Lieber Stefan, liebe Mitdiskutanten,
---Zitat--- Nehmen Sie mal die Überschrift "Ist Deutschland noch Souverän?". Wer dieses schreibt verkennt, daß Detuschland SELBSTVERSTÄNDLICH ein unabhängiges und demokratisches Land ist. Darüber zu diskutieren ist meiner Meinung nach völlig sinnlos. Ich habe keine Lust über Selbstverständlichkeiten zu diskutieren. Für mich ist dieser Titel keine Frage, sondern eine Tatsache (daß Deutschland ein souveränes Land ist). Ich brauche darüber nicht zu diskutieren. Deshalb finde ich es Ok, wenn sowas gelöscht wird. ---tatiZ---
Sie sind wenigstens ehrlich. So wie sie schreiben, denken offenbar auch einige in der Redaktion.
Nur - diese Einstellung ist nicht demokratisch. Was Ihnen selbstverständlich erscheint, unterliegt damit keinem Diskutierverbot. Niemand zwingt Sie, sich an solchen Themen zu beteiligen - aber mit welchem Recht wollen Sie anderen das Maul verbieten? -
Auch gegen Selbstverständlichkeiten darf man im politischen Diskurs allenfalls mit Argumenten vorgehen, keinesfalls aber durch Löschen und Zensur. Es ist eine Schwäche schwach ausgebildeter demokratischer Kultur, daß Unduldsamkeit aufkommt, wo Gedanken, Worte, Provokationen, meinetwegen auch Unsinn und Widersinn - dem trauten Heimatkreis verfestigter eigener Überzeugungen zu nahe treten. Wertungen - wie "Provokation", "Unsinn", "Widersinn", "Agitation", "leere Polemik" - sind nie mehr als durchaus subjektive Wertungen, mit denen anderen Meinungen aber vorgeblich objektiv und grundsätzlich das Existenzrecht abgesprochen werden soll. Und das ist eben der Kern von Intoleranz und Bevormundung, die sich nicht mit der verfassungskonformen Auslegung von Meinungsfreiheit deckt - die Verfassung schützt das, was ich aus meinem subjektiven Emfinden als Blödsinn oder Unsinn oder Agitation bewerte genau so wie das, was mein selbes subjektives Empfinden geistreich, wertvoll, gedankentief oder sonst toll findet. Demokrat wird man, wenn man diese Spannung ertragen lernt und der - auch vielleicht als abwegig empfundenen - anderen Meinung das gleiche Existenzrecht zubilligt, wie meinen eigenen sauer erworbenen "richtigen" Meinungen auch.
Mit freundlichen Grüßen Udo Teichmann
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