Datum: 11.02.2001 02:17:47 Autor: Udo Teichmann ©
Finkelstein Buch


Mutmaßungen über Reflexionen und Tabus
Liebe Mitdiskutanten,

hier wird wortreich über Finkelstein geredet, als ob er der Erlöser der deutschen von der NAZI-Vergangenheit wäre, und kaum jemand scheint sein Buch gelesen zu haben.

Anscheinend gibt es die Deutsche Ausgabe noch nicht. Ich füge daher unten eine Leseprobe an. Daran mag jeder sehen, ein wie privates, familiär motiviertes Buch das ist. Es wird weiter klarwerden, daß es keine historische Forschungsarbeit ist, sondern eine Sammlung von subjektiven Reflexionen, von privaten Gefühlen des Mißbrauchs jüdischen Leidens durch die sogenannte Holocaust-Industrie.

Die pathetische Anklage, Juden würden mit dem Holocaust Geschäfte machen, klingt frivol bei einem Mann, der sich gerade anschickt, mit eben diesem Thema und der Ausbeutung seiner bedrückenden Familiengeschichte zum vielfachen Millionär zu werden. Wer so geschäftstüchtig die Geschäftstüchtigkeit anderer anprangert, bekommt Legitimationsprobleme für sein Hauptargument.

In der nachfolgenden Leseprobe sind etliche Tatsachenbehauptungen enthalten, die falsch sind, Herr Finkelstein hat, darauf angesprochen, abgewunken: Kein wissenschfatlich historisches Buch, sondern Reflexionen, Nachdenklichkeiten, ein moralisch auftrumpfendes Nachsinnen über Zusammenhänge, die ihm anrüchig erscheinen. Seine Recherche ist schluderig, viele Einzelheiten seiner darstellung unbewiesen, teils unbeweisbare Werturteile ohne tatsächliche Hinterfütterung. Muß man wirklich selbst lesen und kritisch überprüfen...

Die üblichen Erleicherungsrufe, die ich hier im Thread darüber lese, daß man als Deutscher nun endlich, weil ein Ausländer, ein Jude zumal dazu erst die Legitimation geliefert hätte, über dunkle Tabus reden dürfe, ist so falsch und langweilig wie eh und jeh. Ein Tabu kann ich nirgends entdecken, wohl aber schreckliche historische Tatsachen, das NAZI-Projekt der Ermordung der europäischen Juden. Wer zögert, über dieses Leiden schnodderig daherzuschwätzen, unterwirft sich nicht einem fremdgewiesenen Tabu, sondern erweist sich als Mensch mit Fleisch und Blut und Gefühl und Anstand.

Mit freundlichen Grüßen
Udo Teichmann


Leseprobe:
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Eigene Übersetzung des amerikanischen Originals:

Die Holokaus-Industrie: Reflexionen über die Ausbeutung des Jüdischen Leidens

Sowohl mein Vater wie meine Mutter waren Überlebende des Warschauer Ghettos und der NAZI-Konzentrationslager...

Manchmal glaube ich, die "Entdeckung" des NAZI-Holocaust durch das Amerikanische Judentum war schlimmer, als wenn man es vergessen hätte. Sicher, meine Eltern litten ganz privat, das Leiden das sie ertrugen wurde nicht nach außen hin sichtbar. Aber war das nicht besser als die aktuelle krasse Ausbeutung judischen Martyriums? Bevor der NAZI Holokaust zum "Holocaust" wurde, wurden nur ganz wenige wissenschaftlische Studien (von Paul Hilberg,Viktor Frankl und Ella Lingens-Reiner) zu diesem Thema veröffentlicht. Aber diese kleine Sammlung wissenschaftlicher Juwelen ist besser als die Regale über Regale von peinlichen Veröffentlichungen, die nun die Bibliothelen und Buchhandlungen füllen. Meine Eltern, obwohl sie bis zu ihrem Todestag die Vergangenheit jeden Tag neu durchlitten, verloren zum Ende ihres Lebens hin völlig das Interesse am Holocaust als öffentliches Spektakel. Einer von meines Vaters lebenslangen Freunden war ein früherer Mitinsasse in Auschwitz, ein anscheinend unbestechlicher links orientierter Idealist, der nach dem Krieg Deutschen Schadensersatz prinzipiell ausgeschlagen hatte. Schließlich aber wurde er ein Direktor des israelischen Holocaust Museums Yad Vashem. Zögernd und mit echter Enttäuschung mußten meine Eltern zugeben, daß dieser Mann von der Holokaust-Industrie korrumpiert worden war, und seine Überzeugungen Macht und Profit angepaßt hatte. Während die Darstellung des Holocaust immer absurdere Formen annahm, zitierte meine Mutter gern (mit absichtlicher Ironie) Henry Ford: "Geschichte ist Quatsch!" Die Märchen der "Holocaust Überlebenden", alles KZ-Insassen, alles Widerstandshelden, waren bei uns zu Hause eine spezielle Quelle bitteren Amüsements.

Meine Eltern wunderten sich oft, warum ich mich über die Verfälschung und Ausbeutung des NAZI-Völkermords so empörte. Die einleuchtendste Antwort ist, daß er mißbraucht wurde zur Rechtfertigung der kriminellen Politik Israels und der US-Unterstützung dafür. Es gibt aber noch ein persönliches Motiv. Die Erinnerung an die Verfolgung meiner Familie ist mir wichtig. Und die gegenwärtige Kampagne der Holocaust Industrie, im Namen der "notleidenden Holocaust-Opfer" Geld aus Europa zu erpressen, hat die moralische Statur ihres Martyriums zusammenschrumpfen lassen auf die Moral des Casinos von Monte Carlo.

Der Holocaust tauchte im amerikanischen Leben erst 1967 nach dem israelischen Sieg im Sechstagekrieg gegen seine arabischen Nachbarn auf. Seit dem werden zu viele öffentliche und private Mittel zur Erinnerung an den NAZI-Völkermord investiert. Das meistem, was dabei herauskam, ist wertlos, ein Tribut nicht an jüdsiches Leiden sondern an jüdische Großmannssucht. Der Holocaust hat sich als unersetzliche ideologische Waffe erwiesen. Durch Einsatz dieser Waffe hat sich eine der mächtigsten militärischen Mächte mit einem schrecklichen Menschenrechtssündenregister als "Opfer"-Staat hingestellt, und die erfolgreichste ethnische Gruppe in den USA hat ganz ähnlich Opfer-Status erworben. Aus dieser besonderen opferrolle lassen sich erhebliche Dividenden schlagen, beonders aber, Immunität gegen Kritik, wie berechtigt auch immer. Länst wäre es fällig, daß wir unsere Herzen dem übrigen Leiden der Menschheit öffneten. Das war nämlich die Hauptlehre, die meine Mutter gezogen hatte. Ich hab' sie nie sagen hören: "Vergleiche nicht!" Meine Mutzter hat immer verglichen. Im Angesicht des leidens von Afro-Amerikanern, Vietnamesen, Palestinensern war das Credo meuiner Mutter immer: "Wir sind alle Holocaustopfer."

Der Begriff "Holocaust-Überlebender" bezog sich ursprünglich auf jjene, die einzigartige Traumata erlitten hatten: aus jüdischen Ghettos, Konzentrationslagern, Sklavenarbeitslagern, oft eins nach dem anderen. Die Anzahl solcher Überlebenden des Holocaust wurde zu Kriegsende allgemein auf 100.000 Menschen geschätzt. Die Zahl der noch heute lebenden Überlebenden kann nicht mehr als ein Viertel dieser Zahl ausmachen. Weil das Ertragen der Lager mit der Krone des Martyriums ausgezeichnet wurde, präsentierten sich viekle Juden, die den krieg anderswo verbracht hatten, als KZ-Überlebende. Ein weiteres starkes Motiv für die Erschleichung dieser Opferrolle war jedoch materieller Natur. Die nachkriegsregierung deutschlands zahlte Entschädigungen an Juden, die in Ghettos oder KZs gewesen waren. Viele Juden fälschten ihre Vergangenheit um die Anspruchsberechtigung für Entschädigungszahlungen zu erfüllen. "Wenn jeder, der behauptet, Holocaust Überlebender gewesen zu sein, tatsächlich einer ist," pflegte meine Mutter zu spotten: "Wen hat Hitler denn dann umgebracht?"

Selbst innerhalb der Holocaust-Industrie bemerkt beispielsweise Deborah Lipstadt, ironisch, daß Holocaust-Überlebende häufig behaupten, sie wären in Auschwitz von Josef Mengele persönlich untersucht worden. Weil Überlebende heute als weltliche Heilige verehrt werden, wagt man nicht nachzufragen. Widersinnige Angaben werden kommentarlos geschluckt. Elie Wiesel erinnert sich in seinen bejubelten Memoiren, kurz nach der Befreiung aus dem KZ Buchenwald und im zarten Alten von 18 Jahren, "habe ich die Kritk der reinen Vernuft, lachen Sie nicht!, in Jiddish gelesen." Lassen wir einmal beiseite, daß Wiesel selbst angibt, zu der Zeit keine Ahnung von Jiddisher Grammatik gehabt zu haben: Die Kritik der Reinen Vernunft ist aber niemals in Jiddishe übersetzt worden. "Ich rede die ungeschminkte Wahrheit," seufzt Wiesel, "Ich kann nicht anders."

(Anmerkung des Übersetzers: Hier irrt Finkelstein. Kants "Kritik der Reinen Vernunft" wurde 1927 tatsächlich ins Jiddishe übersetzt. Wiesels Angaben sind also keineswegs widerlegt.)

Neuerdings wurde der Begriff "Holocaust-Überlebender" umdefiniert und bezeichnet jetzt nicht nur jene, die NAZI-Gewalt erleiden mußten, sondern auch jene, die es schafften, ihr zu entkommen. Ein Betreiber einer Holocaust website pocht darauf, daß er, obwohl er den Krieg in Tel Aviv verbracht hatte, ein Holocaust-Überlebender war, weil seine Großmutter in Auschwitz gestorben ist.

---Ende der Leseprobe -----