Datum: 16.08.2001 00:15:06 Autor: Udo Teichmann ©
Fidel Castro ist heute 75 Jahre alt geworden!
Feuer und Wasser
Liebe Mitdiskutanten,
man sollte nicht vergessen, was für diktatorische Exzesse Castro in Kuba revolutionär beseitigt hat.
Man sollte auch nicht vergessen, welche Großmacht den Erzdiktator und Menschenschinder Batista großgezogen und durch alle Menschenrechtsverletzungen hindurch gehätschelt und getätschelt hat.
Batista y Zaldívar, Fulgencio (1901-1973), kubanischer Politiker, Staatspräsident von Kuba (1940-1944 und 1952-1959). Batista trat 1921 in die Armee ein; 1933 war er während der „Sergeantenrevolte” führend am Sturz des Präsidenten Gerardo Machado y Morales beteiligt. Unter der Regierung von Präsident Ramón Grau San Martín wurde Batista Oberbefehlshaber der Armee und gewann aus dieser Position heraus bald die Kontrolle über die kubanische Regierung. 1934 zwang er Grau zum Rücktritt und etablierte eine Marionettenregierung, bis er 1940 selbst zum Präsidenten gewählt wurde. Bei den Wahlen von 1944 wurde sein Wunschkandidat für die Präsidentschaft jedoch wieder von Grau geschlagen, und Batista verbrachte die nächsten acht Jahre in den Vereinigten Staaten im Exil. Durch einen Militärputsch riss er 1952 die Macht in Kuba wieder an sich, ernannte sich selbst zum Präsidenten und setzte die Verfassung außer Kraft. Gestützt auf die Armee errichtete er sein diktatorisches Regierungssystem. Einen Aufstandsversuch Fidel Castros schlug er 1953 erfolgreich nieder. In einer Scheinwahl wurde er 1954 im Amt bestätigt. Seine diktatorischen Exzesse provozierten immer wieder Aufstände. Nach einem lang andauernden Guerillakrieg (1956-1958) stürzte schließlich Fidel Castro am 1. Januar 1959 die Regierung Batista. Ab 1961 verbrachte Batista den Rest seines Lebens im Exil; er starb bei Marbella in Spanien.
Castro Ruz, Fidel (1927), kubanischer Politiker und Revolutionsführer.
Castro wurde am 13. August 1927 als Sohn eines Zuckerrohrpflanzers in Mayarí (Kuba) geboren. Er studierte Jura und wurde Rechtsanwalt; während seines Studiums in Habana war er in der revolutionären Studentenbewegung aktiv. Nachdem Fulgencio Batista y Zaldívar 1952 in Kuba ein diktatorisches Regime errichtet hatte, übernahm Castro die Führung der oppositionellen Untergrundbewegung zum Sturz Batistas. Am 26. Juli 1953 leitete er einen Angriff auf eine Kaserne in Santiago; der Angriff scheiterte, Castro wurde verhaftet und zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Seine Verteidigung vor Gericht hatte er selbst übernommen; der berühmte Schlusssatz seiner Verteidigungsrede, „Die Geschichte wird mich freisprechen”, wurde zum zentralen politischen Schlagwort der revolutionären Bewegung.
1955 wurde Castro amnestiert und ging ins Exil nach Mexiko. Hier organisierte er eine Guerilla-Bewegung, die „Bewegung des 26. Juli”, mit der er – insgesamt waren sie 82 Mann – am 11. Dezember 1956 auf Kuba landete. 70 seiner Leute kamen in den Kämpfen mit Batistas Truppen um; Castro und die anderen elf Überlebenden, u. a. Castros Bruder Raúl und Che Guevara, zogen sich in die Sierra Maestra zurück. Von hier aus setzten sie ihren Kampf gegen Batista fort und gewannen breite Unterstützung in der Bevölkerung. Im Dezember 1958 marschierten sie in Habana ein und stürzten im Januar 1959 Batista; Castro wurde Ministerpräsident der neuen kubanischen Regierung.
Castro konnte seine Macht in Kuba relativ rasch stabilisieren. Er bekannte sich klar zum Marxismus-Leninismus und etablierte ein sozialistisches System nach sowjetischem Vorbild. Sofort nach seiner Machtübernahme begann Castro mit grundlegenden politischen, sozialen und wirtschaftlichen Reformen. Seine wohl bedeutendste innenpolitische Leistung war die beinahe hundertprozentige Alphabetisierung Kubas. Die entschädigungslose Enteignung von ausländischen, vor allem US-amerikanischen Großgrundbesitzern und Unternehmen brachte Castro in Konflikt mit den Vereinigten Staaten, die auf die Enteignungen mit der diplomatischen und wirtschaftlichen Isolierung Kubas reagierten. Castro suchte daraufhin in der Sowjetunion um wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit nach, die sich 1961, nach dem CIA-gesteuerten, gescheiterten Versuch der Invasion in der Schweinebucht zum Sturz Castros, noch vertiefte.
Die Spannungen zwischen den USA einerseits und Kuba und der Sowjetunion andererseits erreichten 1962 mit der Stationierung sowjetischer Mittelstreckenraketen auf Kuba einen vorläufigen Höhepunkt. Die Kubakrise wurde von John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow auf dem Verhandlungsweg beigelegt. Seit Beginn der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts emanzipierte sich Kuba ideologisch von der Sowjetunion und verfolgte einen selbständigen gesellschaftspolitischen Kurs, den „Fidelismus”. Zugleich ließ er linksgerichteten Befreiungsbewegungen in Afrika (Angola, Äthiopien, Eritrea) und Lateinamerika politische und militärische Unterstützung zukommen. Allerdings führten vor allem die wirtschaftlichen Misserfolge des Fidelismus dazu, dass Castros System in der Dritten Welt und in den Schwellenländern wenig Akzeptanz fand. Castro, seit 1962 Generalsekretär der Kommunistischen Partei Kubas, wurde 1976 zum Vorsitzenden des Staatsrates gewählt und war jetzt zugleich Staats- und Regierungschef, Oberbefehlshaber der Streitkräfte und Chef der Kommunistischen Partei. Castro lehnte Glasnost und Perestroika, die ab 1988 die politischen Strukturen in den sozialistischen Ländern erschütterten, für Kuba ab und blieb bei seiner dogmatisch marxistischen Haltung. Mit der Auflösung der UdSSR und des COMECON 1990 nahmen die wirtschaftlichen Probleme Kubas dramatisch zu. 1991 räumte Castro ein, dass der Zusammenbruch des Ostblocks zu schweren Problemen in Kuba geführt habe, hielt aber weiterhin am Ein-Parteien-Staat und an seinem sozialistischen Kurs fest. 1993 führte Castro angesichts der massiven Wirtschaftskrise begrenzte Wirtschaftsreformen durch, lockerte das Staatsmonopol in der Landwirtschaft und ließ in bestimmtem Umfang private Unternehmen zu. Ebenfalls aufgrund der Wirtschaftskrise wuchs der Flüchtlingsstrom von Kuba in die USA 1994 drastisch an; die USA verweigerten die Aufnahme weiterer Flüchtlinge und veranlassten Kuba, den Flüchtlingsstrom einzudämmen.
Mit freundlichen Grüßen
Udo Teichmann