Datum: 21.08.2001 19:47:31 Autor: Udo Teichmann ©
Mißbräuchlich gelöschte Threads, moderationswidrige Sperre von Marco Münzer


Der verlorene Kontext

Wenn ich aber da etwas mißverstanden haben sollte, und Du tatsächlich für die CDU Deutschland in Anspruch nimmst, daß hier Kritik weder an den Regeln noch an der praktischen Anwendungsweise der Regeln zulässig wäre, dann sollte das hier auch deutlich ausgesprochen werden, damit man sich damit als dem eigentlichen Streitpunkt angemessen auseinandersetzen könnte.

Andererseits sind ja fast alle Teilnehmer hier bereit, sich an die für alle gleichermaßen geltenden Regeln zu halten. Das Problem ist, daß das Verhalten der Redaktion zu oft den belegbaren Verdacht nährt, daß sich die Redaktion ihrerseits willkürlich verhält und sich eben nicht durchgängig an die eigenen Regeln hält. Man kann die Achtung der Regeln am besten dadurch fördern, daß man sie selbst einhält, insbesondere, wenn man die Regeln auch noch selbst aufgestellt hat. Augen zu und stures Bestreiten, daß die eigenen Regeln auch durch die Redaktion oft verletzt werden, würde nur noch die Frage der grundsätzlichen Glaubwürdigkeit aufwerfen.

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Deine Auslegung der Redaktionsbitte, "Mitteilungen an sie wegen des Forums hier ins Forum zu stellen, weil dann am schnellsten eine Reaktion erfolge", entspricht durchaus nicht der Intention der Redaktion. Es ging vielmehr um Hinweise auf löschungswürdige Beiträge bzw. technische Fehler.
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Und wo, wenn überhaupt, soll dann die Metadiskussion über anstößiges Verhalten der Redaktion stattfinden? Sollen diesbezügliche Streitfragen unsichtbar sein? Nein: auch sie gehören zum Politischen dieses Forums, und zwar ganz zentral. Deshalb gehören die unvermeidlichen Auseinandersetzungen darum, daß sich jemand ungerecht behandelt fühlt, daß rassistische und antisemitische Beiträge hier oft ein langes Leben haben, daß der Tonfall im Forum immer schärfer und beleidigender wird, all dies gehört mitten in dieses Forum und nicht in heimliche konspirative Nischen.

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Deine regelmäßig wiederkehrenden Thread-Eröffnungen zum Thema Löschungen dienen nicht der von Dir eingeforderten Diskussionskultur, zumal sie mittlerweile von nicht wenigen als böswilliges Herabsetzen der CDU im Allgemeinen und der CDU-Redaktion insbesondere angesehen werden, um auf diese Weise sehr subtil Wahlkampf zu betreiben.
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Du übersiehst den Witz daran, weshalb ich bestimmte Threads regelmäßig wiederkehrend hier eröffne: weil sie zuvor kommentarlos und undemokratisch gelöscht wurden. DAS verstößt gegen Diskussionkulktur, Kritik und Argumente platt technisch mit dem Löschknopf zu beantworten.

Darin kann ich Euch auch keine Besserung versprechen. Solange hier (natürlich nach meinem Eindruck, wessen denn sonst) die Meinungsfreiheit mit Füßen getreten wird, werde ich die Achtung der Meinungsfreiheit einfordern. Wenn Ihr das nicht hören wollt, müßt Ihr mich sperren.

Daß das unverzichtbare Beharren auf der Achtung der Meinungsfreiheit in diesem Forum Leute nervt, kann ich sehr gut verstehen: Es nervt mich am meisten. Trotzdem darf man sich als Demokrat vor der Unfreiheit nicht ducken, und Unfreiheit fängt nicht erst bei Mauer und Stacheldraht an, sondern bei jedem einzelnen unterdrückten Gedanken.

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zumal sie mittlerweile von nicht wenigen als böswilliges Herabsetzen der CDU im Allgemeinen und der CDU-Redaktion insbesondere angesehen werden, um auf diese Weise sehr subtil Wahlkampf zu betreiben.
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Wer etwas gegen meine Argumente vorzubringen hat, ist im demokratischen Diskurs aufgerufen, dagegen zu argumentieren. Besser noch, hier zöge ein Verhalten ein, das sich mit demokratischen Grundsätzen besser vertrüge. Und demokratisches Selbstbewußtsein, das sich im besseren Argument ausdrückt, und nicht autoritäres Kritiklöschen, das sich auf technische Macht stützt, würde die CDU auch im Wahlkampf gut aussehen lassen.

Wer meine regelmäßig mit Argumenten geradezu aufreizend minutiös belegte Kritik als "böswillges Herabsetzen" oder "subtilen Wahlkampf" erlebt, muß diese Wertungen vor sich selbst verantworten. Und ich kümmere mich um meine Motive, die ich vor mir zu verantworten habe.

Da aber im Internet niemand in die Herzen der Aktuere blicken kann, verzichte ich hier auf unüberprüfbare Bekenntnisse. Genau so unüberprüfbar sind allerdings auch die mir unterstellten niederträchtigen Motive. Es ist daher ziemlich deplaziert, am ehrlichen Willen und dem Charakter von Teilnehmern hier unter Berufung auf anonyme Stimmungen öffentlich Zweifel zu nähren und damit subtil Anfeindungen zu schüren.

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Der von Dir beklagte fehlende Respekt einiger der von der CDU beauftragten Moderatoren vor dem geistig politischen Engagement der Teilnehmer kann nur bestehen, sofern es sich um sachdienliche Beiträge handelt und nicht um Pöbeleien oder kindische Fun-Beiträge, von anderen Intentionen ganz zu schweigen.
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Wozu, lieber Peter, nun dieser Abgang?

Daß es Texte gibt, die als "Pöbeleien" und "kindische Fun-Beiträge" gewertet werden müssen, hat hier doch niemand bestritten. Wie oft haben wir dieses Spiel nun schon durchgespielt, daß alle seriösen Teilnehmer der Redaktion keinerlei Vorwürfe machen, wenn sie sich der unangenehmen Aufgabe unterziehen, moderationskonform die Schranken der verfassungsmäßig verbürgten Meinungsfreiheit verletzende Beiträge zu löschen. Hier geht es vielmehr um die politische Spannung zwischen der technischen Löschmacht der Redaktion und der Tatsache, daß viele Teilnehmer das Vorgehen der Redaktion häufig als willkürlich und anstößig empfinden. Darüber ist ein Dialog nötig, falls die Mißstände beseitigt werden sollen, oder die Kritiker müssen gesperrt werden, wenn die Mißstände hier unangefochtene Routine werden sollen. Dazu müßten dann freilich für alle sichtbar die entsprechenden Regeln geändert werden. Aber das wäre dann eine ehrliche Sache, wenn Kritiker an der Moderation per Moderationsregel ausgeschlossen sein sollen.

Mit freundlichen Grüßen
Udo Teichmann