{"id":1091,"date":"2015-05-27T15:44:57","date_gmt":"2015-05-27T23:44:57","guid":{"rendered":"http:\/\/ariplex.com\/folia\/?p=1091"},"modified":"2015-06-02T01:45:46","modified_gmt":"2015-06-02T09:45:46","slug":"der-eigene-schinken-ist-heilig-die-anderen-sind-fur-die-katz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ariplex.com\/folia\/archives\/1091.htm","title":{"rendered":"Der eigene Schinken ist heilig, die anderen sind f\u00fcr die Katz&#8217;"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Freunde,<\/p>\n<p>dies ist eine Frage an das Gewissen:<\/p>\n<p>&#8220;Der Fleischer um die Ecke verschenkt Salami.&#8221;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/lauterbautzner.blog.de\/2015\/05\/26\/steht-schwein-20471338\/\">http:\/\/lauterbautzner.blog.de\/2015\/05\/26\/steht-schwein-20471338\/<\/a><\/p>\n<p>Bedenkt man es vom gar seltenen Standpunkt der Ehrlichkeit aus, so haben die ach so tugendhaften Verlage eine Branche \u00fcber die Klippe der Kostenlosigkeit geworfen: die der Software. <\/p>\n<p>Und sie tun es immer noch. Verlage profitieren davon, etwas zu verschenken, was ihnen nicht geh\u00f6rt: kostenlose Programme.<\/p>\n<p>Das tun sie seit gut 30 Jahren. H\u00f6rte ich sie je dar\u00fcber klagen, wie schlecht es den Programmierern geht? Nein.<\/p>\n<p>Nun, wo die Verlage in die Obsoleszenz diffundieren, fangen sie an zu weinen. <\/p>\n<p>Programmierer und Autoren k\u00f6nnen ihre Tr\u00e4nen kaum zur\u00fcckhalten.<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n&#8212;&#8211;<br \/>\n&#8220;Rente reicht nicht zum Leben: 87-J\u00e4hrige mu\u00df putzen gehen&#8221;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/transgallaxys.com\/~kanzlerzwo\/index.php?topic=8037\">http:\/\/transgallaxys.com\/~kanzlerzwo\/index.php?topic=8037<\/a><br \/>\n.<br \/>\n&#8212;&#8211; &#8212;&#8211; &#8212;&#8211;<br \/>\n<strong>[1.6.2015]<\/strong><br \/>\nEs wird eingewendet, da\u00df es mit der Qualit\u00e4t der kostenlosen Software nicht weit her sei. Da\u00df en masse Zusatzprogramme installiert w\u00fcrden oder die Programme sich in Web-Browser und anderem mitinstallieren. Und\/oder die Software sei in ihrem Funktionsumfang eingeschr\u00e4nkt oder zeitlich begrenzt.<br \/>\n.<\/p>\n<p>In der Tat, VIELES in dem, was die Zeitschriften verbreiten, IST eine Zumutung, nicht weniges kann man getrost als Sachbesch\u00e4digung betrachten. Einige Magazine sind werbegef\u00fcllte Inhaltsverzeichnisse der DVDs, unvollst\u00e4ndige, und unzureichend in der Beschreibung.<\/p>\n<p>UND: Es wird zum Raubkopieren angeheizt. Diese Sparte der Print-Branche ist kein Ruhmesblatt.<br \/>\n.<\/p>\n<p>Was kostenlose Software angeht: In der letzten Woche habe ich in einem Forum im WWW gefunden (also NICHT in einem Magazin) diese wirklich <strong>beeindruckend SCH\u00d6NE Darstellung des Sternenhimmels:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.stellarium.org\">http:\/\/www.stellarium.org<\/a><br \/>\n<\/strong><br \/>\nAn diesem Beispiel sehen wir auch die Not der Software-Branche: Wenn EINER so eine Software verschenkt, wie soll die gewerbliche Konkurrenz da noch ihre Programme verkaufen k\u00f6nnen? Es reicht, wenn EINER auf dem Globus ist, ein einziger, der sein Programm verschenkt, und durch das Internet ist es f\u00fcr Jeden kostenlos zu haben. Und die Konkurrenz ist platt.<\/p>\n<p>Man sollte auch eine unheilige Allianz auf keinen Fall vergessen: die mit den Mobilfunk-Providern. Immer mehr Menschen fallen dem Wahn anheim, ausschlie\u00dflich mit dem Handy zu telefonieren, und geben deswegen den Festnetzanschlu\u00df auf. Der Pferdefu\u00df: Die gro\u00dfen Datenmengen, die beim Festnetzanschlu\u00df f\u00fcr wenig Geld per Flatrate runterzuladen sind, gibt es beim Mobilfunk nicht oder nur zu SEHR teuren Tarifen. Das spielt den Software-Magazinen in die H\u00e4nde, deren DVDs so viele Gigabytes enthalten, da\u00df ein normaler Mobilfoniker sie nicht herunter laden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Eine DVD zum Installieren eines Betriebssstems herunterladen? Ein Magazin mit CD oder DVD kaufen ist preiswerter. Damit ist der Markt f\u00fcr diese Magazine weit gr\u00f6\u00dfer als man vermuten w\u00fcrde.<br \/>\n.<\/p>\n<p>Konkurrenz f\u00fcr die Magazine gibt es aus dem Netz schon, zum Beispiel durch<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.giveawayoftheday.com\">http:\/\/www.giveawayoftheday.com<\/a><\/p>\n<p>Dort wird jeden Tag 1 kommerzielles Programm verschenkt: ab Tagesbeginn 24 Stunden, dann schnappt die Uhr zu und man kann es nicht mehr installieren.<\/p>\n<p>Wieviele der Programme von spionierenden Chinesen und Russen sind, kann man nur ahnen. Firmen ohne echte Adresse werfen die Programme in die Menge &#8211; das war&#8217;s.<\/p>\n<p>Gut ist der Kommentarbereich, der (selbstverst\u00e4ndlich !) von Helfern der Firmen unterwandert ist, in dem aber immer wieder Hinweise auf ECHTE Freeware, also v\u00f6llig kostenlose Programme gebracht werden.<br \/>\n.<\/p>\n<p>Viele kostenlose Programme werden heute durch Werbung bezahlt. Das hei\u00dft, da\u00df diese Programme Werbung einblenden (was man nicht abschalten kann), Daten spionieren (was man nicht abschalten kann) und den Rechner zustopfen mit immer neuem Unkraut (was man nicht abschalten kann).<\/p>\n<p>Aber in diesem Metier ist noch jemand anders aktiv: Verlage&#8230; Wir erleben einen nahtlosen \u00dcbergang miesester Methoden. Verlage spionieren Daten in einem Umfang, dagegen k\u00f6nnte die NSA bla\u00df werden. Die NSA hat einen Arbeitsauftrag zum Spionieren, die Verlage dagegen &#8230; nicht.<br \/>\n.<\/p>\n<p>Und dann ist da noch ein Punkt, der fast immer \u00fcbersehen wird: da\u00df Verlage f\u00fcr die Verrohung im Softwarebereich mitverantwortlich sind. Wenn (durch Mithilfe der Verlage) Software zu schreiben nicht rentabel ist, wer will sich dann noch M\u00fche geben? Es wird immer mehr geschludert und es wird immer mehr Werbung eingeschleust. Die Programmierer haben gar keine andere Wahl, wenn sie am Leben bleiben wollen.<\/p>\n<p>Und nun? Nun werden die Verlage als Transporteure der Werbung \u00fcberfl\u00fcssig. Die redaktionellen Inhalte werden ihnen schon lange nicht mehr bezahlt und die Werbung wird immer weniger bezahlt, und die Anzeigenauftr\u00e4ge schwinden.<\/p>\n<p>Dieser Artikel<\/p>\n<p>\u201cDer Fleischer um die Ecke verschenkt Salami.\u201d<br \/>\n<a href=\"http:\/\/lauterbautzner.blog.de\/2015\/05\/26\/steht-schwein-20471338\/\">http:\/\/lauterbautzner.blog.de\/2015\/05\/26\/steht-schwein-20471338\/<\/a><\/p>\n<p>ist keine Satire, sondern einfach nur dreist, denn er unterschl\u00e4gt unter anderem, da\u00df die Fleischer ihre Ware bezahlen m\u00fcssen. <\/p>\n<p>W\u00fcrden die Verlage RICHTIG bezahlen, s\u00e4he die Welt anders aus. <\/p>\n<p>Nein, Verlage bedienen sich gerne kostenlos. Beispiele: Software und Leser-Journalisten (Citizen-Journalists &#8211; oder wie auch immer sie genannt werden). <\/p>\n<p>Betrachten wir die Sache &#8220;Verlagsjournalismus&#8221; mit dem Mikroskop, so hat ein Zeitungsverlag 2 Quellen: &#8220;fremde M\u00e4chte&#8221; (Agenturen, verb\u00fcndete Verlage, Hungerleider, Kostenlosnixe) und das, was er VOR ORT &#8220;erarbeitet&#8221; (eigene Mitarbeiter, Hungerleider, Kostenlosnixe). <\/p>\n<p>Das einzige, was er in nennenswertem Umfang SELBST herstellt, ist aus &#8220;VOR ORT&#8221;. Alles andere haben andere Verlage auch, und oft schneller und besser. (Und man bekommt es im WWW kostenlos.) Das &#8220;Kerngesch\u00e4ft&#8221; ist von &#8220;VOR ORT&#8221;. Bezogen auf den Seitenumfang einer Zeitung nur ein kleiner Bruchteil. <\/p>\n<p>Dieser Bruchteil ist aber weder von der Menge ausreichend um die zum finanziellen Tragen des Verlags notwendige Menge Werbung aufzunehmen, noch preislich den Lesern so zu verkaufen, da\u00df sie DAF\u00dcR ausreichend bezahlen. <\/p>\n<p>Einzig und allein ein ausreichend gro\u00dfer Supermarkt oder eine andere Firma mit ausreichend Umsatz k\u00f6nnte es sich leisten, SELBER eine Zeitung mit Lokalmeldungen zu bringen. Und sie tun es.<br \/>\n.<\/p>\n<p>&#8220;Der Fleischer um die Ecke verschenkt Salami.&#8221; Oh nein. Der gibt Einem h\u00f6chstens eine Scheibe, damit man Werbung f\u00fcr ihn macht.<br \/>\n.<\/p>\n<p>Nach dem 2. Weltkrieg kamen Menschen mit ihren Sch\u00e4tzen zu den Bauern und tauschten ihre Habseligkeiten, B\u00fccher, Bilder, Perserteppiche und Statuen und gute Kleidung, gegen ein paar Kartoffeln. Vielleicht bekamen sie auch Gem\u00fcse, Eier oder, gro\u00dfes Gl\u00fcck, Fleisch. Falls sie etwas bekamen.<br \/>\n.<\/p>\n<p>Superm\u00e4rkte. Wer die Hand auf der K\u00fchltruhe hat, hat das Sagen. <\/p>\n<p>Gr\u00fc\u00dfe aus der b\u00e4uerlichen Provinz<br \/>\n&#8212;&#8211;<br \/>\nDas ultimativ krasseste jugendgerechte Buch<br \/>\n<a href=\"https:\/\/twitter.com\/stporombka\/status\/560814607078789121\">https:\/\/twitter.com\/stporombka\/status\/560814607078789121<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Freunde, dies ist eine Frage an das Gewissen: &#8220;Der Fleischer um die Ecke verschenkt Salami.&#8221; http:\/\/lauterbautzner.blog.de\/2015\/05\/26\/steht-schwein-20471338\/ Bedenkt man es vom gar seltenen Standpunkt der Ehrlichkeit aus, so haben die ach so tugendhaften Verlage eine Branche \u00fcber die Klippe der Kostenlosigkeit geworfen: die der Software. Und sie tun es immer noch. 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