{"id":446,"date":"2013-02-21T19:42:34","date_gmt":"2013-02-22T03:42:34","guid":{"rendered":"http:\/\/ariplex.com\/folia\/?p=446"},"modified":"2018-05-06T17:32:15","modified_gmt":"2018-05-07T01:32:15","slug":"die-swissmedic-die-homoopathen-und-die-hinterturen-der-pharmamafia","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ariplex.com\/folia\/archives\/446.htm","title":{"rendered":"Die Swissmedic, die Hom\u00f6opathen, und die Hintert\u00fcren der Pharmamafia"},"content":{"rendered":"<p>Die Schweizer Swissmedic, und \u00fcberhaupt die Schweiz, werden von Esottern \u00fcbel mi\u00dfbraucht. In den letzten Monaten schwappten wieder Wellen von falschen, total falschen, und verlogenen Pamphleten durch Print und Web, in denen der Eindruck erweckt wird, &#8220;die Schweiz&#8221; h\u00e4tte sich pro esoteristischen Medizinmumpitz entschieden, weil der sich als wirksam erwiesen h\u00e4tte. Die Wahrheit sieht anders aus. <\/p>\n<p>Im <i>&#8220;Laborjournal&#8221;<\/i> (<a href=\"http:\/\/www.laborjournal.de\">http:\/\/www.laborjournal.de<\/a>) ist jetzt, Januar 2013, ein Interview erschienen, das Florian Fisch mit Petra D\u00f6rr, Leiterin des Direktionsstabes der Swissmedic, f\u00fchrte. Dank der freundlichen Erlaubnis des Verlags darf ich die Seite 51 des in der Printausgabe von Heft 1-2\/2013 auf den Seiten 48,49,50,51 erschienenen Interviews hier wiedergeben.<br \/>\nDas vollst\u00e4ndige Interview bekommen Sie im gedruckten Heft vom Verlag:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/laborjournal.de\/rubric\/abo\/index.lasso\">http:\/\/laborjournal.de\/rubric\/abo\/index.lasso<\/a><\/p>\n<ul><strong>Das Interview:<\/strong><br \/>\n[*quote*]<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n<strong>Kasten:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Petra D\u00f6rr<\/strong><br \/>\n&#8230; kennt beide Seiten der Arzneimittelzulassung. Bei Promedipharm, Fresenius Medical Care und Valeant Pharmaceuticals war die Apothekerin zehn Jahre f\u00fcr die Zulassungsverfahren zust\u00e4ndig. Seit 2004 leitet D\u00f6rr den Direktionsstab von Swissmedic und pflegt die Beziehungen zu externen Beteiligten.<\/p>\n<p><strong>Swissmedic<\/strong><br \/>\n&#8230; ist das Schweizerische Heilmittelinstitut, das 2012 sein 10j\u00e4hriges Bestehen feierte. Um den Nutzen von Medikamenten gegen die Risiken abzuw\u00e4gen &#8211; ohne dabei an die Kosten zu denken &#8211; wurde eigens f\u00fcr Swissmedic ein neues Heilmittelgesetz erlassen. Die \u00f6ffentlich-rechtliche Anstalt ist f\u00fcr die Zulassung von Medikamenten und die \u00dcberwachung des Marktes zust\u00e4ndig. -FF-\t<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n<strong>Interview:<\/strong><\/p>\n<p><strong>&#8220;Swissmedic pr\u00fcft die Wirksamkeit komplement\u00e4rmedizinischer Arzneimittel nicht oder nur aufgrund von Literaturangaben.&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Laborjournal:<br \/>\nWarum gelten f\u00fcr Medikamente der Hom\u00f6opathie, Antroposophie und traditionellen chinesischen Medizin andere Kriterien? Da sie schlicht nicht wirksam sind, verdienen sie keine entsprechende Nutzen-Risiko-Bewertung?<\/p>\n<p>D\u00f6rr:<br \/>\nSo kann man das nicht sagen. Diese Therapieformen genie\u00dfen in der \u00d6ffentlichkeit einen hohen Stellenwert. Unsere Anforderungen f\u00fcr die Zulassung orientieren sich am Risiko, das von diesen Produkten ausgeht. Bei einem synthetischen neuen Wirkstoff, der noch nie in einem zugelassenen Arzneimittel eingesetzt wurde, sind die Risiken hoch und entsprechend hoch sind auch unsere Anforderungen. Arzneimittel der sogenannten Komplement\u00e4rmedizin basieren dem gegen\u00fcber in aller Regel auf altbekannten Ausgangsstoffen. Diese werden zudem meist ohne Indikation zugelassen, weil der Therapieansatz anders ist: Der Therapeut legt im Einzelfall fest, welches Arzneimittel angewandt wird. Die Therapeuten trifft in diesem Bereich eine grosse Verantwortung f\u00fcr den richtigen Arzneimitteleinsatz, weshalb Swissmedic die Wirksamkeit solcher Arzneimittel gar nicht oder nur aufgrund von Angaben aus der Literatur pr\u00fcft. Unser Fokus liegt bei Arzneimitteln der Komplement\u00e4rmedizin auf der Herstellungsqualit\u00e4t und der Sicherheit.<\/p>\n<p>Laborjournal:<br \/>\nDas hei\u00dft, Sie sind mit komplement\u00e4rme\u00addizinischen Medikamenten weniger streng.<\/p>\n<p>D\u00f6rr:<br \/>\nWirksamkeitsnachweise verlangen wir nur dort, wo eine medizinische Indikation beantragt wird. Zum Beispiel bei Baldriantropfen. Wenn man mit Arzneimitteln schon viel Erfahrung hat, weil sie traditionell in anderen L\u00e4ndern angewendet werden, dann muss f\u00fcr die Arzneimittel kein eigener Wirkungsnachweis mehr erbracht werden. Das gilt zum Beispiel f\u00fcr asiatische oder hom\u00f6opathische Arzneimittel. F\u00fcr deren Zulassung eine doppelblinde,Plazebo-kontrollierte Studie zu verlangen, w\u00fcrde dem Nutzen-Risiko-Verh\u00e4ltnis dieser Therapieform keine Rechnung tragen. Wir fokussieren, wie gesagt, auf die Sicherheit und die Qualit\u00e4t, weniger auf die Wirksamkeit.<\/p>\n<p>Laborjournal:<br \/>\nSwissmedic legitimiert dadurch indirekt Arzneimittel, die den Beweis ihrer Wirksamkeit schuldig bleiben.<\/p>\n<p>D\u00f6rr:<br \/>\nDies ist im Heilmittelgesetz und den Ausf\u00fchrungsbestimmungen so vorgegeben, und die aktuelle Vorlage der Revision des Heilmittelgesetzes wird &#8211; wie wiederholt vom Parlament gefordert &#8211; weitere Vereinfachung vorsehen. Swissmedic ist auch hier reine Vollzugsbeh\u00f6rde. <\/p>\n<p>Laborjournal:<br \/>\nWieso m\u00fcssen eigentlich Nahrungserg\u00e4n\u00adzungsmittel nicht von Swissmedic zugelassen werden? Wenn zum Beispiel angepriesen wird, dass es vor Grippe sch\u00fctzt, ist es doch ein Arzneimittel.<\/p>\n<p>D\u00f6rr:<br \/>\nNahrungserg\u00e4nzungsmittel und auch Kosmetika werden vom Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG) beurteilt. Wenn ein Produkt mit einer medizinischen Indikation beworben werden soll, zum Beispiel Schutz vor Grippe, dann ist es klar ein Arzneimittel. Nat\u00fcrlich gibt es auch bei der Bewerbung von Nahrungs- und Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln eine gewisse Grauzone, die von Firmen ausgelotet wird. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe, die sich aus Mitarbeitenden von BAG, Swissmedic und Kantonsvertretern zusammensetzt, kl\u00e4rt regelm\u00e4ssig die Zust\u00e4ndigkeiten.\t<\/p>\n<p>Laborjournal:<br \/>\nW\u00e4re es nicht besser, die Schweizer Beh\u00f6rden Swissmedic, BAG und die nun aufkommenden &#8220;Health Technology Assessments&#8221; zusammenzulegen?<\/p>\n<p>D\u00f6rr:<br \/>\nEs gibt international beide Modelle. Die \u00fcberwiegende Mehrheit der Staaten hat sich aber wie die <\/p>\n<p>Schweiz f\u00fcr das getrennte Modell entschieden. F\u00fcr die Aufteilung spricht, dass die Beurteilung von Nutzen und Risiken unabh\u00e4ngig von Kosten\u00fcberlegungen passieren soll. Die Marktzulassung durch Beh\u00f6rden wie Swissmedic soll nicht bereits den Marktzugang einschr\u00e4nken.\t<\/p>\n<p>Laborjournal:<br \/>\nWozu braucht es neben der FDA und der EMA \u00fcberhaupt noch Swissmedic? Ist es sinn\u00advollf\u00fcr ein kleines Land diesen Aufwand zu t\u00e4tigen? Sollte die Schweiz nicht der EMA beitreten?<\/p>\n<p>D\u00f6rr:<br \/>\nWir k\u00f6nnen nicht einfach der EMA beitreten. Voraussetzung hierf\u00fcr w\u00e4re, dass die Schweiz die entsprechende Gesetzgebung der EU \u00fcbernimmt. Das ist nicht in unserer Hand. Zu beachten ist hierbei aber, dass alle EU- und EWR-L\u00e4nder weiterhin nationale Heilmittelbeh\u00f6rden haben. Swissmedic w\u00fcrde es also auch dann noch geben!<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n[*\/quote*]<\/ul>\n<p>.<br \/>\n.<br \/>\nDas ganze Elend wird bereits in den ersten Abs\u00e4tzen beschrieben:<\/p>\n<ul>[*quote*]<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\nD\u00f6rr:<br \/>\n<strong>Wirksamkeitsnachweise verlangen wir nur dort, wo eine medizinische Indikation beantragt wird.<\/strong> Zum Beispiel bei Baldriantropfen. <strong>Wenn man mit Arzneimitteln schon viel Erfahrung hat, weil sie traditionell in anderen L\u00e4ndern angewendet werden, dann muss f\u00fcr die Arzneimittel kein eigener Wirkungsnachweis mehr erbracht werden. Das gilt zum Beispiel f\u00fcr asiatische oder hom\u00f6opathische Arzneimittel. F\u00fcr deren Zulassung eine doppelblinde,Plazebo-kontrollierte Studie zu verlangen, w\u00fcrde dem Nutzen-Risiko-Verh\u00e4ltnis dieser Therapieform keine Rechnung tragen.<\/strong> Wir fokussieren, wie gesagt, auf die Sicherheit und die Qualit\u00e4t, weniger auf die Wirksamkeit.<\/p>\n<p>Laborjournal:<br \/>\nSwissmedic legitimiert dadurch indirekt Arzneimittel, die den Beweis ihrer Wirksamkeit schuldig bleiben.<\/p>\n<p>D\u00f6rr:<br \/>\n<strong>Dies ist im Heilmittelgesetz und den Ausf\u00fchrungsbestimmungen so vorgegeben<\/strong>, und die aktuelle Vorlage der Revision des Heilmittelgesetzes wird &#8211; wie wiederholt vom Parlament gefordert &#8211; <strong>weitere Vereinfachung vorsehen.<\/strong> Swissmedic ist auch hier reine Vollzugsbeh\u00f6rde.<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n[*\/quote*]<\/ul>\n<p>Die Swissmedic kann nicht selbst entscheiden, sondern ist an die Gesetze gebunden: <i>&#8220;Swissmedic ist auch hier reine Vollzugsbeh\u00f6rde.&#8221;<\/i> Es sind also die Politiker, die (bar jedes Wissens und Verstandes) zum Beispiel beschlossen haben, da\u00df<br \/>\n<i>F\u00fcr die Zulassung von asiatische oder hom\u00f6opathischen Arzneimitteln eine doppelblinde,Plazebo-kontrollierte Studie zu verlangen, dem Nutzen-Risiko-Verh\u00e4ltnis dieser Therapieform keine Rechnung tragen w\u00fcrde.<\/i><\/p>\n<p>Eine doppelte Schlampigkeit, bei der schon die v\u00f6llige Ignoranz gegen\u00fcber den Gefahren der Hom\u00f6opathie zeigt, wie wenig Sachwissen und wie wenig Verantwortungsbewu\u00dftsein die Politiker haben. Um so schlimmer ist es im Fall der importierenten asiatischen Mittel, denn die sind noch weit weniger kontrolliert als der einheimische hom\u00f6opathische Zirkus.<\/p>\n<p><strong><i>&#8220;Wir fokussieren, wie gesagt, auf die Sicherheit und die Qualit\u00e4t, weniger auf die Wirksamkeit.&#8221;<\/i><\/strong> sagt Frau D\u00f6rr. Doch genau das findet nicht statt! Denn wenn die Sicherheit gefordert ist, dann mu\u00df sie auch kontrolliert werden. Aber eben dies wird mit Verweis auf die Kosten (<i>&#8220;Nutzen-Risiko-Verh\u00e4ltnis dieser Therapieform&#8221;<\/i>) nicht getan. <\/p>\n<p><i>&#8220;Wir fokussieren, wie gesagt, auf die Sicherheit und die Qualit\u00e4t, weniger auf die Wirksamkeit.&#8221;<\/i> sagt Frau D\u00f6rr.Sie beschreibt denn auch so ein bi\u00dfchen die Zulassung und l\u00e4\u00dft dabei eine notwendige Erkl\u00e4rung aus: die Erkl\u00e4rung der BEDEUTUNG der Indikation, und was es damit auf sich hat. <\/p>\n<ul>[*quote*]<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n<strong>Arzneimittel der sogenannten Komplement\u00e4rmedizin<\/strong> basieren dem gegen\u00fcber in aller Regel auf altbekannten Ausgangsstoffen. Diese <strong>werden zudem meist ohne Indikation zugelassen<\/strong>, weil der Therapieansatz anders ist: Der Therapeut legt im Einzelfall fest, welches Arzneimittel angewandt wird.<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n[*\/quote*]<\/ul>\n<p>In Deutschland d\u00fcrfen Hom\u00f6opathika einfach und ohne jede Pr\u00fcfung in den Markt gebracht werden. Sie d\u00fcrfen dabei jedoch keine Angabe \u00fcber den Anwendungszweck (zum Beispiel &#8220;hilft gegen Schnupfen&#8221;) haben. Diese Angabe ist die &#8220;Indikation&#8221;. Gibt es solch eine Angabe (&#8220;Indikation&#8221;), dann MUSS der Hersteller eine Zulassung beantragen. Doch die kostet Geld. Warum Geld verschwenden und sich \u00c4rger einhandeln, wenn OHNE diese Angabe es so viel einfacher geht? <\/p>\n<p>DESWEGEN keine Angabe der Indikation! Der Gesetzgeber hat in den Gesetzen eine riesige Hintert\u00fcr geschaffen, durch die die Hersteller des esoterischen Mumpitz in aller Seelenruhe hindurchspazieren k\u00f6nnen. Da\u00df die Sicherheit im Vordergrund st\u00fcnde, ist ein M\u00e4rchen, denn ginge es dem Gesetzgeber tats\u00e4chlich um Sicherheit, best\u00fcnde diese Hintert\u00fcr nicht! <\/p>\n<p>Ein weiterer Trick ist die Verlagerung der Verantwortlichkeit auf die &#8220;Therapeuten&#8221;:<\/p>\n<ul>[*quote*]<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n<strong>Die Therapeuten trifft in diesem Bereich eine grosse Verantwortung f\u00fcr den richtigen Arzneimitteleinsatz<\/strong>, weshalb Swissmedic die Wirksamkeit solcher Arzneimittel gar nicht oder nur aufgrund von Angaben aus der Literatur pr\u00fcft. Unser Fokus liegt bei Arzneimitteln der Komplement\u00e4rmedizin auf der Herstellungsqualit\u00e4t und der Sicherheit.<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n[*\/quote*]<\/ul>\n<p>Wenn denn die Mittel so harmlos w\u00e4ren, wieso tragen dann die &#8220;Therapeuten&#8221; eine gro\u00dfe &#8220;Verantwortung&#8221;? Auch hier widerspricht sich das System eindeutig.<\/p>\n<p>Ein Riesenfehler bei der Betrachtung der Hom\u00f6opathie besteht in der immer wieder vorgebrachten Behauptung, in hom\u00f6opathischen Mitteln sei kein Wirkstoff enthalten, die seien so hoch verd\u00fcnnt. Wie ich unter anderem in<\/p>\n<ul>&#8220;Wenn Journalisten pfuschen&#8221;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/ariplex.com\/folia\/archives\/406.htm\">http:\/\/ariplex.com\/folia\/archives\/406.htm<\/a><\/ul>\n<p>gezeigt habe, k\u00f6nnen in hom\u00f6opathischen Mitteln durchaus erhebliche Mengen starker Gifte enthalten sein, die zudem von den Hom\u00f6opathen in gro\u00dfem Umfang eingesetzt werden. <\/p>\n<p>Spielt bei der Giftigkeit die Indikation (also die Tatsache, da\u00df das krankheitsbezogene Anwendungsgebiet auf der Verpackung oder im Begleitzettel angegeben ist) eine Rolle? <\/p>\n<p>Nein, nat\u00fcrlich nicht! Diese Stoffe sind immer giftig, ohne Ansehen der Person und ohne sonstigen Firlefanz, den die &#8220;Therapeuten&#8221; treiben. <\/p>\n<p>Die Indikation ist eine Hintert\u00fcr. Hom\u00f6opathie ist nichts anderes als ein stupides Probierverfahren, bei dem man durchaus TAUSENDE von Mittelchen ausprobieren darf, denn man wei\u00df doch gar nicht, welches Mittelchen der Kranke braucht. DAS ist GRUNDLAGE der Hom\u00f6opathie, so erfunden von Hahnemann! <\/p>\n<p>Tatsache ist: Hom\u00f6opathie ist strohdumm. Hom\u00f6opathie kann nicht diagnostizieren. <\/p>\n<p>Deshalb probiert man herum und herum und herum. Deshalb, und nur deshalb, gibt es bei der Hom\u00f6opathie keine Indikation. <\/p>\n<p>Und aus dieser Strohdummheit und um diese Strohdummheit herum wurde die Hintert\u00fcr mit der Indikation geschaffen. Nur aus diesem Grund. Man mu\u00df als Politiker schon reichlich d\u00e4mlich sein, um diese Falle nicht zu sehen, und hochkriminell, um den Verbrechern wissentlich die sperrangelweite Hintert\u00fcr zu verschaffen. <\/p>\n<p>Interessant, und das vor allem in juristischer Hinsicht, ist die Intensit\u00e4t, mit der die Hersteller hom\u00f6opathischer Mittel DURCHAUS eine Indikation angeben. (Dies sogar bei Mitteln, f\u00fcr die es nicht einmal hom\u00f6opathische Arzneimittelpr\u00fcfungen gibt.) Das nennen die Hom\u00f6opathen dann &#8220;bew\u00e4hrte Mittel&#8221;. Doch was ist die Angabe &#8220;bew\u00e4hrtes Mittel&#8221; anderes als eine Zuweisung f\u00fcr bestimmte Anwendungsgebiete, also eine Indikation? Wie man sieht, betr\u00fcgen Hom\u00f6opathika-Hersteller in einem ERHEBLICHEN Umfang. <\/p>\n<p>In einer Pressemitteilung des Oberlandesgerichts Hamm, die ich heute erhalten habe, gibt es eine nicht unwesentliche Aussage des Gerichts zu just dem Punkt der Indikation:<\/p>\n<ul><a href=\"http:\/\/www.justiz.nrw.de\/JM\/Presse\/presse_weitere\/PresseOLGs\/20_02_2013\/index.php\">http:\/\/www.justiz.nrw.de\/JM\/Presse\/presse_weitere\/PresseOLGs\/20_02_2013\/index.php<\/a><\/p>\n<p>(Hervorhebung von mir)<br \/>\n[*quote*]<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n<strong>Oberlandesgericht Hamm: Verbraucherschutz: unzul\u00e4ssige Werbung f\u00fcr Sch\u00fc\u00dfler-Salze als &#8220;sanfte Begleiter in der Schwangerschaft&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>20.02.2013<\/p>\n<p>Die in der Deutschen Hebammenzeitschrift in Bezug auf zwei hom\u00f6opathische Arzneimittel ver\u00f6ffentlichte Werbeaussage &#8220;Sch\u00fc\u00dfler-Salze \u2026 Sanfte Begleiter in der Schwangerschaft&#8221; ist irref\u00fchrend. Das hat der 4. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm am 13.12.2012 entschieden und damit eine einstweilige Verf\u00fcgung des Landgerichts Dortmund best\u00e4tigt, die diese Werbeaussage untersagt.<\/p>\n<p>Das beklagte Unternehmen aus Rheda-Wiedenbr\u00fcck vertreibt Sch\u00fc\u00dfler-Salze u.a. als <strong>hom\u00f6opathische Arzneimittel, die als solche registriert, aber nicht mit Anwendungsgebieten zugelassen sind.<\/strong> Sie hatte in der Deutschen Hebammenzeitschrift mit der Aussage &#8220;Sch\u00fc\u00dfler-Salze \u2026 Sanfte Begleiter in der Schwangerschaft&#8221; f\u00fcr zwei ihrer hom\u00f6opathischen Arzneimittel geworben, worin der klagende Verband eine irref\u00fchrende Werbung sah und von der Beklagten ein Unterlassen der Werbeaussage verlangt hat.<\/p>\n<p>Der 4. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm hat den Unterlassungsanspruch best\u00e4tigt. Die zu beanstandende Werbeaussage beinhalte auch aus Sicht der angesprochenen fachkundigen Hebammen ein falsches Wirkungsversprechen im Sinne von \u00a7 3 Nr. 1 Heilmittelwerbegesetz. Beworben w\u00fcrden registrierte hom\u00f6opathische Arzneimittel, bei denen das eigentliche Anwendungsgebiet wie z. B. der Bereich einer Krankheit, in dem das Arzneimittel wirken solle, nicht genannt werden d\u00fcrfe, um eine Irref\u00fchrung zu vermeiden. F\u00fcr diese Mittel d\u00fcrfe dann erst recht nicht mit einem umfassenderen Einsatzbereich &#8211; einen solchen stelle die Schwangerschaft dar &#8211; geworben werden. In Bezug auf die Schwangerschaft werde mit der Werbeaussage der Eindruck erweckt, dass die genannten Mittel schonend und dauerhaft positiven Einfluss speziell f\u00fcr die Schwangeren entfalten k\u00f6nnten, die Krankheiten oder Beschwerden aus dem Anwendungsbereich der in Frage stehenden Mittel aufwiesen. Der Eindruck sei falsch, weil die Wirkung der beworbenen Arzneimittel nicht wissenschaftlich gesichert sei. Es bestehe die Gefahr, dass Hebammen den Schwangeren im Vertrauen auf die Werbeangabe zur Einnahme des beworbenen hom\u00f6opathischen Arzneimittels rieten. Das halte die Schwangere m\u00f6glicherweise von der Befragung ihres Arztes oder von der Einnahme angeblich mehr belastender, aber besser helfender Pr\u00e4parate ab.<\/p>\n<p>rechtskr\u00e4ftiges Urteil des 4. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Hamm (I-4 U 141\/12)<\/p>\n<p>Christian Nubbemeyer, Pressedezernent<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n[*\/quote*]<\/ul>\n<p><i>&#8220;Wir fokussieren, wie gesagt, auf die Sicherheit und die Qualit\u00e4t, weniger auf die Wirksamkeit.&#8221;<\/i> sagt Frau D\u00f6rr. Doch genau das findet nicht statt! Freundlicherweise hat das Oberlandesgericht Hamm in seiner Begr\u00fcndung folgendes gesagt (ich wiederhole den notwendigen Teil und hebe ein wesentliches Element hervor):<\/p>\n<ul>[*quote*]<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\nDie zu beanstandende Werbeaussage beinhalte auch aus Sicht der angesprochenen fachkundigen Hebammen ein falsches Wirkungsversprechen im Sinne von \u00a7 3 Nr. 1 Heilmittelwerbegesetz. Beworben w\u00fcrden registrierte hom\u00f6opathische Arzneimittel, bei denen das eigentliche Anwendungsgebiet wie z. B. der Bereich einer Krankheit, in dem das Arzneimittel wirken solle, nicht genannt werden d\u00fcrfe, um eine Irref\u00fchrung zu vermeiden. F\u00fcr diese Mittel d\u00fcrfe dann erst recht nicht mit einem umfassenderen Einsatzbereich &#8211; einen solchen stelle die Schwangerschaft dar &#8211; geworben werden. In Bezug auf die Schwangerschaft werde mit der Werbeaussage der Eindruck erweckt, dass die genannten Mittel schonend und dauerhaft positiven Einfluss speziell f\u00fcr die Schwangeren entfalten k\u00f6nnten, die Krankheiten oder Beschwerden aus dem Anwendungsbereich der in Frage stehenden Mittel aufwiesen. Der Eindruck sei falsch, weil die Wirkung der beworbenen Arzneimittel nicht wissenschaftlich gesichert sei. <strong>Es bestehe die Gefahr, dass Hebammen den Schwangeren im Vertrauen auf die Werbeangabe zur Einnahme des beworbenen hom\u00f6opathischen Arzneimittels rieten. Das halte die Schwangere m\u00f6glicherweise von der Befragung ihres Arztes oder von der Einnahme angeblich mehr belastender, aber besser helfender Pr\u00e4parate ab.<\/strong><br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n[*\/quote*]<\/ul>\n<p>Wesentliche Kernaussage: <\/p>\n<p><strong><i>&#8220;Es bestehe die Gefahr, dass Hebammen den Schwangeren im Vertrauen auf die Werbeangabe zur Einnahme des beworbenen hom\u00f6opathischen Arzneimittels rieten. Das halte die Schwangere m\u00f6glicherweise von der Befragung ihres Arztes oder von der Einnahme angeblich mehr belastender, aber besser helfender Pr\u00e4parate ab.&#8221;<\/i><\/strong><\/p>\n<p>Aber DAS gilt immer, v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von &#8220;mit Indikation&#8221; oder ohne!<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu der &#8220;Werbeangabe&#8221; (auf der Verpackung oder Firmenprospekten des Herstellers) gibt es doch noch die Armee der Mietm\u00e4uler und PR-Schleudern, die, bezahlt von der Hom\u00f6opathika-Industrie, als journalistische Arbeit behauptete Presseerzeugnisse unter das Volk bringen, die in Wahrheit nichts anderes sind als megatonnenweise zusammengefaselte Wirksamkeitsbehauptungen und Indikationen und sogar Dosierungsanleitungen und Einnahmehinweise. <\/p>\n<p>Mit dieser Darstellung \u00fcbertreibe ich keinesfalls. Die Hom\u00f6opathika-Hersteller \u00fcberf\u00fchren sich sogar selbst der L\u00fcge. Behaupten sie doch und behaupten die Medien (die von ihr bezahlten und auch die nicht von ihr bezahlten) eine gro\u00dfe Akzeptanz und steigende Beliebtheit der Hom\u00f6opathie bei der Bev\u00f6kerung. In den Verkaufszahlen der Hom\u00f6opathia-Industrie sieht es dagegen ganz anders aus. Laut den offiziellen Zahlen des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie e.V. machen die Hom\u00f6opathika-Hersteller erhebliche Verluste. Sieht man n\u00e4mlich nicht auf die verschleiernden absoluten Umsatzzahlen, sondern ber\u00fccksichtigt die Inflation, ist das Ergebnis tiefrot: <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/transgallaxys.com\/~aktenschrank\/Mietmaul_Claus_Fritzsche_aufgeflogen\/dramatische_Verluste_der_Homeoeopathika_Umsaetze_inflationsbereinigte_Zahlen_normiert.jpg\"><\/p>\n<p>Bildquelle:<br \/>\nhttp:\/\/transgallaxys.com\/~aktenschrank\/Mietmaul_Claus_Fritzsche_aufgeflogen\/dramatische_Verluste_der_Homeoeopathika_Umsaetze_inflationsbereinigte_Zahlen_normiert.jpg<br \/>\n<a href=\"http:\/\/transgallaxys.com\/~kanzlerzwo\/index.php?topic=7581\">http:\/\/transgallaxys.com\/~kanzlerzwo\/index.php?topic=7581<\/a><\/p>\n<p>All die wohlwollende Presse ist ein Teil eines abgekarteten Spiels, bei dem angeblich unabh\u00e4ngige Parteien eine Wirksamkeit der HOM\u00d6OPATHIE AN SICH, als Methode, behaupten, UNABH\u00c4NGIG von einer Indikation. Aber sie sind entweder nicht unabh\u00e4ngig, sondern geh\u00f6ren zu dem Komplott dazu, oder sie sind v\u00f6lig unf\u00e4hig, und geh\u00f6ren dann als n\u00fctzliche idioten ebenfalls zum Komplott. <\/p>\n<p>Es ist diese Presse, es ist die hochaggressive Indoktrination durch submedizinisches Fu\u00dfvolk, es ist der Verkaufsdruck in den Apotheken, es ist der Gruppendruck durch Esotter, der einem Mittel, das (einfach per Behauptung!) als &#8220;hom\u00f6opathisch&#8221; in den Verkehr gebracht wird, eine Wirksamkeit zuweist. Zuweist! Denn zu nichts von alledem an Wirksamkeitsbehauptungen gibt es einen erfolgreichen Nachweis. Kann es auch nicht geben, denn Hom\u00f6opathie ist eine Form religi\u00f6sen Wahnsinns: des Glaubens, der Mensch sei Gottes Gesch\u00f6pf und als solches unverwundbar, und des Glaubens, da\u00df in der Natur f\u00fcr jede Krankheit ein Mittel sei, man m\u00fcsse es nur finden, <\/p>\n<p>Es ist dieser Druck, von dem das Oberlandesgericht Hamm in seinem Urteil nur ein kleines Teilchen nennt:<\/p>\n<p><strong><i>&#8220;Es bestehe die Gefahr, dass Hebammen den Schwangeren im Vertrauen auf die Werbeangabe zur Einnahme des beworbenen hom\u00f6opathischen Arzneimittels rieten. Das halte die Schwangere m\u00f6glicherweise von der Befragung ihres Arztes oder von der Einnahme angeblich mehr belastender, aber besser helfender Pr\u00e4parate ab.&#8221;<\/i><\/strong><\/p>\n<p>Es ist dieser Druck, der das Gef\u00fchl der Sicherheit erzeugt.<\/p>\n<p><i>&#8220;Wir fokussieren, wie gesagt, auf die Sicherheit und die Qualit\u00e4t, weniger auf die Wirksamkeit.&#8221;<\/i> sagt Frau D\u00f6rr.<\/p>\n<p>Es ist genau das, was in Wahrheit nicht ist.<\/p>\n<p>Das ist nicht die Schuld der Swissmedic. Es ist einzig und allein die Schuld der Politik.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweizer Swissmedic, und \u00fcberhaupt die Schweiz, werden von Esottern \u00fcbel mi\u00dfbraucht. In den letzten Monaten schwappten wieder Wellen von falschen, total falschen, und verlogenen Pamphleten durch Print und Web, in denen der Eindruck erweckt wird, &#8220;die Schweiz&#8221; h\u00e4tte sich pro esoteristischen Medizinmumpitz entschieden, weil der sich als wirksam erwiesen h\u00e4tte. Die Wahrheit sieht anders [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,8,10],"tags":[],"class_list":["post-446","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-pharmamafia","category-scharlatanerie","category-zweinull"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/ariplex.com\/folia\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/446","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/ariplex.com\/folia\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/ariplex.com\/folia\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ariplex.com\/folia\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ariplex.com\/folia\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=446"}],"version-history":[{"count":8,"href":"http:\/\/ariplex.com\/folia\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/446\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2087,"href":"http:\/\/ariplex.com\/folia\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/446\/revisions\/2087"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/ariplex.com\/folia\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=446"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/ariplex.com\/folia\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=446"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/ariplex.com\/folia\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=446"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}