{"id":269,"date":"2011-09-06T23:26:50","date_gmt":"2011-09-07T07:26:50","guid":{"rendered":"http:\/\/ariplex.com\/folia\/?p=269"},"modified":"2011-09-11T04:45:20","modified_gmt":"2011-09-11T12:45:20","slug":"analphabetisierung-und-vampirismus-der-deutschen-medien","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ariplex.com\/folia\/archives\/269.htm","title":{"rendered":"Analphabetisierung und Vampirismus der deutschen Medien"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Deutsche Presse nicht kritisch genug&#8221;, sagt Julian Assange, schreibt Meedia:<\/p>\n<p>[*quote*]<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<br \/>\n&#8220;Deutsche Presse nicht kritisch genug&#8221;<\/p>\n<p>Wikileaks-Gr\u00fcnder Julian Assange hat in einem Interview seine Organisation verteidigt. F\u00fcr ein Datenleck, das vergangene Woche publik wurde und das zur Ver\u00f6ffentlichung von Klarnamen von Informanten f\u00fchrte, sei die britische Zeitung Guardian verantwortlich. Die Gefahr, dass aufgrund des Datenlecks Personen gef\u00e4hrdet seien, sch\u00e4tze er als gering ein. Ausgeschlossen sei eine Gef\u00e4hrdung aber nicht. Assange lehnt aber jegliche Verantwortung ab. Die deutsche Presse sei &#8220;nicht kritisch genug&#8221;.<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<br \/>\n[*\/quote*]<\/p>\n<p>Quelle:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/meedia.de\/internet\/assange-deutsche-presse-nicht-kritisch-genug\/2011\/09\/06.html\">http:\/\/meedia.de\/internet\/assange-deutsche-presse-nicht-kritisch-genug\/2011\/09\/06.html<\/a><\/p>\n<p>Ein kritischer Begriff (&#8220;Medienpartner&#8221;) folgt weniger Zeilen sp\u00e4ter:<\/p>\n<p>[*quote*]<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<br \/>\nEs sei weiter wichtig f\u00fcr Wikileaks, mit Medien zu kooperieren, sagte Assange. Doch die, inklusive deutscher Medien und vor allem inklusive des Spiegel, seien zu unkritisch gewesen. Ein Artikel im Spiegel von dieser Woche stelle die Sachlage falsch da. Mit Ausnahme des Guardian und der New York Times unterhalte Wikileaks aber weiter <strong>Kooperationen mit \u00fcber 50 Medienpartnern<\/strong>.<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<br \/>\n[*\/quote*]<\/p>\n<p>Zu diesem Begriff &#8211; und zur Lage \u00fcberhaupt &#8211; entgleitet der Spiegel-Chefredakteur Mathias M\u00fcller von Blumencron, siehe den &#8220;Nachtrag 12.40 Uhr&#8221; in der gleichen Quelle:<\/p>\n<p>[*quote*]<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<br \/>\nNachtrag, 12.40 Uhr: Spiegel-Chefredakteur Mathias M\u00fcller von Blumencron hat auf dem Internationalen Medienkongress in Berlin die Entscheidung von Wikileaks, die US-Depeschen ebenfalls unbearbeitet und mit Klarnamen von Informanten zu ver\u00f6ffentlichen, scharf kritisiert. Beim Spiegel sei man &#8220;verwirrt und ersch\u00fcttert&#8221;, dass die Dokumente unbearbeitet ins Netz gestellt worden seien. Das Material habe sich zwar schon zuvor &#8220;verselbstst\u00e4ndigt&#8221;, aber mit dem Selbstverst\u00e4ndnis des Spiegel sei das Vorgehen von Assange, den Blumencron &#8220;unberechenbar&#8221; nannte, nicht zu vereinbaren. Informanten beispielsweise in Diktaturen seien nun gezwungen, zu fl\u00fcchten. <strong>&#8220;Wir haben das nicht begriffen&#8221;, sagte Blumencron. Das Wort &#8220;Medienpartner&#8221; sei ihm als Beschreibung des Verh\u00e4ltnisses zwischen Spiegel und Wikileaks &#8220;zu nah&#8221;.<\/strong> Ausgeschlossen sei eine weitere Zusammenarbeit aber nicht.<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<br \/>\n[*\/quote*]<\/p>\n<p><strong>#&#8221;Wir haben das nicht begriffen&#8221;, sagte Blumencron.#<\/strong><\/p>\n<p>Wie bitte!? Das ist ja nur noch peinlich. <\/p>\n<p>Wenn durch den &#8220;Journalisten&#8221; des Guardian das Pa\u00dfwort \u00d6FFENTLICH verraten wurde, ist f\u00fcr die Geheimdienste und andere interessierte Gruppen die Sache doch l\u00e4ngst aufgeflogen und die Informanten m\u00fcssen sich, falls ihnen bei Enttarnung tats\u00e4chlich Gefahr droht, sofort absetzen. Das Auffliegen ist schon in der Sekunde geschehen, in der das Buch ver\u00f6ffentlicht wurde. <\/p>\n<p>Nachdem der &#8220;Journalist&#8221; des Guardian den Verrat begangen hat, war die Ver\u00f6ffentlichung des gesamten Materials zwingend notwendig; die Geheimdienste hatten es doch schon. Aber jetzt mu\u00dfte Wikileaks an die \u00d6ffentlichkeit mit ALLEM. Denn vor allem durch die \u00d6ffentlichkeit werden jetzt die Informanten m\u00f6glicherweise mitgesch\u00fctzt, denn jetzt wei\u00df die \u00d6ffentlichkeit, wer die Informanten sind, so da\u00df es nicht mehr so leicht sein wird, die Informanten verschwinden zu lassen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeit ist ein notwendiger Schutz, das sollte man sich beim Spiegel hinter das Blatt schreiben.<\/p>\n<p>Das Wort &#8220;Medienpartner&#8221;, das &#8220;sei ihm als Beschreibung des Verh\u00e4ltnisses zwischen Spiegel und Wikileaks &#8216;zu nah'&#8221;, sagt Blumencron laut Meedia. Das d\u00fcrfte vermutlich zutreffen, denn die ge\u00fcbte Praxis vieler Medien ist ja, Informanten auszusaugen, die sind Lebendfutter &#8211; von einer Partnerschaft kann bei solchem Vampirismus in der Tat keine Rede sein. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Deutsche Presse nicht kritisch genug&#8221;, sagt Julian Assange, schreibt Meedia: [*quote*] &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211; &#8220;Deutsche Presse nicht kritisch genug&#8221; Wikileaks-Gr\u00fcnder Julian Assange hat in einem Interview seine Organisation verteidigt. F\u00fcr ein Datenleck, das vergangene Woche publik wurde und das zur Ver\u00f6ffentlichung von Klarnamen von Informanten f\u00fchrte, sei die britische Zeitung Guardian verantwortlich. 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