Datum: 02.12.2000 09:41:54 Autor: Ximo ©
Niederländische Sterbehilfe ist total absurt!


Wessen Wille oder nicht?
Offenbar will man hier einiges nicht verstehen, denn es wird immer argumentiert vor dem HIntergrund der eigenen Beurteilung der Lage - befände man sich selbst im (wahrscheinlich) finalen Stadium.

Ich behaupte hier, dass ein Patient, der nicht mehr in der Lage ist, sich mitzueilen, nicht so ohne weiteres in den Tod geschickt werden darf.
Ich stelle mir die Situation vor, dass ein lebender Leichnam mit intakten Bewusstsein durchaus ein Lebenswille hat. Wer kann ein intaktes Bewusstsein nachweisen oder noch schlimmer: das Gegenteil davon beweisen, also einen nicht intakten Willen?

Es gibt Krankheiten, die ein jämmerliches, nur noch auf Grundfunktionen basierendes Leben bieten und den Wunsch der Angehörigen nach Sterbehilfe verstehen lassen. Es gibt Krankheiten die dieses Bild erfüllen, aber wo noch Lebenswille im intakten Bewusstsein zu finden ist.Nur kann der todgeweihte Patient das nicht mehr vermitteln.
Ein schlaganfallgeschädigter Patient kann durchaus noch hören, wenn Angehörige über seinen Tod spekulieren und seinen Zustand als traurig und aussichtslos bezeugen. Der Patient kann aber durchaus noch das Gefühl haben, auf diesem Planeten weilen zu wollen um seine Familie sehen zu dürfen, Kinder wachsen zu sehen oder sein kleines bisschen, von uns als sinnlos und quälend empfundenes Leben zu "geniessen".

Immer wieder ist es unser Mitleid, was dann beansprucht, dass wir selbst in einer solchen Lage von anderen mit dem gleichen Mitleid verstanden werden und dementsprechend "erlöst" werden.
Nur ob wir in der todesnahen oder aussichtslosen Lage noch so denken, ist die andere Seite.

ximo