Archive for March 24th, 2015

Altpapier ist nicht Makulatur

Tuesday, March 24th, 2015

Alte Zeitungen. Zeitungen sind alt ab dem Moment, ab der Sekunde, in der sie gedruckt wurden. Dann werden sie verteilt ins Land. Sie werden verkauft, sie werden verschenkt, sie werden irgendwo vergessen.

Zeitungen sind Papier und Druckfarbe. Könnte man die Druckfarbe aus dem Papier ziehen, wäre das Papier Papier – und wenn es altes Papier ist, dann eben altes Papier. Altpapier.

Gäbe es die Druckfarbe für sich, würde sie Buchstaben formen, Bilder sein, Zeichen in der Luft formen – brauchte man das Papier nicht mehr. Altes Papier wäre altes Papier – und keine Makulatur.

Ohne Farbe, die Buchstaben und Bilder und Zeichen als reine Information, so brauchte man auch die Farbe nicht mehr. Und ohne Druckfarbe gäbe es keine Makulatur. Die Zeit der Makulatur wäre vorbei.

Schön wäre die Welt. Papier wäre Papier. Es wäre schön, es wäre gut, es würde alt werden. Und es wäre Papier. Die Texte, die Bücher, die Artikel, die Bilder, sie alle würden existieren als reine Information. Keine Farbe brauchte man für sie, und dennoch würden sie für uns erscheinen.

Schöne Welt. Und ein Trugschluß.

Papier lebt, Papier bleibt. Papier wird alt. 1000 Jahre sind keine Zeit.

Ein falscher Knopfdruck, ein falscher Stromimpuls – oder auch nur eine einzige diffundierte Zelle unter Milliarden -, schon ist ein elektronisches Buch dahin oder eine ganze Bibliothek. Pardon, nicht Bibliothek, denn Bücher gibt es nicht mehr, es gibt nur noch Daten. Und die gibt es dann auch nicht mehr…

Warum sind Kinderkrankheiten Kinderkrankheiten?

Tuesday, March 24th, 2015

Warum sind Kinderkrankheiten Kinderkrankheiten? Die gängige Antwort ist: “Weil man sie als Kind bekommt.” Aber das ist falsch, und der Name auch.

Sehen wir uns das an einem Beispiel näher an. Nehmen wir an, es gäbe eine Bevölkerung – und die würde von einer neuen Krankheit angegriffen. Diese Krankheit ist hochinfektiös und im Nu ist die gesamte Bevölkerung davon erfaßt. Was dann?

Möglichkeit 1: Die Krankheit ist tödlich. Alle sterben. Kurzes Gastspiel, Fall erledigt.

Möglichkeit 2: Es gibt Überlebende. Spezies gerettet. Das Leben geht weiter. Kinder werden geboren. Die Zeit vergeht.

Und dann?

Warum auch immer, es gibt eine neue Infektionswelle. Das führt auf 2 weitere Möglichkeiten:

Möglichkeit 3: Die Krankheit erzeugt keine Resistenz, weshalb die Krankheit wieder zuschlagen und Opfer fordern kann.

Möglichkeit 4: Es gibt eine Resistenz. Bei der ursprünglichen Bevölkerung, die von der allerersten Infekionswelle überrollt wurde, ist diese Resistenz eingetreten, wie stark auch immer. Entscheidend sind jedoch die Kinder, die danach geboren wurden. Die haben diese Resistenz nicht. Bei einer neuen Infektionswelle erkranken (nahezu) alle, die noch keine Resistenz haben, also vor allem solche Kinder.

Nun kommt ein weiterer Faktor ins Spiel: wie aggressiv ist die Krankheit? Werden Alle infiziert und krank – oder gibt es Personen, die NICHT erkranken?

Wenn ALLE erkranken, ist der Fall einfach. Gibt es jedoch Personen, die verschont werden, dann sind die bei der aktuellen -und vielleicht auch weiteren – Infektionswellen “erst später” “dran”. Bis dahin vergeht Zeit. Vielleicht sind sie später schon erwachsen oder sogar alt. Und vielleicht hat sich ihr Immunsystem bis dahin weiter stark verändert.
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Der wichtigste Faktor ist also, daß die Krankheit nicht 100 Prozent tödlich ist, so daß es Überlebende gibt.

Faktor Nummer 2 ist die Resistenz. Denn ohne sie kann die Krankheit bei der nächsten Welle ALLE erfassen und nicht nur die, die noch keine Resistenz haben. Diejenigen, die die Resistenz haben, haben mindestens die Zeit gelebt, seit es die letzte Infektionswelle gab, sind also älter geworden.

Je weiter die Infektionswellen zeitlich auseinander liegen, desto größer die Alterung des Menschen.

Die Zeit spielt auch bei der Mutation der Erreger eine sehr große Rolle. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr Zeit für Mutationen. Je mehr Mutationen, desto größer die Wahrscheinlichkeit eines Versagens des Immunsystems, das für diesen Angriff keinen passenden Erkennungs- und/oder Abwehrmechanismus hat.

Sind die Erreger immer wieder nur schwach mutiert oder hat das menschliche Immunsystem einen immer brauchbaren Andockpunkt für die Abwehr, kann der Infektionsangriff leichter zurückgeschlagen werden. Das heißt: bei schwacher Mutation und/oder möglichst immer brauchbarem Andockpunkt kann es eine lebenslange Immunität geben.

Allerdings ist das Immunsystem nicht perfekt und kann Fähgkeiten verlieren.

Keuchhusten gehört leider zu den Krankheiten, die keine lebenslange Immunität hervorrufen.
Folge: Ältere können dran erkranken und Kinder infizieren. Weil bei Älteren die Symptome nur schwach sind (warum auch immer) werden sie oft nicht bemerkt, so daß Ältere häufig gar nicht wahrnehmen, daß sie nicht mehr immun sind, sondern wieder erkrankt – und ahnungslos Andere damit anstecken.

Bei einer Krankheit mit mehreren unterschiedlichen DNA-Varianten kann (wenn es nicht jeweils den gleichen Andockpunkt für die Abwehr gibt) jede dieser Varianten für sich den Menschen infizieren. Das heißt: es gibt Mehrfachinfektionen.

Krankheiten ohne brauchbare Andockstelle sind des Teufels. Das erst recht, wenn sie sehr schnell mutieren. HIV ist so ein Fall.
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Jetzt könnte man denken, diese beschriebenen Szenarien wären doch sehr aus dem Musterkoffer eines Pharmavertreters. Leider sind sie es nicht. Ein Land, in dem sehr aggressive Krankheiten einfielen auf eine völlig unvorbereitete Bevölkerung, gibt es: Amerika. Mit den Eroberern und den Einwanderern kamen Krankheiten ins Land, die für die Überträger relativ harmlos waren, die Ureinwohner jedoch wie mit der Sense ummähten. Die Anpassung an die neue Situation erfolgte dann, mit der Zeit – oder gar nicht. Was wir heute sehen, sind die Nachkommen der Überlebenden einer vor mehreren hundert Jahren erfolgten Krankheits-Invasion.

In Afrika gibt es als Gegenstück Krankheiten, die für die menschlichen Eindringlinge sehr übel sind. Die Eingeborenen hingegen sind längst an die Krankheiten angepaßt.
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Wesentliche Eigenschaften von “Kinderkrankeiten”:

Erstens: möglichst lange wirkende natürliche Resistenz nach Infektion.

Zweitens: die hohe Infektuosität. Eine Krankheit mit einer geringen Infektuosität wird lange brauchen, um möglichst viele Menschen zu infizieren. Bis dahin vergeht Zeit, so daß sie Viele erst im Erwachsenenalter erreicht – und dann nennt man die Krankheit nicht mehr “Kinderkrankheit”.

Kinderkrankheiten sind keine Kinderkrankheiten! Sie sind völlig altersunabhängig und können Jeden treffen.

Es sind gefährliche und aggressive übertragbare Infektionskrankheiten mit Resistenzbildung. So und nicht anders sollte man sie nennen.

Wenn der Kühlschrank schmilzt

Tuesday, March 24th, 2015

Was tut ein Kühlakku?: Er kühlt. Bis seine Kapazität erschöpft ist und er die Umgebungstemperatur erreicht hat.

Grönland und die Antarktis halten riesige Mengen Wasser gefroren, das nun auftaut. Solange es taut, bleibt die Temperatur niedrig und gaukelt eine noch heile Welt vor. Doch dann beginnt das Inferno: Das Methanhydrat, das jetzt noch im Kälteschlaf ist, wird wieder zu Gas und kommt in die Atmosphäre, wo es die Erwärmung noch weiter anheizt.

Es gibt kein Zurück.

“Greenland ice loss doubles from late 2000s”
http://www.bbc.com/news/science-environment-28852980

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