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Bremerhaven, 13.4.2001

Überfluß

Menschen gibt es im Überfluß.

Ich meine weniger die Tatsache, daß es auf der Erde schon mehr als sechs Milliarden Menschen gibt.

Ich rede von den Menschen, die für andere überflüssig sind.

Nichts Neues, sondern ein seit Urzeiten bekanntes Phänomen.

Besonders die Kirche hat daran ihren Anteil. Die Moral der Kirche war und ist so schizophren, daß sie einerseits Kinder als Gottes Segen betrachtet, andererseits aber im Auftrag dieses Gottes ihren Zorn als dessen Zorn über die nächsten Generationen ihrer Widersacher an diesen Nachkommen ausläßt.

Unmoralischer Lebenswandel (wie Sex vor der Ehe) führt zur Ächtung der Mutter und des Kindes. Deswegen, auch aus Furcht vor den Verwandten, setzen manche Mütter ihr Kind aus, und das nicht selten vor die Tür eines Klosters oder einer Kirche. Auf einem beigelegten Brief: "Ich heiße Max. Bitte kümmert euch um mich." Schön warm eingepackt liegt das Kind im Korb und wartet auf den Ersten, der morgens die Tür des Klosters aufmachen wird.

Vor mehreren Jahren wurde in Hamburg den Müttern eine Erleichterung des Verfahrens angeboten: die Babyklappe bei Kliniken. Klappe auf, Kind rein, Klappe zu. Die Kinder werden dann vom Klinikpersonal betreut.

In der Nordsee wurde Säure aus der Titandioxidproduktion verklappt.

In Hamburg werden Babys verklappt.

Im Januar 2001 wurde in einem Telefonhäuschen bei Darmstadt verklappt: "Bitte helft mir. Ich heiße Max und bin von zu Hause weggelaufen, weil mein Leben wertlos ist. Vielleicht findet sich ein Tierfreund, der mich BSE-frei füttert. Bitte gebt mich nicht in Regierungshände, sonst bin ich verloren. Bauernpower 2001."

Ein Kalb in einer Telefonzelle.

Herzlich willkommen im dritten Jahrtausend nach Christus.

Armes Deutschland

e-Mail: sfb@ariplex.com

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