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Es kam per Email ein

Leserbrief zu "Schreiben ist schwieriger als reden" siehe SZ, 22.4.95, Seite 15

Es stimmt schon, daß Schreiben eine Kunst ist und nur wenige sie beherrschen. Nur, um schreiben zu können, muß man es lernen, braucht Vorbilder, braucht Phantasie. Vorbilder können heute keine altertümlichen Dümmlichkeiten in irgendwelchen Lesebüchern sein, sondern müssen aktuelle, sauberst geschriebene Manuskripte sein für TV-Sendungen, Hörfunk und natürlich Zeitungen. Doch gerade hier wird furchtbar zu Rade gebrochen und es gibt entsetzlichste Dämlichkeiten, die ausgerechnet hier verbreitet werden: "ich würde sagen, ich würde meinen" ist eine davon, der "schwäbische Plural" eine andere: "die Internas".

Politiker und Journalisten gehören zum Schlimmsten, was (nicht nur das Deutsche betreffend) "frei herumläuft".

Auch die Modetrends in der Sprache sind grauenhaft und tragen ihr Schlechtteil bei. Wer wirklich gute Sprache erleben und genießen will, hat dazu nur alle paar Jahre Gelegenheit. Das letzte Mal, an das ich mich erinnern kann, war die Serie "Yes Minister" plus deren Fortsetzung. Wie viele Jahre ist das wieder her?

Die "Demokratisierung" (vulgo Verblödung) der Medien hat eben ihre Folgen...

Aber es gibt noch mehr, etwas noch schlimmeres: Man darf - und das tun die Teutschlährer mit dem größten Vergnügen - nicht auf der einen Seite Grammatik zu unterrichten vorgeben und gleichzeitig auf der anderen Seite "Autoren" hochjubeln, deren Autorenschaft schon damit endet, daß sie zB radikale Kleinschreibung machen, die dann als "Kunst" hochstilisiert wird. Bei solchem Sprachmüll geht auch der bravste Schüler auf die Barrikaden und erklärt seine eigene "Schreibe" zur Kunst.

Recht hat er !

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