{"id":1955,"date":"2017-10-21T14:17:52","date_gmt":"2017-10-21T22:17:52","guid":{"rendered":"http:\/\/ariplex.com\/folia\/?p=1955"},"modified":"2017-11-25T16:03:57","modified_gmt":"2017-11-26T00:03:57","slug":"berufsstande-und-ihre-wahnvorstellungen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ariplex.com\/folia\/archives\/1955.htm","title":{"rendered":"Berufsst\u00e4nde und ihre Wahnvorstellungen"},"content":{"rendered":"<p>Ein Beruf bringt Risiken mit sich, Risiken f\u00fcr die, die ihn aus\u00fcben, und Risiken f\u00fcr deren Umwelt (das hei\u00dft: f\u00fcr die Allgemeinheit).<\/p>\n<p>Die Macht \u00fcber das Leben von Menschen bef\u00e4llt nicht nur \u00c4rzte, sondern auch, und das besonders intensiv, Lehrer. Wievielen Kindern wurde nicht das Leben zerst\u00f6rt durch durchgeknallte Lehrer? Die Macht \u00fcber andere Menschen, \u00fcber ihr Leben, l\u00e4\u00dft Lehrer und \u00c4rzte durchdrehen. Die Folge: Gr\u00f6\u00dfenwahn ohne Ende&#8230; <\/p>\n<p>Gr\u00f6\u00dfenwahn, ein typisches Symptom bei \u00c4rzten und ein typisches Symptom bei Lehrern. In beiden F\u00e4llen entstanden im Lauf der Ausbildung und in der Arbeitswelt, also nach Beginn der Ausbildung. Bei Journalisten liegt der Ausbruch des Wahns in den meisten F\u00e4llen vermutlich schon lange vor Beginn von Studium und Volontariat, n\u00e4mlich in der Schulzeit, wenn die ideologische Indoktrinierung durch die Umgebung und die Lehrer so richtig zu wirken beginnt. &#8220;Man&#8221; wird Journalist, &#8220;weil man &#8216;etwas bewegen&#8217; will&#8221;.<\/p>\n<p>Journalisten haben nicht nur einen Wahn, sondern fr\u00f6nen einer Mehrzahl davon. Deren erster ist der Wahn, &#8220;etwas bewegen&#8221; zu wollen. Was? Nat\u00fcrlich &#8220;f\u00fcr die Menschheit&#8221;, &#8220;sozialistisch&#8221;, und so weiter und so weiter. Von politisch links bis esoterisch auf der H\u00f6he von Tannenzapfen und Erdferkeln das ganze Spektrum durch. <\/p>\n<p>Ein weiterer, ein in der Ausbildung eingepr\u00fcgelter Wahn: die &#8220;Ausgewogenheit&#8221;. &#8220;Ausgewogen&#8221; ist es, wenn man zu einem Politiker X einen Politiker y der Gegenseite befragt. &#8220;Ausgewogen&#8221; ist es, wenn man zum Thema Impfen A befragt, einen Universit\u00e4tsprofessor der Medizin, und ihm als gleichwertig einen mit M\u00fche der Hauptschule entlaufenen Impfgegner B befragt, und A und B als v\u00f6llig gleichwertig nebeneinander stellt, optisch und akustisch, und beim Print im Layout.<\/p>\n<p>Dann m\u00fc\u00dfte ein koryph\u00e4aler Journalist folgerichtig zu jeder Aussage der Kanzler oder der Minister immer jeweils einen Angeh\u00f6rigen der NPD befragen, oder, noch besser, der NSPAD Auslandsorganisation. Alleine das Vorbringen dieser Idee l\u00f6st wildes Gekreische aus, von akustisch laut bis total schockstumm. Auch die AfD wird rigoros ausgeschlossen. <\/p>\n<p>Die Ausgewogenheit der Journalisten ist am Ende, wenn sie Stimmen zu Worte kommen lie\u00dfe, die der eigenen Ideologie nicht ins Konzept passen&#8230;<\/p>\n<p>Der Kern des Wahns ist die IDEE, zu einer Aussage eine gegenteilige gegen\u00fcberstellen zu m\u00fcssen. Aber das MUSS man nicht, und sehr h\u00e4ufig DARF man es wegen der betreffenden Sache auch nicht!<\/p>\n<p>Das Nebeneinanderstellen von zum Beispiel Impfbef\u00fcrwortern und Impfgegnern ist extrem dumm, weil die Impfgegner ideologischen M\u00fcll und L\u00fcgen von sich geben, und obendrein rhetorische Kampfmaschinen sind, im Gegensatz zu vern\u00fcnftigen Medizinern (die mitunter nicht mal einen einzigen Satz grammatisch fehlerfrei \u00fcber die B\u00fchne bringen). Aber das WOLLEN Journalisten nicht wahrhaben. Schlimmer als wildgewordene Kinder in der S\u00fc\u00dfwarenabteilung geb\u00e4rden sie sich, schlagen wid um sich, blocken jegliche rationalen Argumente radikal ab.<\/p>\n<p>Ein neuer Wahn im Journalismus ist der &#8220;konstruktive Journalismus&#8221;. Wenn es etwas Negatives zu berichten gibt, dann MUSS auch immer eine L\u00f6sung pr\u00e4sentiert werden. Die Ideologie verlangt es: Es MUSS eine L\u00f6sung pr\u00e4sentiert werden. <\/p>\n<p>Damit verl\u00e4\u00dft der Journalist die Neutralit\u00e4t und macht PR.<\/p>\n<ul><strong>&#8220;Wir wissen nicht, was Luis Trenker bevorzugt. Wir empfehlen Togal.&#8221;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Alter Werbespot um 1963 Togal Tabletten\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/VT0s-mbepuU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=VT0s-mbepuU\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=VT0s-mbepuU<\/a><\/strong><\/ul>\n<p>Diese Form der Togal-Werbung war in den 1960-ern ein &#8220;running gag&#8221;. Sie ist ein Musterbeispiel f\u00fcr &#8220;probleml\u00f6sungsorientierte Werbung&#8221;: &#8220;XYZ plagt Sie? Dazu haben wir etwas.&#8221;<\/p>\n<p>Konstruktiver Journalismus ist ein weit offenes Scheunentor; Myriaden Verk\u00e4ufer und Lobbyisten werden bei den Journalisten Schlange stehen, wenn sie erfahren, da\u00df zu einem Negativum der Journalist eine L\u00f6sung sucht; denn sie haben eine!<\/p>\n<p>Der Journalist verkommt zum Endglied einer Werbemaschine. Falls er nicht von Anfang an eine ist. Und DAVON kann man ausgehen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Beruf bringt Risiken mit sich, Risiken f\u00fcr die, die ihn aus\u00fcben, und Risiken f\u00fcr deren Umwelt (das hei\u00dft: f\u00fcr die Allgemeinheit). Die Macht \u00fcber das Leben von Menschen bef\u00e4llt nicht nur \u00c4rzte, sondern auch, und das besonders intensiv, Lehrer. Wievielen Kindern wurde nicht das Leben zerst\u00f6rt durch durchgeknallte Lehrer? 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