Datum: 05.04.2000 18:52:31 Autor: anonym
2000- Internet und Anonymität !


Der demokratische Rechtsstaat und seine Repressalien
   
Ich lebe auf dem Lande im Norden Niedersachsens.
Eine 5.000 Einwohnerstadt ist bei uns schon groß.

Für einen abhängig Beschäftigten würden die
Konsequenzen bei uns - wenn er seine system-
oder wirtschaftskritischen Beiträge namentlich,
ggf. mit Ortsangabe veröffentlicht, folgendermaßen
aussehen:

1. Er würde, wenn er Arbeit hat, seine Arbeit verlieren.
(Jeder weiß, daß wenn ein Arbeitgeber einen Mitarbeiter
"loswerden" will, dann wird er ihn auch los.)

2. Wenn er keine Arbeit hat (das ist bei uns normal,
hohe Arbeitslosenquote, viel Saisonarbeit), wird
er keine Arbeit mehr bekommen.

Sehen Sie, daß ist "demokratische" und "rechtsstaatliche"
Praxis.

Jeder der sich gegen den "Main Stream", gegen die politische
Korrektheit stellt, geht nicht in den Knast, wird nicht mit
Folter oder dem Tod bedroht.

In unserer "rechtsstaatlichen Demokratie" reicht es, jemandem
keine Arbeit zu geben. Ihn von staatlichen Leistungen, bis
hin zur Sozialhilfe, abhängig zu machen.

In unserem Land ist das schlimmer, als mit tausenden von
Leidensgenossen in Indien auf der Müllkippe zu leben.
Oder in Brasilien im Slum.

Jeder, der Anonymität im Internet verurteilt, sollte sich fragen,
warum die Menschen dieses anonyme Medium zur Meinungsäußerung
nutzen.

Vielleicht ist unsere Demokratie nicht so demokratisch und so
rechtsstaatlich, wie manche es gern darstellen.

WEIL SIE KEINE REPRESSALIEN BEFÜRCHTEN MÜSSEN.

(Mal davon abgesehen, das vermutlich Verfassungsschutz und andere
Dienste jeden, der hier postet, längst auf ihren schwarzen Listen
haben.)

UND JEDER, DER DIES BEMÄNGELT, SOLLTE SEIN VERHALTEN DENEN GEGENÜBER
PRÜFEN, DIE SICH KONSEQUENZ VERHALTEN HABEN, UND NUN "GEÄCHTET" SIND.