Archive for July 14th, 2015

Zwei Hühner auf dem Weg nach vorgestern und die Zukunft des Journalismus

Tuesday, July 14th, 2015

“LeFloid”, lese ich von einer Kollegin, “erfindet das Merkelinterview irgendwie auch nicht neu.”

LeFloid? Ich kenne diesen Herrn nicht. Wer ist das?

Das wissen die beim “Spiegel” wohl auch nicht. Deswegen brauchen sie einen Übersetzer: Jette.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/lefloid-interviewt-angela-merkel-youtube-star-trifft-kanzlerin-a-1043496.html

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    LeFloid, ein 27-jähriger YouTube-Star, erreicht mit seinen Videos Millionen junge Menschen. Die meisten SPIEGEL-ONLINE-Redakteure fallen also nicht direkt in seine Zielgruppe. Spätestens wer die Ü30-Gefahrenzone betreten hat, ist beim Stammpublikum von ApeCrime, Bibi oder eben Florian Mundt alias LeFloid vor allem eines: Raus.

    Zum Glück gibt es Jette. Jette ist Schülerpraktikantin im Hauptstadtbüro, sie ist 16, sie trägt Dreads, von ihr lernt man zum Beispiel, was Aggressive Inlineskating ist.
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Jette:

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    [Jette] guckt regelmäßig LeFloid, sie mag seine selbst produzierten Weltausblicke über Dinosaurier-DNA, Weltuntergangsverschwörungen, Satanisten oder französische Mittelstufenschüler, die im Tausch gegen Geld und Smartphones angeblich sexuelle Dienste angeboten haben sollen.

    “Das war so krass”, sagt Jette. Krasser war nur der Lehrer, der seiner Klasse Smileys in den Arm kokelte. Wer jetzt entsetzt guckt, hat verloren. “Was glaubst du, warum ich mir das anschaue!”, sagt Jette.
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    [*/quote*]

Ein Lehrer, der (wem? seinen Schülern?) Smileys in den Arm brennt? Aber, bitte! Das ist doch modern und nennt sich “branding”. Das sind mit dem Lötkolben eingebrannte Narben, wie Brandzeichen bei Pferden und Rindern, daher der Name. Das ist “Kunst” und voll im Trend! Wie Tattoos. Also “voll cool”.

Noch Fragen?
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Zurück zum Thema: Der Spiegel braucht einen Übersetzer. Siehe

    https://twitter.com/annmeiritz/status/620660314774839296
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    Annett Meiritz @annmeiritz

    Da ich nicht Zielgruppe bin…Schülpraktikantin Jette schaut mit mir @LeFloid -meets-Kanzlerin. #netzfragtmerkel
    8:25 PM – 13 Jul 2015
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Und? Durchgefallen…

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    Die Kanzlerin, sie hat sogar LeFloid gezähmt. Und er hat sich zähmen lassen. “Ich bin nicht Claus Kleber für Jugendliche”, sagte er vor ein paar Wochen im SPIEGEL. Nach diesem Interview ist das nicht mehr so sicher.
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    [*/quote*]

Böses Foul! Armer Claus Kleber.
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Zurück zum Thema: Der Spiegel braucht einen Übersetzer. Diesmal sehen wir uns jedoch einen anerkannt-gestylten anerkannten Chefredaktor an, nicht vom Spiegel, sondern von bild.de:

    BILD & Instant Articles:
    “Lernen, wie der perfekte Journalismus in einer mobilen Welt aussieht”
    http://meedia.de/2015/07/13/wir-wollen-lernen-wie-der-perfekte-journalismus-in-einer-mobilen-welt-aussieht/

    [*quote*]
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    Welches Erzähl- bzw. Präsentationsschema haben Sie bei der WM-Story verfolgt?

    Wir haben zu allererst an die User und die typischen Handy-Nutzungssituationen gedacht. Es gibt inzwischen wahnsinnig viele imposante Storytellings im Netz, die jede nur denkbare Darstellungsform benutzen. Oft habe ich den Eindruck, dass die zwar toll aussehen – aber von kaum einem User bis zu Ende gelesen werden. Zu viel Text, zu viele Spielereien. Deshalb haben wir keine Effekte um der Effekte Willen eingebaut, sondern dort, wo es uns sinnvoll erscheint. Außerdem haben wir auf die vertraute Swipe-Logik gesetzt. Schnell konsumierbar, sofort auf den Punkt, mit exklusiven Inhalten, die es so nur von Bild gibt. Unschwer zu erkennen: Videos spielen hier ebenfalls eine große Rolle, wie auch in unserer Gesamtstrategie. Mich reißt der Götze-Artikel auch deshalb so mit, weil ich die emotionalsten Momente noch einmal im bewegten Bild erleben kann. Man darf nicht vergessen: Wir reden hier über einen Test, dem weitere folgen werden. Sicherlich auch in anderen Aufmachungen und Formatierungen. Wir wollen lernen, wie der perfekte Journalismus in einer mobilen Welt aussieht.
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    [*/quote*]

So ganz entre nous: Versteht Einer dieses Gestammel?

Computer ist mindestens 20-Zoll-Bildschirm und große Tastatur, alles darunter ist Spielzeug – nur um mal die Dimensionen zurechtzurücken. Und jetzt kommen da so ein paar Teletubbieinkarnationen und wollen UNS erzählen, was Technik ist? Brabbeln und blubbern in einer Kindersprache – wie ein leckes Aquarium – und außer ein paar Pfützen und toten Fischen bleibt nichts übrig. Also, wenn DAS und DIE die Zukunft des Journalismus sind, dann kann man auch getrost in einer Pommes-Schale über den Atlantik paddeln. Sie werden sehr weit damit kommen…
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Grüße aus der Gutenberg-Galaxis

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Gibt es für Minderintelligenz Mengenrabatt?
“Babys sind voll alkalisch?”
http://transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=8485

Ich wünschte, es wäre Macht oder die Reußen kämen…

Tuesday, July 14th, 2015

Frisch aus dem Blog von UDO VETTER (Rechtsanwalt):

    https://www.lawblog.de/index.php/archives/2015/07/13/was-wuerde-karlsruhe-sagen/
    [*quote*]
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    Was würde Karlsruhe sagen?
    13.7.2015

    Das Ergebnis des EU-Gipfels ist vorhin offiziell veröffentlicht worden.
    http://www.consilium.europa.eu/en/press/press-releases/2015/07/pdf/20150712-eurosummit-statement-greece/

    Die Lektüre lohnt sich schon deshalb, weil man in jeder Zeile des Papiers spürt, welch eisiger Wind den Teilnehmern in Brüssel um die Nasen geweht sein muss.

    Kritiker beklagen ja bereits einen Staatsstreich zu Lasten des griechischen Souveräns. Das sind natürlich starke Worte. Allerdings kann man auch mal einen Schritt zurücktreten, einen Perspektivwechsel wagen und sich fragen: Was wäre wohl die juristische Sicht der Dinge, wenn Deutschland auf der Sünderbank säße und sich dieser Agenda unterworfen müsste?

    Ich greife nur mal folgende Kernpassage heraus:

    “The government needs to consult and agree with
    the Institutions on all draft legislation in
    relevant areas with adequate time before submitting
    it for public consultation or to Parliament.”

    Die griechische Regierung muss sich also für jede gesetzgeberische Initiative – und damit sind nicht nur Gesetze, sondern auch Verordnungen gemeint – vorab die Zustimmung der Institutionen einholen, noch bevor sie diese im Parlament einbringt oder öffentlich macht. Es bedarf nur wenig Fantasie, was unser Bundesverfassungsgericht zu dieser faktischen Schattenregierung und der damit verbundenen Aushebelung des Grundsatzes „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“ sagen würde. Nämlich ein deutliches Nein.

    Es gibt noch so einige andere Punkte in dem Papier, bei denen deutsche Verfassungsrechtler sich vor Schmerzen winden müssten. Juristisch gesehen liefe das alles – auf Deutschland bezogen – darauf hinaus, dass das Volk tatsächlich einen guten Teil seiner Souveränität für Geld verkauft. Beziehungsweise verkaufen muss. Sonderlich wohl muss einem dabei nicht sein.

    Heute sind es vielleicht nur „die Griechen“. Aber wer weiß, was morgen ist?
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    [*/quote*]

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Eben. Wer weiß, was morgen ist?
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“Die Deutschen”, also die berüchtige “Kanzlerin” Angela Merkel, WILL. Sie will dies und sie will das.

Solange ihr Wille ANDERE betrifft, können wir noch wegsehen, bzw man registriert uns gar nicht, tut als ob es uns gar nicht gäbe. Die “politische Klasse”, Rechtsnachfolger und Ident der Gruppe “Kriegsgewinn und Co.”, SIE ist an der Macht.

Ein Beispiel: Im Norden Deutschlands gibt es ein aus 2 Städten bestehendes Bundesland, das, so lese ich jetzt, mit sage und schreibe 20 Milliarden Euro verschuldet ist. Dennoch werden Großprojekte mit Brachialgewalt durchgezogen – gegen den erklärten und erbitterten Willen des Volkes, das doch angeblich der Souverän ist.

Sogar im werbefinanzierten Anhängsel der Monopollokalpresse gibt es Sorgen:

http://www.sonntagsjournal.de

http://www.sonntagsjournal.de/nachrichten/startseite_artikel,-Die-ersten-Verlierer-der-Sparziele-_arid,1145367.html

Was wird geschehen, wenn man UNS so ein Dictum vor die Nase setzt, und unsere hochehrwürdigen und erlauchten Herrscher (das ist die politische Klasse) erst fragen müssen, was sie besprechen und VIELLEICHT entscheiden dürfen?

Warum werden nicht zuerst WIR, die Bürger, gefragt? Doch wir, die Bürger, haben seit Jahrzehnten nichts mehr zu melden.

An dieser Stelle auch eine klitzekleine Kritik, so ich denn darf…: WARUM haben die Medien Jahrzehnte so lautstark geschwiegen?
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Grüße aus der deutschen Schuldengruft
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PS:
[1] Falls das entgangen sein sollte: Zitat aus dem PDF

http://www.consilium.europa.eu/en/press/press-releases/2015/07/pdf/20150712-eurosummit-statement-greece/

“before submitting it for public consultation”
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Da darf nicht einmal die Bevölkerung gefragt werden. Unter diesem Gesichtspunkt bekommt das griechische Referendum ein ganz anderes Gewicht, wage ich zu behaupten.

[2] Wem gehört eigentlich Deutschland?

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“Ich war noch nie im Bundesrat. Musste mal sein.”
http://www.danisch.de/blog/2015/07/10/stell-dir-vor-es-ist-pressekonferenz-und-keiner-geht-hin/

Ich will hier nicht über Manieren reden…

Tuesday, July 14th, 2015

strohdumme Ebay-Reklame in einer Todesmeldung

(Screenshot der Meldung des Berliner “Tagesspiegel” zum Tod von Philipp Mißfelder, mit der darin eingebetteten Reklame von Ebay)

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