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Devadasi

Devadasi ist eine religiöse Praktik in Teilen Südindiens, so etwa in Andra Pradesh. Es ist eine Zeremonie, in der Eltern ihre Tochter an eine Gottheit oder einen Tempel verheiraten. Die Heirat findet üblicherweise vor dem Erreichen der Pubertät statt und verlangt von dem Mädchen, eine Prostituierte für Gemeindemitglieder höherer Kasten zu werden. Diese Mädchen werden als jogini bezeichnet. Es ist ihnen nicht erlaubt, wirklich zu heiraten.

    Joginis erkennt man an ihren kupfernen Armreifen, dem Band mit Lederanhänger, das sie um ihren Hals tragen, und einer langen Halskette mit mehreren Anhängern, die ein Bild der Göttin Yellamma zeigen. *

Dieser Brauch ist seit 1988 in Indien verboten, aber er wird weiterhin ausgeübt, wie durch das Zeugnis einer 35jährigen ehemaligen jogini namens Ashama belegt wird. Sie floh aus ihrem Dorf und kehrte später zurück, um den Kampf für die Abschaffung dieser illegalen Praktik anzuführen. Die örtliche Polizei kümmert sich nicht um die Einhaltung des Gesetzes, und die Dorfbewohner selber tun nichts dafür, diesen abscheulichen Brauch zu beenden.

    Seit dem Tag der Weihe habe ich nicht mehr in Würde gelebt. Ich stand allen Männern aus Karni zur Verfügung. Sie verlangten sexuelle Dienste von mir, und als jogini wurde von mir erwartet, sie zu erfüllen. Mein Trauma begann schon, als ich noch nicht einmal in der Pubertät war. *

Ashama war sieben Jahre alt, als ihre Eltern sie an den Lokalgott verheirateten. Kürzlich wurde ihr für ihren Mut der Neerja Bhanot Award zuerkannt.

Dieser Brauch der religiösen Prostitution ist in Karnataka als basivi und in Maharastra als matangi bekannt. Andere Bezeichnungen sind venkatasani, nailis, muralis und theradiyan.*

Vor allem das Atheist Centre of Vijayawada, Indien ist federführend in der Bewegung zur Abschaffung dieses abstoßenden religiösen Brauches.

Literaturtips (englisch)

Singh, Nagendra Kumar. Divine Prostitution (New Delhi: A. P. H. Publishing Corporation, 1997).

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