Datum: 02.08.2001 01:36:44 Autor: Udo Teichmann ©
Hakenkreuz-Mahnmal
Mata Hari: politische Korrektheiten
Lieber Stanko,
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§ so und so oder § xy hin oder her kann sowohl den Opfern noch den Tätern NICHT gerecht werden, noch VIEL weniger die sogenannten politischen Korrektheiten, weil diese - so der gesunde Menschenverstand - zu EINseitig installiert wurden und deshalb der Sache der Gerechtigkeit eher geschadet als gedient hatten, sofern instrumentalisiert, erzeugen und bewirken diese künstlich zwar nicht einen "künstlerischen" dafür jedoch "künstlichen" Gegeneffekt.
---tatiZ---
ich müßte übertreiben, wenn ich behaupten würde, ich hätte genau verstanden, worüber Du redest.
Es geht anscheinend um die allseitigen Schieflagen und Verklemmtheiten, in die uns Nachgeborenen die NAZI-Barbarei gestoßen hat. Niemand kann Opfern, die gedemütigt, gequält, ausgehungert, ausgepreßt, entwürdigt und schließlich vergast wurden, gerecht werden. Wie denn? Wie sollte man als Deutscher, als unbedrängter Mensch nicht hilflos und sprachlos vor solchen Opfern stehen? Und, wie sollte man nicht wenigstens versuchen, sich möglichst taktvoll zu verhalten, um nicht alte Wunden wieder aufzureißen.
Ich halte das aufgeblasene Gerede von "politischen Korrektheiten", wie Du es nennst, für einen perfiden Unsinn. Das was unter dieser Bezeichnung bis zur Karrikatur ad absurdum geführt wird, sind Überspanntheiten, die nirgends auch nur den Hauch irgend einer zwangähnlichen Verbindlichkeit haben. Es wird aber so getan, als müßte sich in Deutschland jeder hündisch irgendwelchen überspannten Formulierungszwängen unterwerfen. Für selbstverständlich halte ich dagegen, daß man sich besonders Schwächeren, Minderheiten, Opfern gegenüber möglichst taktvoll und schonend verhält. Alles darüber hinaus ist Quatsch.
Mich hat im Politischen noch niemand gedrängt, mich irgendwelchen absurden Sprachspielen zu unterwerfen. Dagegen, und diese Erfahrung teilen wir, gibt es in der Catholica ganze Serien von Sprachspielen, in die wir "amtlich" hineingelockt und hineingezwungen werden sollten, am besten noch mit heiligen Eiden erpreßt.
Vielleicht ist es besser, konkret zu werden. Zu welcher absurden Aussage also werde ich politisch korrekt gezwungen? Bitte um Beispiele und den Nachweis, wie ich zu etwaigen Aussagen oder Verschweigungen genötigt werde.
Mit freundlichen Grüßen
Udo Teichmann