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Anthropometrie

Anthropometrie ist die Lehre von der Vermessung des menschlichen Körpers in anthropologischen Klassifizierungen und Vergleichen.

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war Anthropometrie eine Pseudowissenschaft, die hauptsächlich zur Einteilung potentieller Verbrecher durch Gesichtszüge verwendet wurde. So behauptete zum Beispiel Cesare Lombroso in Criminal Anthropology (1895), daß Mörder hervorspringende Kiefer und Taschendiebe lange Hände und Dreitagebärte hätten. Das Werk von Eugene Vidocq, der Verbrecher aufgrund ihrer Gesichtszüge identifiziert, wird noch heute nach beinahe einem Jahrhundert in Frankreich verwendet.

Die berüchtigsten Anwender der Anthropometrie waren die Nazis, deren Propagandaabteilung für Bevölkerungspolitik und Rassenwohl die Einteilung von Ariern und Nichtarieren auf der Basis von Schädelmessungen und anderer körperlicher Eigenschaften empfahl. Schädeleinteilung war gesetzlich vorgeschrieben; die Nazis riefen eigene Institute ins Leben, um ihre Rassenpolitik zu fördern. Wenn man den Normen nicht entsprach, bedeutete dies Entzug der Heirats- oder Arbeitserlaubnis und für viele den Weg in die Todeslager.

Heutzutage wird Anthropometrie für viele nützliche Zwecke verwendet, zum Beispiel bei der Feststellung der Ernährungslage, dem Wachstum von Kindern und bei der Gestaltung von Büromöbeln.

 

Weiterführende Literatur (englisch)

Gould, Stephen Jay. The Mismeasure of Man (W W Norton & Co: 1993). $7.96 (deutsch als Der falsch vermessene Mensch)

(deutsch)

Grandt, Guido/Grandt, Michael: Waldorf Connection. Rudolf Steiner und die Anthroposophie. Aschaffenburg 1998.

 

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