindest SIE, müßten doch für Klarheit sorgen.

In der Tat, diese Dinge sind bekannt, aber sie werden durch einen Binnenkonsens der Esoteriker geschützt: Kritik ist schlicht und einfach verboten. Mit großer Aggression werden Kritiker und Abweichler bekämpft. Während die Esoteriker der Ärzteschaft vorwerfen “Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.”, sind sie selbst noch viel schlimmer, denn sie selber tun exakt das, was sie der Ärzteschaft vorwerfen.
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Ist dieser Binnenkonsens der Esoteriker bekannt? Weiß die Ärzteschaft davon? Durchaus. Doch niemand tut etwas dagegen.

Wir haben eine Parallelgesellschaft mit eigenen Regeln, die sich über die Gesetzgebung hinwegsetzen kann. Eine Parallelgesellschaft, in der Binnenkonsense und die Regeln von Straßengangs herrschen.

Eine Parallelgesellschaft, die nicht nur geduldet, sondern sogar hofiert wird.

Eine Parallelgesellschaft, in der Kranken sogar Hundekot als Medikament verkauft wird.
(siehe http://www.ariplex.com/ama/ama_hund.htm)

Wir leben im tiefsten Mittelalter.
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Hundekot als Medizin, wir leben im tiefsten Mittelalter




Geheimkonferenz der Schnüffler
Monday 16 August 2010 @ 7:08 am

Die Schnüffler und ihre Geheimkonferenz, darf man ihnen dabei zusehen? Versuchen wir es, denn zur Zeit brodelt es vor und hinter den Kulissen. Eine ausländische Größtfirma, nennen wir sie “G”, schickt Spähtrupps durch die Straßen und veröffentlicht die Fotos und Kamerafahrten anschließend im WWW.

Die auf diese Weise ausgespähten Bürger sind verständlicherweise wenig begeistert, manche laufen sogar Sturm. Die Schnüffler sehen das mit Sorge, ist das Webangebot von “G”, der international größten Ausspähungsfirma, doch eines ihrer wichtigsten Werkzeuge, und das sogar gratis.

Dürfen wir annehmen, daß die Schnüffler “G” kritisieren? Werden sie die Position der Bürger vertreten?

Die Bürger werden es nicht erfahren: nicht sehen, nicht hören, nicht lesen. Die einen begreifen die Situation nicht und die anderen frönen ihrem Hobby, dem Schnüffeln.

Wie schön, wenn auf die gleiche Weise Steuern abgeschafft werden könnten oder Politiker zur Wahrheit erzogen. Doch beides bleibt ein Traum. Der Fehler liegt im System. Vertrauen ist gut, Schnüffeln ist besser.

Abzocken ist am besten.

Man darf sich nur nicht erwischen lassen…




Verschweigen wir denn auch nicht, daß…
Monday 16 August 2010 @ 6:52 am

Eine Studie zu publizieren ist eine Sache mit Ehre. Das Image des Autors wird mit jeder weiteren Publikation verschönert. Interessant ist nun, wie das Image von Autoren dazu führt, daß sie publiziert werden. Wobei das dem Medium und erst recht dem Verlag wenig Ehre bereitete.

Der wichtigste Satz des Kommentars ist kurz. Er lautet:

[*QUOTE*]
The authors of the original source material — Mark, Matthew and Luke — could not be reached.
[*/QUOTE*]

Diese drei Herren sind die Erstautoren. Vielleicht erhellt es die Lage ein wenig, ihre gebräuchlichen Namen zu nennen: Markus, Matthäus und Lukas. Zusätzlich noch der Hinweis, daß dies augenscheinlich ihre bekannten Namen sind. Die nähere Familienzuordnung zu nennen ist unüblich.

Markus, Matthäus und Lukas als Erstautoren wurden in einer Analyse genannt. Weise wäre es gewesen, sie vor Veröffentlichung zu befragen. Doch man begnügte sich mit dem Lesen ihrer Berichte.

Vielleicht erhellt es die Lage ein wenig, ihre Berichte Berichte zu nennen und nicht Studie. Erwähnen sollte man auch, daß die originalen Papiere der drei Herren verschollen sind, so die denn je in Schrift existiert haben sollten. Die Berichte, das muß also gesagt werden, wurden kolportiert, von Personen, deren Werke wiederum kolportiert wurden. Information nicht aus erster Hand und nicht aus zweiter, vielmehr waren die Analytiker die letzten in einer langen Reihe. Verschweigen wir denn auch nicht, daß diese Reihe 2000 Jahre brauchte von den Erstautoren zu den Analytikern.

Die Analytiker gaben sich die Ehre, die Werke der Erstautoren zu lesen und daraus ihre Schlüsse zu ziehen. Diese wurden dann veröffentlicht in einem wissenschaftlichen Journal, woraus diese Veröffentlichung Ehre bringen sollte. Allein, dem war nicht so, das Werk wurde zurückgezogen. Warum, das berichtet Ivan Oransky, ein Redakteur einer Nachrichtenagentur:

http://retractionwatch.wordpress.com/2010/08/12/the-shroud-of-retraction-virology-journal-withdraws-paper-about-whether-christ-cured-a-woman-with-the-flu/
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Der Berichterstatter dieses ist gleichwohl auch in einer Kette, beginnend mit Ivan Oransky, mittels P.Z. Myers, sowie cohen in esowatch.com; es sind auch ihm wie den Analytikern die Erstautoren leider nicht zu einer Stellungnahme verfüglich über die Eigenschaften jenes Virus, das sich unkörperlich, rein geistig, obwohl völlig ohne Geist, seit 2000 Jahren auf der Erde verbreitet und in dieser Zeit seiner Existenz mehr Tote hinterließ als alle anderen Infektionskrankheiten.




UK: no informed consent, but lies
Monday 2 August 2010 @ 6:45 am
    ‘Choice’ fetish spawns mind-meltingly stupid homeopathy policy

    The UK government’s rejection of a damning Commons report on homeopathy leaves Martin Robbins baffled and depressed

    Imagine asking a pharmacist for condoms and being given the choice between a packet of Durex and socks.

    The government has released its eagerly anticipated response to the Science and Technology Committee’s Evidence Check on Homeopathy and, incredibly, it’s even worse than I thought it would be. The verdict is “business as usual”, with the main recommendations of the committee ignored in a fog of confusion and double-think.”

The complete article by Martin Robbins:
http://www.guardian.co.uk/science/2010/jul/27/choice-fetish-homeopathy-policy
(guardian.co.uk, Wednesday 28 July 2010 08.28 BST)

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Das Wüstenblei der Deathparade
Monday 2 August 2010 @ 5:35 am

Nachdem beim Regividerm-Skandal des WDR sich seit Beginn der Affaire im Oktober 2009 der Medienskandal 2.0 offenbart (siehe http://www.kindersprechstunde.at) , erleben wir bei der Loveparade schon wieder ein landesweites Totalversagen der Medien: kritisiert wird nur, wenn es nicht das eigene Nest trifft.

    “Die Loveparade in den Medien
    Ein einziger Blick in die Zukunft hätte doch gezeigt…

    Es ist eine bemerkenswerte Selbstgerechtigkeit, die durch viele Berichte über die Loveparade schimmert. Weitgehend ungestellt bleibt darin die Frage, warum die Journalisten selbst die angeblich unübersehbaren Mängel übersehen hatten.

So kommentiert Stefan Niggemeier die Situation am 1.8.2010 in der FAZ.
http://www.faz.net/s/RubCCB49507459C498F8E6FA9E990486D14/
Doc~E9A34C147432A446B8BE34E4E43B7C974~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Die Kritik an der Deathparade [1] kam in den Kommentarteilen und Foren – auch von Zeitungen -, aber wer liest denn schon DIE EIGENEN Foren und Kommentarteile? Die Redakteure offensichtlich nicht, auch keine freien Journalisten. Oder schwiegen auch sie aus Angst um ihre Brötchen – und taten es damit den Stadtoberen in Duisburg gleich, die sie nun bekritteln?

Bis der Artikel von Stefan Niggemeier erschien, dauerte es 5 Tage. Schon wieder war das Netz schneller:
26.7.2010:
“20 Tote + 510 Verletzte = Totalversagen des Journalismus in Deutschland”
http://transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=6385

Eine der Fragen, die immer wichtiger wird: “Wozu noch Zeitungen?”
(http://ariplex.com/folia/archives/72.htm)

Wird Guano der Dünger der Redaktionsgummibäume?

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Akupunktur, der west-östliche Boomerang
Monday 2 August 2010 @ 4:27 am
    “Der Franzose George Soulié de Morant gilt als Vater der westlichen Akupunktur. Aber alle Indizien deuten darauf hin, dass er in China nie eine Nadel gestochen, vermutlich nie eine Nadelung gesehen hat.”

So beginnt Hanjo Lehmann seinen Artikel “Akupunktur im Westen: Am Anfang war ein Scharlatan” im aktuellen Heft des Ärzteblatts.
(http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=heft&id=77695)

Eine harmlose Überschrift, denn Vieles wurde von Pfuschern und Schamanen begonnen, um später durch wissenschaftliche Analyse und fortwährende Verbesserung nutzbar gemacht zu werden als wirksame Medizin.

Doch bei Akupunktur ist es anders, und das gleich doppelt. So ist der zusammengesponnene Blödsinn des Erfinders, George Soulié de Morant, eben NICHT analysiert, sondern mit Gewalt weitergetragen worden, sogar bis in die Bundesärztekammer, und dort fixiert im “Musterkursbuch Akupunktur” der Bundesärztekammer.

Hanjo Lehmann wörtlich:

    “Doch er kam damit durch – zumal er einige zwar falsche, doch eingängige Erklärungsmodelle fand. Diese prägen bis heute die Lehrinhalte, bis hin zum “Musterkursbuch Akupunktur” der Bundesärztekammer. “Meridian” machte aus den chinesischen Jingluo körperlose Linien. “Energie” machte aus Qi – das im Chinesischen viele Bedeutungen hat, in der Medizin aber die einer Feinsubstanz – ebenfalls etwas Körperloses, vergleichbar dem elektrischen Strom.

    Doch für die Chinesen waren die Jingluo „Gefäße, in denen Blut und Qi fließt“ – und zwar keineswegs überall gleich viel. Gelegentlich zitiert Soulié das, etwa beim Lungen-Meridian: “The meridian has much energy and little blood.” (20) Ansonsten ignoriert er es und spricht nur von “management of energy”.

    Nur so konnten ausgebildete Ärzte Konstrukte schlucken wie den “dreifachen Meridian-Kreislauf”. Im “Musterkursbuch” heißt er “Leitbahnumlauf”, was aber genauso absurd ist. Nicht anders die “Dickdarm-Leitbahn”. Wenn man bedenkt, dass hier angeblich “Blut und noch etwas” von der Hand zum Kopf fließen soll, wird das zum Aberglauben: Es gibt keine solche Struktur. Und wenn es die Fließrichtung der Leitbahnen wirklich gebe – wie könnte man dann zum Beispiel durch Nadelung von Magen36-Zusanli gegen die Leitbahnrichtung auffüllend beziehungsweise “tonisierend” auf den Magen einwirken?”

Das ist Sprengstoff. Vor allem, weil, zweitens, das Ganze eine politische Dimension hat:

    “Seit dem Sturz der Qing-Dynastie war Chinas alte Medizin ein Spielball der Politik. Ihr Wiederaufstieg ab 1955 war politisch bedingt. Sie nannte sich „traditionell“, war es aber in Wirklichkeit nicht: Arbeit in Krankenhäusern, Tür an Tür mit moderner Medizin. Keine Notfallbehandlungen. EKG, Röntgen, Blutbild gab es auch für TCM-Patienten. Die Führung der Krankenakten erfolgte auf der Grundlage medizinisch-wissenschaftlicher Begriffe. Bei der Ausbildung an den Hochschulen wurde zunächst Biologie gelehrt, dann, wie eine Fremdsprache, wurden die TCM-Kategorien vermittelt.

    Bei den jungen Chinesen verlor die TCM zunehmend an Rückhalt. Doch dann kamen die Westler. Heilkräuter-Export und TCM-Kurse boomten. Und die Westler, dank der Vorarbeit Soulié de Morants und seiner Schüler, glaubten alles. So verstummten in China die Stimmen, die traditionelle Empirie und modernes Wissen in Einklang bringen wollten. Stattdessen kehrten obsolete Inhalte wie die „Leitbahnsehnen“ zurück in die Lehrbücher.

    Heute beruht das Selbstbewusstsein der TCM in China vor allem auf dem Ansehen im Westen. Und jede Kritik, jede grundsätzliche Diskussion – so die Sicht der Chinesen – würde dieses Ansehen gefährden. So trägt der Westen eine Mitschuld daran, dass die TCM in China immer reaktionärer wurde.”

Müssen wir im Westen die Blödsinnigkeiten eines – de fakto – Betrügers und seiner Folgemeute ertragen, damit die Chinesen ihr Gesicht nicht verlieren?

Müssen wir die Blödsinnigkeiten eines – de fakto – Betrügers und seiner Folgemeute ertragen, damit gerade diese Folgemeute ihr Gesicht und ihre Geldquelle nicht verliert?

Sind die Kranken die Sklaven der Selbstherrlichkeit und der Selbstermächtigung eines durch und durch verkommenen Gesundheits- und Justizsystems?

Die Antwort ist eindeutig: Ja.

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