July « 2013 « Folia lib.
Die Erdenferne derer im Elfenbeinturm
Monday 22 July 2013 @ 1:38 pm

Liebe Freunde,

dieses Mal bin ich ein Bote für eine Email an dradio.de. Natürlich, dies ist das Intranet und nicht dradio, aber das Problem, um das es geht, ist nicht auf dradio beschränkt. Es geht darum, daß Tatsachen als Meinung diffamiert werden, und daß im Sinne einer vorgeblichen Ausgewogenheit diese “Meinungen” kritiklos verbreitet und die Medien zur Propagandamaschine für gefährliche und sogar lebensgefährliche Dinge gemacht werden. Die Medien dienen dann nicht mehr der sachlichen Information, sondern sind Werkzeuge zur Indoktrination und zur Verdummung. Zur gefährlichen Verdummung, die Menschen das Leben kosten kann. Im vorliegenden Fall geht es um Kinder, denn das Thema der Sendung ist das Impfen bzw das Unterlassen von Impfungen.

Im Psiram-Forum ist der ganze Beitrag des Emailschreibers:

    http://forum.psiram.com/index.php?topic=11633.msg144373#msg144373

    [*quote*]
    ———————————————
    Andere Webseiten oder Medien / Re: Impflücke auf Deutschlandfunk heute ab 10 Uhr
    « Letzter Beitrag von Haftlmacher am Heute um 23:14:38 »

    Schade, daß offenbar niemand sich da (Gefahr im Verzug? – Die wachsende Impflücke in Deutschland Deutschlandfunk, Kontrovers, Montag, 22. Juli 2013 10:10) kurz mal zu Wort melden konnte. Ich kann um die Zeit – wenn überhaupt – so leider nur nebenbei ein bißchen mithören. Anrufen geht gar nicht. Aber was ich da mitbekommen habe, das hat gereicht. Gottseidank war wenigstens war ein vernünftiger Mensch (der Kinderarzt) im Studio, der doch ziemlich viel gerade gerückt hat.

    In der “Diskussionssendung” von heute früh morgens (Vorsicht Masern – wird in Deutschland zu wenig geimpft? Deutschlandradio Kultur, 2254, Montag, 22. Juli 2013 01:05) gab es nur eine hilflose Moderatorin. Sie hat den Anrufern so ziemlich jeden Unsinn durchgehen lassen.

    Das Dilemma ist – so scheint mir – schon das Format solcher Sendungen. Es dient ja in aller Regel dem “Meinungsaustausch” nach dem Motto: “Wie sehen Sie das?”.

    Allein das zeigt m.E., daß Sender/Redakteure nicht verstanden haben, daß Nutzen und Risiko von Impfungen eben keine Frage von Meinungen ist. Da geht es um Wissen – das Ergebnis wissenschaftlicher Untersuchungen. Das Erkennen und Verstehen der körperlichen (und sonstigen) Vorgänge beim Impfen. Meinungs-Pluralismus ist da doch eher kontraproduktiv.

    Freilich kann – und muß – in der Wissenschaft auch “diskutiert” werden: wo, wenn nicht da. Aber da geht es eben doch etwas anders zu.

    Wenn Standpunkte oder Erklärungen einander widersprechen, so bleiben die nicht einfach nebeneinander stehen. Weil dann in aller Regel auf der Hand liegt, daß mindestens eine/r davon falsch sein düfte. Und man möchte doch gern wissen, wie es sich tatsächlich verhält. Also schreitet man so dann zu einem ordentlichen Streit zum Zwecke der Klärung: welcher Standpunkt stimmt denn nun: einer? Gar keiner? Deiner? Meiner?

    Wenn man bei solchen (Radio-)Diskussionen wirklich was klarstellen möchte, gerät man unvermeidlich in eine Zwickmühle. Entweder man relativiert die eigene – hoffentlich wohlbegründete – Ansicht und gibt sich damit zufrieden, eine Meinung von den unendlich vielen denkbaren vorzutragen. Oder man besteht auf der Richtigkeit der vorgebrachten Argumente – und zieht sich den Vorwurf zu, intolerant, besserwisserisch und dogmatisch zu sein. Man könnte glatt meinen, so etwas Unschuldiges wie Argumente könnten die Entscheidungsfreiheit dieser Leute einschränken!

    Das ist in der Diskussion ja auch prompt passiert. Und das, obwohl der Kinderarzt bewunderungswürdig ruhig und sachlich war. Er hat lediglich seinerseits auf seinem Standpunkt bestanden, den er – im Gegensatz zu seinen Kritikern mit – stichhaltigen! – Argumenten begründet hat. Das reichte schon, um den Vorwurf gleich mehrmals zu provozieren: “… und gleich wird man als uninformiert und verantwortungslos hingestellt. Das lasse ich mir nicht nachsagen.”

    Deswegen fürchte ich kommt man nicht darum herum, den falschen Ausgangspunkt zum Thema zu machen.

    Mich hat das so geärgert: ich habe ganz auf die Schnelle eine notgedrungen nicht sehr ausgefeilte E-Mail zusammengeschustert und an den DLF geschickt. Ich habe dann aber nicht mehr mitgekriegt, ob die überhaupt erwähnt worden ist. Ich glaube aber eher nicht. In einer Meinungssendung das Meinen kritisieren – das kommt sicher nicht gut.

      [Zitat]
      —————-
      Ich bin entsetzt über die Art und Weise, wie die Medien – insbesondere
      Deutschlandradio/Deutschlandfunk das Thema behandeln. Sie hatten schon letzte Nacht eine ziemlich trostlose Diskussion zum Thema (Nachtgespräche DLR). Von richtiger Information keine Spur – dabei täte die so dringend not.

      Das zeigt gerade die aktuelle Debatte. Da werden Argumente ins Feld geführt – da stehen mir die Haare zu Berge! Sie entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage und stehen im Gegensatz zu gesichertem Wissen. Aber die Stichhaltigkeit dieser Argumente wird höchst selten mal sachkundig hinterfragt.

      Stattdessen tun sie so, als handele es sich um eine Meinungsfrage. Das zeigt allein schon die Auswahl Ihrer Gäste: jede Meinung – und sei sie noch so schlecht begründet – soll vertreten sein. Sie sind gleichberechtigt. Richtig und falsch – so was gibt es da offenbar nicht.

      Dabei gibt es doch gesichertes Wissen zu Impfungen. Für „Für“ wie „Wider“ gibt es wissenschaftliche Argumente. Und die sprechen ganz eindeutig für Impfungen.

      Impfgegner berufen sich u.a. gern auf ihre Erfahrungen. Aber persönliche Erfahrungen können nun mal nicht verallgemeinert werden.

      Weiter berufen sie sich gern auf Studien. Aber so einfach ist das auch wieder nicht: bei den Studien gibt es gute und schlechte. Gute liefern handfeste Beweise, schlechte tun das nicht. Man muß sich nur die richtigen rauspicken … Und im übrigen stützen sie sich auf Argumente, die samt und sonders wissenschaftlich widerlegt sind.

      Sie berufen sich auf die Wünsche und Ängste ihrer Patienten – wie Ihr alternativ-medizinischer Gast. Die “Patienten da abholen, wo sie sind” – das ist ein bißchen arg einfach. Information und Aufklärung – das ist es, was not tut! Aber das ist auch ein ganzes Ende mühsamer.

      Niemand kann einem Menschen verwehren, sich selbst gesundheitlichen Schaden zuzufügen – wenn er das denn unbedingt so will. Vermutlich weiß er nicht, daß es das ist, was er tut. Ich kenne jedenfalls niemanden, der das wissentlich macht.

      Aber Impfgegner treffen eine Entscheidung, für deren Folgen nicht sie allein, sondern auch andere einstehen müssen – und zwar nicht nur ihre eigenen Kinder.

      Da sollte man – wie bei Ärzten übrigens auch – erwarten, daß sie sich – richtig! – kundig machen, welche Risiken Impfungen mit sich bringen und welchen Nutzen. Und deswegen bin ich für eine Impfpflicht – obwohl ich weiß, daß die nicht wirklich vollzogen werden kann.
      —————-
      [Zitatende]

    Wenn schon im Radio eine dem Thema angemessene Diskussion nicht geht …
    ———————————————
    [*/quote*]

Leider gibt es von der dradio-Sendung kein Transkript. Im Sender erklärte man mir, das würde zuviel Arbeit machen. Man stelle statt dessen den Mitschnitt der Sendung online. Hier ist er:

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/07/22/dlf_20130722_1010_8eda1e75.mp3

Ca 54 Minuten. Nur was für Leute mit Nerven wie Stahlseile.

Die Web-Seite zu der Sendung:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kontrovers/2184069/

Emails wie jene wandern den Weg, den Ihr alle kennt: in den Mülleimer. Selbstbewußt und selbstsicher weiß der Journalist, daß Ausgewogenheit alles ist, und daß echtes Wissen es gar nicht gibt, denn alles ist Meinung. Und deswegen sterben Kinder.

Würde man sauber recherchieren, fände man auch Dinge wie diese:

Walther Bühler und Wilhelm zur Linden, zwei anthroposophische Ärzte, schreiben 1982 in “Vom Sinn der Kinderkrankheiten” WÖRTLICH:

    [*quote*]
    ——————————————————————————-
    Daran kann man erkennen, mit welcher verzweifelten Kraft ein
    gesund geborenes Kind einmal, ein einziges Mal eine Krankheit
    wirklich erleben und durchstehen möchte.
    ——————————————————————————-
    [*/quote*]

Das gilt selbstverständlich bereits für Säuglinge.

Wenn diese Kinder dann sterben, ist das die gerechte Strafe für deren Vergehen in einem früheren Leben. Früheres Leben, denn man wird nach dem Glauben der Anthroposophen endlos wiedergeboren. Dem Karma (der Strafe) darf ein Arzt auch nicht zuwiderhandeln. Dieser Arzt heilt nicht, er ist ein Sterbebegleiter.

Aus journalistischer Sicht ist das alles Meinung. Aber es bleiben lebenslang Behinderte und Leichen zurück. DAS ist keine Meinung. Das ist eine Tatsache. Das sind Behinderte und Tote.

Wir haben heute das so oft gehörte Wort “mutmaßlich”: mutmaßlich dieses und mutmaßlich jenes. Bloß nicht anecken, immer schön locker bleiben, nie eine Angriffsfläche bieten, immer schön brav beide Seiten zeigen. Und wenn deswegen Kinder sterben: selbst schuld, hätten in ihren früheren Leben keinen Mist bauen sollen.

Würde man die gleiche Erfindungsgabe und die gleiche Akribie anwenden, mit der man sich rückgratlos “ausgewogen” zeigt, und statt dessen Tatsachen als Tatsachen darstellen, wäre das – verdammt nochmal! – verdammenswert und fundamentalistisch, denn dann könnte man auch gleich 2×2=4 sagen. Aber das darf nicht sein. Und wir Alle wissen, warum…

Grüße aus dem Heute
—–
Überleben in der Zeit des Wahnsinns
http://www.pharmamafia.com




Lest Ihr hin und wieder auch … verboten gute Dinge…?
Saturday 20 July 2013 @ 4:14 am

Liebe Brüder und Schwestern, Mitreisende auf dem großen Wort- und Datenstrom,

lest ihr hin und wieder auch was Andere schreiben? Ich meine so verboten gute Dinge wie die BILD-Zeitung [1] oder das Handelsblatt. Es genügt nicht mehr, nur zu lesen. Interaktive Happenings werden inszeniert, bei dem über mehrere Medien und Plattformen der Konsument als “Running Man” [2] Lebenszeit geben muß, um von Stufe zu Stufe in der Verdauungsmaschine des Konsums procederisiert zu werden: Texte werden in kleine und kleinste Segmente zerlegt, die, isoliert, vom System erst in weiteren Prozeßtakten zur Visualisierung freigegeben werden, um dann wieder zu verschwinden. Das Leben als Abenteuer im Großstadtschungel “Grand Theft Lifetime, retardil”. Die Konditionierung besonders im Bizzinizz-Ambiente wird vom Handelsblatt in prägende Momente gefaßt: das Lesen als Assessment-Center. Exemplarisch sei genannt eines der aktuellen Oeuvres [3]:

    [*quote*]
    ————————————————————–
    Fünf Thesen: Wie die Welt zum Shopping-Center wird
    These 1: Wer wartet, ist schon tot

    Ladenbesitzer machen zunehmend mobil und mischen sich per Handy ein in Zeitbudgets und Tagesabläufe ihrer Kunden. Via rasch wachsenden Internet-Rabattdiensten wie „Groupon“ locken sie preissensible Käufer mit Schnäppchenangeboten wieder in die Läden. Besonders ausgeklügelte mobile Dienste stimmen die Lockangebote dabei zeitlich exakt mit schwach frequentierten Öffnungszeiten ab.
    These 2: Der Laden wird anklickbar
    These 3: Was digitalisiert werden kann, wird wegdigitalisiert
    These 4: Die Welt verwandelt sich in eine Verkaufsfläche
    These 5: Jeder ist nur ein Händler auf Zeit
    ————————————————————–
    [*/quote*]

Jede der Thesen ist ein Event, das zu erreichen wohldosierte Einzelmengen Adrenalin freisetzt und Endorphine. Doping, Pawlow – Führungskunst der besonderen Art: immer nur ein Element ist sichtbar, die anderen sind verborgen. Der Fokus wird permanent geführt und die Reaktionen dienen dem System als Trigger für weitere Sequenzen. Individuelle Kontrolle dank höchstqualitativer Algorithmen, 150%-ig legal, abgesichert durch international verankerte Normen und Gesetze und – above all – Handelsabkommen.

Als Vergleich die althergebrachte Darstellung: eine platte Bleiwüste:

    [*quote*]
    Fünf Thesen: Wie die Welt zum Shopping-Center wird

    These 1: Wer wartet, ist schon tot

    Ladenbesitzer machen zunehmend mobil und mischen sich per Handy ein in Zeitbudgets und Tagesabläufe ihrer Kunden. Via rasch wachsenden Internet-Rabattdiensten wie „Groupon“ locken sie preissensible Käufer mit Schnäppchenangeboten wieder in die Läden. Besonders ausgeklügelte mobile Dienste stimmen die Lockangebote dabei zeitlich exakt mit schwach frequentierten Öffnungszeiten ab.

    These 2: Der Laden wird anklickbar

    Produkte und Sortimente im Laden werden mit Zusatzinfos wie z.B. Herkunftshinweisen aus der virtuellen Welt angereichert. Die greifbare Ladenwelt vermischt sich mit digitalen Dienste. Damit einher gehen neue „Augmented Reality“ Anwendungen: Dank der virtuellen Anprobe die von Modeketten wie „Topshop“ getestet wird, könnte das mühsame Umziehen in engen Umkleidekabinen bald überflüssig werden. Wer das Serviceerlebnis für seine Kunden im Laden nicht optimiert, hat ein Problem.

    These 3: Was digitalisiert werden kann, wird wegdigitalisiert

    Ausgerüstet mit einem 3D-Drucker können Konsumenten bald selber zum „Digital Fabricator“ werden und Gegenstände wie Becher, Socken und Teller selber produzieren und „ausdrucken“ – kein schöner Ausblick für Shopbesitzer. Es sei denn, sie richten eine 3D-Werkstatt ein und lassen ihre Kunden mit individuellen Entwürfen an der Fabrikation der gewünschten Ware teilhaben, statt fertige Produkte zu verkaufen.

    These 4: Die Welt verwandelt sich in eine Verkaufsfläche

    Die Welt selber wird zunehmend zu einem einzigen großen Shopping-Center. Etwa, wenn Konsumenten irgendeinen Artikel im Schaufenster anklicken, via Barcode einscannen und kaufen können. Mit der „ScanLife“ Technologie geht das via QR-Code schon heute – unabhängig von Öffnungszeiten. Doch es naht ein Gegentrend: Gewisse Dinge werden limitiert und mit Exklusivität belegt – und das wird Begehrlichkeiten wecken.

    These 5: Jeder ist nur ein Händler auf Zeit

    Wenn Händler bisher von der Bildfläche verschwanden, hatte dies meist mit Konkurs, einer Übernahme oder Geschäftsaufgabe zu tun. Künftig verschwinden sie, weil die Generation mit dem mobilen Internet in der Hosentasche sie in ihrer Funktion als Lagerraum und Ort des Abverkaufs schlichtweg nicht mehr braucht. Für den heutigen Händler heißt das: Kein Laden – ob on- oder offline – wird mehr für die Ewigkeit gebaut. Das verdeutlicht schon die wachsende Zahl der temporär installierten Pop-Up-Stores.

    Quelle: Studie im Auftrag der Deutschen Post: Einkaufen 4.0 – der Einfluss von E-Commerce auf Lebensqualität und Einkaufsverhalten
    ————————————————————–
    [*/quote*]

Willkommen im 21. Jahrhundert. [5]

[1]
http://transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=3014.msg18225#msg18225

[2]
http://www.imdb.com/title/tt0093894/

[3]
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/rocket-internet-samwer-brueder-sammeln-eine-milliarde-dollar-ein/8506286.html

[4]
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/rocket-internet-samwer-brueder-sammeln-eine-milliarde-dollar-ein-seite-all/8506286-all.html

[5]
Ja, sind wir denn Analphabeten!?




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