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Skeptic's Dictionary
 

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Kugelblitz

Ein Kugelblitz wird als eine leuchtende Kugel beschrieben, sie scheinbar aus dem Nichts auftaucht und sich dann in Luft auflöst. Kugelblitze variieren in ihrer Größe zwischen 5 und 30 cm Radius. Man sieht sie üblicherweise während eines Gewitters oder kurze Zeit vorher oder nachher. Die Lebensdauer eines Kugelblitzes liegt zwischen einigen Sekunden und mehreren Minuten. „Die Lebensdauer eines Kugelblitzes steigt meistens mit der Größe und nimmt mit der Helligkeit ab. Kugeln, die deutlich orange und blau erscheinen, leben offenbar länger als der Durchschnitt ... Kugelblitze bewegen sich normalerweise parallel zum Erdboden, machen aber Sprünge nach oben. Ab und zu fahren sie von den Wolken herab, doch manchmal entstehen sie plötzlich drinnen oder draußen oder erreichen einen Raum durch ein geschlossenes oder offenes Fenster, durch dünne nichtmetallische Wände oder durch den Schornstein." (Scientific American).

Einige Forscher haben erwogen, dass es sich bei Kugelblitzen um Plasmakugeln handeln könnte, aber diese Theorie hält nicht stand, da „Plasmakugeln aufsteigen sollten wie Heißluftballons" und Kugelblitze dies nicht tun. Viele Physiker stellen Überlegungen in die Richtung an, dass Kugelblitze auf elektrische Entladungen zurückzuführen sind. Der russische Physiker Pyotr Kapitsa etwa ist der Meinung, dass ein Kugelblitz eine elektrodenlose Entladung ist, die durch statische UKWellen unbekannter Herkunft verursacht wird, die sich zwischen der Erde und einer Wolke befinden. Einer anderen Theorie zufolge wird ein „außerhalb von Gebäuden entstehender Kugelblitz von einem atmosphärischen Maser verursacht – analog zu einem Laser, aber mit wesentlich niedrigerer Energie – mit einem Volumen von vielen Kubikkilometern."

Zwei Wissenschaftler aus Neuseeland, John Abrahamson und James Dinniss, glauben, bei Kugelblitzen handele es sich um „locker zusammenhängende Kügelchen von brennendem Silizium, die von einem normalen Gabelblitz erzeugt werden, der die Erde trifft."

    Dieser Theorie gemäß werden die Mineralien beim Auftreffen eines Blitzes in kleine Partikel aus Silizium und seinen Verbindungen mit Sauerstoff und Kohlenstoff aufgespalten. Die winzigen geladenen Teilchen bilden Ketten und schließlich fadenähnliche Netzwerke. Sie ballen sich zusammen in einer kleinen losen Kugel, die von Luftwirbeln oben gehalten wird. Dort schwebt sie als Kugelblitz, sprich: ein brennender Ball aus locker zusammenhängendem Silizium, der die Energie ausstrahlt, die er in Form von Hitze und Licht vom eigentlichen Blitz absorbiert hat, bis das Ganze von selbst ausbrennt."

Kugelblitze wurden in Tausenden von Jahren und von Tausenden von Menschen überall auf der Welt beobachtet. Die meisten Physiker zweifeln offenbar nicht daran, dass es sich um eine echte Erscheinung handelt, aber es gibt noch immer keinen Konsens darüber, was sie sind und wovon sie verursacht werden.

Danke an Max Pfeiffer für den Übersetzungstip!

 

Weiterführende Literatur (englisch)

Prenn, U.L. Introduction to Ball Lightning: Rare Events (Systems Co., 1991).

Stenhoff, Mark. Ball Lightning: An Unsolved Problem in Atmospheric Physics (Kluwer Academic Publishers, 2000). 
Stenhoff's home page

 

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