Datum: 21.08.2001 17:56:55 Autor: Klaus K. Feldmann ©
Warum werden Hinweise auf den Savigny-Preis fuer Dr. H. Kohl geloescht?
Die Geschichte des Flößers Helmut
Es war einmal ein deutscher Flößer namens Helmut, der lebte mit seiner Familie auf einem Floß, das gemächlich stromabwärts trieb. Das Floß war an Seilen mit drei am westlichen Ufer entlangfahrenden Gespannen verbunden, die es daran hindern sollten, an das andere Ufer abzudriften. Die Gespannführer kamen aus Amerika, England und Frankreich. Am anderen, östlichen Ufer des Stroms gab es ein anderes Floß, das mit einem russischen Gespann am Ufer fest verbunden war. Über allen Gespannen wachten die jeweiligen Truppen. Auch jener Gespannführer versuchte zu verhindern, daß sein Floß auf die andere Seite trieb. Auf seinem sogenannten Floß lebten die sogenannten Brüder und Schwestern des Flößers. Sie hatten keine Reichtümer und mußten sich mit oft nur mit Anführungszeichen begnügen. Viele Jahre schon bewegten sich die beiden Flöße flußabwärts, ohne daß sie sich jemals nahe kamen. Da aber der russische Gespannführer und seine Vasallen die sogenannten Brüder und Schwestern des Flößers sehr fest anbanden, kam es zu einem Tumult auf dem Floß. Mit lautem Rufen: „wir sind die Flößer“ schafften sie es, die Seile zu dem russischen Gespann zu lösen, und sie trieben auf das am gegenüberliegenden Ufer befindliche Floß zu. Flößer Helmut wurde (wie auch seine Gespannführer) von dem plötzlich auf ihn zutreibenden Floß seiner sogenannten Brüder und Schwestern so sehr überrascht, daß er gar nicht wußte, was er mit all den zusätzlichen Stämmen machen sollte, er sang sicherheitshalber erst einmal die Nationalhymne – man weiß ja nie.
Erst durch den Gesandten des russischen Gespannführers ultimativ aufgefordert, erstellte er einen 10-Stämme-Plan, wie man die nunmehr nahe beieinander treibenden Flöße sicher durch die Stromschnellen bewegen kann. Nachdem er außerdem mit dem nunmehr floß-losen russischen Gespannführer ziemlich viele Kutscherschnäpse getrunken hatte, diese mit mehreren Milliarden bezahlte, ersoff er sich seine Freundschaft. Der Russe hatte eingesehen, daß er das Floß verloren hatte und er seine Truppen nach Hause holen musste. Die sogenannten Brüder und Schwestern stritten sich noch eine Weile, wer von ihnen das Floß führen sollte, als Flößer Helmut seine Gespannführer der westlichen Flussseite bat, nunmehr doch auch ihre Seile zu kappen, damit er mit seinen sogenannten Brüdern und Schwestern gemeinsam fahren konnte. Die Gespannführer aus Amerika, England und Frankreich willigten zähneknirschend ein, bekamen aber von unserem Flößer für die Getränke keine Milliarden wie die Russen. Die Amerikaner zettelten deswegen eine kleine Krise im Golf an, damit die Truppen doch noch einmal etwas zu tun bekamen und der Flößer Helmut doch noch bezahlen musste. Sämtliche Truppen in Flößers Landen waren dann gegen Zahlung nach Hause gereist – bis auf einen kleinen Rest, den man befreundete Nato-Partner nennt. Der Flößer Helmut aber wuchs und wuchs über sich hinaus. Ihm wurde die Vergrößerung des Floßes als allein seine Tat zugesprochen, die Anfrage des russischen Gesandten wurde historisch unter das Floß gekehrt. Ja man geht sogar soweit, dass manche Helmut-Fans heute ernsthaft daran glauben, ohne ihn hätte es gar kein Floß gegeben – oder so ähnlich.
Wie dem auch sei, einige Jahre später, der Flößer Helmut stand schon 16 Jahre auf den Balken, haben die Brüder und Schwestern beider Flöße (das nunmehr zu einem einzigen verbunden war) keine Lust mehr auf Helmut gehabt und einen jüngeren Flößer gewählt. Helmut wollte das aber nicht akzeptieren und tat immer noch so, als ob er der Herr beider Flöße sei. Einige Freunde wollten ihm Gutes und schenkten ihm einen Doktorhut nach dem anderen, aber so richtig dran glauben, dass er jetzt nicht mehr an der Steuerstange saß, wollte er nie. Auch als man feststellte, dass er mit dem Geld nicht richtig umgehen konnte, sogar schwarze Kassen hatte, stellte er sich stur. Er weigert sich, seine Hintermänner zu nennen und legte einen Starr- und Dickkopf an den Tag, dass Dr. Heinrich Hoffmann kurz seinem Grab entstieg um seinen Struwwelpeter umzudichten: „Ich nenne meine Spender nicht, nein, meine Spender nenn ich nicht“ Wie dem auch sei.. Das Floß treibt auch ohne Helmut weiter, es hat seinen Weg gefunden.. Den Flößer Helmut hat man an die Stirnseite des Floßes gebunden – als Prellbock – man hat im ganzen Land keinen größeren Dickkopf gefunden und so hat der Flößer Helmut auch noch immer das Gefühl ganz vorne zu sein, zumal er von Freunden noch ab und zu einen Preis gezimmert bekommt, den er im falle eines Falles dann noch vor seinen Dickkopf halten kann. Und wenn er nicht im Bimbes ersoffen ist, so prellt er noch heute... oder so ähnlich.