Sorry, eine bessere Überschrift fiel mir dazu nicht ein. Vor vielen Jahren (1984 oder so) hielt ich im Rahmen des Geschichtsunterrichts Sekundarstufe I ein Referat zum Thema "Antisemitismus". Im Rahmen der Recherche zog ich auch das Buch "Mein Kampf", das meiner Grossmutter 1938 anläßlich ihrer Hochzeit geschenkt wurde (eine echte Antiquarische Prachtausgabe), heran. Ich hatte bei der Benutzung des Buches nicht den Eindruck, dass es von den Besitzern je gelesen worden wäre. Also, der Inhalt ist ein Komglomerat aus völliger politischer Verwirrtheit und purer Hetze. In mein damaliges Referat baute ich auch einige besonders drastische antisemitische Verbalentgleisungen von A. Hitler ein. Das Ergebnis war, dass die Mitschüler über diese Art und Weise der Propaganda in Lachen ausbrachen, Lachen im Sinne von über Unsinn lachen. Sicherlich kann man einige Thesen daraus auch heute noch zur Propaganda benutzen, aber gerade weil dieses Buch nicht jedem ohne Mühe zugänglich ist, ist es erst möglich, heute noch völlig aus dem Zusammenhang daraus zu zitieren. Unsere Demokratie ist dahingehend gefestigt, dass sie heute auch "Mein Kampf" vertragen kann. Die böswilligen Nazis haben es sowieso im Schrank/Schrein mit einer Reichskriegsflagge darüber und einem Führerbild dahinter. Das das Verbot gar nichts bringt ist doch allein daran ablesbar, das trotzdem kahlrasierte Bomberjackenträger Häuser mit Ausländern anzünden, durch die Städte treiben und sich versammeln, als ob es das normalste der Welt wäre. Nicht, dass ich jetzt nach mehr Staat rufen würde, sondern vielmehr nach Ausnutzung der bestehenden Gesetze. Ich stimme Hernn Teichmann zu, dass Zensur undemokratisch ist, aber ein staatliches Gewaltmonopol muss es auch geben und es muss auch vom Staat ausgeübt werden. Das ist jetzt auch nicht als Ruf nach mehr Polizei zu verstehen, sondern nur mehr Verstand beim Einsatz. Dem alten Spruch: "Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft!" stimme ich voll zu!!! Vorredner Ecki hat Recht wenn er sagt, das Gesetze auch wieder geändert werden müssen, wenn sie nicht mehr zeitgemäß sind, aber das Quasi-Verbot von "Mein Kampf" hat damit weniger zu tun. Das Problem ist, dass früher der Gesetzgeber bewusst bevormunden wollte und einige "law and order" Politiker immer noch in dieser Tradition stehen, obwohl die Gesellschaft das nicht mehr nötig hat und sich auf Dauer, auch Dank des Internets nicht mehr gefallen lassen darf und wird.
mfg
MJD
|