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Skeptic's Dictionary
 

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Akte X

von Tobias Budke

Titel einer amerikanischen (Fox TV) Fernsehserie, die unter ihrem Originaltitel "X-Files" bekannter ist und in Deutschland bislang auf PRO 7 gelaufen ist. Mittlerweile wurde ein Kinofilm zur Serie gedreht; natürlich gibt es ebenfalls zahlreiche Romane, Comics, Plastikfiguren etc.

Akte X befasst sich mit den Abenteuern der FBI-Agenten Dana Scully (dargestellt von Gillian Anderson) und Fox Mulder (David Duchovny). Scully und Mulder untersuchen üblicherweise rätselhafte Phänomene, die im Randbereich der Wissenschaft angesiedelt sind oder glatt ins Übernatürliche umschlagen; dabei bekommen sie es mit quasi-wissenschaftlichen Problemen (etwa eine Plage rätselhafter Insekten) ebenso zu tun wie mit comic-haften Superschurken (so zum Beispiel eine Art Reptilienmensch). Die Qualität der Folgen rangiert von intelligenter Unterhaltung bis zu eher albernen Episoden, aber alle sind gut gemacht. Grundsätzlich sind sich die meisten Fans einig, dass die älteren Folgen besser sind als die späteren Staffeln.

Akte X hat gute Schauspieler - besonders David Duchovny, den man in Kalifornia gesehen haben sollte - schöne Bauten und eindrucksvolle Tricks. Die Serie leidet allerdings darunter, dass das grundlegende Spannungsfeld - hier Scullys Skeptizismus, dort Mulders Leichtgläubigkeit - sehr einseitig aufgelöst wird: Mulder hat praktisch immer recht, und wenn etwas paranormal aussieht, dann ist es das auch. Ein größerer Anteil von "hoax"-Geschichten hätte die Spannung der Serie wesentlich erhöht, ohne dass man auf das Para-Element hätte verzichten müssen.

Vielleicht hatten die Produzenten Angst, ein größerer Anteil Realität würde den unbestritten vorhandenen Kultstatus der Serie vermindern. Nach dem phänomenalen Erfolg von "Akte X" ist eine "X"-Welle über die Medienlandschaft geschwappt, die niemand erwartet hätte, und das Interesse am Paranormalen ging wieder nach oben, nachdem es nach dem 70er-Boom stark nachgelassen hatte. Im Fahrwasser von "Akte X" wurden zahlreiche weitere sogenannte "Mystery"-Serien produziert; die Welle steht aber offenbar vor dem Abebben.

Einige Kritiker werfen der Serie vor, sie vertrete paranoid-reaktionäre Ansichten und mache Verschwörungstheorien sozusagen salonfähig. Das ist Unsinn, und nur Leute, die überall ideologische Inhalte wittern, können auf eine solche Idee kommen. "Akte X" verwendet Verschwörungstheorien ebenso wie UFOs, Vampire und Telekinese als Unterhaltungselemente zur Spannungserzeugung, weiter nichts.

 

 

 

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